BBINFO 4/2004 Informationsblatt des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes Titelbild: Dominik und der Weihnachtsmann aus Schokolade Titelbild: Dominik und der Weihnachtsmann aus Schokolade $$$LIEBE LESERINNEN UND LESER! $$$BBI INTERN %%%Personelles $$$200 JAHRE BLINDENBILDUNG – DAS FEST %%%Dankschreiben %%%Texte zu den Fotoseiten $$$ÖFFENTLICHKEITSARBEIT %%%Hilfsmittelausstellung $$$ERLEBEN - BEGREIFEN %%%Exkursion zur Kriminalpolizei %%%Schülertalk 2004 - Jugendarbeitslosigkeit %%%Gospel & More $$$„200 JAHRE BLINDENBILDUNG IM DEUTSCHEN SPRACHRAUM“ %%%Anmerkung der Redaktion %%%Johann Wilhelm Klein (11. April 1765 - 12. Mai 1848) von Karlheinz Scheible Teil III von III – S. 339-357 ///Erneuter Umzug – Erweiterungspläne ///Trauer in der Familie Klein ///Ehrungen ///Die letzten Jahre ///Der große Sohn Alerheims ///Anmerkungen ///Johann Wilhelm Kleins Werke $$$SPEZIALBEITRÄGE %%%Wiener Linien: Testbeginn von POPTIS, der Wegbeschreibung von U-Bahnstationen für sehbehinderte und blinde Fahrgäste %%%Zehn Tipps gegen Spam ///Mail-Adresse mit Bedacht wählen ///Zweitadresse benutzen ///Blindkopien verschicken ///Post filtern ///Vorsicht bei unbekannten Absendern ///Vor Viren schützen: Vorsicht bei Links und Downloads ///Vorsicht bei Abbestell-Funktionen ///Kettenbriefe unterbrechen ///Die eigene Homepage schützen ///Frust abreagieren: Beschwerdelisten ///Links: %%%Top-Ten der größten PC-Enten: Liste der meist verbreiteten Irrtümer rund um die PC-Sicherheit $$$PROJEKTE %%%Nicaragua %%%Woche 2003 - DAS IST LOS ///Vöcklabruck/Gmunden Tips ///Benefizkonzert für Blinde in Nicaragua ///Vortrag über Afrika von Frau Keinz am Montag, dem 4. Oktober 2004 ///Anmerkung der Redaktion: %%%Werbespot in Deutschland zurückgezogen $$$LITERARISCHES %%%LEO DAS SCHAUKELPFERDCHEN UND ANDERE KINDERGESCHICHTEN $$$FREIZEIT UND UNTERHALTUNG %%%Lebenspraktisches Lernen außerhalb des BBI, Lernen unter idealen Bedingungen, Lernen fürs Leben - Lignano 2004, unser verflixtes siebentes Jahr? $$$SPORT UND SPIEL %%%Österreichisches Paralympisches Jugendlager 2004 %%%Demo–Bewerb bei der Schwimm-EM 2004 in der Wiener Stadthalle $$$WEIHNACHTEN %%%Zwei E-Mails %%%Rattenfängers Weihnachtsfest %%%Elternverein des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes SOWIE VIEL GLÜCK UND ERFOLG IM JAHR 2005 %%%Einladung $$$Liebe Leserinnen und Leser! Heute ist der vierte Adventsonntag und ich komme eben von einer Benefizveranstaltung heim. Es dämmert und in meiner Wohnung duftet es nach Weihnachtsbäckerei. Gott sei Dank hat meine Tochter diesen Part in der vorweihnachtlichen Zeit übernommen. Ich bin ihr sehr dankbar dafür! Nur noch wenige Tage ist dieses Jahr alt, das Jahr 2004, das für uns ein sehr bedeutendes war. Das Jubiläumsjahr „200 Jahre Blindenbildung im deutschen Sprachraum“ wird in dieser Ausgabe von BBInfo mit einer Fotocollage, die uns nochmals in die Feierlichkeiten, die angeschlossene Fortbildungsveranstaltung und die Ehrung Johann Wilhelm Kleins am Wiener Zentralfriedhof entführt, abrundend dokumentiert. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei meinen Teams, die an der Gestaltung all dieser Projekte beteiligt waren, für die geleistete Arbeit bedanken – gemeinsam haben wir NEBEN der pädagogischen Arbeit in unzähligen unbezahlten Arbeitsstunden Großartiges geleistet. Lesen Sie dazu im Blattinneren Reaktionen auf DAS FEST. In den vergangenen Wochen hat sich bei uns wieder viel getan. Einige Kolleginnen und Kollegen nahmen Ende Oktober an der Fortbil- dungsveranstaltung für Sehbehindertenpädagoginnen und -pädagogen "Mittendrin statt nur dabei" in Graz teil. Interessante Vorträge und Workshops erweiterten unseren pädagogischen Horizont. Außerdem führten wir zahlreiche Gespräche, in denen fachlicher Austausch und Vertiefung von Beziehungen der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen aus ganz Österreich im Mittelpunkt standen. Unsere vier Kolleginnen, die in der derzeit laufenden Ausbildung für Blinden- und Sehbehindertenpädagoginnen stehen, absolvierten in dieser letzten Oktoberwoche und in einer Dezemberwoche weitere Module ihrer Ausbildung. Unsere Schülervertreter besuchten ein Fortbildungsseminar und kamen ganz begeistert davon zurück. Von ihrem Recht an Lehrerkonferenzen teilnehmen zu dürfen, machten sie in der Lehrerkonferenz im November Gebrauch. Interessiert folgten sie dem Gesprächsverlauf. Über die Hilfsmittelausstellung des ÖBSV lesen sie im Blattinneren. Ende November waren einige Kolleginnen und ich von Herrn Präsidenten Martini zur Delegiertenversammlung des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes eingeladen. Frau Gensbichler für die Arbeit in den Basalen Förderklassen, Frau Kowal für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern unserer Schwerstbehindertenklassen und ich in Vertretung von Frau Höllersberger mit einem von ihr vorbereiteten Referat über den im Mai abgehaltenen Workshop „Nahtstelle Schule – weiterführende therapeutische Einrichtungen“ durften über die Bedürfnisse schwerst mehrfachbehinderter Jugendlicher referieren und haben somit dem ÖBSV Grundlagen geboten, um sich in Zukunft auch um die besonderen Bedürfnisse dieser Jugendlichen zu kümmern. Herr Sozialminister Mag. Herbert Haupt war Gast und interessierter Zuhörer bei dieser Veranstaltung. Bei der Generalversammlung des Elternvereins im November musste ein neuer Obmann gewählt werden, da Frau Hariri nach 14 (!) Jahren und dem Abgang ihres Sohnes aus unserer Schule als Obfrau ausschied. Herr Manfred Schmuckerschlag hat dankenswerterweise diesen „Posten“ übernommen. Ihm wünschen wir viel Freude an seiner Arbeit, bei Frau Hariri möchte ich mich nochmals für ihren Einsatz für unsere Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren ganz herzlich bedanken. Auch heuer gab es wieder einen Adventmarkt und mit viel Liebe hergestellte Weihnachtsüberraschungen wurden verkauft. Ich danke dem Team „Adventmarkt“ für den Einsatz im Dienst der guten Sache. Dem Ankauf eines „Gehbarrens“ dürfte nichts mehr im Wege stehen! Das Buffet am Elternsprechtag wurde diesmal von den Schülerinnen und Schülern der 1. HAS organisiert. Der Reinerlös von über € 300,-- sichert somit zwei blinden Turkana-Kindern ein Jahr Schulbesuch. Ein zweiter Stand an diesem Elternsprechtag war von der Gruppe 1 gestaltet. Selbstgebackenes und Selbstgebasteltes wurde verkauft, die Einnahmen werden für den Gruppenausflug nach Bratislava am Ende des Schuljahres verwendet. Ich bin stolz auf meine Schülerinnen und Schüler! Anfang Dezember fand im BBI die Abschlussprüfung des FABUS- Lehrganges (Fachstelle für Aus- und Weiterbildung im Blinden- und Sehbehindertenbereich) statt. Alle sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich der Prüfung stellten, schlossen mit sehr guten Leistungen ab. Gratulation von dieser Stelle aus! Der Dezember war für uns und unsere Arbeit keineswegs ein „ruhiger“ Monat. Unsere Schülerinnen und Schüler verschönten manche Weihnachtsfeiern, zB bei „Wienstrom“ und dem Jägerregiment Wien. Im Haus durften wir traditionell die „AUA-Engerl“ begrüßen und nach einem Ausflug auf den Christkindlmarkt auch ihnen die Weihnachtsfeier in unserem Speisesaal feierlich gestalten. Viele Weihnachtsgeschenke kamen unseren Kindern zugute – ein herzliches Dankeschön! Vergangene Woche konnten 15 von unseren Kolleginnen gepackte Kisten mit gesammeltem Gepäck – von Gewand bis zu Lupen – dem Bundesheer zum Transport für die Blindenschule Peja/Kosovo übergeben werden. Wir wollen ein bisschen Freude schenken. Das Projekt „Hilfe zur Selbsthilfe“ soll im Frühjahr 2005 in Wien Fortsetzung finden. Am 13. Dezember fand in unserem Festsaal eine ganztägige Dienstbesprechung der Direktorinnen und Direktoren der Kaufmännischen Schulen Wiens unter der Leitung von Herrn AL LSI Mag. Grafinger statt. Von 16. bis 18. Dezember war ich zum Führungskräfteseminar dieser Berufsgruppe nach Pöllauberg/Steiermark eingeladen. Höchst intensiv beschäftigten wir uns mit dem Thema „Selbst- und Fremdmotivation“. Gestärkt durch einen ausgezeichneten Trainer und durch das dreitägige Zusammenarbeiten mit positiv eingestellten Kolleginnen und Kollegen kehrte ich gestern nach Wien zurück. Und heute durfte ich als Zuschauerin an einem Benefizfußballturnier des ASVÖ Landesgruppe Wien teilnehmen, dessen Reinerlös einer unserer Schülerinnen zur Anschaffung eines Organizers mit Braillezeile zukommen soll. Ein herzliches Dankeschön Herrn Hptm. Thomas Fronek, einem alten Freund des BBI, der für die Organisation dieses „Fußballfestivals“ mit zwölf teilnehmenden Mannschaften verantwortlich zeichnete! In den nächsten zwei Tagen finden im BBI die Eignungsgespräche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des nächsten Masseurkurses am BBI statt. Ja, wir haben es gemeinsam mit dem ÖBSV und dem BBFZ geschafft, diesen Kurs für acht junge Damen und Herren ab Ende März anbieten zu können. Ich freue mich! In den nächsten Tagen feiern wir unsere traditionellen zwei Hausadventfeiern. Die Schülerinnen und Schüler proben schon dafür und stimmen sich so weihnachtlich ein. Eine Klassenweihnachtsfeier gestalten die 6./7. ASO und die PTS 2 gemeinsam mit einer Klasse der HAK Hetzendorf. Schön, dass diese Verbindung immer wieder erneuert wird! Das Jahr 2005 wird für uns sicherlich wieder eine große Herausforderung, einige Projekte sind schon im Laufen – aber darüber lesen Sie in BBInfo 1/2005. Liebe Leserinnen und Leser, lesen Sie nun, was sich im BBI in den letzten Wochen getan hat und erfahren Sie Interessantes und Informatives, das wir für Sie gesammelt haben! Susanne Alteneder Direktorin $$$BBI intern %%%Personelles Mit 30. September 2004 trat unser Badewart, Herr Peter Bures, in den wohl verdienten Ruhestand. Herr Bures betreute 20 Jahre lang „sein“ Bad und verrichtete umsichtig seine Arbeit. Wir bedanken uns dafür und wünschen ihm alles Gute für den neuen Lebensabschnitt. Hausintern wurde die Stelle des Badewarts durch Herrn Stefan Zimmermann nachbesetzt. Herr Günther Rosenbaum übernahm die Stelle von Herrn Zimmermann im Blindendruckverlag und in der Reinigung. Frau Elisabeth Wilhelm verstärkt ebenfalls das Team des BDV und hat auch ihren Platz in der Reinigung gefunden. Unsere „Neuen“ sind bereits in ihren Teams voll integriert, wir heißen sie nochmals herzlich willkommen und wünschen ihnen weiterhin viel Freude bei der Arbeit in unserem Haus! Am 19. November 2004 hat unsere Kollegin Christine Eichinger ihrem Sohn Julian eine Schwester Hannah geschenkt. Mutter und Tochter sind wohlauf, wir wünschen von dieser Stelle alles Gute! Susanne Alteneder Direktorin $$$200 Jahre Blindenbildung – das Fest %%%Dankschreiben Liebe Frau Prof. Alteneder, ich möchte Ihnen und Ihrem Team zum Gelingen des gestrigen Festaktes gratulieren. Es war informativ und vor allem viel Herz zu verspüren. Danke, dass ich dabei sein durfte Ihr Leopold Wendt Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG Sehr geehrte Frau Direktorin! Liebe Susi! Ich möchte dir nochmals mitteilen, dass dieser Abend des Festaktes ein ganz denkwürdiger war. Du und dein Team haben dabei nicht 100%, sondern 200% an Kraft und Engagement dafür investiert. Ich habe noch eine Bitte - könntest du mir noch zwei Programme und eine Festschrift zukommen lassen? Ich wünsche dir ein wohlverdientes und hoffentlich erholsames Wochenende Christine MinR Mag. Christine Seifner Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur liebe frau direktorin alteneder, vielen dank für den festlich gestalteten und sehr interessanten abend. leider musste ich aus versorgungstechnischen gründen (gegenüber meinem sohn) um 19:15 Uhr gehen. bis dorthin habe ich die veranstaltung aber als sehr gelungen empfunden. ich hoffe, dass es auch für sie eine gelungene veranstaltung wird. herzliche grüße WIENER SOZIALDIENSTE Förderung & Begleitung GmbH Basale Förderklassen Gisela Kersting-Kristof MAS Bereichsleiterin Liebe Susi! Ich habe dir schon mitgeteilt, dass du am Donnerstag souverän warst. Das gilt im besten Sinn des Wortes! Die Feier war perfekt inszeniert und wir haben uns im Festsaal über so manchen Unterton köstlich unterhalten. zB hat mir deine persönliche Begrüßung von so manchem Ehrengast - nämlich Unterstreichung der bedingungslosen Offenheit des Hauses gegenüber allen - sehr gut gefallen, denn es war im Unterton nicht zu überhören. Und Rupert ist mit seiner Interpretation der Rede unseres Noch-Staatsoberhauptes endgültig zum "Mr. President" avanciert. Der von Erich brillant moderierte historische Rückblick hat durch seine anschauliche Einbindung des zeitlich-gesellschaftspolitischen Kontexts ein sehr rundes und Verständnis weckendes Bild eines weitsichtigen Gründers unserer Institution gezeichnet. Die parallel laufende Präsentation mit den sprachlichen Einblenden setzte dazu die belebenden Akzente. Die musikalische Untermalung mit ihren Interpreten war ein echtes Aushängeschild und Werbung für das Musikschaffen sehgeschädigter Musiker. Leider konnte ich nicht mehr bis ganz zum Schluss bleiben - du weißt, eine alte Krankheit von mir... - was ich sehr bedauere. Ich glaube, auch im Namen aller anderen Kollegen sagen zu dürfen, wir sind stolz auf dich!!! Liebe Grüße Fritz Liebe Susanne! Verzeihe mir, bitte, dass ich mich erst jetzt melde: unser Internetsystem hat schlecht funktioniert, wir konnten keinen Brief abschicken, nur selten hat uns ein Brief von außen erreichen können. Ich möchte Dir noch einmal zur Veranstaltung des Jubiläums gratulieren! Es war großartig, die Tätigkeit von J. W. Klein, sein gewaltiges Werk für die blinden Kinder in seiner Heimat und in den Nachbarländern, auf diese Weise darzustellen. Wir erinnern uns seiner auch mit Dankbarkeit. Ich fand auch die musikalische Begrüßung sehr lieb, der Chor sang wunderschön, das ungarisch gesungene Lied beeindruckte mich sehr. Wir bedanken uns für die herzliche Aufnahme, und besonders, dass Ihr vor der Heimreise auch meine Kolleginnen zum Essen eingeladen hattet, wir kamen danach gegen 2 Uhr zu Hause an. Ich habe jetzt eine Menge Sachen zu tun: wir mussten verschiedene Dokumente bis zu einem Termin angeben, der Finanzrevisor hat sich gerade angemeldet... Ich hoffe, dass wir unter unseren Institutionen, den Kollegen und den Schülern, eine gute Beziehung herausbilden können. Nächstes Jahr feiern wir unser 180-jähriges Jubiläum, es wird eine gute Gelegenheit sein für Begegnungen und berufliche Beziehungen. Ihr seid dazu herzlich eingeladen! Noch einmal vielen Dank und herzliche Grüße an Dich und deine Mitarbeiterinnen! Katalin Helesfai Liebe Frau Alteneder, gern möchte ich Ihnen nochmals auf diesem Wege für Ihre persönliche Einladung danken und Sie zu einer Festveranstaltung beglückwünschen, die allen in guter Erinnerung bleiben wird. Johann Wilhelm Klein hätte vor 200 Jahren kein besserer Gastgeber sein können, als Sie es und Ihr Team waren. Sie, liebe Frau Alteneder, habe ich aber besonders bewundert. Respekt vor Ihrer Leistung als Direktorin und Frau! Die Idee der Programmgestaltung war ebenso brillant wie Professor Erichs Moderation. Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kollegium eine gute Zeit und grüße Sie aus Chemnitz Renate Böttger Hi Suzi, It has been almost 2 months I was enjoying your celebration in Vienna. I feel a bit guilty I did not tell my thanks for everything you had done as a host for everyone concerned. Please take this as an apology, but my contemporary agenda at the Ministry comprises the beginning of European Funds and the beginning in any joining country is really something very complicated and gives me almost no time for my own. I would like to express my deep impression and awe to your work and the engagement of your colleagues (especially Ms. Hannemann) for the work with the blind. I do hope we can manage an exchange visit for you and some people from your institute in the future to our Prague schools if you want. I am planning a European (or Central European) Conference on Music Education for the Blind in Prague in 2005. I hope I find some funds for organization and I will be very pleased to welcome some of your colleagues here in Prague at this event. Wishing to you all a wonderful holiday. Please pass my regards to my excellent interpreter Ms. Matthews as well. Love George %%%Texte zu den Fotoseiten Festvorbereitung Besprechungen,... Etikettieren des Festweines ... Verpacken der Weinflaschen Festtag - Ausstellung Festtag - Begrüßung Fr. Direktorin Prof. Alteneder begrüßt die Festgäste Festtag - Grußworte Hr. Winkler verliest die Grußworte des Hrn. Bundespräsidenten Dr. Klestil Hr. Militärbischof Mag. Werner Hr. Militärsuperintendent Mag. Sakrausky Festtag - Grußworte Fr. Ministerialrätin Mag. Seifner, bm:bwk Fr. Amtsführende Präsidentin Mag. Dr. Brandsteidl, SSRfW Festtag - Grußworte Hr. Bezirksvorsteher Kubik, 2. Wiener Gemeindebezirk 2. Vorsitzende des Verbandes der Blinden- und Sehbehindertenpädagoginnen und –pädagogen, Fr. Boy Festtag - Musiker Josef-Labor-Chor K & K Vierteloktett Duo Karin und Andi Salchegger Festtag - Präsentation Hr. Prof. Schmid, Moderator Fr. Mag. Rupp, Technik Hr. Prof. Keplinger und Hr. Weingartner, Presse Festtag – Buffet ... Tanzperformance Festtagung, 7. Mai – Hauptvorträge "Rechtsethische Herausforderungen der modernen Biomedizin" Hr. o. Univ.-Prof. Dr. Luf, Rechtswissenschaftliche Fakultät an der Universität Wien "Retinitis pigmentosa, Neues aus Diagnose und Therapie", Hr. Univ.-Prof. Dr. Vass, AKH Wien, Universitätsklinik für Augenheilkunde Festtagung - AG "1x1 der Sehbehindertenpädagogik", Fr. Nef-Landolt, Low Vision-Praxis für sehbehinderte Kinder und Jugendliche Zürich "Nahtstelle Schule und Beruf“, Die pädagogischen Leiterinnen und Leiter wichtiger Trägerorganisationen diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern des BBI, Integrationslehrerinnen und -lehrern und betroffenen Eltern Festtagung - AG "Förderung musikalischer Anlagen bei blinden und sehbehinderten Menschen", über die Musikkonservatorien für Blinde und Sehbehinderte in Krakau und Prag sprachen 2 Personen aus Krakau und Dr. Georg Kapr Österreichische Musiker sprachen über ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit Musik, Hr. Dr. Salchegger, Hr. Mag. Krispl, Hr. Lechner, Hr. Hoffmann 13. Mai - Gründungstag Fr. Direktorin Prof. Alteneder und Hr. Mag. Rupp von der Blindenwohlfahrt in Baumgarten legten Kränze zu Füßen des Grabdenkmals nieder Das Jägerregiment stellte eine Ehrenwache und die Gardemusik umrahmte den feierlichen Akt $$$Öffentlichkeitsarbeit %%%Hilfsmittelausstellung Von: Beate Hattinger [mailto:beate.hattinger@chello.at] Gesendet: Dienstag, 23. November 2004 09:25 An: susanne.alteneder@bbi.at; margit.strohschneider@bbi.at; michael.rohlfing@bbi.at Cc: beate.hattinger@chello.at Betreff: Hilfsmittelausstellung, Danke!!! Liebe Frau Prof. Alteneder! Liebe Frau Strohschneider! Lieber Michael! Ich möchte mich ganz herzlich für die Gastfreundschaft und für die großzügige Hilfe bedanken, die der Fachgruppe Hilfsmittel zu Teil wurde. Bei so einem Ereignis gibt es immer so vieles zu organisieren: Raumplan, Dokumente, Internetanschlüsse, technische Geräte, Möbel, Einladungen, ... und wohl noch vieles mehr. Das BBI war ein ganz toller Gastgeber, das haben wir alle so empfunden, ... Danke! Die Vormittagsveranstaltung war ein voller Erfolg. Es wird einen Mitschnitt auf CD geben, auf den ich mich schon freue. Leider ist der Besucherstrom am Nachmittag versiegt; dies mag mit den unwirtlichen, stürmischen Wetterbedingungen zu tun gehabt haben, und vielleicht noch mit anderen Faktoren, Stichwort: es gibt heutzutage eine Vielzahl an Hilfsmittelveranstaltungen, in Wien und in den Bundesländern. Wir waren zu Gast in einem offenen Haus, mit dem mich persönlich sehr viel verbindet. Herzlichst, Beate Beate Hattinger beate.hattinger@chello.at Blechturmgasse 8/19 1040 Vienna, Austria Phone: 431 967 50 10 Mobil: 43 6991 967 50 10 $$$Erleben - begreifen %%%Exkursion zur Kriminalpolizei Am 16. Oktober wurden wir am Nachmittag von einem Polizeibus abgeholt und zur Rossauerkaserne gebracht. Der Fahrer erzählte uns, dass der Bus normalerweise für Polizeischulen, Polizeimusik, Fahrten zu Fußballmatches usw. verwendet wird. Zuerst besuchten wir dort die Verkehrsabteilung. Ein Polizist, Roman, von der Verkehrsabteilung führte uns in die Garage und zeigte uns das Polizeiauto. Der Polizist zeigte uns die entladene Pistole, Handschellen, Funkgerät, das Folgetonhorn mit Blaulicht und die kugelsichere Weste, die wir auch anprobieren durften. Jeder von uns hatte die Möglichkeit sich ins Auto zu setzen und alles anzuschauen. Im Kofferraum des Autos befand sich der Alkomat. Wir alle machten einen Alkotest. Während dessen erzählte Roman uns viele Vorfälle. Anschließend fuhren wir mit dem Auto in schnellen Kurven eine Runde durch die Garage. Der zweite Weg führte uns zu den Motorrädern. Wir sahen viele verschiedene Motorräder und eines durften wir ausprobieren. Die Motor- räder werden für Staatsbesuche, Demonstrationen usw. eingesetzt. Schließlich besuchten wir die Alarmabteilung. Im Seminarraum informierte uns ein Mitarbeiter dieser Abteilung über deren Aufgaben und über die Ausbildungen. Zum Abschluss dieser Exkursion kamen wir in einen Raum, wo wir die wichtigsten Ausrüstungsgegenstände besichtigten. Dieser Nachmittag in der Polizeikaserne war für uns alle sehr lehrreich. Vielen Dank an Herbert und an seine Kollegen von der Kriminalpolizei! Nurgül Cevikkol, Julia Egger, Ursula Raunig und Stefanie Juch %%%Schülertalk 2004 - Jugendarbeitslosigkeit Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Siemensforum Wien Standard (Schülerstandard) ORF-Schülerradio 1476 Protokoll Protokoll Nr. 1 Betreff: Schülertalk 2004 – Jugendarbeitslosigkeit Ort: Siemensforum, 1030 Wien Datum: 2004-10-14 Beginn/Ende: 10:00/11:30 Uhr Vorsitz: zwei Schülerinnen eines Gymnasiums Teilnehmer: siehe Anwesenheitsliste Protokoll: David Klein, 1. HAS Tagesordnung: 1. Vorstellung: Diskussionsteilnehmer Tätigkeit Aufgabenbereiche 2. Meinungsaustausch: Diskussion der Podiumsgäste Fragen von Schülerinnen und Schülern an die Diskussionsteilnehmer Anwesenheitsliste Teilnehmer Dr. Alfred Freundlinger, Wirtschaftskammer Österreich, Referat Abteilung Bildungspolitik NRAbg. Gabriele Heinisch-Hosek, SPÖ, Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Alfred Hoch, Landesgeschäftsführer Wiener ÖAAB, Vorstandsmitglied AK Wien Maria Hofstätter, Arbeitsmarktservice Österreich, Abteilungsleiterin Berufsinformations- und Qualifikationsforschung Mag. Richard Krisch, Verein Wiener Jugendzentren Mag. Christa Schirl, Verein für Sozialprävention und Gemeinwesenarbeit, Projektleitung „kick“ Protokoll Die Schülermoderatorin weist auf die Problematik der geringen Anzahl von offenen Lehrstellenplätzen gegenüber den zahlreichen Lehrstellensuchenden hin. Frau Hofstätter meint, dass eine Aufstockung von Lehrstellen durch das Einschieben eines Lehrganges möglich ist. Diese Lehrgänge beinhalten inhaltliche Wissensvermittlung, Praxis und einen Abschluss. Sie werden ab Jänner nächsten Jahres angeboten. Frau Mag. Schirl erwähnt das Projekt „kik“, welches 90 % aller Jugendlichen einen Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Herr Hoch erklärt, dass durch die Ostöffnung eine starke Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt in Ostösterreich besteht. Er tritt für mehr Lehrstellen und weniger Lehrgänge ein. Er begründet dies damit, dass die Lehrlinge auf diese Weise mehr Praxiserfahrung erlangen. Er meint, dass die Betriebe durch einen finanziellen Anreiz pro aufgenommenem Lehrling motiviert werden Lehrlinge aufzunehmen. Frau Heinisch-Hosek stellt einige Forderungen an die derzeitige Regierung. Diese Forderungen stammen aus dem 10-Punkte-Katalog der SPÖ. Sie fordert Berufsorientierung ab dem 10. Lebensjahr und die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss kostenlos nachzuholen. Herr Mag. Krisch erwähnt, dass in Wien 4000 Jugendliche auf der Suche nach einer Lehrstelle sind. Es gibt jedoch nur 300 freie Lehrstellen. Jugendliche bekommen oft nur befristete Lehrstellenplätze zugewiesen und haben nach einigen Monaten weiterhin keinen Job. Herr Mag. Krisch sieht den Grund für diese Probleme im Bildungswesen. Herr Freundlinger sieht die Forderung der Wirtschaft in der bestmöglichen Ausbildung der Jugendlichen. Er ist der Meinung, dass nicht die Jugendarbeitslosigkeit, sondern die Ausbildung das Problem darstellt. Die Lehrstellensuche sollte folgendermaßen ablaufen: Wahl des Berufsfeldes, Auswahl der Firma. Herr Freundlinger erklärt, dass ein Jugendlicher sich mehr Möglichkeiten schafft, wenn er mobil ist. Frau Hofstätter meint, dass immer weniger Betriebe Lehrlinge ausbilden. Produktionsrückgang in manchen Branchen, die Suche nach neuen Lehrlingsfeldern und die Auslagerung in Billiglohnländer sind die Gründe dafür. Anschließend weist Frau Schirl auf die Notwendigkeit von Praktika hin und erklärt, dass persönliches Engagement sehr wichtig ist. %%%Gospel & More Ein Nachmittag mit Elly Wright Bedingt durch die Teilnahme des PTS 2 an einem Workshop, den die Jazzlegende Elly Wright im Oktober 2004 leitete, probte diese mit den Schülern an unserem Institut. Sie war von den Jugendlichen und vor allem deren Musikalität derart angetan, dass sie sich spontan dazu entschloss, trotz etlicher eigener Konzerttermine, einen unentgeltlichen „Gospel- Lehrgang“ für interessierte Schüler am Haus zu gestalten. Dieser Event fand nun - rechtzeitig zu Adventbeginn - am 1. Dezember 2004 in unserem Festsaal statt. Viele Kinder verschiedenen Alters, deren Betreuer und auch manche sangesfreudige Kollegen trafen einander dort am Nachmittag, um mit der „Grande Dame“ des Jazz eine äußerst schwungvolle Lerneinheit in Sachen Gospel zu erleben. Unter der virtuosen Assistenz unseres ehemaligen Schülers Roland Spöttling, der einen unheimlich groovigen Klaviersound beisteuerte, vermittelte Elly einen, den Anwesenden zuvor völlig unbekannten Song in Text und Melodie so mitreißend, dass sich das Ergebnis bereits nach Kurzem wirklich hören lassen konnte. Denise, Daniela und Jürgen erhielten einen Solopart, der stimmgewaltige Gospelchor unterstützte auch rhythmisch die Darbietung von „Wade in the Water“. Danach fand sogar noch „Rudolph, das kleine Rentier“ seinen Weg zur Aufführung und erfreute damit alle kleinen und großen Gäste. Nach dem großen Erfolg dieser Aktion, die den Mitwirkenden und Zuhörern hörbaren vorweihnachtlichen Spaß bereitete, bleibt zu hoffen, dass dieser außergewöhnliche Musikunterricht bei passender Gelegenheit wiederholt werden kann - das würde dann speziell mich als Initiatorin und erklärten Jazzfan sehr freuen! SOBL Sabine Tömböl $$$„200 Jahre Blindenbildung im Deutschen Sprachraum“ %%%Anmerkung der Redaktion Mit freundlicher Genehmigung von Dipl.-Brauerei-Ing. i.R. Karlheinz Scheible, Alerheim, bringen wir in der verbleibenden Ausgabe von BBInfo/2004 eine historisch fundierte und umfangreiche Biografie des Begründers der Blindenbildung im Deutschen Sprachraum. Die Veröffent- lichung dieser verdienstvollen Arbeit in unserer Hauszeitschrift ist als Ergänzung und Korrektur der in unserer Festschrift 2004 publizierten Kurzbiografie Johann Wilhelm Kleins von Dr. Otto Jähnl anzusehen - Korrektur, weil Scheible vorhandene historische Wissenslücken nicht durch Rückgriffe auf biografische Romane schließt und die ursprüngliche Schreibung der Namen verwendet. Ausführliche bibliographische Informationen: Scheible, Karlheinz: Johann Wilhelm Klein. In: Wulf-Dietrich Kavasch, Günter Lemke und Albert Schlagbauer (+) (Hrsg.): Lebensbilder aus dem Ries vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Verlag Rieser Kulturtage, Druckerei C.H. Beck, Nördlingen 2002, ISBN 3-923373-54-6, S.313-357 Wir haben den Text des Autors (nicht die Zitate) auf neue Rechtschreibung umgestellt und das Layout so verändert, dass am Ende jedes Teiles die entsprechenden Quellenangaben angeführt werden. (Der Text wurde in der Braille-Ausgabe als separates Heft gedruckt, um allenfalls das Sammeln zu erleichtern.) %%%Johann Wilhelm Klein (11. April 1765 - 12. Mai 1848) von Karlheinz Scheible Teil III von III – S. 339-357 ///Erneuter Umzug – Erweiterungspläne Mittlerweile wird es im Haus in Gumpendorf eng, denn es beherbergt inzwischen 37 Personen. Ein Anbau zum Garten hin behebt die dringendsten Raumprobleme, sodass vorerst weitere große Veränderungen nicht erforderlich sind. Aber Johann Wilhelm Klein sieht weiter voraus. Ihn kann nicht befriedigen, dass wegen Platzmangel nur ein kleiner Teil der Kinder, für die die Aufnahme beantragt wird, in seine Anstalt aufgenommen werden kann. Was geschieht mit den Abgewie- senen? Dies lässt Klein, den Menschenfreund, nicht ruhen. Außerdem sieht er ein weiteres Problem und überlegt, wie es gelöst werden könnte: In der Anstalt sind die blinden Schüler behütet und werden mit Verständnis und Zuwendung behandelt. Was geschieht aber, wenn sie die Schule verlassen? Auch bei einer optimalen Vorbereitung durch die Schule droht beim Eintritt ins Berufsleben ein Bruch. Klein folgerte, sicher zu Recht, dass hier ein Übergang vonnöten sei. Johann Wilhelm Klein verfasste deshalb eine Denkschrift „Vorschläge und Wünsche der Direktion des Blinden-Institutes in Betreff der Erweiterung dieser Anstalt."88 Er erörtert dabei die Frage, ob es nicht an der Zeit sei, die Anstalt zur Staatsanstalt zu machen. Er verlangte ein Haus, das für 60 Schüler vorgesehen sein sollte, geeignet für 40 Buben und 20 Mädchen. Außerdem arbeitete er ein Bauprogramm aus und setzte das erforderliche Lehr- und Aufsichtspersonal fest, wobei er an zwei Klassen dachte, wovon er selbst eine führen wollte. Das günstigste Aufnahmealter gibt er, aufgrund seiner Erfahrung, mit acht bis zwölf Jahren an, da jüngere Zöglinge noch zu viel „Wart und Pflege" erfordern, die die Schule nicht erbringen kann; auch könnten sie zu mechanischen Arbeiten, als einer Hauptbestimmung des Instituts, in den Jahren davor nicht angehalten werden. Ältere Kinder aufzunehmen ergibt insofern Probleme, als diese durch die Blindheit schon zu sehr an Untätigkeit gewöhnt sind, sodass es schwierig ist sie zur Arbeitsamkeit zu erziehen. In seinem Promemoria kommt Klein auch auf die Errichtung einer Versorgungs- und Arbeitsanstalt für Blinde zu sprechen. Er hatte trotz seiner aufopferungsvollen Tätigkeit schmerzlich zur Kenntnis nehmen müssen, dass kaum 14 Jahre nach dem Beginn seiner Arbeit vier ehemalige Schüler seiner Anstalt, darunter Mathias Laufer, der zweite Zögling Kleins, wieder der Bettelei verfallen waren.89 Die Zahl der bettelnden Blinden hatte sich nicht unbedeutend erhöht, was für Klein, der angetreten war, gerade dies abzustellen, eine herbe Enttäuschung gewesen ist. Klein wandte sich an die Polizeioberdirektion und bat darum, dass ausgetretenen vormaligen Zöglingen des Blindeninstituts die Bettelei in Zukunft untersagt werde. Klein hat die ansteigende Zahl blinder Bettler, unter denen sich sogar ehemalige Schüler seiner Anstalt befanden, zum Anlass genommen, höherenorts die Notwendigkeit der Errichtung einer Beschäftigungsanstalt für Blinde darzutun. Die Regierung antwortete zunächst mit einem Erlass, in welchem sie darlegt, dass die Blinden die gleichen Rechte und Vorzüge wie die Sehenden, vielmehr noch einen besonderen Anspruch auf Schutz hätten und es den Grundsätzen des Rechts, der Gerechtigkeit und Menschlichkeit widersprechen würde, ihnen diese ihre Rechte zu schmälern. Die Versorgungs- und Beschäftigungsanstalt für erwachsene Blinde Das Jahr 1826 bringt dann die Gründung der „Versorgungs- und Beschäftigungsanstalt für erwachsene Blinde" und Klein reicht bei den Behörden einen „Plan zur Errichtung eines Privatvereins zur Unterstützung erwachsener Blinder" ein, der Träger der Anstalt sein soll. Er ersucht, um der Angelegenheit besonderen Nachdruck zu verleihen um eine Audienz bei Kaiser Franz nach und erhielt vom Hof die Nachricht: „Ich gebe mir die Ehre Euer Wohlgeborn zu eröffnen, daß seine Majestät der Kaiser Ihnen am Donnerstag den 16. November früh 7 Uhr Audienz ertheilen werden." Die Versorgungsanstalt war vom Blindeninstitut räumlich getrennt. Mit ihr war eine Betreuung der Blinden gewährleistet, die im Einzelfall, wo erforderlich, lebenslang sein konnte. Klein leitete nun beide Institute und leistete auch hier die wesentliche Aufbauarbeit. Erst 1842, im Alter von 77 Jahren, gab er die Leitung der Versorgungsanstalt für erwachsene Blinde ab. Die segensreiche Einrichtung besteht noch heute.90 ///Trauer in der Familie Klein Ein schwerer Verlust hatte 1824 die Familie Klein getroffen. Mit 19 Jahren war ihre hoffnungsvolle Tochter, ihr einziges Kind, Marie Wilhelmine, gestorben. Tief betrübt trugen sie sie auf dem Schmelzer Friedhof zu Grabe. Johann Wilhelm Klein litt zeitlebens schwer an diesem Verlust, hatte er doch seine Tochter über alles geliebt. Im Museum des Bundes- Blindenerziehungsinstituts in Wien wird heute noch eine schmucklose, leere Holzkassette91 aufbewahrt, an deren Deckelinnenseite ein Zettel befestigt ist mit folgendem Text mit Kleins Handschrift: „Marie Wilhelmine Klein geb. den 15. Juli 1805, gestorben den 30. April 1824. Dieses Kästchen ist aus dem Brette gemacht, auf welches die Selige nach ihrem Tode gelegt wurde. Möge dasselbe und sein Inhalt nur stets von solchen Händen berührt werden, welche einem Wesen angehören, das für die reine Seele der Verstorbenen und für den Schmerz der Ältern über ihren Verlust Sinn und Gefühl hat." Klein wurde durch den Tod seiner Tochter veranlasst, sich noch mehr seiner Blinden anzunehmen - als seien nun sie seine Kinder. Er selbst schreibt 183792: „... zwar frey von beengenden äußeren Verhältnissen, aber des süßen Bandes verlustig, welches durch eigene Kinder Andere an Mit- und Nachwelt knüpft, beruhigt mich das Bewußtseyn, durch redliches Wollen und Wirken den schuldigen Beytrag zur Förderung des allgemeinen Wohles geleistet zu haben, und hoffen zu dürfen, daß die Keime, welche zu pflanzen ich so glücklich war, auch noch künftig wohltätige Früchte in der Nähe und Ferne tragen werden. Seitdem ich meine einzige erwachsene Tochter durch den Tod verloren habe, betrachte ich die Sorge für die von mir gegründeten wohltätigen Anstalten als ein heiliges Vermächtnis." Kleins Persönlichkeit Johann Wilhelm Klein hatte sich schon nach seinem Studium sozialen Fragen zugewandt und die 1792 in Nördlingen bei C.H. Beck erschienene Abhandlung „Über Armuth, Abstellung des Betteln's und Versorgung der Armen" verfasst. Mit diesem Erstlingswerk gibt Klein selbst den Hinweis darauf, dass er nicht an der Not seiner Mitmenschen teilnahmslos vorbeizugehen vermochte, sondern sich verpflichtet sah, nach seinen Kräften für die Behebung von Missständen Wege aufzuzeigen. Diese Grundtendenz seines Persönlichkeitsbildes zeigte sich dann in allen Phasen seines Lebens. Sein Weggang aus Harburg ist ein weiteres Indiz dafür, dass er es nicht vermochte, gegen seine eigene bessere Einsicht zu handeln und die harten Maßnahmen gegen die ihm anvertrauten Untertanen des Fürsten durchzusetzen. Die Bevölkerung war durch Einquartierungen und Requirierungen fremder durchziehender Truppen über die Maßen beansprucht worden und nun sollte er, Klein, als Oberamtspfleger Abgaben einfordern, die diese Beeinträchtigungen und Schädigungen nicht im geringsten berücksichtigten. In bewegenden Worten legte er in seinem Schreiben an den Fürsten17 dar, dass er von der Notwendigkeit des Vertrauens der „Untergebenen" in den mit der Durchführung der gesetzlichen Maßnahmen betrauten Beamten zutiefst überzeugt sei und dass er sich nicht in der Lage sehe, dieses Vertrauen zu missbrauchen. Dass er sich dennoch gezwungen sah Gesetze zu vollziehen und Steuern einzufordern, die er selbst für ungerecht hielt, verursachte bei ihm gesundheitliche Probleme. Zuvor hatte er detaillierte Vorschläge für eine Verbesserung im Interesse der Bevölkerung und letztlich auch im Interesse der Standesherrschaft gemacht. Es spricht für ihn, dass er mitfühlend und mitleidend selbst in eine für ihn ausweglose Lage geriet, war es doch für ihn unmöglich gegen seine Überzeugung und zum Schaden der auf seine Einsicht angewiesenen Untertanen zu handeln. Sein lauterer Charakter versagte es ihm, Maßnahmen zu begründen, die er für falsch und schädlich hielt. Seine Demission war die notwendige Folge. Wir sollten uns vor Augen halten, was dies für ihn bedeutet hat, wäre doch seine Amtsstellung eine sichere Lebensstellung gewesen, wenn er über die Nöte der kleinen Leute hätte hinwegsehen können. Statt dessen wählte er aus Menschenfreundlichkeit eine unsichere Zukunft: Er stand nun vor dem Nichts. Es kommt sicher nicht von ungefähr, wenn er dann später im „Österreichischen Magazin für Armenhülfe" wieder über Sozialprobleme schreibt.31 Hier ist sie wieder, seine Hinwendung zu den Armen und Benachteiligten, die sich schon in seinem Erstlingswerk93 manifestiert hatte, dann die Tätigkeit als Armenbezirksdirektor und in deren Folge das Erkennen der Armenprobleme in einer Großstadt und als deren Teil die Not und das Elend der Blinden im Besonderen. Wie ein roter Faden ziehen sich Mitgefühl und der Wille zu helfen durch sein Leben und zeigen sich auch in dem Lebensstadium, da es ihm selbst wirtschaftlich schlecht ging. Angelegt war diese Charaktereigenschaft schon in seiner Alerheimer Zeit und zeigte sich konsequent über seinen ganzen Lebensweg hinweg. Das von Franz Dobiaschofsky geschaffene Porträt Kleins lässt die Gesichtszüge eines gütigen Menschen erkennen, die mehr über den Charakter dieses Philanthropen auszusagen vermögen als manche Schilderung. Die Persönlichkeit Kleins, seine Art mit den Mitmenschen und insbesondere mit „seinen Blinden" umzugehen, kommt in einer Äußerung Knies94 zum Ausdruck: „Nicht bloß seine hohe und edle Gestalt, sondern auch vielmehr die unwandelbare Milde seines freundlichen Benehmens und seines ganzen Charakters trägt den unläugbaren Stempel ächter Menschen- und Christenwürde; und ich lasse es gerne dahingestellt seyn, ob man es mehr für Lob oder Tadel halten will, wenn ich hier die Ansicht ausspreche, daß der Freund mir fast zu gütig und zu mild gegen Sehende, wie gegen seine Blinden erschienen ist." ///Ehrungen Kleins Leistungen bewirkten in der Rückschau nicht allein seine eigene Befriedigung hinsichtlich des nunmehr Erreichten, auch die Umwelt schätzte sein Werk hoch ein und verlieh ihm äußere Ehren. Die schweizerische Hilfsgenossenschaft machte ihn schon 1810 zu ihrem korrespondierenden Mitglied, desgleichen 1820 die menschenliebende Gesellschaft in St. Petersburg, ebenso die Gesellschaft zur Beförderung der nützlichen Künste in Frankfurt am Main. Eine Ehrung, besonders wertvoll für die Nachwelt, war die Stiftung zweier Ölporträts95 im Jahre 1837, von denen eines Johann Wilhelm Klein, das andere seine Gemahlin Therese darstellt. Der Stifter selbst wollte nicht genannt werden und ist auch unbekannt geblieben, wenn auch Mell96 J. T. von Trattner als Spender vermutet, der schon in den vorangegangenen Jahren dem Blindeninstitut wertvolle Kunstgegenstände geschenkt hatte. Die beiden Gemälde wurden mit der Auflage zugewendet, für alle Zukunft dem Blindenerziehungsinstitut als Eigentum zu verbleiben. Beide Porträts vermitteln einen lebhaften Eindruck von zwei gütigen Menschen. Kaiser Franz verlieh ihm den Titel „Kaiserlicher Rat" und König Maximilian Josef von Bayern und Zar Nikolaus sandten ihm als Anerkennung goldene Medaillen. 1836 erhält Klein „Um die Verdienste des gegenwärtigen Direktors der Blinden-Anstalt ... zu belohnen" aus den Erträgnissen der Herzog Albertschen Stiftung mit Genehmigung des Kaisers eine jährliche Personalzulage von dreihundert Gulden. Anlässlich der Vollendung der Versorgungsanstalt für Blinde verlieh Kaiser Ferdinand Johann Wilhelm Klein die große goldene Verdienstmedaille mit Kette, eine bemerkenswerte, hohe Auszeichnung. Am 3. Dezember 1840 wurde sie ihm in feierlicher Weise im Blindeninstitut überreicht. Ignaz Franz Castelli schildert diese Ehrung: „Tor und Eingänge waren von Bürgergrenadieren besetzt, die die Ehrenwache bildeten. Im Prüfungssaal prangte das lebensgroße Bild des Kaisers unter einem Baldachin, auf beiden Seiten mit den schönsten Blumen geschmückt, und vor demselben stand ein auf Stufen erhöhter, mit einem Überzug aus rothem Sammt mit goldenen Fransen verzierter Lehnstuhl, unter welchem sich ein Teppich vorwärts breitete. Der ganze geräumige Saal war schon mit Menschen vollgepfropft, an den Wänden zu beiden Seiten reihten sich die Zöglinge des Blinden-Instituts und der Blinden-Versorgungsanstalt, 92 an der Zahl, und zwar auf einer Seite die Knaben, auf der andern die Mädchen. Die meisten Zuseher waren festlich gekleidet, und unter den Honoratioren bemerkte man den Herrn Regierungsrath und Generalien-Referenten Franz Schönaich, dann den Herrn Bürgermeister Czapka, den Herrn Vice-Bürgermeister Lanser, den Herrn k. k. Hofsekretär Mayerhofer, mehrere Magistratsräte, die Vorstehungen aller öffentlicher Bildungs- und Humanitätsanstalten, mit einigen ihrer Zöglinge, den Herrn Polizei-Bezirksdirektor der Josefstadt, die betreffenden Herrn Pfarrer und Grundrichter und die Herrn Ausschüsse der Versorgungsanstalt. Das Lehr- und Beamtenpersonal beider Institute stand vor seinen Zöglingen. Der würdige 75jährige, noch immer rüstige Greis Klein aber empfing die Ankommenden mit der ihm gewohnten Freundlichkeit und Herzlichkeit. Aus dem Nebenzimmer ertönten Trompeten und Pauken; es erschien der k. k. Regierungsrat im Staatsrate und Kabinettssekretär Sr. k. k. Hoheit des Herrn Erzherzog Franz Karl, Dr. Erb, als Abgeordneter seines hohen Herrn, und zuletzt der Übergabs-Kommissär, der k.k. Herr Regierungsrat Graf von Hohenwart-Gerlachstein, in Begleitung des Herrn Prälaten und Schulen-Oberaufsehers Ebneter; der Erstere legte die mitgebrachte Medaille neben sich auf einen rothsammtenen Polster und zur rechten des kaiserlichen Bildes stehend, und sich vor demselben verneigend, hielt er nun an den ihm gegenüberstehenden Rath Klein eine Anrede." Graf Hohenwart gab einen Rückblick auf Kleins Wirken und würdigte seine Leistungen, die Wohltat für die Blinden. Er fuhr fort: „Allenthalben haben sich im In- und Auslande ähnliche Anstalten nachgebildet, haben sich Ihr Werk als Muster aufgestellt, oder Ihre Erziehungsmethode sich angeeignet. Das Gute, das Sie gesäet, hat tausendfache Früchte getragen. So ist die Geschichte Ihres Lebens die Geschichte Ihres Verdienstes. Ihr Name ist Ihr Ruhm, und Europa kennt Ihren Namen." Er schloss mit folgenden Worten: „Lassen Sie mich denn im Beisein des Abgeordneten jenes erhabenen Prinzen, der als Zeuge Ihres Wirkens, Ihre Verdienste bei Sr. Majestät huldvoll vertreten, lassen Sie mich im Angesicht der Vorstehungen unserer vaterländischen Erziehungs- und Wohltätigkeitsanstalten, die auf Sie mit Bewunderung und Nacheiferung hinblicken, in Gegenwart einer verehrten Versammlung, Ihrer Zöglinge und der versorgten Blinden, Ihre edle Brust schmücken mit dem hohen Bilde Seiner Majestät; es ist keine Brust, die dasselbe würdiger getragen." Johann Wilhelm Klein dankte bewegt und auch seine Worte waren ein Rückblick auf die 36 Jahre seiner Arbeit mit den Blinden. Am 18. Dezember des gleichen Jahres wurde ihm vom Magistrat der Stadt Wien die große goldene Salvatormedaille verliehen und ihm am 24. Dezember vor versammeltem Rat feierlich überreicht. Nicht die geringste unter den Ehrungen war für Klein, dass ihn seine Blinden „Vater Klein" nannten. Außerhalb seines unmittelbaren Wirkungskreises führte es sich ein, ihn den „Vater der Blinden" zu nennen. Dies war keine offizielle Ehrung, aber gerade dass dieser Ehrenname sich spontan durchgesetzt hat, macht seine Bedeutung aus. Johann Wilhelm Klein hatte mit all den Anerkennungen, die ihm nun reichlich zuteil wurden, den Höhepunkt seines Lebens und Wirkens erreicht. Er hatte Erfolg gehabt und Genugtuung erlebt nach den harten Jahren des Kampfes und der materiellen Not. Zufrieden konnte er auf sein Lebenswerk zurückblicken. Dass auch Klein von kleinen menschlichen Schwächen nicht frei war, bezeugt eine an sich unbedeutende Episode. Der Wiener Maler Franz Dobiaschofsky hatte ihn 1837 gemalt. Die große goldene Verdienstmedaille samt Kette war ihm 1840 verliehen worden. Es schien ihm wichtig genug, Medaille und Kette nachträglich vom Künstler in das Porträt einfügen zu lassen. ///Die letzten Jahre Der bejahrte Klein saß meist auf einem ganz mit Glas eingedeckten Balkon, der auf den Garten hinausging oder er konnte direkt von hier über eine eiserne Treppe in den Garten gehen, von dem er einen besonderen abgeschlossenen Teil benützen konnte. In seinem ebenfalls ganz geschlossenen und verglasten Gartenhäuschen hatte er, als Erinnerung an seine Jugendjahre, ein Bild von Dorf und Schloss Alerheim an die Wand malen lassen. Er hat in seinen Mußestunden und wohl besonders in seinem hohen Alter gar manches Mal an seine Heimat zurückgedacht, die er nach seinem Weggang aus fürstlichen Diensten, also seit 1799 nicht mehr besucht hatte. Er schreibt darüber in einem Brief an Dr. Jäger, Schwäbisch Gmünd, nach dessen Besuch in Wien, im Jahre 183397: „Mich selbst hat es nicht in der Heimat gelitten, ich habe in meinem zweiten Vaterlande Glück und Ehre gefunden und doch kann ich den Boden und die Umgebung nicht vergessen, wo ich meine erste Jugend zugebracht habe. Leider daß ich es zu lange anstehen ließ, diese frohem Erinnerungen an Ort und Stelle zu erneuern." Das Bild im Gartenhaus war im Laufe der Jahre schadhaft geworden und dem Ruin preisgegeben, da eine Restaurierung nicht sinnvoll erschien, nachdem damit gerechnet werden musste, dass gerade dieses Gartenstück einer Straßenerweiterung zum Opfer fallen würde. Alexander Mell, Direktor des k. k. Blindenerziehungsinstituts seit 1886, ersuchte deshalb im Jahre 1887 seinen Bruder, Prof. Karl Mell, dieses große Wandbild in verkleinerter Form zu kopieren, um es vor dem gänzlichen Verschwinden zu bewahren. Das Ergebnis ist ein Bild, das heute noch im Museum des Blindenerziehungsinstituts in Wien hängt und das sich in Mells Schrift4 zwischen den Seiten 68 und 69 und auf Seite 68 der Festschrift „25 Jahre Johann-Wilhelm-Klein-Volksschule Alerheim" befindet. Es gibt die Wirklichkeit nur annähernd wieder. Es gibt für dieses Wandbild eigentlich keine Vorlage und die Frage, wer es gemalt haben mag, wer womöglich eine Skizze nach Wien gebracht hat oder ob diese gar von Klein selbst stammte, bleibt unbeantwortet. Das so verhängnisvolle Revolutionsjahr 1848 kam heran. Es brachte politische Wirren, Ausschreitungen und Kämpfe auch in Wien. Johann Wilhelm Klein war stets dem politischen Leben vollständig fern geblieben und hatte auch nie bei Parteien seinen Vorteil gesucht. Seine Bescheidenheit machte es ihm unmöglich sich prominenter Personen zu bedienen, um sich etwa selbst in den Vordergrund zu schieben. Nein, das war Kleins Art nicht. Gerade und schlicht war sein Weg, gekennzeichnet durch aufrichtige Anhänglichkeit und Dankbarkeit gegenüber Österreich, das es ihm ermöglicht hatte, sein großes Vorhaben, sein menschenfreundliches Werk zu Gunsten der Blinden zu vollbringen und der leidenden Menschheit einen großen Dienst zu erweisen. Er konnte auf große Erfolge zurückblicken, die seine These von der Bildungsfähigkeit der Blinden bestätigten. Auch in seinem nunmehr 83. Lebensjahr hatte sich Klein noch nicht aus seiner rastlosen Tätigkeit für das Blindenerziehungsinstitut zurückgezogen, wenngleich er wegen seines inzwischen unzureichenden Gehörs nicht mehr selbst unterrichten konnte. Er widmete sich vornehmlich schriftstellerischer Tätigkeit. Gerade aus den Jahren 1846 und 1847 stammen sehr interessante Arbeiten. Als Beispiel sei seine Abhandlung „Über fühlbare Bücher und Schriften für Blinde"98 erwähnt, von der er selbst sagt: „Da meine Augen schwächer werden und ich fürchten muß, selbst mit Augengläsern nicht mehr schreiben zu können, so habe ichs versucht, mittels der Tafel für Blinde mit Unterlinien und Bleistift zu schreiben. W. Klein. In meinem 83sten Jahre." In den Vorstädten Ottakring und Lerchenfeld legte im Verlauf der 1848er Ereignisse ein „gefährliches Proletariat" Feuer an die in der Nähe der Anstalt liegenden staatlichen Gebäude und Magazine. Verdächtige machten sich in der Umgebung der Anstalt bemerkbar. Die einsame Lage des Instituts, in der Nähe des Festungswalls, bot keinen Schutz gegen potentielle Eindringlinge. Klein verfasste deshalb eine Eingabe an die Regierung, um die Sicherheit seiner Schutzbefohlenen zu erreichen, die seine große Familie bildeten. Es war seine letzte amtliche Eingabe.99 Er bat darin um die Übernahme der Kosten für die Bewachung des Hauses, was auch ohne weiteres bewilligt wurde. Immer neue Schreckensmeldungen über die Vorgänge in der Stadt trafen ein. Diesen Aufregungen war der alte Mann nicht mehr gewachsen. Hinzu kommt, dass er sich noch eine Lungenentzündung zugezogen hatte. Auch die liebevolle Pflege durch seine Frau Therese half nicht mehr. Seine Kräfte waren aufgezehrt. Am 12. Mai 1848 ist Johann Wilhelm Klein nach einem erfüllten, reichen Leben, kurz nach seinem 83. Geburtstag gestorben.100 Der Verstorbene wurde im Institutsgebäude aufgebahrt, am 14. Mai eingesegnet und zum Schmelzer Friedhof überführt, wo er in das Grab seiner innig geliebten, unvergessenen Tochter gebettet wurde. Wegen der turbulenten revolutionären Ereignisse folgte nur ein kleines, bescheidenes Trauergeleit dem Sarge.101, 102 Die Todesanzeige verfasste der Blindenlehrer und Amtsnachfolger Fohleutner. Die Presse hatte damals genügend sensationelle Fakten zu berichten, als dass ihr dieses Leichenbegängnis der Erwähnung wert gewesen wäre. Erst am 22. Mai 1848, also 10 Tage später, erschien in der Wiener Zeitung ein Nekrolog, verfasst von Paul Pretsch, einem in einer Druckerei beschäftigten Typographen, der Johann Wilhelm Klein kennen gelernt hatte, als er für ihn Arbeiten im Zusammenhang mit der Fertigung spezieller Hilfsmittel für den Unterricht ausführte und den es offenbar nicht ruhen ließ, dass ein wahrhaft Großer der damaligen Zeit aus der Welt gegangen war, ohne dass die Öffentlichkeit wegen der allgemeinen Befangenheit in vordergründig interessierenden politischen Tagesfragen davon erfuhr: „Am 12. Mai d. J. starb in Wien den Tod des Gerechten ein biederer, echt Deutscher Mann; ein Charakter, welcher still, fest und gerade auf der Bahn der Menschenliebe vorwärts schritt, welcher mit Deutscher Gemüthlichkeit und Bescheidenheit seinem vorgesteckten Ziele unaufhaltsam nachstrebte, welcher alle Behelfe der Eitelkeit und Ruhmredigkeit, allen Schimmer des Prunkes mit guten Werken vermied und mit folgerichtigem, tathkräftigem Willen und unversiegbarer Nächstenliebe die edelste Aufgabe des Menschen, zum Wohle seiner Mitbrüder nach besten Kräften zu wirken, in vollstem Maße erfüllte; - kurz ein Charakter, wie ihn die Deutsche Nation für ihren Ehrentempel der Ausgezeichnetsten des Volkes bedarf... " Ein Leben hatte geendet, das reich war an Hinwendung zum Wohle der Menschen und das eigenen Vorteil nie gesucht hatte. Seiner Frau hinterließ Johann Wilhelm Klein nur geringe Ersparnisse, die nicht reichten, den Lebensabend zu sichern. Arm, wie er damals aus Alerheim gekommen war, ist er gestorben, hatte er doch an sich immer zuletzt gedacht. Frau Therese Klein erhielt die normale, bescheidene Witwenpension und, aufgrund ihres Gesuchs, eine Zulage, mit der die großen Verdienste ihres Mannes, aber auch ihre eigene langjährige Mitarbeit am Institut, insbesondere ihre aufopferungsvolle Arbeit während der Anfangszeit gewürdigt wurden, als das Blinden-Erziehungs-Institut noch eine große Familie war. Aus der Direktorswohnung, die ihr lieb geworden war, musste sie ausziehen und sie lebte, zusammen mit einer Verwandten, Fräulein Rauh, in recht bescheidenen Verhältnissen. Sie überlebte ihren Mann zehn Jahre und starb, im Alter von 84 Jahren, am 20. August 1859 an Altersschwäche. ///Der große Sohn Alerheims Es war nicht unbekannt, dass Johann Wilhelm Klein aus Alerheim stammte. Das Rieser Kirchenbuch von 1956,103 das aus Beiträgen der jeweiligen Ortspfarrer zusammengestellt worden war, erwähnt ihn ausdrücklich.104 Sicher hatte man aber nicht die richtige Vorstellung davon, welche bedeutende Persönlichkeit, welcher Pionier des Blindenerziehungswesens und welch großer Sohn Alerheims Johann Wilhelm Klein gewesen ist. Seit sein Leben und Wirken Thema eines Vortrages der Rieser Kulturtage 1982 war, der in Band IV/1982 dokumentiert wurde,105 war er nicht mehr irgendein nahezu Unbekannter, der in Alerheim geboren worden war. Seine große Persönlichkeit fand Aufmerksamkeit und Bewunderung und man war stolz auf den bedeutenden Landsmann. Das Bundes-Blindenerziehungsinstitut in Wien, das er gegründet hatte, nahm ebenfalls Anteil und dank der Aufgeschlossenheit der Wiener kam eine rege Wechselbeziehung zwischen den beiden doch so ungleichen Partnern, Wien und Alerheim, zustande. Gegenseitige Besuche sind keine Seltenheit, die Wiener Gastfreundschaft ist beeindruckend, aber auch Alerheimer Familien haben immer wieder blinde Schüler aus Wien zu Gast. Sie erweisen damit insbesondere auch Johann Wilhelm Klein, dem gebürtigen Alerheimer, ihre Referenz. Seit 1984 trägt die Alerheimer Schule den Namen „Johann-Wilhelm-Klein- Volksschule", eine späte Ehrung des großen Alerheimers. Die zu den Feierlichkeiten angereiste Delegation des Wiener Bundes- Blindenerziehungsinstituts unter Hofrat Direktor Dr. Benesch hat am Geburtshaus Kleins eine Tafel106 anbringen lassen. Die Gemeinde Alerheim hat, gestützt auf Spenden aus der Bevölkerung, in der Ortsmitte ein Denkmal für den der Vergessenheit entrissenen Sohn des Dorfes Johann Wilhelm Klein errichtet. Die Weihe des Denkmals erfolgte unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit und der Persönlichkeiten des politischen Lebens, insbesondere aber unter der Teilnahme mehrerer Vertreter von Blindenanstalten des deutschsprachigen Raumes und Ungarns. Neben mehreren Rednern, die Johann Wilhelm Klein würdigten, ergriff auch der damalige bayerische Staatsminister Anton Jaumann, selbst Rieser, das Wort und nannte Johann Wilhelm Klein „den größten Sohn des Rieses". Aus den bescheidenen Anfängen unter Klein ist mittlerweile in der Wittelsbachstraße 5 in Wien ein imponierendes und beispielhaftes Institut entstanden, in welchem im Geiste Johann Wilhelm Kleins unterrichtet und wo sein Andenken verehrend bewahrt wird. Wer heute Gelegenheit hat, dem Blindenunterricht beizuwohnen und die technischen und elektronischen Hilfsmittel kennen zu lernen, die dem Blinden helfen, sein schweres Los zu überwinden, ist überrascht, was Erfindergeist an Möglichkeiten eröffnet hat. Es ist nicht bei der einfachen Blindenschreibmaschine geblieben. Für den blinden Audiotypisten wurde eine Schreibmaschine entwickelt, mit der normale Schriftstücke geschrieben werden können, während ein Kontrollstreifen in Blindenschrift mitläuft. Auch die Computertechnik ist auf diese Weise den Blinden zugänglich geworden. Selbstverständlich gibt es inzwischen umfangreiche Bibliotheksbestände in Blindenschrift. Alle namhaften Bücher der Weltliteratur sind den Blinden zugänglich. Blinde können studieren und gegebenenfalls auch promovieren. Welch weiter Weg von der trostlosen Lage der Blinden bei Beginn von Kleins segensreicher Arbeit bis heute! Er hat den Anfang unter persönlichen Opfern gewagt und Großes ist daraus geworden. Als Verfasser dieses Lebensbildes sah ich mich veranlasst, neben dem gleichermaßen schlichten und doch so großartigen Lebenslauf Johann Wilhelm Kleins auch die Entwicklungen anzusprechen, die er angestoßen hat und aufzuzeigen, zu welchen Ergebnissen die Gedanken Kleins letztlich geführt haben. Nicht nur für Wien und für Österreich war das Lebenswerk Kleins bedeutungsvoll, nein es wirkte weit in die Welt hinaus zum Segen all derer, denen seine Hilfe ein Licht wurde in der Dunkelheit. Noch heute wird er deshalb der Vater der Blinden genannt. Zum Schluss soll Johann Wilhelm Klein selbst noch einmal zu Wort kommen. In einem Brief107 schreibt er und das ist charakteristisch für ihn: „Ich habe mir es von jeher zum Gesetz gemacht, alles was irgend zur Verbesserung des Schicksals von Blinden unternommen wird, nach allen meinen Kräften zu befördern, und da ich dadurch eine mir sehr angenehme Pflicht erfülle, so glaube ich keinen besonderen Dank dafür zu verdienen." ///Anmerkungen 88 Mell, Seite 26. 89 Mell, Seite 51: „Spielt die Flöte und geht mit einer blinden Weibsperson, die in der Josefstadt wohnt, täglich in den Wirtshäusern herum." 90 Rudolf Harnischfeger, Die Österreichische Blindenwohlfahrt - ein Lebenswerk des Alerheimers Johann Wilhelm Klein, veröffentlicht in „Nordschwaben", Heft 4,1986. 91 Die Holzkassette wurde dem Museum des Wiener Blindenerziehungsinstitutes von Wilhelmine Rauh in Czernowitz, einer Verwandten von Frau Klein, übergeben. Mell, Seite 12. 92 Johann Wilhelm Klein, Geschichte des Blinden-Unterrichtes und der den Blinden gewidmeten Anstalten in Deutschland, sammt Nachrichten von Blinden-Anstalten in anderen Ländern, Wien 1837, § 51, Seite 126, Fußnote. 93 Über Armuth, Abstellung des Betteln's und Versorgung der Armen, Nördlingen 1792. 94 Johann Knie, Pädagogische Reise durch Deutschland im Sommer 1835 ..., Tübingen 1837, Seite 107. 95 Geschaffen wurden die beiden Porträts von Franz Dobiaschofsky, der später Professor an der Akademie der bildenden Künste wurde. Geboren in Wien 1818, gestorben 1867. Siehe auch: C. Wurzbach, Biographisches Lexikon, Wien 1859, 1. Band, Seite 328. 96 Mell, Seite 63. 97 Zitiert in: „Auslese aus Schriften Johann Wilhelm Klein's," Adolf Mehlhuber, Festschrift anlässlich der Wiederkehr des 100-jährigen Todestages von Johann Wilhelm Klein, Seite 57, Wien 1948. 98 Johann Wilhelm Klein, Über fühlbare Bücher und Schriften für Blinde, Wien 1847. 99 Mell, Seite 69. Dort befindet sich auch das Faksimile dieser Eingabe. 100 Mell, Seite 69 und 70. 101 Im Juni 1896 erfolgte die Überführung der Gebeine Johann Wilhelm Kleins in ein Ehrengrab auf den Wiener Zentralfriedhof, wo der Grabstein auch heute noch erhalten ist. Er zeigt den sitzenden Klein, umringt von blinden Kindern. Das Grab ist zu finden in Gruppe O, Reihe l, Nummer 19. 102 Unter den nachgelassenen Handschriften Kleins befindet sich ein Blatt folgenden Inhalts: Wünschen möcht ich, daß an meinem Grabe. Mancher, den ich retten konnte weint, Mancher spricht, den ich getröstet habe, „Mit den Menschen hat er's gut gemeint." Johann Wilhelm Klein, Kaiserl. Rath und Direktor des Blinden-Instituts in Wien, vormals auf der hohen Karls-Schule in Stuttgart, geboren den 11ten April 1765 zu Allerheim bei Nördlingen, welcher Ort in Schillers Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs in den letzten Blättern genannt ist. 103 Rieser Kirchenbuch, Geschichte der evangelischen Pfarreien des Rieses, Nördlingen 1956, Seite 182, Der Beitrag Alerheim ist verfasst von Pfarrer Wilhelm Ruf. 104 Schon 1952 erschien im „Heimatfreund", einer Beilage der „Rieser Nachrichten" Nr. 2, ein dreispaltiger Artikel von einem unbekannten Autor mit dem Titel „Der größte deutsche Blindenlehrer, Erinnerungen an Johann Wilhelm Klein aus Alerheim." Es war aber offenbar erst das Forum „Rieser Kulturtage", das ihn ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit rückte. 105 Karlheinz Scheible, Johann Wilhelm Klein, Vater der Blinden, Rieser Kulturtage, Dokumentation, Band IV/1982, Seite 652-665. 106 GEBURTSHAUS VON JOHANN WILHELM KLEIN GEB. 1765 GEST. 1848 IN WIEN GRÜNDETE 1804 IN WIEN DIE ERSTE BILDUNGSANSTALT FÜR BLINDE IM DEUTSCHEN SPRACHRAUM DEM „VATER DER BLINDEN" IN VEREHRUNG GEWIDMET BUNDES- BLINDENERZIEHUNGSINSTITUT WIEN 1984 (Siehe auch Fußnote 3) 107 Brief an den Obmann des Blindenunterstützungsvereins, den Obersteuersekretär Schmieder in Dresden, vom 4. Oktober 1826. Zitiert in: „Auslese aus Schriften Johann Wilhelm Klein's", Adolf Mehlhuber, Festschrift anlässlich der Wiederkehr des 100jährigen Todestages von Johann Wilhelm Klein, Wien 1948, Seite 55. ///Johann Wilhelm Kleins Werke Über Armuth, Abstellung des Betteln's und Versorgung der Armen. Nördlingen (C.H. Beck)1792. Beschreibung eines gelungenen Versuchs blinde Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit zu bilden. In: Oesterreichisches Magazin für Armenhülfe, Industrie-Anstalten und Dienstbotenwesen, Heft 1-3, Wien 1804. Industrieschulen, ihr Zweck und Nutzen. In: Oesterreichisches Magazin für Armenhülfe, Industrieanstalten und Dienstbotenwesen, Wien 1804. Über die Eigenschaften und die Behandlung von Blinden. Rede bey der zu Prag am 19ten April 1808 abgehaltenen öffentlichen Prüfung Jakob Brauns, Wien 1808. Nachrichten über den neuesten Zustand der Volksmenge, des Armenstandes und der vorzüglichsten Wohltätigkeits-Anstalten in Wien, Wien 1810-14. Singstücke, zu der von den Zoeglingen des Blinden-Instituts aufgeführten oeffentlichen Musik am 21. April 1814, Wien 1814. Lehrbuch zum Unterrichte der Blinden, um ihnen ihren Zustand zu erleichtern, sie nützlich zu beschäftigen und sie zu bürgerlicher Brauchbarkeit zu bilden, Wien 1819. Das Blindeninstitut in Wien, wie es entstand, wie es gegenwärtig besteht, und was noch dafür zu wünschen übrig ist, Wien 1822. Wie können Blinde angemessen versorgt und beschäftigt werden? Wien 1826. Lieder für Blinde und von Blinden, Wien 1827. Neuauflage 1845. An Menschenfreunde und Wohltäter der Blinden, Wien 1828. Nachrichten von dem kaiserlich-königlichen Blinden-Institute und von der Versorgungs- und Beschäftigungs-Anstalt für erwachsene Blinde in Wien, Wien 1830. Über das Verhältniß des Blinden zu der ihn umgebenden Welt. Wien 1830. Die Versorgungs- und Beschäftigungs-Anstalt für erwachsene Blinde, Wien 1830. Der Vater des Vaterlandes Kaiser Franz I, Wien 1832. Die Anstalten für kleine und erwachsene Blinde in Wien, Wien 1832. Anleitung zur zweckmäßigen Behandlung blinder Kinder von der frühesten Jugend an in dem Kreise ihrer Familien und in den Schulen ihrer Wohnorte, Wien 1836. Geschichte des Blinden-Unterrichtes und der den Blinden gewidmeten Anstalten in Deutschland, sammt Nachrichten von Blinden-Anstalten in anderen Ländern, Wien 1837. Das Haus der Blinden mit seiner inneren Einrichtung, Wien 1838. Die Anstalten für Blinde in Wien, Wien 1841. Ueber Blindenunterricht in Wien, Wien 1844. Anleitung, blinde Kinder in ihren Familien und in gewöhnlichen Volksschulen zu bilden, Wien 1844. Anleitung, blinden Kindern ohne sie in einem Blinden-Institute unterzubringen, die nöthige Bildung in den Schulen ihres Wohnortes und in dem Kreise ihrer Familien zu verschaffen, Neuauflage des vorherigen Werkes unter neuem Titel, Wien 1845. Bemerkungen über Blinde und Blindenanstalten, veranlaßt durch einige Fragen aus dem Blindeninstitute in Paris, die Blindenbildung betreffend, Wien 1845. Gymnastik für Blinde, Wien 1847. Über fühlbare Schriften und Bücher für Blinde, Wien 1847. Benützte Quellen Alerheimer Taufbuch, Jahrgang 1765. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Akten der Hohen Karlsschule, Bestand A 272 für das Jahr 1784, Büschel 348 Lit. K. Nr. 23, Personalbogen J.W. Klein. Archiv des Bundesblindeninstituts, Wittelsbachstraße 5, Wien, amtliche und private Korrespondenz Kleins. Bayerisches Hauptstaatsarchiv, Ministerium des Innern 23 939, München. Fürstlich oettingen-wallersteinsches Archiv Harburg, (FÖWAH), III.6.2c-2. Wiener Stadtbibliothek, Magistratsabteilung 9, Rathaus, Wien. Wiener Zeitung 1805, vom 24. August, Seite 3942/3943. Wiener Zeitung 1808, Seite 2874/5020. Wiener Zeitung 1809, Seite 1119. Preßburger Zeitung, 1809, Seite 193. Wiener Zeitung 1810, Seite 902. Wiener Zeitung 1848, vom 22. Mai, Nr. 142. Literatur Klein, Johann Wilhelm: Siehe Aufstellung "Kleins Werke". Paula-Gaheis Franz v.: Kurzer Entwurf zu einem Institute für blinde Kinder, Wien 1802. Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat: 1. Band Seite 78, Wien 1808. 2. Band, Seite 247, Wien 1810. 3. Band, Seite 367, Wien 1812. Knie, Johann: Pädagogische Reise durch Deutschland im Sommer 1835 ..., Tübingen 1837. Castelli, Ignaz Franz: Beschreibung der feierlichen Übergabe der großen goldenen Verdienst-Medaille ... an Herrn Johann Wilhelm Klein ..., Wien 1840. Oesterr. Bürger-Kalender für das Jahr 1847, Seite 71, Wien 1847. Wagner, Heinrich: Geschichte der hohen Carlsschule, Würzburg 1856. Wurzbach, C.: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Wien 1859. Allgemeine Deutsche Biographie: Band XVI, Seite 97/98. Pablasek, Matthias: Johann Wilhelm Klein, Vortrag zu dessen 100jähriger Jubelfeier (Geburtstag), Wien 1865. Grillparzer-Gesellschaft: Jahrbuch 13. Jahrgang, Seite 134, Wien 1903. Mell, Alexander: Geschichte des kaiserl. königl. Blinden-Erziehungs- Institutes in Wien 1804-1904, Wien 1904. Rotter, Hans: Die Josefstadt, Seite 145-147, Wien 1918. Mayr, J. K.: Wien im Zeitalter Napoleons, Wien. Bauer, Ignaz Joseph: Johann Wilhelm Klein und die historischen Grundlagen der Blindenpädagogik, Dissertation, Bamberg 1926. Kretschmer, Reinhold: Geschichte des Blindenwesens vom Altertum bis zum Beginn der allgemeinen Blindenbildung, Ratibor 1925. Hermann, Anna: „Johann Wilhelm Klein", Festspiel in fünf Bildern, Augsburg 1939. Festschrift anlässlich der Wiederkehr des (100jährigen) Todestages von Johann Wilhelm Klein, Wien 1948. Wanecek, Otto: Weg ohne Licht, Wien 1948. Rieser Nachrichten: Beilage „Der Heimatfreund" Nr. 2, Nördlingen 1952. Rieser Kirchenbuch: Die Geschichte der evangelischen Pfarrei Alerheim, (von Pfarrer Wilhelm Ruf), Nördlingen 1956. Scheible, Karlheinz: Johann Wilhelm Klein, Vater der Blinden, in: Dokumentationsband der Rieser Kulturtage 1982, Band IV, Seite 652-665, Nördlingen 1982. Neue Deutsche Biographie: unter anderen Johann Wilhelm Klein. Schuber, Marianne: Begründung des deutschen Blindenbildungswesens, Dissertation, Frankfurt 1986. Harnischfeger, Rudolf: Die österreichische Blindenwohlfahrt - ein Werk des Alerheimers Johann Wilhelm Klein, in: Daniel/Nordschwaben Heft 4, 1986. Brutscher, Ludwig: Ein Sozialreformer aus dem Ries, in: Daniel/Nordschwaben, Heft 4, 1986. Benesch, Friedrich: Der deutsche Blindenvater Johann Wilhelm Klein, in: Daniel/ Nordschwaben Heft 4 1986. Festschrift 25 Jahre Johann-Wilhelm-Klein-Volksschule Alerheim, Alerheim 1997. Rumpler, Helmuth: Österreichische Geschichte 1804-1918, Wien 1997. Benesch, Friedrich: Vor 150 Jahren starb Johann Wilhelm Klein, Vortrag, Wien 1998. Benesch, Friedrich: Einhundert Jahre Wittelsbach, Vortrag zum 100- jährigen Bestehen des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes, Wien 1998. Scheible, Karlheinz: Festansprache zum 150. Todestag von Johann Wilhelm Klein, Gründer der österreichischen Blindenwohlfahrt, Wien 1998. Festschrift 175 Jahre Österreichische Blindenwohlfahrt; 175 Jahre Blindenfürsorge in Österreich, Wien 2000. Heimatbuch Alerheim im Ries, S. 227-231, Alerheim 2000. $$$Spezialbeiträge %%%Wiener Linien: Testbeginn von POPTIS, der Wegbeschreibung von U-Bahnstationen für sehbehinderte und blinde Fahrgäste Ein Projektteam, bestehend aus sehbehinderten und blinden U-Bahn- Benutzern und Mobilitätstrainerinnen und Mobilitätstrainern unter der Leitung von Herrn Ing. Krpata, Wiener Linien, hat Wegbeschreibungen für die Stationen der Linie U3 erstellt. Herr Ing. Krpata hat dazu folgende Information übermittelt: Ab Dienstag, 23. November 2004 beginnt der Testbetrieb von POPTIS. Ab diesem Zeitpunkt stehen 7 Stationen der Linie U3, das Vorwort mit der Bedienungsanleitung sowie die Linienbeschreibung allen Anwendern zur Verfügung. Hier ein paar zweckdienliche Angaben für den Einstieg: 0.5) Navigationsebenen Zugang zu den Navigationsebenen: Frage: Wo findet man POPTIS, das akustische Orientierungssystem der Wiener Linien? Antwort: Im Internet unter http://www.wienerlinien.at auf den barrierefreien Seiten! Frage: Wie aktiviert man die Akustik? Antwort: Gemäß der Bedienungsanleitung des in Ihrem Computer installierten Sprachprogramms! Frage: Was aber, wenn man über kein Sprachprogramm verfügt? Antwort: Auf den barrierefreien Seiten der Wiener Linien befindet sich eine Version von Webspeech. Ein Sprachprogramm, das wir Ihnen kostenlos für diesen Anwendungsfall zur Verfügung stellen können. Frage: Nun gut, aber wo finde ich nun was? Antwort: Beginnen Sie mit der Lektüre des Vorworts und probieren Sie die angebotenen Navigationsebenen aus! Übersicht über die Navigationsebenen: Nachstehend sind die einzelnen Ebenen chronologisch angeführt. In beide Richtungen kann man sowohl nach vor als auch zurück surfen! Folgerichtiger Durchlauf von der ersten bis zur letzten Ebene: Ebene - Position - Wahl der nächsten Ebene 1. Ebene Standardseiten der Wiener Linien zur barrierefreien Startseite 2. Ebene barrierefreie Startseite POPTIS - Das U-Bahnnetz 3. Ebene POPTIS - Das U-Bahnnetz Linienwahl 4. Ebene Übersicht: Stationen einer Linie Stationswahl 5. Ebene Stationsübersicht Wahl des Modus 6. Ebene Konkrete Gehwege im Modus Wahl des konkreten Gehwegs 7. Ebene konkrete Gehwegbeschreibung Weiterführender Link Am Ende jeder Seite werden 3 Optionen offeriert, die dem Anwender eine Rückwärtsbewegung im System ermöglichen. 1. Option: eine Seite zurück 2. Option: zur barrierefreien Startseite 3. Option: zu den Standardseiten der Wiener Linien Viel Spaß Ing. Roland Krpata %%%Zehn Tipps gegen Spam Manch elektronischer Postkasten quillt vor unerwünschten Werbemails - Spam - über. Die Absender der Müll-Mails füttern ihre Mail-Verteiler täglich mit neuer Werbung für Potenzpillen oder vermeintlich günstige Kredite. Da geht die seriöse Mail oder die Nachricht von dem/der Freund/in leicht unter, schon allein optisch. Mit einigen Tipps lässt sich die Werbeflut zumindest eindämmen. ///Mail-Adresse mit Bedacht wählen Mit einer ungeschickt gewählten Mail-Adresse fängt das Problem an. Spammer verschicken mit Hilfe von Adressgeneratoren Post an kurze Buchstabenkombinationen sowie gängige Namen bei bekannten Anbietern wie GMX, Yahoo oder Web.de. Wer eine Adresse mit mindestens zehn Zeichen anlegt, z. B. aus Vor- und Nachnamen und überdies Sonderzeichen und Zahlen einbaut, kann einen Teil des Werbemülls verhindern. Einige Mail-Anbieter ermöglichen es, den Domainnamen - also den Teil hinter dem @-Zeichen - individuell einzurichten, ohne dass man dafür eine eigene Homepage braucht. Die individuell eingerichteten Domains kennen die Spammer nicht. ///Zweitadresse benutzen Die Faustformel: eine Adresse für wichtige private und geschäftliche Angelegenheiten, eine für Internet-Gewinnspiele, Newsgroups oder Foren. Denn wer seine Mail-Adresse im Internet preisgibt, muss mit unerwünschter Post rechnen. Die Spammer setzen zum Beispiel Roboterprogramme ein, die den Programmcode von Internet-Seiten automatisch nach Adressen absuchen und in Adressdatenbanken speichern. Wer separate Postfächer hat, verhindert, dass wichtige Mails in einem riesigen Müllberg verloren gehen. ///Blindkopien verschicken Die Einladung zur Geburtstagsparty per Mail an alle Freunde schicken - einfacher geht's nicht. Einige Empfänger werden sich allerdings nicht freuen, wenn ihre Adresse in einer langen Liste steht und damit an alle Adressaten weitergegeben wird. Mit Blindkopien (über die "BCC"- Schaltfläche bzw. "BK", je nach Anbieter) kann man die Privatsphäre der Empfänger schützen und die unkontrollierte Verbreitung der Adressen verhindern. ///Post filtern Auch wenn Mail-Anbieter wie T-Online, AOL oder Lycos schon vorsortieren und auch Mail-Programme wie Outlook und Mozilla einen Filter haben, landet viel Werbemüll in den Postfächern. Die meisten Anbieter ermöglichen es, die Filter individuell einzustellen, so kann auch die Adresse der Ex-Freundin auf der schwarzen Liste landen. Wem das nicht reicht, der kann zusätzliche Filterprogramme installieren, die es zum Teil kostenlos im Internet gibt (siehe unten: Broschüre des Branchen- Verbandes eco). Kritisch urteilen Experten über so genannte Robinsonlisten. Die Idee: Wer sich dort einträgt, zeigt der Werbewirtschaft, dass er keine Reklame haben will. Während seriöse Unternehmen sich daran halten, werden hartnäckige Spammer den Wunsch garantiert ignorieren. Zudem gibt man in der Liste seine E-Mail- Adresse preis. ///Vorsicht bei unbekannten Absendern Unbekannte Absender sind meist wie Vertreter an der Haustür: Sie bieten Dinge an, die man nicht braucht. Im Zweifelsfall ist es besser, die Mails zu löschen. Zumal einige Mails mit einer Art Empfangsbestätigung ausgestattet sind - sobald der Empfänger die Mail anschaut, weiß der Absender Bescheid und schickt erst recht Müllmails. Technisch funktioniert dies, indem in der Programmiersprache HTML geschriebene Mails Grafiken von einem Server nachladen, was dem Absender das Öffnen und damit den Empfang der Post bestätigt. ///Vor Viren schützen: Vorsicht bei Links und Downloads Wenn Spam-Mails per Internet-Link auf eine externe Seite verweisen, führt das im besten Fall nur zu einer Werbeseite. Im schlechtesten Fall verbirgt sich dahinter ein Dialer, also ein Wählprogramm, das eine teure Internetverbindung herstellt. Vorsicht ist auch bei Datei-Anhängen von Unbekannten angesagt. ///Vorsicht bei Abbestell-Funktionen Es scheint so einfach zu sein: Einen Link anklicken und die Werbemails sind abbestellt. Bei seriösen Anbietern der Werbewirtschaft mag das funktionieren, sie pflegen ihre Verteilerlisten sorgfältig und respektieren die Kundenwünsche. Doch für echte Spammer ist die Antwort erst der Beweis, dass die Adresse existiert. Im Zweifelsfalle besser die Mail löschen. ///Kettenbriefe unterbrechen Auch wenn die Geschichte herzzerreißend ist - es gibt sie nicht, die an Leukämie erkrankte Freundin, die per Kettenmail eine Knochenmarkspende sucht. Ebenso wenig zahlen Microsoft oder Nokia Geld, wenn man einen Werbetext weiterleitet. Auch viele der häufig verbreiteten Virenwarnungen sind Falschmeldungen. Post solcher Art bezeichnet man als "Hoax" (englisch: Jux, Scherz). Sie hat selten realen Hintergrund und verstopft nur den Postkasten. Um nicht selbst zum Spammer zu werden, sollte man solche Schreiben nicht weiterleiten. Das gilt auch für elektronische Petitionen. Ein Diktator wird sich nicht wegen einiger tausend E-Mails abhalten lassen, Kulturschätze zu zerstören oder Gefangene zu foltern. Eine Übersicht über Hoax-Meldungen gibt es im Internet (siehe Links). ///Die eigene Homepage schützen Die Suchroboter der Spammer machen vor privaten Seiten nicht Halt. Wer im WWW präsent ist, sollte daher seine Adresse nicht im Klartext auf die Seite setzen. Besser: Die Adresse als kleine Grafik ins Netz setzen, so dass Menschen sie lesen können, Roboter aber nicht. Oder wenigstens das @-Zeichen durch Text ersetzen, so dass die markante Struktur der Mail-Adresse nicht automatisch erkannt werden kann (Beispiel: max (at) mustermann.de). Fortgeschrittene können ein Rückmeldeformular in ihre Seite einbauen, das erfordert allerdings einige Programmierkenntnisse. ///Frust abreagieren: Beschwerdelisten Unmittelbar lässt sich wenig gegen die Müllverschicker tun, aber Institutionen wie der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco oder die Zentrale gegen unlauteren Wettbewerb gehen gegen Spammer vor (siehe Links). ///Links: Allgemein Der Verband der deutschen Internet-Wirtschaft eco stellt auf seiner Internet-Seite eine hilfreiche Zusammenfassung zum Thema Spam bereit. Der Verband beschreibt technische Hintergründe und wirtschaftliche Auswirkungen. Ausführlich und mit entsprechenden Internet-Links versehen ist die Übersicht zur Rechtslage. Zudem hat eco Verbraucher- Tipps gegen Spam und Dialer sowie Links zum Thema und Download- Adressen für Filtersoftware zusammengestellt (Stand: April 2004). http://www.eco.de/servlet/PB/show/1317415/Spam_ger_111.pdf Falschmeldungen (Hoax) Auf den Seiten des Rechenzentrums der Technischen Universität Berlin ist eine umfassende Übersicht, die auch weiterhilft, wenn man zweifelt, ob eine Hoax-Meldung vorliegt oder nicht. http://www.hoax-info.de Beschwerdeadressen Beim Verband der deutschen Internet-Wirtschaft: hotline@eco.de (E-Mail sollte Inhalt und Kopf der Spam-Mail enthalten) Bei der Zentrale gegen unlauteren Wettbewerb: http://www.wettbewerbszentrale.de unter dem Stichwort "Beschwerdestelle" Aus: Leonardo Newsletter, September 2004 %%%Top-Ten der größten PC-Enten: Liste der meist verbreiteten Irrtümer rund um die PC-Sicherheit Der kalifornische Security-Experte Secure Computing http://www.securecomputing.com hat eine Liste der weltweit größten Computer-Enten veröffentlicht. Die Top-Ten der Ammenmärchen sind zwar recht amüsant, können aber sogar echten Schaden anrichten, wenn sie ernst genommen werden. Das Gerücht, dass bestimmte Windows System-Files gefährlich sind und gelöscht werden müssen, kann zu schweren Systemschäden führen. Die Nummer eins der Computer-Mythen ist laut Secure Computing der Mythos, dass Hacker regelmäßig in Websites eindringen dürfen, wenn diese keine Warnhinweise enthalten. An zweiter Stelle steht die Sage, dass einige Windows System-Files schädlich sind und gelöscht werden müssen. Die Mär, dass Schlüsselkarten von Hotels insgeheim persönliche Informationen aufzeichnen können, die für unlautere Zwecke genützt werden, darf laut Sicherheits-Experten ebenso wenig ernst genommen werden, wie die Geschichte, dass das Einfügen eines Pseudo- Datensatzes in E-Mail-Adressbüchern vor Trojanern schützt. "Ein digitales Handy kann alleine durch das Annehmen eines Anrufes mit einem Virus infiziert werden." Dieses Gerücht ist definitiv falsch, bestätigen die Experten von Secure Computing. Ein weiterer beliebter "Joke" im Netz ist der Glaube, dass Suchmaschinen auf Sicherheit prüfen und User bei Schwachstellen warnen. Laut Secure Computing besitzt keine der heute existierenden Search-Engines ein solches Feature. Dass Einbrecher automatische Abwesenheitsnotizen nutzen, um Wohnungen und Häuser für einen Einbruch zu identifizieren, ist zwar theoretisch möglich, konkrete Fälle sind dem Spezialisten aus Kalifornien jedoch nicht bekannt. An achter Stelle der "Enten"-Top-Ten steht die Fabel, dass kostenlos, per E-Mail zugesandte Patches den Computer vor den neuesten Viren schützen können. Laut Secure Computing erreicht der "Tipp", dass eine Anmeldung bei einem "Anti-Spam-Register" Spam-E-Mails abwehrt, gerade das Gegenteil. Durch die "Anmeldung" wird das Vorhandensein der E-Mail- Adresse erst bestätigt. An letzter Stelle der Liste des "guten Glaubens" steht die Unwahrheit, dass elektronische Grußkarten von "Elf Bowling" und "Blue Mountain" Viren enthalten. Laut Secure Computing wurde von diesen beiden Webangeboten bisher noch nie ein Virus gemeldet. Obwohl die meisten Mythen sehr unwahrscheinlich sind, steckt in manchem Märchen ein wahrer Kern. Die Saga, dass alleine das Betrachten von bestimmten E- Mails PCs infizieren kann, hat sich in den vergangenen Wochen bestätigt. Nach den Experten von Secure Computing ist es tatsächlich möglich, dass Computer durch das alleinige Betrachten von E-Mails infiziert werden, wenn sich ein Virus in einem Bilddokument versteckt. Aus dem Internet $$$Projekte %%%Nicaragua Herlinde Derflinger Europahof 4714 4840 Vöcklabruck Tel.07672/23014 Mobil: 0676 40 54 57 0 E-mail: linde.derflinger@aon.at Bundes-Blindenerziehungsinstitut Frau Direktor Alteneder Wittelsbachstr. 5 1020 Wien 20.04.2004 Anliegen wegen einer Ausstellung im Blindeninstitut Sehr geehrte Frau Direktor Alteneder! Bei meinem letzten Besuch Ende vorigen Jahres in Nicaragua bei Gloria Guiterrez, in Matagalpa, habe ich all die von Ihnen großzügig überlassenen Sachspenden für den Beginn des Unterrichts vorgefunden. Ich war überrascht von dem Fleiß der Schülergruppen. Bis spät in die Nacht wurde geübt und auch ein Wochenendkurs für Erwachsene wird abgehalten. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! Der Traum von Gloria für dieses Jahr wäre sieben Kleinkindern im Alter von 4 bis 7 Jahren frühzeitige Stimulierung zukommen zu lassen und sie wünscht sich dringend didaktisches Unterrichtsmaterial. Einige der Kleinen habe ich besucht, eine Namens- und Adressliste liegt auf. Heute möchte ich mich wieder mit einer großen Bitte an Sie wenden. Mein Plan, um neben Sachspenden auch Geldmittel zu bekommen, wäre mit Ihrer Hilfe ungefähr folgender: a) Herr Dr. Guido Schwarz, Wien, hat eine umfangreiche Sammlung von Skulpturen aus Ebenholz aus der so genannten MAKONDE Kenia, Afrika. Diese Ausstellung lief in Vöcklabruck sehr erfolgreich. Das Besondere daran war, dass die Figuren auf Brettern auf Tischen fest verschraubt waren, so dass Blinde sowie Sehende jede einzelne Figur BEGREIFEN und BERÜHREN konnten. Hier haben einige Lehrer mit ihren Schulklassen dieses Angebot genützt und alle waren sehr begeistert. Nach Rücksprache mit Herrn Dr. Schwarz wäre dieser bereit, ca. 30 Skulpturen kostenlos in Form einer Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Einen Erlös aus freiwilligen Spenden könnte man für die neue Blindenschule in Matagalpa für den Ankauf von Hilfsmitteln und dem Unterricht zur Verfügung stellen. Herr Hans Schreitl aus Seewalchen würde sich wie in Vöcklabruck für fallweise Führungen zB für Schulklassen kostenlos zur Verfügung stellen und bei der Aufstellung helfen. b) Nun ergibt sich die Frage des „WO" in Wien. Ich habe sofort an Ihr Institut gedacht. Auch Frau Mag. Robertina Einöder, die zu Ostern hier in Vöcklabruck auf Besuch war, ist von dieser Idee sehr begeistert. Sie möchte auch gerne mithelfen. Ich denke auch, dass sie und ihr wunderbarer Blindenführhund „Simba" große Aufmerksamkeit und Sympathie auf sich lenken würde. Luis Sandoval aus Nicaragua lebt jetzt in Gmunden, hat bei den letzten drei Benefizkonzerten mitgewirkt und hat seine Mithilfe in Wien angeboten. c) BEWERBUNG: Man könnte anlässlich des „Tages des Auges" - ich glaube im Juni - vielleicht einen Infostand im LUIS-BRAILLE-HAUS einrichten. Robertina hat gute Pressekontakte in Wien, gestern war auch ein Beitrag über sie in „Willkommen Österreich". Der neue Präsentator, Herr Ploberger, kommt aus Vöcklabruck und er weiß über mein Engagement in Nicaragua Bescheid, Blindenzeitschriften wie „Unser Schaffen" usw. könnten informieren. d) WANN: Ich denke Juni wäre für Schulklassen eine gute Zeit. Müsste aber bald entschieden werden wegen rechtzeitiger Information. Nun bitte ich sehr herzlich um Ihren Ratschlag für mein Anliegen, da Sie ja große Erfahrung haben. Es wäre sehr schön, wenn Sie ein bisschen Zeit für mich erübrigen könnten. Ich hätte auch wegen des frühzeitigen Unterrichts von blinden Kindern einige Fragen an Sie. Ich wäre sehr glücklich über einen Termin für ein baldiges persönliches Treffen mit Ihnen und freue mich über Ihren Anruf oder e-mail. Anbei einige Fotos aus Matagalpa von meinem letzten Aufenthalt und eine kleine Kostprobe des Kaffees von der Finca von Glorias Mutter, wo ich ein wunderschönes Wochenende verbrachte. Herzliche Grüße aus Vöcklabruck und danke für die Zeit für das Lesen des Briefes Ihre Herlinde Derflinger %%%Woche 2003 - DAS IST LOS ///Vöcklabruck/Gmunden Tips FREIWILLIGE SPENDEN; Bühnenspiel und Musik bei „Musica Tipica Nicaraguense" ///Benefizkonzert für Blinde in Nicaragua VÖCKLABRUCK. 1998 einige Tage nach dem verheerenden Hurrikan „Mitch" fliegt Herlinde Derflinger nach Nicaragua, um Spendengelder für den Wiederaufbau von 85 Holz-Häusern persönlich an die betroffenen Familien zu übergeben. Seit 1999 besteht der Kontakt zum Blindenverband in Esteli. Dank wiederholter finanzieller Unterstützung großherziger Spender aus dem Bezirk Vöcklabruck konnten 44 Schüler die dreistufige Blindenschule abschließen und 12 davon in weiterführende Schulen mit Hilfe von Blinden-Schreibmaschinen integriert werden. Im Vorjahr wurde eine Übernachtungsmöglichkeit für weit entfernte Schüler eingerichtet. Derzeit liegt ein Kostenvoranschlag für 12 Schüler vor. Beim letzten Aufenthalt 2002 in Nicaragua erreicht Herlinde Derflinger ein Hilferuf von Gloria Gutierrez. Die blinde Präsidentin des Blindenverbandes in Matagalpa leidet sehr darunter, dass blinde Menschen vielfach in den Hütten versteckt und von der Gesellschaft nicht respektiert werden. Seit dem Eintreffen von 65 Blindenstöcken und Unterrichtsmaterial aus Österreich hat sie in ihrer Wohnung mit je sechs Schülern mit dem Unterricht begonnen. Erlös dient Blindenarbeit Der Traum von Gloria in Nicaragua: Ein Klassenzimmer für den Unterricht von 75 blinden Schülern! Mit dem Erlös aus einem Benefizkonzert, das am 12. Juni um 19.30 Uhr im Festsaal des Oberstufenrealgymnasiums der Franziskanerinnen stattfindet, soll auch die Errichtung einer Werkstätte für die 160 Blinden der Region finanziert werden. Im „Internationalen Jahr der Menschen mit Behinderungen" wollen diese lernen, selbst für ihren Unterhalt zu sorgen. Luis Sandoval kommt aus Nicaragua. Seine Herkunft prägte ihn und so zählen lateinamerikanische Rhythmen, die er mit den typischen Percussionsinstrumenten „Giuro" und Marcas" perfekt untermalt, zu seinem Spezialgebiet. Charlie Haidecker ist Musiker aus Berufung. James Hornsby, North-Carolina (USA) stammt aus einer Pastorenfamilie und absolvierte ein Jazzstudium. Er ist Musiklehrer in Vöcklabruck und St. Georgen und war sechs Jahre Entwicklungshelfer in Nicaragua. Hilfskonto: Nicaraguahilfe „Spende für Blindenprojekt" Ktnr. 883303125, BLZ15120 Anmerkung der Redaktion: Es war bereits ein Ausstellungstermin für die Makonden fixiert. Leider erkrankte Frau Derflinger und so musste der Ausstellungstermin auf unbestimmte Zeit verschoben werden. ///Vortrag über Afrika von Frau Keinz am Montag, dem 4. Oktober 2004 Frau Keinz brachte uns auf sehr interessante und ausführliche Weise das Leben der Turkana in Kenya näher. Sie beschrieb uns, wie sie den Turkanern die Zivilisation näher brachte. Bis 1967 nannte man das Land der Turkaner „forbidden territory“. Es war eine englische Kolonie. Frau Keinz war die erste Weiße, die dieses Land besuchte. Sie besaß in Kenya eine Anbaufläche, auf der sie Obst und Gemüse anbaute. Durch Tricks brachte sie den Turkanern das Anpflanzen und die Zivilisation näher. Sie zeigte uns handgefertigte Gebrauchsgegenstände, die von den Turkanern verwendet werden. Sie verbrachte viele Jahre in diesem Land und arbeitete dort als Krankenschwester. Es war sehr interessant zu erfahren, dass „Alles“ was gegessen werden kann, gegessen wird zB: Ameisen, Schlangen ... Es überraschte uns sehr, wie kreativ die Menschen in armen Ländern sind. Viele Leute werden durch den Mangel von Proteinen blind. Diese Kinder haben die geringsten Überlebenschancen. Frau Keinz erkannte die Missstände und gründete nach längerer Zeit eine Schule für Blinde. Die Schüler bekommen in dieser Schule Unterricht, mindestens eine Mahlzeit pro Tag und einen Platz zum Schlafen (Luxus). Sie erzählte den Turkanern auch von unserem Leben und dem Christentum. Dabei stellte sie fest, dass in den entlegensten Gegenden unserer Welt eine „ausgeprägtere“ Vorstellung von Gott existiert als in den Industrienationen. Uns wurde gezeigt, wie wichtig ein kleiner Geldbetrag für arme Menschen in Entwicklungsländern ist. Es hat uns sehr gefreut, über ein so entlegenes Land einen Vortrag zu hören. Wir würden uns freuen, Frau Keinz wieder einmal in unserer Schule begrüßen zu dürfen. Yasemin Acur (HAS 1) ///Anmerkung der Redaktion: Die Schülerinnen und Schüler der 1. HAS organisierten am Elternsprechtag (3. Dezember 2004) ein Buffet mit teilweise selbst gemachten Köstlichkeiten. Der Reinerlös von ca. € 300,-- lässt 2 blinde Turkana-Kinder die Schule für ein Jahr lang besuchen. %%%Werbespot in Deutschland zurückgezogen Zu hunderten gingen seit Mittwoch Anrufe, Faxe, E-Mails und Briefe bei den Blinden- und Sehbehindertenvereinen ein. Alle betrafen ein Thema: Den Fernseh-Werbespot des Mobilfunkanbieters Mobilcom, der bei den Sendern ARD, Sat.1, ProSieben, RTL, RTL 2 und DSF gezeigt wurde. Inhalt des Werbefilms: Eine blinde Frau läuft auf eine Ampel zu, neben der ein Weihnachtsmann steht. Der Weihnachtsmann macht mit seinem Mund das Tackern einer Blindenampel nach, woraufhin die Frau im Vertrauen auf dieses "Grünsignal" für blinde Menschen trotz Fußgängerrot die Straße betritt und ein Auto sie nur knapp verfehlt. Dann folgt der Text: "Es gibt keinen Weihnachtsmann". Der Spot ist Teil der Weihnachtskampagne von Mobilcom, in der es darum geht, den Weihnachtsmann als "unecht" zu verkaufen. Die Kunden sollen ihm nicht vertrauen, sondern lieber gleich bei Mobilcom kaufen. Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund schrieb umgehend einen deutlichen Brief an Mobilcom, in dem er die Verunglimpfung blinder Menschen durch diese Werbung anprangerte. Der Pressesprecher des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverbandes Berlin (ABSV) beschwerte sich in Absprache mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband beim Deutschen Werberat, protestierte bei den Firmen Siemens und Mobilcom und informierte über die Deutsche Presse Agentur die Medien. Siemens distanzierte sich daraufhin umgehend von der Werbung und forderte Mobilcom auf, den Spot zurückzuziehen. Freitag morgen um 10 Uhr erhielt Volker Lenk, Pressesprecher des ABSV, dann eine E-Mail der Firma Mobilcom mit folgendem Inhalt: "... Es lag nicht in unserer Absicht, mit unserem Werbespot sehbehinderten Menschen zu nahe zu treten. Leider haben Zuschauerreaktionen gezeigt, dass unsere Werbung doch in dieser Weise interpretiert wird. Wir bedauern das in aller Form und haben deshalb den Werbespot gestoppt...." $$$Literarisches Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse - eine andere Betrachtung Die Protagonisten dieser wahren Geschichte sind: Meine Kollegin, Anna Schatzl, genannt Anni, deren Gatte Leopold, hört auf Leo, ich selbst, und zwei Hörbücher. Diese Geschichte fällt etwas aus dem gewohnten Rahmen, doch bitte ich sie, diese trotzdem zu lesen. Es war am Vorabend des 7. Oktober dieses Jahres, als wir die gefasste Idee umsetzen, mit dem Auto nach Frankfurt, zur weltgrößten Buchmesse zu reisen. Der Abend gestaltete sich nebelig, kalt, und bezogen auf das, was uns wohl erwarten werde, ungewiss. Unser Reisewagen, ein geräumiger Kombi, im Besitz der Schatzls, schien zuverlässig, rasant und sicher. Auch wir waren guter Dinge und Laune als wir diese Karosse bestiegen und abfuhren. Ich übernahm die erste Fahrt und nach Leos Worten, der sich inzwischen im hinteren Teil des Wagens zur Ruhe begab, sollte der erste Halt Passau sein. Aber da rechnete Leo nicht mit der Unpässlichkeit seiner Verdauungsorgane, die ihn kurz nach Baden, etwa nach fünfzehn gefahrenen Kilometern, in düstere Bedrängnis brachten. Ein leises, beinahe leidendes aber bestimmtes: „Fahr rechts ran, ich muss dringend...!“ Ich möchte den Satz hier nicht ausschreiben. Man kann sich denken, dass Leo nicht Blumen pflücken wollte. So machten wir, im Schutze der Dunkelheit, vor einem riesigen Holzstoß eine Rauchpause. Zumindest ich, der einzige Raucher dieses kleinen, munteren literarischen Zirkels. Da im Auto ohnedies Rauchverbot vorherrschte, zündete ich mir genüsslich eine Zigarette an, unterhielt mich mit Anni und Leo pflückte Blumen, oder sonst was. Wenigstens bestätigte sich mein Verdacht, Leo wäre einer heimtückischen und obendrein noch ansteckenden Krankheit anheim gefallen, nicht. Und wir konnten die Fahrt ohne gröbere Zwischenfälle fortsetzen. Tatsächlich hielten wir erst wieder, wie vorgesehen, abgesehen von dem kleinen Darmausrutscher, zum körperlichen und treibstofflichen Auftanken in Passau. Nachdem die Toiletten getestet und die bayrischen Schinkenweckerl gekostet waren, war es bereits ein Uhr und die richtige Zeit für einen starken Kaffee. Doch weit gefehlt! Denn diesen dunklen Bohnensaft, der aus deutschen Kannen in die bereitgestellten Tassen träufelt, würde man in der Heimat Österreich höchstwahrscheinlich in die Welt der Homöopathie einordnen, denn als Kaffee. So setzten wir zwar erfrischt, doch dank dieses homöopathischen Bohnenergusses nicht besonders heller, die Fahrt fort. Zum Glück übernahm Leo, der einigermaßen ausgeruht wirkte, den nächsten Teil der Strecke. Doch für den letzten Streckenabschnitt fungierte Anni als unsere Lenkraddreherin. Das wiederum bedeute: ACTION pur, Adrenalinzufuhr bis zum Abwinken. Zwar ist Anni eine brauchbare Fahrerin, doch ihr für Normalsterbliche ungewohnter Fahrstil ist nun mal nichts für schwache Nerven. Da wird nicht einmal vor einem LKW, der sich herausdrängen will, halt gemacht. Nach dem Motto: Zähne zusammen und durch, erreichten wir, etwa 40 Kilometer vor Frankfurt - unwillkürlich erinnerte ich mich an einen Film der späten 1950er Jahre – das Rasthaus im Spessart. Wir mieteten uns in dem dazugehörenden Motel ein und schliefen erst mal, nach dieser aufwühlenden HARDCORE-TOUR, den Schlaf der Gerechten, oder besser, der Zerknüllten. Doch kurz vor Mittag meldete der Wecker bereits: „Raus aus den gemieteten Federn, rein ins schicke Gewand und ab zur Buchmesse!“ Noch vierzig Kilometer Autobahn und die Stadt der Städte, in der wir uns keinen Piep auskannten, tat sich vor uns, im sonnenbeschienenen Lichte, auf. Anni saß vorne und navigierte Leo, der steuerte. Ich saß im Fond und genoss die wortreiche Navigation und Leos Gegenwehr. “Erste Abfahrt rechts, dann gerade, zweite Abbiege wieder rechts, dann links, oder doch rechts?“ Leo wirkte etwas abwesend oder sollte man sagen desinteressiert? Jedenfalls fuhr er links, denn nur so kann man zur Buchmesse, die unweit vom Hauptbahnhof lag, gelangen. Wir fuhren noch drei Runden zum Üben. Der erste Abbiegeversuch führte ins Nirgendwo. Der zweite Versuch führte uns schon in die Nähe unseres Zieles. Doch dann, der dritte Versuch öffnete uns, nach etwa eineinhalb Stunden, die Tore zur Frankfurter Buchmesse. Ein riesiges, wenn nicht monströses Gebäude, mit all seinen Freuden und Tücken, tat sich vor uns auf. Die Frankfurter Buchmesse! 6500 Aussteller auf zigtausend Quadratmetern Fläche. Das Ziel aller Verleger. Das Paradies der Leseratten. Das Mekka der Autoren. Und wir, ein kleines Autorenteam aus Niederösterreich, wurden bereits erwartet. Das heißt: Zuerst mussten wir einmal den Stand unseres Verlages finden. Das bedeutete: Sich durch Tausend und Abertausend Menschen wühlen. Labyrinthähnliche, verstrickte Gänge durchqueren, mehrere Stockwerke hinauf, und weil wir nicht gerade den richtigen Weg ansteuerten, einige auch wieder hinunter. Nicht einmal die kompetente Auskunft einer Dame, die hinter einem großen Pult mit der breiten Aufschrift „INFORMATION“ saß, half uns wirklich weiter. ... „Gehen sie ganz nach vor, und wenn sie anstehen rechts ...“, meinte sie im gehobenen Deutsch. Wir gingen nach Anweisung, standen aber nie an, bogen irgendwann nach rechts und tatsächlich, nach etwa einer Stunde, erreichten wir, eher zufällig, den Verlag, auf dessen Stand unsere Produkte prangten. Zwei Hörbücher! Mehr darüber, am Ende dieses Berichtes. Nach ausgiebigem Kontakt(e)knüpfen, erklärenden Worten bezogen auf unsere Hörbücher und nach dem Verteilen unserer Visitenkarten verließen wir, zwar widerwillig aber doch, diese Hochburg der geschriebenen und vertonten Worte. Doch kurz vor dem Ausgang lockte uns der frische Duft von Mehlspeisen in eine Konditorei. Auch in der Hoffnung, dass hier der Kaffee etwas besser schmecke als in den Autobahnraststätten. Doch um dieses zu prüfen, mussten wir erst mal bestellen. Leo und ich bestellten brav, wie sich das bei unserem deutschen Nachbarn gehört, zweimal Kaffee mit Milch. Doch Anni konnte es nicht lassen und begehrte eine Melange. Doch ist es nicht so einfach, einer Serviererin aus dem Litauischen klar zu machen, dass man eine derartige Wiener Kaffeespezialität wünsche. Dieses hätte übrigens nicht einmal eine deutsche Servierkraft verstanden. Doch Anni erklärte ihr zwar mit Händen und Füßen, was sie wollte und nach einigen Anlaufschwierigkeiten klappte es so einigermaßen. Die Bestellung der gewünschten Mehlspeisen funktionierte etwas klagloser. Wieder im Wagen und nach einem kleinen Nickerchen, ein Versuch, die Strapazen des vergangenen Tages etwas zu neutralisieren, erwachte ich, als wir gerade am Hauptbahnhof vorüber fuhren. Ich meinte nur, dass ich eher nur ein paar Minuten geschlafen hätte, befand sich der Hauptbahnhof doch unweit des Messegeländes. Aber Anni belehrte mich eines Besseren. Leo legte auf ihre Anweisungen keinen Wert, fuhr so, wie er es für richtig hielt und fuhr prompt falsch. Vom Bahnhof ans andere Ende der Stadt. Eine Runde durch die City und über Offenbach wieder zurück. Doch als Fremder in einer fremden Stadt eine Stunde im Kreis zu fahren und danach wieder am Ausgangspunkt zu landen, macht Leo so schnell keiner nach. Nun schafften wir es doch noch die Autobahn zu finden und fuhren in Richtung unseres Motels. Mit einer eigenartigen Mischung aus Euphorie und Müdigkeit erreichten wir unsere Gastbleibe, genossen das Abendessen, schliefen noch einige Stunden, bevor wir die Heimreise gegen Mitternacht antraten. Die Rückreise verlief ruhig und ohne Vorkommnisse. Bis auf die Tatsache, dass wir irgendwie zu wenig Treibstoff im Tank hatten. In unseren Breiten kann man davon ausgehen, dass wenigstens alle dreißig bis vierzig Kilometer eine Raststätte die Autobahn ziert. Doch in deutschen Landen kann man die doppelte Distanz annehmen. Und der Zeiger der Tankuhr fiel ins Bodenlose. Nach mehr oder weniger blöden Sprüchen - wir schaffen noch leicht 80 Kilometer! Doch nach dem ersten Aufleuchten des roten Lämpchens der Tankuhr sicherten wir uns nicht einmal mehr dreißig Kilometer zu - visierten wir die nächste Abfahrt an, und versuchten fern der Autobahn unser Glück. Doch nachts um drei Uhr dreißig schien das doch nicht so einfach. Wohl fanden wir, nach den Aussagen eines sichtlich betrunkenen Passanten, eine Tankstelle, doch diese war, wie könnte es auch anders sein, geschlossen. Leo parkte unweit der Zapfsäulen den Wagen, Anni und ich vertraten uns die Beine, als plötzlich die vertraute Stimme Leos rief: „Hier, die Straße ein Stück rauf, ist eine Nachttankstelle!“ Ein nächtlicher Heimkehrer, der zufällig des Weges kam, gab ihm diesen Tipp, der wieder das Strahlen auf unsere Gesichter zauberte. Und der ganze Ärger spielte sich, etwa 7 Kilometer vor der nächsten Raststätte entfernt, ab. Denn kaum wieder auf der Autobahn, schälte sich ein Schild aus der Dunkelheit: Nächste Raststelle 5 Kilometer...... Nun trennten uns nur noch wenige Kilometer von einem guten, starken österreichischen Kaffee. Die erste Raststätte auf heimischem Boden schien uns gerade recht, um nur diesen einzigen Satz zu sagen: „Drei große Braune bitte!“ Soweit diese wahre Geschichte, die von drei Leuten, die auf der FRANKFURTER-BUCHMESSE waren, erzählt. Aber erzählt diese Geschichte auch von zwei Hörbüchern, die ich ihnen nun vorstellen möchte. %%%LEO DAS SCHAUKELPFERDCHEN UND ANDERE KINDERGESCHICHTEN Kindergeschichten und Kinderreime, für Kinder ab drei Jahren. Eine CD MILLENNIUM 3000, DIE ABENTEUER DES ARCHIBALD SINNAGEL Eine satirische SCIENCE-FICTION Geschichte. Zwei CD’s Infos und Bestellungen unter: www.novumverlag.at (Klicken Sie auf Novitäten und danach auf Hörbücher), Oder im Buchhandel. Werte Leser, ich wünsche Ihnen ein geruhsames Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr. In diesem Sinne Ihr Franz Rudolf Müller $$$Freizeit und Unterhaltung %%%Lebenspraktisches Lernen außerhalb des BBI, Lernen unter idealen Bedingungen, Lernen fürs Leben - Lignano 2004, unser verflixtes siebentes Jahr? Nein, ich kann Sie gleich beruhigen, unsere zehntägige Ferienaktion im wunderschönen Lignano war wieder für alle viel zu kurz. Treue Leser, die mich immer wieder auf die Berichte ansprechen, werden sich fragen: „Was kann es da noch Neues geben?“ Wir Betreuer, Korbflechtermeister und Behindertenpädagoge Martin Dobernig, zugleich auch Leiter der Lehrwerkstätte, Inge Schattauer, Sondersozialpädagogin im Internat des BBI und ich, hatten auch heuer wieder einige Überraschungen im lebenspraktischen Bereich für unsere sechs „Urlauber“ bereit. Der Hauptschwerpunkt beinhaltete heuer aber das Führen eines Kassabuches. Und dafür gab es viele Gründe: Wir Sozialpädagogen erleben während unserer Jahresarbeit mit den Jugendlichen, dass der Umgang mit Geld sehr schwierig ist. Großzügige Jugendliche verwalten das Geld selbst und nach einem viertel Jahr kommen dann oft Klagen von den Eltern, dass zu viel Geld ausgegeben wurde. Wir haben dies natürlich schon längst bemerkt, die Lenkung wird aber von den Jugendlichen als Einmischung empfunden. Auch bemerken wir Ausgaben, die Nichtinternatsschüler für Erwachsene unentdeckt halten. Einige gehen sehr sorglos mit dem Geld um, verlegen es, vergessen, was sie ausgegeben haben, erkaufen sich scheinbar Freundschaften, Handeln untereinander und genießen die oft räumliche Entfernung zum Elternhaus, die eine schnellere Kontrolle ermöglichen würde. Aber es gibt auch Klagen von Eltern, dass die Kinder bedürfnislos sind, sie kommen z. B. mit dem ganzen Taschengeld vom Schikurs wieder zurück. Hier wurde vermieden, mit der Geldbörse, den Münzen etc. umzugehen oder wahre Asketen leben bedürfnislos. Natürlich wissen wir, dass das Geldausgeben, das Sparen und das Verwalten zu den schwierigsten Dingen gehören. Auch uns Erwachsenen fällt dies schwer und wir alle haben schon „Lehrgeld“ gezahlt. Dies war unser pädagogischer Ansatz: wir wollten die Jugendlichen dazu bringen, sich selbst zu kontrollieren. Mit dem Kassabuch. Und so kann ich gleich den besten und begehrtesten Freund von allen Burschen in diesen neun Tagen vorstellen: den Brailler. Wir Betreuer waren sehr erstaunt, denn schon am ersten Abend pendelte die Blindenschreibmaschine zwischen den drei Zimmern der Burschen. Aber zuerst verteilte Kollegin Schattauer, die Zahlmeisterin, an jeden Burschen € 50,00 Taschengeld, das aus der Subvention stammte und natürlich Blindendruckblätter. Dieses Geld mussten die Burschen mittels Kassabuch verwalten. Dieses „Kassabuch“ bestand je nach Ausgaben der Jugendlichen aus zwei oder drei Blättern. Diese Idee war notwendig um die Burschen zu motivieren. Denn für das eigene Taschengeld von den Eltern wären sie uns gegenüber nicht berichtspflichtig, schließlich waren alle sechs Burschen über 15 Jahre und manche, eigentlich alle schon sehr eigenständige und Gott sei Dank auch eigenwillige und manchmal sehr kreative Persönlichkeiten. Die Ausgaben wurden täglich schriftlich mit dem Brailler abgerechnet. Als Belohnung stand eine hohe Punkteanzahl für das Preisgeld am letzten Tag bereit. Wiederum waren für jeden € 20,00 zu erreichen, die am Markttag gegen Abrechnung ausgegeben wurden. Also insgesamt 70,00 €, ein sehr hoher Geldbetrag für die Burschen. Ab diesem Tag waren alle entfesselt, denn jeder hatte ja Wünsche, manche auch heimliche. Auch diese erfüllten wir Begleiter. Sie wären einer eigenen, kabarettreifen Geschichte wert, zum Beispiel einer Geschichte der Helden Mathias und Thomas. Aber leider top secret… alles kann ich hier nicht verraten. Einige Burschen hatten eigenes Taschengeld mit, das wurde gespart. Auch für uns Betreuer begann eine aufregende und lehrreiche Zeit. Denn es gab für dieses Geld auch Bedingungen, die auf die Bedürfnisse der Burschen zugeschnitten waren. Das Umgehen mit dem Geld war ihnen selbst überlassen und bekam sehr rasch eine Eigendynamik. Jeder beobachtete den anderen, Vieles war miteinander im Gespräch auszumachen, Verantwortung wurde für den anderen übernommen oder geteilt. Fairness war das oberste Gebot. Preisvergleiche wurden angestellt. Alle konnten sehr gut mit der Geldbörse, den Münzen und den Scheinen im Euroland umgehen. Ein großes Lob muss ich den Mathematiklehrern aussprechen. Ob angehende Handelsschüler, Schüler der Korbflechterei oder ASO– Schüler, keiner brauchte eine Anleitung, wie man Ausgaben aufschreibt und zusammenzählt. Nur Armin hatte aus persönlichen Gründen einen eigenen Zahlmeister, nämlich Maestro Dobernig, zugeteilt bekommen. Thomas benutzte sogar sein Diktiergerät als Gedächtnisstütze um seine vielen Ausgaben sofort zu speichern. Und er, ein Computerfreak, bedauerte gar nicht, dass er seinen Laptop nicht dabeihatte. In jedem Zimmer gab es einen Safe mit einem Schlüssel und dieser musste in der Rezeption mit 10,00 € eingesetzt werden. Thomas war begeistert. Sofort nützte er dieses Angebot. Diese erste Ausgabe teilte er sich mit seinem Zimmerkameraden Jürgen. Dadurch hatten sie noch am letzten Tag vorm Wegfahren zusätzlich fünf Euro als Einnahme, mit der sie gar nicht mehr rechneten. Die Verwaltung des Schlüssels war nicht immer einfach. Thomas ernannte sich zum Schlüsselmeister. Einmal suchte Jürgen in Geldnot zuerst den Safeschlüsselverwalter Thomas. Und als er den nicht fand – dieser war gerade in der Cafeteria – suchte er den Safeschlüssel in seiner allerhöchsten Not in Thomas Nachtkasterl. Dieser kam gerade herein und vermutete, er schnüffle in seinen Privatsachen herum. Wir konnten das klären. Jürgen hortete seinen Euroschatz sehr geduldig im Safe und Thomas den Schlüssel in der Geldbörse. Doch Thomas kam ohne Geldbörse. Zuerst glaubte er, die Geldbörse sei ihm „gezogen“ (gestohlen) worden. Sogar ein Knopf seiner tausend Hosentaschen war abgerissen und sollte als Beweis dienen. Da im Hotel nur ältere Herrschaften und Behindertengruppen oder Eltern mit Kindern waren, konnten wir dies ausschließen. Thomas hat in der Hektik des Tages seine Geldbörse verloren oder verlegt. Was ihm sehr leid tat, denn seine Frau Mama hat ihm eine sehr teure Ledergeldbörse gekauft. Tröstlich für uns alle war, dass er nur sechs Euro in der Börse hatte, der Rest war im Safe. Also mussten wir zur Rezeption, Thomas verlor seinen Schlüsseleinsatz, ein neuer Zylinder wurde eingesetzt, Jürgen konnte endlich zu seinem Geldnachschub kommen. Da Thomas gerade an diesem Tag Burschen mehrmals vom vierten Stock zur Cafeteria begleitete, also in hohem Maße soziale Kompetenz zeigte, ersetzten wir Betreuer ihm die zehn Euro Schlüsseleinsatz. Auch seine überaus große Mobilität mit dem Stock belohnten wir so. Er führte andere Blinde im ärgsten Speisesaalgewühl oder fand vom Strand aus mit seinem Blindenstock einen zehnminütigen Gang durch Sand, Wald, Hotelhalle und Aufzug ins Zimmer. Rücklings trug er immer den riesigen, eigentlich antiquarischen blauen Militärrucksack mit Lederriemen und Karabiner meines Vaters, denn sein Rucksack war für seine Bedürfnisse immer zu klein oder angefüllt mit anderen Dingen und er des Umräumens nicht bereit. Ein Badetuch über seine oft noch meeresfeuchte Short geschwungen und meistens Mathias an seiner Seite. Die hauptsächlich italienischen Urlauber waren über dieses „Gespann“ und Thomas’ Mobilität sprachlos. Öfters gingen die Beiden schon eine halbe Stunde früher ins Hotel, um in geheimer Mission im Zimmer zu „werken“. Aber wie gesagt, da kann ich nicht mehr verraten. Nur dieses unverfängliche aber für alle Beteiligten bezeichnende Geheimnis gebe ich preis: Eines Tages fehlte der Stock von Thomas. Wieder sehr zerknirscht meldete er dies. Aber diese Geschichte ging gut aus. Als wir am nächsten Tag zum Strand kamen, lehnte er neben dem Hochstand des Bademeisters. Es war eindeutig sein Stock, scheinbar am Vortag bei den Liegestühlen mit Sand unabsichtlich von allen mit den Füßen zugegraben und vergessen. Ein wahres Glück, denn täglich wurde der Sand frühmorgens mit Traktoren geglättet. Der Stock hat das ohne Schaden überlebt. Doch nun zurück zum Kassabuch: Beim Geldausgeben waren da einerseits Sparmeister, die sich gar nichts gönnen wollten und das Geld am liebsten nach Wien zurückgebracht hätten. Sie wären selbst im Eissalon ohne zu konsumieren inmitten der Naschkatzen und somit Genießer asketisch die Geldbörse hütend gesessen. Dies war nach den Spielregeln nur erlaubt, wenn andere, spätere Ausgaben geplant waren. Zu diesen Asketen gehörte Ismar. Er sparte sein Geld bis zum Markttag, am Tag vor der Abreise. Erst dort gab er sich dem Kaufrausch hin und erwarb unter fachkundiger männlicher Begleitung viele Fußballdressen. Leider konnte er keine bosnische Fahne finden. Mathias erlag seinem Kaufrausch schon beim ersten Stadtbummel. Er wollte nicht auf den Markttag warten, obwohl wir meinten, dass da die Preise billiger wären. Sehr überrascht stellte er nach einigen Tagen fest, dass er fast das ganze Geld ausgegeben hatte. Seine Aufzeichnungen bewiesen dies. Sehr nachdenklich wurde er, als er die Preise beim Markt erfuhr, sie waren wirklich um einiges billiger. Trotzdem fand er einige Schnäppchen am Markt. Dazu gehörte eine Haarschneidemaschine. Mathias spart das ganze Jahr den Frisör, er schneidet sich die Haare über dem Waschbecken selbst. Und sein Haarschnitt schaut immer toll aus. Außerdem hat er beim Nachhausefahren wieder die Bustüre dank seines übergroßen technischen Geschickes repariert. Ich hätte Mathias gerne bei mir zu Hause, da würde er ganz schön dazuverdienen, bei meinem sehr mangelhaften technischen Verständnis. Dominik musste ermuntert werden, sich hin und wieder ein Getränk zu kaufen. Meister Dobernig und er suchten am Markt nach einem Ledergürtel, seiner ist während der Urlaubswoche kaputt geworden. Auch eine Sonnenbrille wurde ausgesucht. Thomas fand eine sehr schöne und wieder teure Ledergeldbörse. Schon immer greift er intuitiv zu hochwertigen Produkten. Deshalb war er auch sehr wählerisch, an mehreren Ständen mussten wir suchen. Mathias hingegen meinte, dass die Geldbörse zwar zweckmäßig, aber nicht teuer sein darf. So spart man auch, wenn sie verloren geht. Wie wahr… Armin, ein wahrer Gourmet, gab hauptsächlich sein Geld für Getränke und Eis aus. Und wir gönnten es ihm. Und Jürgen, der während der Schulzeit oft ungeduldige, überraschte uns alle. Weil wir in der Stadt seine grell leuchtenden Spielsachen nicht fanden, wartete er geduldig bis zum vorletzten Tag. Am Markttag erfüllte er sich seine Wünsche. Am Abschlussabend hatte jeder „sein Kassabuch“ in der Pizzeria mit und las es vor. Natürlich hatte ich alle Blätter vorher mehrmals kontrolliert. Aufmerksam lauschte jeder beim Vortrag des anderen. Alle hatten neben den vielen anderen lebenspraktischen Aufgaben wie Wäscheversorgen, Reinlichkeit im Zimmer, Essenstraining, Mobilität und soziales Miteinander sich den Geldpreis von 20,00 Euro verdient. Lignano bedeutete für uns alle Faulenzen am Strand, Austoben im Wasser, sehr kreatives Sandburgenbauen, gemütliches Zusammensitzen im Eissalon oder in der Pizzeria, Ausflüge auf den Markt und auf die Muschelinsel und noch Vieles mehr und vor allem ein tolles Miteinander. Beim Abschied nach der Heimreise konnten wir Betreuer die Jugendlichen alle mit viel Lob an die Eltern übergeben. Wir Betreuer und die Burschen, wir hatten wieder viel dazugelernt. Schöne und erholsame Tage in Italien gingen viel zu schnell vorbei. Wir danken dem Kiwanisclub für die Finanzierung des Projektes und der Obfrau des Elternvereines, Frau Sylvia Hariri, die die Spenden organisierte. Luise Chaloupsky (Sondersozialpädagogin am BBI) $$$Sport und Spiel %%%Österreichisches Paralympisches Jugendlager 2004 Der österreichische Behindertensportverband (ÖBSV) gab zehn seiner Mitglieder die einzigartige Möglichkeit, live bei den Paralympics 2004 in Athen dabei zu sein. Mit dabei war auch Claudia Lösch, welche bei Ski- WMs für Österreich schon sehr viele Medaillen geholt hat. Die Leiterin dieser tollen Woche, Susi Drabek, hatte den Hauptteil der Organisation über. Am Freitag den 17. September dieses Jahres trafen sich alle Teilnehmer am Flughafen Wien-Schwechat. Um 10:30 Uhr saßen wir bereits im Flieger Richtung Athen. Die Flugzeit betrug 1 Stunde und 45 Minuten. Unsere Reiseleiterin (Vicky) empfing uns am Athener Flughafen. Als wir im Hotel (LONDON) ankamen, wurden wir schon vom deutschen und türkischen Jugendlager erwartet. Wir begannen nach und nach, die Türken nicht nur als Kollegen, sondern vor allem als Freunde wahr zu nehmen. Im Zuge des Athen-Aufenthaltes gingen wir ins Olympische Dorf, wo wir einige der österreichischen Athleten persönlich trafen und sogar so manche Autogramme ergattern konnten und in diverse Stadien (um unsere Athleten anzufeuern). Manche machten eine Luxuskreuzfahrt im Wert von rund 70 Euro. Wir besuchten die Österreichische und die Deutsche Botschaft und der türkische Botschafter in Athen war zu Besuch in unserem Hotel. Einer, der für dieses einzigartige Ereignis ausgelost wurde, durfte sogar mit Susi in die Deutsche Botschaft, da der deutsche Bundespräsident Susi und einen Schüler zum Essen eingeladen hatte. Außerdem besuchten wir die Athener Akropolis, die antiken Ausgrabungen von Korinth und das ebenfalls antike, berühmte Amphitheater von Epidauros. Vicky führte uns bravourös auf all diesen Reisen. Als wir eines Tages an den Strand gingen, erlebten wir extrem hohe Wellen, die in diesem Ausmaß in Italien nie vorhanden sein werden. Dazu kam noch, dass „unser“ Strand sehr steinig war. Das Tolle war, dass alle, die wollten, auch bei diesem hohen Wellengang (oder gerade deswegen) ins Meer gehen durften. Wie jede Woche war auch diese leider sehr schnell vorübergegangen und als wir wieder in Wien ankamen, musste jeder schon an den Ernst des Lebens (Schule) denken. Bianca Bazala (HAS 1) Mathias Schmuckerschlag (HAS 1) %%%Demo–Bewerb bei der Schwimm-EM 2004 in der Wiener Stadthalle Unterstützt von der LEN (= Europ.Dachverband) und dem Österr. Schwimmverband durften am Samstag, 11. 12. 2004 vor den Finalläufen der Schwimm-EM 8 behinderte Schwimmerinnen und Schwimmer ihr Können zeigen, wobei bei der Auswahl der Schwimmerinnen und Schwimmer auf ihre bisher erbrachten Leistungen, auf die Behinderungsvielfalt (alle sechs Behinderungsgruppen waren vertreten), auf das verschiedene Leistungsniveau (Spitzensport bis Nachwuchs, hohes Trainingsalter bis Jugendliche) und auf verschiedene Disziplinen geachtet wurde. Unter dem großen Beifall des Publikums übertrug der ORF dieses Event life über die gesamte Distanz. Ingrid Jank, ÖBSV Schwimmreferat Wir sind stolz darauf, dass unsere Schülerin Bianca Bazala an dieser Veranstaltung teilnehmen durfte! $$$Weihnachten %%%Zwei E-Mails Sehr geehrter Herr Wrobel! Hier meldet sich der "Chefredakteur" unserer Hauszeitschrift. Es freut mich, dass Ihnen der Artikel über Kerstin Wrba aus einer unserer Zeitschriften gefallen hat. Da wir selbst diesen Artikel aus einer Zeitung entnommen haben, wird wohl niemand verhindern können, dass auch Sie den Artikel unter Angabe der Quelle übernehmen - wir freuen uns natürlich darüber. Sollten Sie einmal eine Geschichte für unsere Zeitschrift haben (Redaktionsschluss für die Weihnachtsnummer ist der 7. Dezember), sind wir froh! Mit freundlichen Grüßen Erich Schmid Sehr geehrter Herr Schmid! Gerne bin ich bereit, Ihnen für Ihre Weihnachtsausgabe zwei Kurzgeschichten zu übersenden (Anlage). Ob Sie beide verwenden wollen, überlasse ich Ihnen. Die Sage vom Rattenfänger dürfte auch in Österreich bekannt sein, daher muss ich sie hier nicht groß erklären. Weitere Weihnachtsgeschichten ruhen in meinem Archiv, und wenn Nachfrage besteht, sende ich sie Ihnen gerne zu. Honorarforderungen habe ich nicht, und wenn es Zuwendungen geben sollte, so bitte ans BBI für seine Arbeit. Ich bitte lediglich um ein Belegexemplar Ihrer Zeitschrift. Meine Anschrift lautet: Joachim Wrobel, Hunoldstraße 34, D-31785 Hameln. Über die genannte Kerstin Wrba bin ich aufs BBI aufmerksam geworden, und ich pflege seit über zwei Monaten einen guten Kontakt zu der jungen Dame. Mit freundlichen Grüßen Joachim Wrobel %%%Rattenfängers Weihnachtsfest Der 26. Juni 1284 ist aus der Geschichte Hamelns nicht mehr wegzuden- ken, markiert er doch ein wichtiges Ereignis in der Entwicklung der kleinen deutschen Stadt. 130 Kinder zogen fort, zogen unter Führung eines wunderlichen Spielmannes in die fernen Ostländer. Viele Tage war die Schar schon unterwegs. Hunger und Durst waren ständige Begleiter. Sonne und Regen wechselten einander ab, und näherte man sich einem Dorf, so schlossen die Bauern misstrauisch ihre Häuser und Vorratskammern. Mitleidige Bäuerinnen steckten den schwächeren Kindern schon mal etwas zu, während die Großen kurzerhand für ein Stück Speck oder einen anderen guten Bissen auf den Höfen arbeiten mussten. Die Kinder plagte anfangs noch das Heimweh. Doch je weiter sie nach Osten zogen, desto mehr schwand die Erinnerung an ihr früheres Leben. Der Herbst zog ins Land, brachte Regen und Sturm. Die Wege weichten auf. Das Gehen fiel immer schwerer. Doch weiter, immer nur weiter! Immer hinter dem Mann im bunten Rock her. Nur er wusste um das Ziel. Keine Erschöpfung zeigen! Wer zusammenbrach, der blieb liegen. Die Tage wurden kürzer. Nur selten zeigte sich die Sonne. Kälte zog ins Land. Die Kinder zogen ihre zerschlissene Kleidung fester um ihre Körper, um sich zu wärmen. In den Nächten drängten sie sich im Schlaf eng aneinander, und doch stand so mancher am nächsten Morgen nicht mehr auf. „Wie lange müssen wir denn noch gehen?“ jammerten die Überlebenden. „Bald, sehr bald sind wir am Ziel!“ sagte der Spielmann. Schnee bedeckte das Land. Der eisige Wind pfiff den Kindern entgegen. Um sie abzulenken, spielte der Mann ein lustiges Stücklein auf seiner Flöte. Doch das Tanzen, welches sie im Sommer so fleißig geübt, war ihnen bei diesen Verhältnissen gründlich vergangen. „Wenn ich mich nicht täusche, sind wir schon im Christmonat!“ sagte ein großer Junge. „Zu Hause in Hameln bereiten sie sich schon auf das Christfest vor.“ Zu Hause! Was war das schon? Ihr Zuhause waren die verschneiten Wege, waren die dunklen Wälder, in denen die Wölfe heulten und die braunen Bären in ihren Höhlen dem Frühling entgegenschliefen. Die Kleinen schluchzten. Weihnachten! Das Fest, an dem alle Arbeit ruhte, bei dem die ganze Familie am wärmenden Herdfeuer zusammen saß und der Vater die Geschichte vom Jesuskind in der Krippe erzählte. Wenn in der heiligen Nacht der Wind günstig stand, konnte man sogar die Glocken läuten hören, die zum Gebet riefen. Wortgewaltige Mönche predigten in den Kirchen von der Liebe des Höchsten zu den Menschen. Es hörte sich alles so anders an als die Geschichten von den Sachsengöttern, von denen die Großväter noch wussten. „Jammert nicht!“ sagte der bunte Mann, „wir werden hier das Christfest feiern.“ Die Kinder wischten ihre Tränen von den schmutzigen Gesichtern und bekamen leuchtende Augen. „Bleibt hier bei der Höhle und wartet auf mich. Ich bin gleich zurück!“ Der Spielmann verschwand im Wald. „Wenn er uns jetzt aber hier zurücklässt!“ klagten ein paar Furchtsame. „Ach was, er hat uns bis hierher gebracht, dann wird er uns auch noch ans Ziel führen!“ Das waren die Zuversichtlichen. Als hätte der Spielmann die Worte gehört, tauchte er plötzlich inmitten der Kinder wieder auf. Er hielt ein Tannenbäumchen in seinen Händen und trug es in die Höhle. Aus seiner Umhängetasche fingerte er ein paar bunte Vogelfedern und steckte sie zwischen die Zweige. Die Kinder staunten. Das kannten sie noch nicht! „Jetzt kommt das Wichtigste!“ sagte der Mann. Aus den Tiefen seiner Tasche förderte er ein Wachslicht hervor, befestigte es in der Spitze des Baumes und schlug Feuer. Vorsichtig hielt er die kleine Flamme an die Kerze. Es wurde hell in der Höhle. „Seht das Licht!“ sagte der Spielmann. „Es begrüßt euch in eurer neuen Heimat! Dieses Land wartet nur darauf, von fleißigen Händen bestellt zu werden.“ Er spielte ein paar Takte auf seiner Flöte. Die Kinder fassten sich an, umtanzten den Weihnachtsbaum und sangen zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein fröhliches Lied. Joachim Wrobel %%%Elternverein des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes Wittelsbachstr. 5 1020 Wien Liebe Eltern ! Ich möchte Ihnen gerne den Elternverein des BBI vorstellen - und Sie gleichzeitig ermuntern, uns zu kontaktieren – bei allen Fragen/Anregungen/Wünschen - und auch Beschwerden. Ihre Anliegen – und damit die Anliegen Ihrer Kinder möchten wir gerne vertreten. Am 19. November 2004 sind bei der Hauptversammlung des Elternvereins folgende Personen einstimmig gewählt worden: Hr. Manfred Schmuckerschlag Obmann Fr. Karin Molik Stellvertreterin Fr. Edith List Schriftführerin Fr. Barbara Schmeiser Stellvertreterin Fr. Marianne Kitzhofer Kassierin Fr. Eva Kammerhofer Stellvertreterin Fr. Elisabeth Manseder Rechnungsprüferin/Ausschuss Fr. Susanne Fichtner Rechnungsprüferin/Ausschuss Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit bei der langjährigen Obfrau Fr. Sylvia Hariri für Ihre Arbeit sehr herzlich bedanken! Ohne Ihr Engagement wäre der Elternverein nicht denkbar! So können Sie uns erreichen: a) per Post: Elternverein des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes Wittelsbachstr. 5 1020 Wien b) per E-Mail: mschmuckerschlag@gmx.net c) per Telefon: 01/714 14 63 u. 0676 533 93 76 An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Fr. Prof. Alteneder (Schulleitung des BBI ) bedanken, die es uns ermöglicht, Sie mit den BBI News gleichzeitig zu erreichen. Wir wünschen Ihnen erholsame Ferien – und ein schönes neues Jahr! Hochachtungsvoll Manfred Schmuckerschlag $$$Frohe Weihnachten sowie viel Glück und Erfolg im Jahr 2005 wünschen Ihnen Schülerinnen und Schüler und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes Prof. Susanne Alteneder Direktorin Bild:Unsere handgeschnitzte Krippe aus dem Grödnertal %%%Einladung Einladung zum Hausball am BBI „AUF DER ALM, DA GIBT’S KOA ....“ AM 28. JÄNNER 2005 BEGINN: 19:00 UHR Showeinlagen sorgen für zusätzliche Spannung TOLLE TOMBOLAPREISE LOCKEN! Wir bitten um rechtzeitige Tisch- bzw. Zimmerreservierungen! Telefon: (01) 7280866/294 oder 244 Impressum Dieses Informationsblatt wird vom Bundes-Blindenerziehungsinstitut herausgegeben. Im Sinne des Mediengesetzes für die Herausgabe verantwortlich ist die Direktorin, Prof. Susanne Alteneder. Für den Inhalt verantwortlich ist jeder einzelne Verfasser. Die geäußerten Meinungen müssen sich nicht mit dem Standpunkt der Redaktion decken. Verantwortlicher Redakteur ist Prof. Erich Schmid. Alle in 1020 Wien, Wittelsbachstraße 5