BBINFO 1/2003 Informationsblatt des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes $$$ Liebe Leserinnen und Leser! $$$ BBI intern %%% Aus der Redaktion %%% Personelles $$$ Öffentlichkeitsarbeit %%% Fortbildungsveranstaltung der Lehrmittelzentrale %%% Briefe und e-mails %%% Die Firma Semikron - nicht nur Partner in der Leistungselektronik $$$ Erleben - begreifen %%% Wie unser Klausi ein "großer" Schulbub wurde %%% Besuch im Franziskanerkonvent Wien %%% Die lange Nacht der Oper %%% Oper ist Cool %%% Skitag für die HAS %%% Neuigkeiten aus dem Schülerparlament %%% Klein ganz groß %%% Präsentation einer Projektarbeit %%% "Die ÖBB - eine Organisation und ihre Mitarbeiter im Dienste der Reisenden" %%% Präsentation der 3. Handelsschule %%% Mit Musik geht alles besser! $$$ Projekte %%% Schulwettbewerb: "Was Europa bewegt" Eine Initiative des Bundesministeriums zur EU-Erweiterung %%% Malen für den Frieden %%% Auch Blinde haben ihre Vorstellung vom Frieden %%% Nicaragua /// Blindenverband Matagalpa $$$ 200 Jahre Blindenbildung im deutschsprachigen Raum %%% Beschreibung eines gelungenen Versuches blinde Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit zu bilden (Teil 1) /// Vorrede $$$ Feste und Feiern %%% Freunde gestern - heute - morgen %%% "Freundschaft - gestern - heute - morgen" $$$ Der Spezialbeitrag %%% Das Unterrichtsfach Orientierung und Mobilität (O+M) stellt sich vor (Teil 3) /// Kommunikation: /// Öffentliche Verkehrsmittel: $$$ Ehemalige Schülerinnen und Schüler %%% Mein größter Lohn $$$ Ein Hörbuch und zwei Geschichten %%% Hörbuch - Neuerscheinung /// Ein Autor stellt sich vor: /// Folge 1 (auf Doppel-CD): Die Schwarzen Flecken des 20. Jahrhunderts oder Arbeitslosenrate 0,0000001 PROMILLE. %%% Alles über meine Geschichten /// aus: Die Jungs von der Reeperbahn %%% Abspann $$$ Freizeit und Unterhaltung %%% Vorweihnachtliche Kutschenfahrt %%% Unser Hausball %%% "Herzblatt" zum Nachlesen %%% .........und dann landeten wir in Salzburg %%% 4. Chorwochenende - diesmal in der Mozartstadt Salzburg $$$ Einladungen %%% Musikalische Reise durch Lateinamerika mit Mallarauco %%% Sonntag, 4. Mai 2003: Frühling im Belvedere /// blind taste $$$ Liebe Leserinnen und Leser! Leider kommt diese Ausgabe etwas verspätet zu Ihnen, aber dafür gibt es eine Erklärung: Ein Teil des Redaktionsteams fiel heuer der Grippe zum Opfer und besonders arg hatte es unseren "Chefredakteur", Herrn Prof. Schmid, erwischt. Wenn Sie diese Ausgabe aufmerksam lesen, dann können Sie ermessen, welche Bandbreite an Veranstaltungen und Kooperationen wir ausnützen. Von unseren 11 Förder- und Lehrplanabteilungen sind nahezu alle mit Beiträgen vertreten, vom "Schulkind Klausi" aus der Basalen Förderklasse bis hin zur Projektpräsentation der 3. HAS. Wir dokumentieren, was moderner Unterricht mit Sehgeschädigten bedeutet, ohne die pädagogischen Grundprinzipien zu vernachlässigen. Wir arbeiten innovativ und nehmen Angebote von diversen "Anbietern" - vom Österreichischen Kulturservice bis zur Stadt Wien - an, um an verschiedensten Veran- staltungen teilzunehmen. Auf der einen Seite profitieren WIR, auf der anderen zeigen WIR unser Können. Dass das Blindeninstitut mehr als eine Schule ist, zeigen die vielen außerschulischen Kontakte. In den vergangenen Wochen waren wir besonders im Bereich der Kunst gewünschte Partner - von Kunstfotografie über Malerei bis zum "Turmbau zu Babel" in Graz. Aber auch die Pflege von Paten- und Partnerschaften - von Wien bis Nicaragua - kam nicht zu kurz. Immer wieder bekommen wir E-mails bezüglich "Entwicklungshilfe" im sehgeschädigtenspezifischen Bereich aus der Dritten Welt. Im Februar war eine Delegation aus Sri Lanka bei uns, erst vor wenigen Tagen erhielten wir eine Anfrage aus Indien. Zahlreiche "Besuche" - von Studierenden bis hin zu Schulklassen, die Projekte veranstalten - gehören zu unserem Alltag. Und doch bedeutet diese oft für unsere Schülerinnen und Schüler belastende Arbeit Öffentlichkeitsarbeit und ist wichtig für uns alle, damit der Sehgeschädigte in der Gesellschaft seinen ihm zustehenden Platz erhält. Arbeitsintensive Wochen liegen hinter uns, arbeitsintensive Wochen bis Schulschluss werden die erste Hälfte des "Jahres der Menschen mit Behinderung 2003" abschließen. Wir arbeiten in allen Abteilungen gezielt weiter und leisten so unseren Beitrag für dieses besondere Jahr. Und nun, liebe Leserinnen und Leser, überzeugen Sie sich vom bunten Leben in unserem Haus und der qualitativ hochstehenden Arbeit, die von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern geleistet wird. Susanne Alteneder prov. Leiterin $$$ BBI intern %%% Aus der Redaktion Einige Besonderheiten und Neuerungen bietet diese Ausgabe. Am Auffälligsten ist die Beilage, das Ergebnis eines COOL-Projektes. Näheres hierzu findet sich im entsprechenden Artikel in der Rubrik "Projekte". Große Gedenkjahre werfen ihre Schatten voraus. 2004 feiern wir "200 Jahre Blindenbildung im deutschsprachigen Raum". Zu diesem Anlass veröffentlichen wir in einer neuen Rubrik in Fortsetzungen einen Schatz aus unserem Museum, nämlich eine Schrift des Begründers der Blindenbildung im deutschsprachigen Raum, Johann Wilhelm Klein, aus dem Jahre 1819. Mit Absicht folgt dieser Auszug einem Bericht über den Beginn der Blindenbildung in Nicaragua. Als dritte Neuerung erscheinen Texte, die zum Lesen und Hören geeignet sind. Unsere Homepage wird "runderneuert"! Die URL bleibt gleich: www.bbi.at. Noch vor Ende dieses Schuljahres wird das neue Aussehen zu bewundern und zu prüfen sein. Um die Lust auf das Lesen von BBInfo zu erhöhen, werden einige Ausschnitte im Internet veröffentlicht. Bleiben sie uns als Leserinnen und Leser gewogen! Erich Schmid %%% Personelles Da Frau Koll. Friedl in Frühkarenz gehen musste, übernahm ihre S1- Klasse Frau Ursula De Colle. Sr. Martha Gartner trat mit 1. März 2003 in den Ruhestand. Sr. Gerti Ekim komplettiert nun das Team der Krankenstation. Unser Portier Walter Leeb erkrankte plötzlich schwer, befindet sich aber Gott sei Dank bereits auf dem Weg der Besserung. Ich danke unserem ehemaligen Schüler, Herrn Martin Hinterhölzl, dass er uns ehrenamtlich den Portierdienst über Wochen teilweise übernahm. Es ist mir eine traurige Pflicht, Sie vom Ableben zweier Persönlichkeiten in Kenntnis setzen zu müssen. Im Jänner verstarb plötzlich und unerwartet Herr Wilhelm Woldrich, unser "Verbindungsmann" nach Weißrussland. Herr Woldrich legte vor einigen Jahren den Grundstein zur Partnerschaft mit der Blindenschule Minsk. Seither kamen jedes Jahr ca. 6 Jugendliche sehgeschädigte Schülerinnen und Schüler aus Minsk mit ihren Betreuerinnen für zwei Wochen im Juni ins BBI. Gemeinsame Lehrausgänge, Exkursionen, Wandertage und Praterbesuche vertieften Freundschaften und ließen so gelebte Völkerverständigung zu. Herr Woldrich war es aber auch, der uns wiederum die russische Kultur in Form von Konzerten russischer Chöre näher brachte. Die Aula war jedes Mal erfüllt von prächtiger Stimmung und Herr Woldrich verstand es, mit launigen Worten durch das Programm zu führen. So weit es in unserer Macht steht, wollen wir die Tradition aufrecht halten und "die Minsker" weiterhin im Juni nach Wien einladen. Der Organisator, Herr Woldrich, wird uns fehlen! Im März dieses Jahres verstarb Frau Elisabeth Knapp. Selbst Schülerin unseres Hauses, verschrieb sie seit Jahrzehnten einen Teil ihrer Freizeit der Förderung blinder Kinder im Lesen und Klavierspiel. Auch die Blindennotenschrift war ihr ein großes Anliegen. Ehrenamtlich war sie bis vor etwa einem Jahr mit den Kindern tätig. Leider musste sie dann wegen ihrer Erkrankung ihre ertragreichen Besuche im BBI einstellen. Einige Schülerinnen und Schüler nahmen mit Frau Ulz an der Beisetzung von Frau Knapp teil. In Dankbarkeit denken wir an Frau Knapp! Susanne Alteneder prov. Leiterin $$$ Öffentlichkeitsarbeit %%% Fortbildungsveranstaltung der Lehrmittelzentrale Vom 14. bis 15. März 2003 fand am BBI eine Fortbildungsveranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer, Stützlehrerinnen und Stützlehrer integriert beschulter blinder und sehbehinderter Kinder statt. Dieses Angebot wurde von 76 Lehrerinnen und Lehrern aus allen Bundesländern wahrgenommen, auch hausinterne Lehrkräfte konnten daran teilnehmen. Da ich erst seit kurzer Zeit an diesem Institut unterrichte, ergab sich somit auch für mich die Möglichkeit, meine Fachkenntnisse in den unterschiedlichen Anwendungsformen und Einsatzgebieten des PCs im Rahmen des Unterrichtes zu vertiefen bzw. zu erweitern. Das Programm dieser Tagung war sehr breit gefächert, es spannte sich von der Einführung in die Arbeit am PC mit blinden und sehbehinderten Schülerinnen und Schülern über pädagogisches Arbeiten bis hin zur Einführung in die Marburger Mathematikschrift und Vorstellung des Mathematikprogramms MuPAD. Ein großer Teil des 2-tägigen Seminars beschäftigte sich mit der praktischen Arbeit am PC, wobei die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit hatten, die vorgetragenen Inhalte sofort am PC auszuprobieren, wodurch der Lerneffekt gesteigert wurde. Die Praxisrelevanz der einzelnen Vorträge wurde durch die Tatsache erhöht, dass einige der Vortragenden selbst sehbehindert bzw. blind waren. Dies erlaubte Ihnen speziell auf die Bedürfnisse blinder bzw. sehbehinderter Kinder einzugehen. Zusammenfassend kann man sagen, dass dieses Seminar vielen Kolleginnen und Kollegen eine der wenigen Möglichkeiten zur gezielten Informationssammlung über dieses Fachgebiet und zum Austausch untereinander bot. Dies geschah nicht nur während der einzelnen Vorträge, sondern konnte auch am Abend in gemütlicher Runde bei einem Glas Wein fortgesetzt werden. Beatrix Rupp %%% Briefe und e-mails Danube International School Vienna 19. 02. 2003 Sehr geehrte Frau Prof. Alteneder, Wir möchten uns herzlich dafür bedanken, dass wir Ihren Turnsaal während unserer Projektwochen von Ihnen freundlicherweise zur Verfügung gestellt bekommen haben. Auf ein baldiges Wiedersehen, Mit freundlichen Grüßen John R. Plommer Direktor Österreichischer Blinden- und Sehbehindertenverband Landesgruppe Wien, Niederösterreich und Burgenland 1140 Wien Hägelingasse 4-6 Tel. 01/98189-0 Fax: 01/98189103 Internet: www.braille.at e-mail: office@braille.at An die Lehrmittelzentrale am Bundes-Blindenerziehungsinstitut zH Frau Alteneder Wien, 17. 02. 2003 Sehr geehrte Frau Alteneder! Im Namen des Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (Landesgruppe Wien, NÖ und Bgld.) möchten wir uns bei Ihnen sehr herzlich bedanken, dass Sie uns auch heuer für unsere Station "Sehen- Fühlen-Miterleben" im Rahmen des Wiener Ferienspiels sechs Zeichenbretter mit Zubehör zur Verfügung gestellt haben. Nochmals herzlichen Dank für die freundliche Kooperation Gerhard Höllerer 1. Obmann-Stv. Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Institut für Musikpädagogik Institutsvorstand: o.Univ.Prof. Mag. Dr. Franz Niermann Frau Direktorin Mag. Susanne Alteneder Bundes-Blindenerziehungsinstitut Wittelsbachstraße 5 1020 Wien Wien, 20. Februar 2003 Sehr geehrte Frau Direktorin! Vom 8. bis zum 11. Mai 2003 findet in Wien der Kongress der Europä- ischen Arbeitsgemeinschaft Schulmusik (EAS) statt - in diesem Jahr gemeinsam veranstaltet mit der Wiener Musikuniversität und der Arbeitsgemeinschaft der Musikerzieher Österreichs. Es werden Besucher aus allen europäischen Ländern erwartet. Bisherige EAS-Kongresse haben gezeigt, dass die Möglichkeit Musikunterricht im Gastgeberland des Kongresses zu besuchen und das dortige Schulsystem kennen zu lernen auf großes Interesse der Kongressteilnehmer stößt. Im Kongress- programm sind daher Freitag, 9. und Samstag, 10. Mai, zwischen 8:30 und 10:30 Uhr für die Schulbesuche vorgesehen. Herr Prof. Klaus Keplinger hat sich freundlicherweise bereit erklärt am Freitag, dem 9. Mai eine Musikstunde für die Kongressbesucher zu öffnen und diesen anschließend für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen. Es werden zwischen 5 und 10 Besucher pro Schule erwartet. Wir bitten Sie, unsere Bemühungen die schulische Musikpädagogik in Österreich auf möglichst einnehmende Art und Weise zu präsentieren zu unterstützen und die Besucher gastfreundlich aufzunehmen. Wir ersuchen Sie um folgende Vorgangsweise: 8:30 Uhr: Empfang der Kongressteilnehmer in der Schule durch Sie bzw. Ihre/n Administrator/in und Prof. Keplinger, wenn möglich mit Musik. Eine Begrüßung mit Kaffee wäre natürlich besonders schön. etwa 8:55-9:45 Uhr (Zeit je nach regulärem Stundenbeginn): Unterrichtsbesuch bei Prof. Keplinger 9:45 bis etwa 10:30 Uhr: Nachbesprechung Prof. Keplinger und Kongressbesucher Zugleich ersuchen wir Sie, Prof. Keplinger als Referenten die Teilnahme am Kongress durch Dienstfreistellung zu ermöglichen. Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen o.Univ.Prof. Mag. Dr. Franz Niermann Sehr geehrte Frau Professor Alteneder! Sie haben sicher sehr, sehr viel Arbeit, daher danke ich Ihnen umso mehr für Ihre großartige Unterstützung bei meinen ersten "fotografischen Recherchen" im BBI. Auch alle LehrerInnen sind mir sehr offen und positiv entgegengekommen, auch jenen habe ich zu danken!!! Für die blinden Kinder gehört (möglicherweise?) ihr So-Sein zum Selbstverständlichen, aber ich muss diese mich sehr berührenden Eindrücke erst verarbeiten und kompensieren, um einen nächsten Schritt planen zu können. Dann sollen aber weitere, punktuelle, "künstlerische" Porträts von Kindern/BetreuerInnen ein sehr warmes und intensives Bild von der Situation dieser Menschen vermitteln. (Daher doch in FARBE ...). Ich bitte also noch um etwas Geduld, bzw. um Ihre weitere Unterstützung. Herzlichen Dank, liebe Grüße didi Sattmann Museen der Stadt Wien Karlsplatz 1 1040 Wien sad@m10.magwien.gv.at www.museum-vienna.at kathrin schaller Böcklinstraße 1 1020 Wien 19. März 2003 ab 18:00 - 21:00 Uhr I N S P I R I E R T Hallo! An alle Menschen, die vielleicht Lust haben etwas zu fühlen, zu spüren, das sie vielleicht noch nicht ergreifen konnten! Es handelt sich um eine bildhauerische Arbeit, welche ich mit der Brailleschrift erarbeitet habe! Ich freue mich auf jeden Besuch, jeder der möchte, kann gerne an diesem Abend oder ev. auch Donnerstag, den 20. März oder Freitag, den 21. März 2003 vorbei kommen. Mit freundlichen Grüßen Kathrin Schaller %%% Die Firma Semikron - nicht nur Partner in der Leistungselektronik Nimmt man die Broschüre über Produkte der Firma Semikron zur Hand, liest man in der Einleitung, dass der Name Semikron für Qualitätsnähe, Kundennähe und Anpassungsfähigkeit an die Bedürfnisse des Marktes steht. Ein über Jahre unverändertes Team garantiert durch Kompetenz, Flexibilität und Einsatzbereitschaft den optimalen Nutzen für Firmen und Kunden. Was nicht in der Broschüre steht, ist das soziale Engagement der Firma Semikron. Vom "unveränderten Team" kennen wir seit nahezu zwei Jahren Herrn Ing. Wallner und Herrn Ing. Krätschmer. Im Dezember 2001 überreichten uns die beiden Herren im Rahmen einer Pressekonferenz im BBI einen namhaften Scheck, um den Computerausrüstung, zusätzliche Turngeräte sowie Snowblades für den Schikurs angeschafft wurden. Und auch im Dezember 2002 erhielten wir wieder einen Geldbetrag. Diesmal erfolgte die Übergabe ohne Publikum, aber jeder soll davon wissen! Herr Ing. Wallner und Herr Ing. Krätschmer wurden von der prov. Leiterin zu einem Rundgang durch das Haus eingeladen und konnten sich vom Einsatz unserer technischen Geräte und der Turngeräte überzeugen. Auch in diesem Jahr wurde der Geldbetrag zweckgebunden verwendet. Nachdem die Firma Semikron eine "technische" Firma ist, wurde gemein- sam beschlossen, das Geld in erster Linie für Flachbildschirme und - zum körperlichen Ausgleich - in eine Hängewackelbrücke für unsere Kleinen zu investieren. Wir danken der Firma Semikron und sind stolz auf unsere engagierten Partner! Susanne Alteneder prov. Leiterin $$$ Erleben - begreifen %%% Wie unser Klausi ein "großer" Schulbub wurde Unser Sohn Klaus Pircher wurde wenige Sekunden nach seinem Zwillingsbruder Peter am 22. Juni 1996 um 15 Wochen zu früh mit 500 Gramm im AKH Wien geboren. Wenngleich beide unreife Lungen hatten und sich in einem äußerst kritischen Zustand befanden, überwand Peter mit der Zeit die gröbsten Schwierigkeiten und konnte nach 5 Monaten Intensivstation nach Hause kommen. Klaus bekam bald nach der Geburt eine Sepsis infolge eines Darmdurchbruchs, ein Stück des Darms wurde entfernt, künstliche Darmausgänge wurden angelegt, weitere Operationen nötig. So wie bei seinem Bruder wurde eine Netzhautablösung diagnostiziert, die anders als bei diesem nicht zum Stillstand gebracht werden konnte. Nach langer Zeit des Kampfes und des Bangens konnten wir dann Klausi endlich nach 9 Monaten zu uns nach Hause nehmen. Mit viel Liebe und Pflege umsorgt und - begleitet von therapeutischen Maßnahmen - gestalteten sich ihre ersten Jahre. Klausi jedoch erblindete vollständig, daneben manifestierte sich seine Cerebralparese. Außerdem lehnte er feste und bröcklige Nahrung ab und wurde zunehmend geräuschempfindlich, wodurch viele Unternehmungen recht schwierig wurden. Als Klaus mit 4 Jahren dann den Kindergarten im Blindeninstitut besuchte, hofften wir sehr, dass sich seine Toleranz insbesondere gegenüber akustischen und taktilen Reizen bessern würde. Im Jahr darauf konnte aber Klaus den Lärmpegel und die Reize im "neuen", ums Doppelte angewachsenen Integrationskindergarten nicht mehr ertragen und so schwand mein Optimismus bezüglich seiner Toleranz ziemlich. Klausi blieb jetzt zu Hause und zeigte sich sensibler denn je. Das Weinen eines Kindes, das Bellen eines Hundes, eine Ansammlung fremder Menschenstimmen, der Lärm von Bauarbeiten etc. brachten ihn total zur Verzweiflung; infolge auch mich, weil ich dann eiligst versuchte, die jeweilige Örtlichkeit zu verlassen. Vor 10 Monaten dann meldete ich unseren Klausi für eine Basale Klasse an, wo ich wieder Hoffnung schöpfte und zumindest den Eindruck hatte, dass das der richtige Weg sei und dass er in dieser Einrichtung vielleicht eine liebe Aufnahme finden würde. Da sich Klausi aber in den darauffolgenden Monaten wieder besonders sensibel zeigte, begann ich im Sommer wieder zu bangen und zu zweifeln und als ich dann zu Schulbeginn seine ersten Reaktionen in der Klasse erlebte, schienen meine Zweifel bestätigt. Mit viel Verständnis, Geduld und Einfühlungsvermögen schafften es aber seine Lehrerinnen mit der Zeit, Klausi das Gefühl zu vermitteln, dass er willkommen ist und nichts zu befürchten hat; ja, dass man sogar Spaß haben kann und dass es viele neue Dinge und Reize zu entdecken gibt. Und das für mich so Unglaubliche geschah: In relativ kurzer Zeit begann sich Klaus auch in seinem Verhalten zu Hause zu verändern. Er war zwar unmittelbar nach der Schule ziemlich müde, aber nach einer mehr oder weniger langen schöpferischen Pause war er lustiger und sprühender denn je. Plötzlich wollte er gar nicht mehr aufhören zu "plaudern" und zu singen, zu musizieren und zu lärmen. Irgendwie schien es als wäre er aus einem Schlaf wachgeküsst worden. Auf dem Weg in die und von der Schule singt und trällert er jetzt und wie ich höre ist er auch in der Klasse eifrig dabei; er ist bereit, sich mit neuen Reizen auseinander zu setzen, toleriert die akustischen Darbietungen seiner Klassenkameradinnen immer besser und hat zunehmend Spaß am Zusammensein mit anderen. Natürlich gibt es Zeiten, wo das nicht ganz so klappt, insbesondere dann, wenn Klausi unausgeschlafen und eher grantig ist. Dann wiederum braucht er die Möglichkeit, sich zurückzuziehen und sich zu beruhigen. Insgesamt bemerke ich, dass es Klaus seit dem Schuleintritt besonders gut geht und meine Befürchtungen nicht eingetreten sind. Diese neue Freude färbt natürlich auf die unmittelbare Familie ab; auch Klausis Papa und Zwillingsbruder sind erleichtert und glücklich. Vor allem aber sind wir dem lieben Lehrerteam sehr dankbar, dass sie Klausi so liebevoll geholfen haben sich einzugewöhnen, und mir, meine Ängste immer mehr abzulegen. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch weiterhin über nette Erlebnisse berichten können. Judith Wölfer %%% Besuch im Franziskanerkonvent Wien Am 30. Oktober 2002 besuchten die beiden 3. Volksschulklassen und Schüler der ersten Volksschulkasse das Franziskanerkloster in Wien. Unser Gastgeber war Bruder Elias, der Guardian des Klosters, ein seit längerem - immer zum Festtag des heiligen Franz und zur Weihnachtszeit - gern gesehener Gast am BBI. Die Kinder hatten schon einiges über Kloster, Orden und den Heiligen gehört und Kutte und Schnur (mit den drei Knoten, jeder für ein Gelübde) genau erforscht. Die Idee, die Kinder ins Franziskanerkloster einzuladen, ergab sich von der Möglichkeit her, sie Geschichten aus dem Leben des heiligen Franz in Gestalt von Marmorreliefs in der umgestalteten und nun wieder neu eröffneten Antoniuskapelle ertasten zu lassen. Auch sonst würde es einiges Interessantes zu spüren und zu hören geben. Also kamen wir eines schönen Herbsttages der Einladung nach und fuhren mit der Straßenbahn zum Kloster der Franziskaner in der Wiener Innenstadt. Wir wurden sehr herzlich empfangen und gleich in die Antoniuskapelle geführt und das Erforschen mittels Tastsinn konnte beginnen. Für die Kinder war das Ertasten der Pieta, des toten Jesu in den Armen seiner Mutter Maria, und des großen goldenen Kreuzes eigentlich noch eindrucksvoller als das der Marmorreliefs. Doch letztere kennen zu lernen diente der Vertiefung des Unterrichts, man konnte zum Beispiel der Geschichte nachgehen, in der der heilige Franziskus den Streit zwischen Bischof und Bürgermeister von Assisi schlichtete: "Herr mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens..." Dann durften wir den Chor der Mönche betreten und uns an eine der ältesten Orgeln Wiens setzen. Das hohe Chorgestühl und das Riesenevangeliar beeindruckten die Kinder tief. Wir befanden uns nun direkt im Rücken des sehr hoch aufgebauten Hochaltares der Kirche und es umfing uns eine feierliche Stimmung. Im Glockenturm stieg dann unser Zivi Philipp auf einen Stuhl, um mit den Händen eine Glocke der Kirche zu läuten. Er zog am Seil und das Glockengeläut erklang so hoch oben, dass wir kaum etwas davon hören konnten. Die Spannung war groß, zumal Philipp uns, vom Glockenseil hoch gezogen, fast davonflog. Das gab ein Hallo! Im riesigen Refektorium, dem Speisesaal der Mönche, das Platz für 200 von ihnen bietet (derzeit gibt es leider nur 14), durften wir dann an den großen Tischen sitzen und bekamen Saft und Kuchen aufgewartet. Die lustige Statue des heiligen Franz "untermalte" den Vortrag von Bruder Elias - man durfte Kutte und Kapuze des Heiligen ertasten und die Kapuze von Bruder Elias aufsetzen. Dann regnete es förmlich von Gaben auf uns herab. Jedes Kind bekam ein Tau-Kreuz zur Erinnerung. Den sehenden Kindern der Integrationsklasse wurden Aufkleber mit dem heiligen Franziskus und Büchlein mit den Lebensgeschichten der kürzlich seliggesprochenen Kinder Francisco und Jacintha von Fatima mitgegeben. Natürlich bekam dann noch jeder eine Schokolade als Wegzehrung. Strahlend und glücklich, sehr befriedigt von unserem so gut gelungenen Lehrausgang, stellten wir uns dann alle dem Abschiedsfoto. P.S.: Von den Kindern selbst kam später die Idee, Bruder Elias doch ein Geschenk zu machen. Also wurde eine Kerze mit selbst ausgestochenen Wachsmotiven beklebt. Das Geschenk wurde bei der nächsten Gelegenheit übergeben und bereitete ganz besonders große Freude! Gerda Mathews %%% Die lange Nacht der Oper Am 3. Dezember 2002 besuchten die 3. HS und die 4. HS des BBI mit den Lehrkräften Klaus Keplinger, Elisabeth Stanetty und Sabine Tömböl im Rahmen einer Aktion der Wiener Staatsoper diese ehrwürdige Institution "backstage". Die Schülergruppe wurde bereits am Nachmittag in Empfang genommen und erlebte als ersten Programmpunkt einen umfassenden Vortrag zur Geschichte der Oper, etwa über architektonische Details oder die Abfolge der verschiedenen Direktoren und Dirigenten. Im Anschluss folgte ein ausgedehnter Rundgang durch einige der wichtigsten Räumlichkeiten des beeindruckenden Bauwerkes. Die Schüler, die sich während der gesamten Führung sehr interessiert zeigten, erlebten den Prunksaal, den Orchestergraben, den Regieraum, die Künstlergarderoben sowie jenen "heiligen" Raum, in dem die Opernstars vor ihrem Auftritt die letzten Einsingübungen absolvieren. Jede dieser Stationen wurde durch Erklärungen vor Ort und haptische Eindrücke unterstützt. Zum richtigen Zeitpunkt gab es eine kurze Unterbrechung in der Kantine, bei der sich die Schüler stärken konnten. Gleich danach führte die Tour noch rasch direkt in das Bühnenbild, das für die Oper des Abends bereits aufgebaut war und einen informativen Eindruck von der Dekoration vermittelte. Und dann das Großereignis des Abends: Die Schüler und ihre Begleiter erlebten eine eindrucksvolle Aufführung von Richard Strauss "Rosenkavalier", die durch die Komplexität der Handlung und die Schwere der Musik jedoch auch hohe Konzentration von den jungen Zuhörern forderte. Und auch wenn dementsprechend nicht jeder der Schüler die Oper bis zum späten Schluss verfolgte, so waren sich dennoch alle Besucher einig - ein äußerst gelungener Opernbesuch! Sabine Tömböl %%% Oper ist Cool Dass die Wiener Staatsoper unter Direktor Ioan Holender ein besonders großes Herz für Kinder hat, ist bekannt. Der Erfolg des mobilkom- Kinderopernzelts auf der Dachterrasse stößt international auf große Neugierde, zuletzt wurden Vertreter der Wiener Staatsoper zu Tagungen nach London und Leipzig eingeladen, um dort über ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der Kinderoper zu berichten. Um auch Teenager für Oper und Ballett zu begeistern, die man mit den Aufführungen im Kinderopernzelt altersmäßig nicht mehr erreichen kann, hat Direktor Ioan Holender im Herbst ein neues Projekt initiiert. Über Vermittlung des Österreichischen Kulturservice (ÖKS) werden zwei bis drei Mal pro Monat Schulklassen zum Preis von Studentenkarten eingeladen, Vorstellungen zu besuchen. Drei Stunden vor Aufführungsbeginn werden die Jugendlichen von den Mitarbeitern der Dramaturgie in Empfang genommen. Vom Chefdramaturgen Peter Blaha (Oper) bzw. vom Ballettdramaturgen Alfred Oberzaucher erhalten sie zunächst Informationen über Oper und Ballett im allgemeinen und über die Wiener Staatsoper im Besonderen sowie eine kurze Werkeinführung. Danach haben sie die Gelegenheit, auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Höhepunkt dabei ist eine technische Führung auf der Bühne unmittelbar vor Vorstellungsbeginn, die von Ing. Reinhard Seifert oder einem anderen Mitarbeiter der Technik vorgenommen wird. Nach Ende der Vorstellungen können die Jugendlichen mit einigen Künstlern des Abends über ihre Eindrucke diskutieren. Die bisherigen Erfahrungen waren äußerst erfreulich und haben gezeigt, dass selbst Jugendliche, die zuvor noch nie in einer Opernaufführung gewesen sind, durch diese Art der Vermittlung für das Musiktheater begeistert werden können. So meinte etwa ein Mädchen nach der vierstündigen Aufführung der Frau ohne Schatten von Richard Strauss, sie hatte so etwas Schönes noch nie zuvor erlebt. Erfreulich ist auch, dass nicht nur Mittelschulen und Gymnasien von diesem neuen Service Gebrauch machen. Denn es konnten u. a. bereits Schülerinnen einer Glasfachhochschule aus Tirol, des TGM in Wien sowie der Blindenschule in der Wiener Staatsoper begrüßt werden. Das Projekt wird fortgesetzt. Aus: pro:log das Journal der Wiener Staatsoper Heft 65, Jänner 2003 %%% Skitag für die HAS Eine willkommene Abwechslung vom Schulalltag einiger Handelsschüler war am 20. Februar der Skitag in Annaberg. Bei wunderschönem Wetter und herrlichen Temperaturen stand dem Spaß nichts mehr im Wege. Dank der Aktion SKI4FREE von Wien Energie und zahlreichen Sponsoren war das günstig zu verwirklichen. Ziel dieser Aktion ist es, der Jugend den Stellenwert Österreichs als Wintersportnation Nummer 1 durch aktives Betreiben der Sportart noch näher zu bringen. Für den minimalen Kostenbeitrag von Euro 15,-- bekamen die Schüler Transport, Getränke im Bus, Leihmaterial (Salomon Carver) und natürlich die Tageskarte für den Skilift. Für unsere drei Anfänger wurde ein eigener Skilehrer zur Verfügung gestellt. Während sie ihre ersten Erfahrungen auf Skiern sammelten, flitzten ihre Kollegen mit den engagierten Begleitpersonen die Pisten hinunter. Der Tag war eine gelungene Aktion und wir hoffen alle auf eine Wiederholung im nächsten Jahr. Bild: Stephanie Juch und Beatrix Klinger mit ihrem Skilehrer, der ihnen sehr gut die ersten "Schritte" auf Ski näher brachte. Dolores Plutsch %%% Neuigkeiten aus dem Schülerparlament Am 28. 1. 2003 wohnten Canan und ich einer Sitzung des Schüler- parlamentes bei. Zirka um neun Uhr morgens wurden wir von einer Sozialarbeiterin abgeholt, die uns begleiten und auch während der Sitzung im Schülerparlament in unserer Nähe bleiben sollte, falls wir Hilfe benötigten. Trotz Rollstuhls bewältigten wir die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Schwierigkeiten. Ein Gastredner aus dem Stadtschulrat referierte über das "Jugendwahlrecht" und andere gesetzliche Bestimmungen. Danach konnten Fragen gestellt werden. Dem folgte eine Diskussion unter uns Schülern, bei der jeder seine Meinung zu diesen Themen äußern konnte. Es wurde vorwiegend über das Thema Jugendwahlrecht diskutiert. Ein Schüler vertrat die extreme Meinung, Erwachsene für ihre Kinder wählen zu lassen, so lange diese noch nicht wahlberechtigt wären. Diese Meinung wurde von den anderen im Saal nicht geteilt. Nach dieser Diskussion wurde von der Landesschulvertretung (LSV) der Arbeitsbericht für das erste Semester vorgelegt, der an alle Schulen ausgesendet werden soll. Nach einer kurzen Pause wurde mit der Stellung von Anträgen begonnen. Den Anfang machte ich, in dem ich das Thema Integration von Behinderten in "normalen" Schulen zur Diskussion in den Raum stellte. Mich interessierte die Meinung von Schülern, die in ihrem Alltag nicht mit diesem Thema konfrontiert werden. Das Echo war positiv. Es meldeten sich vor allem Schüler, die mit behinderten Schülern schon Erfahrungen gemacht hatten. Einige Meinungen und Stellungnahmen zu diesem Thema: Ein Schüler aus der HTL Ungargasse meinte zu diesem Thema, dass in dieser Schule, in der auch eine Handelsschule und eine Handelsakademie untergebracht sind, behinderte Schüler in allen Unterrichtsgegenständen integriert werden. Ein anderer Schüler erwähnte, dass er vier Jahre mit einem geistig behinderten Schüler in einer Klasse war und meinte, dass es für alle Schüler eine bereichernde Erfahrung war. Ein Schüler aus der Rudolf Steiner-Schule hatte zu diesem Thema folgendes zu sagen: In diese Schule ging einmal ein Schüler mit schwerer Epilepsie. Dass ein Aufzug gebaut wird, kommt für diese Schule nicht in Frage. Mitschüler halfen dem Epileptiker bei der Überwindung der Stufen. Es gab Schüler, die kundtaten, dass es in ihren Schulen Aufzüge und in wenigen Fällen sogar behindertengerechte WC-Einrichtungen gab, wobei ein Schüler auf das Problem hinwies, dass die Aufzüge nur vom Personal, nicht aber von Schülern benutzt werden dürfen. Schließlich einigten wir uns auf einen Antrag, in dem wir mehr finanzielle Unterstützung für Integration von Behinderten an Schulen forderten. In der ganzen Diskussion sprach man nur von baulichen Einrichtungen wie Liften, Rampen und behindertengerechte Sanitäranlagen, nicht aber von Hilfsmitteln im Unterricht. Der LSV beschloss spontan einen Sozialausschuss einzurichten, in dem genauer auf das Thema Integration eingegangen werden kann. Weiters wurden folgende Anträge gestellt: 1. Die Umbenennung des Karl-Lueger-Ringes in Berta von Suttner-Ring und des Karl-Lueger-Platzes in Platz des 8. Mai. Kurze Information am Rande: Karl Lueger war Bürgermeister von Wien und ein Antisemit. Berta von Suttner war die erste Friedensnobel- preisträgerin und am 8. Mai 1945 befreiten die Alliierten Österreich vom Naziregime. 2. Eine Schule rief ein Projekt mit dem Namen "Freiraum" ins Leben. Bei diesem Projekt geht es darum, dass an manchen Schulen zu wenig Raum für die Pausengestaltung vorhanden ist. An sogenannten Aktionstagen zwei Wochen vor Schulschluss wollen Schüler, indem sie sich auf einen ausgebreiteten Rasenteppich auf die Straße setzen, auf dieses Problem aufmerksam machen. Interessenten werden noch gesucht! 3. Ein Antrag gegen den Krieg im Irak 4. Die LSV sollte bei jeder Sitzung Bericht erstatten, was aus den Anträgen der vergangenen Sitzung geworden ist. Diese Anträge und andere wurden vom Schülerparlament angenommen. Weitere Beschlüsse können erst nach der nächsten Sitzung bekannt gegeben werden. Allgemeine Informationen für Interessierte: Im März ist eine Kundgebung gegen den möglichen Krieg im Irak von Schülern organisiert. Leider weiß ich noch keinen konkreten Termin, doch ich warte auf eine Verständigung und verspreche Informationen weiterzu- leiten. Da ich bei der ersten Sitzung nicht dabei sein konnte, habe ich mich um einen Informanten von einer anderen Schule bemüht, von dem ich weiß, dass es einen Schüleranwalt gibt, der unabhängig die Interessen der Schülerinnen und Schüler vertritt. Er ist am Dienstag und Donnerstag von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr unter der Nummer (01) 778017 zu erreichen. Angelika Gruber Orientierungsklasse %%% Klein ganz groß Über Empfehlung und durch finanzielle Unterstützung des ÖKS gastierte am 21. Februar 2003 die Jazzlegende Oscar Klein (tp, git, mouthharp und Moderation) gemeinsam mit der ganz hervorragenden Kathi Kern (git, voc) und Heini Altbarth (dr) für eine Musikhörstunde am BBI. Im Rahmen dieser Veranstaltung erhielten die Schüler geschichtliche Daten und Stories zur Entwicklung des Blues und Jazz. Jede der angesprochenen Phasen wurde mit Musiksequenzen unterlegt und so akustisch zum Leben erweckt. Der Klangbogen spannte sich von der Zeit der Sklavenunterdrückung bis zur Gegenwart und präsentierte die Vielfalt dieser musikalischen Stilrichtung auf eindrucksvolle Weise. Kathi Kern, die mit ihrem enormen Können überzeugte, spielte unter anderem als Solo einen sehr alten und äußerst authentisch aufbereiteten Song über eine allein gelassene Frau (Themen wie dieses sind im Blues übrigens häufig vertreten), bei dem es im Publikum "mäuschenstill" wurde. Während des gesamten Konzerts spendeten alle Anwesenden heftigen Applaus und genossen die Darbietung sichtlich. Für die Verfasserin dieser Zeilen wurde es am Schluss des Konzerts spannend: Sie durfte mit der Band zwei Jazzstandards interpretieren und tat dies mit großer Freude, da ein Auftritt mit Oscar Klein allemal ein Ereignis ist, wiewohl sich der Künstler menschlich als einigermaßen eigenwillig entpuppte. Nichtsdestotrotz - es war ein musikalisch sehr gelungener Vormittag! Sabine Tömböl %%% Präsentation einer Projektarbeit Am 12. März 2003 war es so weit! Die dritte Klasse der Handelsschule präsentierte ihr Projekt mit dem Thema "Die ÖBB - eine Organisation und ihre Mitarbeiter im Dienste der Reisenden". Was für die Zuhörer und Zuseher so selbstverständlich wirkte, war das Ergebnis von sehr viel und sehr diszipliniertem Arbeiten. Nicht nur, dass die Projektarbeit selbst pünktlich zum selbst gewählten Zeitpunkt fertig war, sollte der Inhalt auch noch für andere gut verständlich aber auch ansprechend und spannend verpackt werden. Dazu mussten die Schüler erst einmal ein "Drehbuch" für ihren Auftritt schreiben. Was sollte von wem und in welcher Form präsentiert werden? Wie kann man die Aufmerksamkeit seines Publikums für zirka eine halbe Stunde aufrecht erhalten? Hilfsmittel wie "Sprechen mit verteilten Rollen", eine einfache, gut strukturierte "Power-Point-Präsentation" am PC und "Rollenspiele" wurden von Anja, Christoph, Daniela und Ursula ausgezeichnet eingesetzt. Auch auf die richtige Körperhaltung, Lautstärke beim Sprechen in einem großen Raum und auf die äußere Erscheinung mussten wir achten. Für die Vier waren die Wochen davor eine harte Zeit. Wir haben zwar in den Unterrichtsstunden das Wichtigste einstudiert, aber ihre Rollen lernen und den Ablauf immer wieder üben mussten die Handelsschüler natürlich nach dem Unterricht. Für diesen Einsatz gebührt ihnen besonders viel Anerkennung. Das geht nur gemeinsam und miteinander, sonst scheitert man kläglich. Wie die gemeinsame Arbeit an dem großen Ziel die Gruppe zusammengeschweißt hat und wie wichtige Lernprozesse jedes einzelne Gruppenmitglied durchmachen musste, hat Anja im Abschnitt "Erfahrungen" wiedergegeben: "Mehrmals besuchten wir die Mitarbeiter des Reisebüros am Westbahnhof. Diese gaben uns ausführliche Informationen zum Thema Reisebüro- assistent. Auch wenn uns viele peinliche Dinge passierten, wie zum Beispiel, dass wir über die Stühle stolperten oder oft zu den falschen Schaltern gingen, weil wir die darüber hängenden Wegweiser nicht lesen konnten, hat es uns viel Spaß gemacht. Aber wir waren auch geduldig, wie wir zum Beispiel auf der Suche nach einem Schaffner am Bahnsteig waren. Bei Regenwetter sind diese schwer zu finden, ganz besonders, wenn es noch so kalt ist. Aber wir schafften es schließlich doch noch, bevor der Zug abfuhr, unsere Informationen zu bekommen. Bei dem Lokführer war es einfacher. Da gab es nämlich ausreichend Material im Internet, das uns eine große Hilfe war. Bei dem Bahn-Service Security war es ganz toll. Der Vater einer Mitschülerin gab uns die Informationen. Wir führten viele Telefonate und wir warteten auch manchmal wochenlang auf eine Rückmeldung per E-Mail. Wir haben gelernt, dass es wichtig ist, dass man sich innerhalb einer Gruppe auf die Mitglieder verlassen können muss, denn sonst wird man nie fertig." Wir dürfen uns alle mit Anja, Christoph, Daniela und Ursula über deren schönen Erfolg freuen. Halten wir die Daumen, dass es ihnen auch bei der Abschlussprüfung so gut gehen wird! Hermine Jira Projektleiterin %%% "Die ÖBB - eine Organisation und ihre Mitarbeiter im Dienste der Reisenden" Am 12. März fand um 9:00 Uhr im Festsaal des Blindeninstitutes eine Präsentation zum Thema "Die ÖBB - eine Organisation und ihre Mitarbeiter im Dienste der Reisenden" statt. Die drei Schülerinnen und ein Schüler der 3. HAS führten das Projekt im Rahmen ihrer Abschlussprüfung im Unterrichtsgegenstand "Betriebswirtschaftliche Übungen und Projektarbeit" durch. Die Darbietung fand großes Interesse, die Sitzplätze des Festsaales waren nahezu alle besetzt. Ursula Raunig, Daniela Kurz, Anja Kammerer und Christoph Lagler erschienen festlich gekleidet und strahlten eine angespannte Würde aus. Zuerst bekamen die lauschenden Zuhörer einen knappen Überblick über den organisatorischen Aufbau und die Geschichte des Unternehmens. Besondere Angebote und Lösungen der ÖBB für ausgewählte Zielgruppen (zB Behinderte, Radfahrer ...) im Bereich des Personenverkehrs wurden angeführt und dargestellt (Produktbeschreibung, Tarife, besondere Ausstattungen etc.). Es wurden auch exemplarisch einige Produkte hinsichtlich der Leistung und der Kosten mit individuellen Lösungen (zB Auto) verglichen. Weiters wurden einige wichtige Berufe aus den dargestellten Bereichen hinsichtlich der innerbetrieblichen Ausbildung beschrieben. Eine gelungene PowerPoint-Präsentation begleitete die mündliche Darbietung der Schüler. Durch ein Rollenspiel wurde die Atmosphäre aufgelockert und darüber hinaus das besondere Angebot der ÖBB veranschaulicht. Zum Schluss bedankte sich Christoph stellvertretend für die gesamte Projektgruppe bei allen, die bei der Projektarbeit geholfen haben. Ein lauter anhaltender Applaus war Lohn für die Handelsschul-Truppe. Sie hat ihre Arbeit wirklich professionell gemacht! Edith Panzer Deutsch- und Textverarbeitungslehrerin der HAS %%% Präsentation der 3. Handelsschule Jede Klasse der Handelsschule muss in der 3. Schulstufe eine Präsentation halten. Das Thema ist "ein Unternehmen". Es ist nicht erlaubt zB ein Buch zu präsentieren. Am 12. März 2003 hatten unsere Schüler der 3. Handelsschule - Anja, Christoph, Ursula und Daniela - die Präsentation ihrer Projektarbeit. Zu dieser Präsentation kamen Frau Prof. Alteneder, die prov. Leiterin, Herr OStR Prof. Haslinger, der ehemalige Direktor, unter dessen Leitung die Führung der Handelsschule am BBI bewilligt wurde, Frau Prof. Jira, die Projektleiterin, Frau Prof. Wiesenhofer, die Klassenvorständin der 3. HAS, Lehrerinnen und Lehrer des BBI, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BBI, Eltern der Präsentanten, ein Vertreter der ÖBB, die Schüler der Orientierungsklassen, der Polytechnischen Schule, der Gewerblichen Berufsausbildung, der 1. und 2. Handelsschule und darunter auch ich. Meine Klasse (HAS 2) war dort anwesend, weil wir im nächsten Jahr unsere Präsentation abhalten müssen. Um 9:00 Uhr ging es dann los. Frau Alteneder hielt eine kurze Ansprache und übergab dann den Präsentanten das Wort. Als Hilfsmittel verwendeten die Schüler Stichwortzettel und projizierten per PC während der Präsentation Stichworte an eine Leinwand. - Zur besseren Verständlichkeit inszenierten sie zwei Rollenspiele, in denen der davor gesagte Text noch einmal zusammengefasst wurde. Die Schüler erwähnten Vor- und Nachteile der Eisenbahn, wie man sich als Sehbehinderter mit den Bahnen zurechtfindet und die Kombinations- möglichkeit von Bahn und Auto. Nach der Präsentation fassten die Schülerinnen und der Schüler alles noch einmal zusammen. Diese Zusammenfassung wurde auch an die Leinwand projiziert. Anschließend bedankten sie sich bei Frau Prof. Jira für Ihre Hilfestellungen während der Vorbereitungen und schenkten ihr einen großen Blumenstrauß, in den auch Zuckerl gebunden waren. Frau Prof. Alteneder, Frau Prof. Wiesenhofer und Herr OStR Prof. Haslinger erhielten zur Erinnerung die Projektarbeit in gebundener Form. Ich muss sagen, dass ich durch dieses Erlebnis Motivation für mich gesammelt habe und ich freue mich schon auf die Projektarbeit im nächsten Jahr. Danijel Krnjeta, 2. HAS %%% Mit Musik geht alles besser! In der Woche von 10. - 14. März 2003 fand zum bereits 19. Mal die Veranstaltung "Musik aktiv" statt. Diese von Musikhauptschuldirektor Walter Kern ins Leben gerufene Aktion bietet allen Schülern, die Spaß an der Darbietung von Musik und Tanz haben, Gelegenheit zur Aufführung ihrer Werke. Dabei zählt lediglich die Freude, sich musikalisch zu betätigen, es gibt keinerlei Wertung. Am 11. März 2003 war es sowohl für die 7. ASO als auch für die 4. HS des BBI so weit: Beide Klassen nahmen unter der Leitung von SOBL Sabine Tömböl teil, Prof. Klaus Keplinger hielt das Geschehen dokumentarisch in Ton und Bild fest. Den Beginn machte die 7. ASO, die das Lied vom "Jungen Tambour" szenisch aufführte. Dominik, Dragan und Daniela trugen Verkleidungen als Trommler, König und Prinzessin, die Erzähler Jürgen und Mario führten durch das gesamte Geschehen, Marija unterstützte rhythmisch. Das Publikum, das ebenfalls aus Schülern und Lehrern bestand, dankte den jungen Darstellern mit entsprechend großer Begeisterung. Im Anschluss konnten alle Anwesenden einen weiteren Höhepunkt erleben: Die 4. HS, unter Mitwirkung von Kristina aus dem Poly sowie Sandra aus der Korbflechterei, gab Einblick in ihr musikalisches und darstellerisches Können. Der Shakira-Superhit "Whenever, wherever" schlug bei den jugendlichen Zuhörern, deren Lehrern und den Veranstaltern gleichermaßen ein. Selbst Walter Kern sah, während Kristina sang, mehrmals ungläubig auf ihre Lippen, um sich von der Echtheit des Live-Gesanges zu überzeugen. Frenetischer Applaus und lang anhaltende "Zugabe!"-Rufe belohnten die Protagonisten reichlich. Nach dem Ende der Darbietungen kamen sogar Schüler anderer teilnehmender Klassen und gratulierten unseren jungen Künstlern. Somit war die Teilnahme auch heuer eine große Freude und ein voller Erfolg, der eine Mitwirkung im nächsten Schuljahr beim "Jubiläums-Musik aktiv" für diese beiden Klassen des BBI sehr wahrscheinlich macht ...... Sabine Tömböl $$$ Projekte %%% Schulwettbewerb: "Was Europa bewegt" Eine Initiative des Bundesministeriums zur EU-Erweiterung Liebe Leserinnen und Leser des BBInfo! Das Kennenlernen "unbekannter" Länder, vor allem, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe zu Österreich befinden, ist das Ziel dieser Aktion. Es geht nicht darum, den "armen Nachbarn" Teilhabe an der gemeinsamen EU zuzugestehen, sondern auch draufzukommen, wie viel wir selbst aus der kulturreichen Region lernen können. Unter Österreichs jungen Menschen überwiegt die Zustimmung zur EU- Erweiterung. Die Befürwortung steigt mit dem Grad der Bildung sowie mit der Größe der Heimatstadt. "Stärkere weltpolitische Bedeutung" und "größere Konkurrenzfähigkeit" lauten die meist genannten Auswirkungen des Zusammenwachsens Europas. Natürlich wurden auch die erwarteten Nachteile angesprochen. Fast ein Fünftel der Befragten hat Angst vor Einkommenseinbußen. Dem steht aber fast ein Drittel gegenüber, das sich bessere Chancen ausrechnet. Im Dezember 2002 begannen wir die Arbeit für den Schulwettbewerb. Alle drei Handelsschulklassen (mit insgesamt 15 Schülerinnen und Schülern) erarbeiteten in den COOL-Stunden (Kooperatives offenes Lernen) die EU- Themen. Da unsere Klassen von Schülern aus den verschiedensten Ländern (Ungarn, Jugoslawien ...) besetzt sind, leitete sich teilweise davon die Zuordnung der Themen ab. Die EU-bezogenen Themen ergaben sich aus der Interessenslage der Schüler. Parallel dazu erfuhren wir im Fach Deutsch etwas über die gesellschaftlichen und wirtschaftliche Aspekte der Medien (Pressefreiheit, Auskunftspflicht, Medienmonopol ...). Eine Exkursion am 18. Dezember zur Verlagsgruppe NEWS ergänzte diese Unterrichtsinhalte. Der Unterrichtsstoff der 2. HAS in dem Fachbereich Geografie bezieht sich auf die Themenbereiche: Tourismus in Europa, Verkehrsmittel und Umweltproblematik, Migration, multikulturelle Gesellschaften ... Die in dem Geografiebuch "Vernetzungen" von Derflinger, Menschik, Hofmann- Schneller, Tutschek enthaltenen Bilder eigneten sich hervorragend als Ergänzung unserer schriftlichen Arbeit. Ende Februar hatten wir die einzelnen Themenbereiche ausgearbeitet. Die sehbehinderten Schüler der 3. Handelsschulklasse bekamen im Fach Textverarbeitung die Aufgabe die Bilder zu scannen und einzufügen. Außerdem erstellten sie das Layout der Zeitung. Die blinden Schüler übersetzten die Schwarzdruckausgabe für den Brailleausdruck, gleichzeitig hatten sie die Aufgabe des zweiten Korrekturlesens. Durch einen Artikel in der Presse wurden wir auf die "Transit-Problematik" aufmerksam. In einem Schreiben an den Vertreter der Europäischen Kommission, Herrn Dipl.-Ing. Doutlik, richteten wir einen Appell an die Kommission in Brüssel. Unser Anliegen bezog sich auf die Wegekostenrichtlinie und die Ökopunkte. Es wurde uns die Beantwortung unseres Schreibens zugesichert. Wir freuen uns, dass uns die Möglichkeit gegeben wurde, unsere Arbeit in der Zeitung des Blindeninstitutes zu veröffentlichen. Dadurch haben wir die Möglichkeit die Mitschüler, alle interessierten Eltern, Freunde, ehemaligen Schüler, Lehrer, Mitarbeiter ... zu erreichen. Für unsere Homepage haben wir die Zeitung als html-Datei abgespeichert und mit Hyperlinks zu den einzelnen thematischen Schwerpunkten versehen. Unter der Internetadresse www.bbi.at finden Sie sowohl im Ordner Schulwettbewerb als auch unter COOL-Projekt eine Ausgabe der Zeitung. Wir haben bei der Projekterarbeitung eine Menge zum Thema Europäische Integration gelernt und sind nun in diesem Bereich viel informierter. Der Gedanke Grenzen abzubauen, wie sie in den Köpfen zwischen Österreich und seinen Nachbarländern bestehen, ist bei uns auf fruchtbaren Boden gefallen. Es hat uns aber nicht gehindert, auch kritisch zu einzelnen Fragen Stellung zu beziehen. Herzliche Grüße aus dem Blindeninstitut senden die Schülerinnen und Schüler der 1., 2. und 3. Klasse der Handelsschule und ihre Projektleiterin Edith Panzer %%% Malen für den Frieden Unter diesem Motto wurden unsere Schüler von Herrn Ferry Ebert, einem Initiator dieser Idee, eingeladen ihre Vorstellungen bildlich umzusetzen. Weltweit beteiligen sich Tausende Jugendliche aller Nationen, unterschiedlicher Rassen und Religionen an diesem Projekt. Die bemalten Leinwände (jede Leinwand hat das Ausmaß 5 m x 1,5 m) werden in New York rund um das Gelände des Ground Zero gespannt und sollen ein Protest gegen jede Form von Gewalt und Krieg sein. Dieses längste Bild der Welt wird auch in das Buch der Rekorde eingetragen werden. Besonders hervorzuheben ist der Einsatz und die spontane Bereitschaft unserer Schüler mitzumachen. Auch aus der Korbflechterei und der Handelsschule wollten einige unbedingt ihre Vorstellungen bildlich umsetzen und so bemalen wir viele Meter Leinwand! Das Malen für den Frieden unserer Schüler wurde auch von der Presse, U-Express, mit einem Bildbericht honoriert. Mehr über dieses Projekt im Internet unter: www.the-art-miles-mural- project.org Horst Ganitzer %%% Auch Blinde haben ihre Vorstellung vom Frieden Die Schülerinnen und Schüler des Blindeninstitutes in der Wittelsbachstraße projizierten sie mit Farben auf eine Leinwand. Die Bilder werden mit anderen von Kindern aus aller Welt heuer auf dem Ground Zero in New York ausgestellt. aus: U-Bahn-Express %%% Nicaragua Herlinde Derflinger Europahof 4/14 4840 Vöcklabruck Tel. 07672/23014 e-mail: h.derflinger@aon.at 6. 01. 2003 Blindenschule ESTELI, Nicaragua Blindenverband MATAGALPA Sehr geehrte Frau Direktor Alteneder! Zum neuen Jahr möchte ich Ihnen alle guten Wünsche senden und lege gleichzeitig einige Bilder bei, die ich im Oktober anlässlich eines Artikels in den TIPS aus Matagalpa bekommen habe. Auch darüber eine kleine Beilage. Danke für Ihre großzügige Unterstützung im Frühjahr. Die ersten Schüler bekommen kursmäßigen Unterricht. Im Moment habe ich nun einen ausführlichen Kostenvoranschlag für das Schuljahr 2003, (beginnt in Nicaragua im Februar und endet Mitte Dezember) aus Matagalpa über 3.000 US-Dollar vorliegen. Ebenso erstmalig habe ich einen viele Seiten umfassenden Bericht vom Blindenverband in Matagalpa. Hier soll erstmals eine Klasse für blinde Schüler eingerichtet werden und die Vorarbeiten laufen bereits. Für den Unterricht in Handfertigkeiten konnte ich noch im Dezember 3 Rollen eines Garnes als Spende einer Fabrik und kostenlos über DHL nach Nicaragua senden. Dank so großartiger Menschen wie Sie es sind, hoffe ich auch noch das nötige Geld zu bekommen. Dies möchte ich meiner Tochter mitgeben, die nach längerer Zeit für 14 Tage Schiurlaub mit ihrer Familie im Februar aus Nicaragua nach Österreich kommt. Haben Sie mal ein E- Mail aus Matagalpa bekommen? Nun ist der in Braille-Schrift von Ihrem Institut geschriebene Brief doch noch angekommen und Gloria bat mich, ihr Ihre E-Mail-Nummer zu schicken. Ich hoffe, Michael hat sich schon gut eingelebt. Bitte sagen Sie ihm herzliche Grüße. Bismark geht es nicht sehr gut, da seine Mutter, die einzige Ernährerin der Familie, erkrankt ist. Ich werde sehen, welche Medikamente sie braucht. Vielleicht kann man diese schicken. Für heute nochmals herzlichen Dank für Ihre großartige Unterstützung und viel Kraft und Energie für das neue Jahr Ihre Herlinde Derflinger /// Blindenverband Matagalpa Die erste Schülergruppe beginnt im Juli 2002 mit dem kursmäßigen Unterricht in der Wohnung der selbst blinden Präsidentin Gloria Gutierrez. 30 Schüler möchten gerne die Braille-Blindenschrift erlernen. Von Frau Direktor Alteneder vom Blindeninstitut in Wien wurde Unterrichtsmaterial gespendet und von Frau Daniela Ostermann, Parndorf, erhielt der Blindenverband Matagalpa eine Braille-Blindenmaschine geschenkt. Mit einer Geldspende von Euro 700,-- wurde Material eingekauft. Für 65 Blinde wurden Blindenstöcke geschickt. Nun werden im Jahr 2003 75 Mitglieder des Blindenverbandes alphabetisiert und Gloria Gutierrez, die Präsidentin, hat im Jänner 2003 einen Kostenvoranschlag über US-Dollar 3000 geschickt. Darin ist auch die Errichtung einer Werkstätte vorgesehen. Das Geld wird von vielen Spendern aufgebracht und am 12. Juni 2003 gibt es hier in Vöcklabruck ein Benefizkonzert mit dem Titel "MUSICA TIPICA NICARAGUENSE" - verbunden mit Lesung von nicaraguanischen Schriftstellern. Es soll auch diesen blinden Menschen hier in Matagalpa die Möglichkeit einer Ausbildung zur Sicherung der Lebensgrundlage und damit ihrer Würde gegeben werden. $$$ 200 Jahre Blindenbildung im deutschsprachigen Raum %%% Beschreibung eines gelungenen Versuches blinde Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit zu bilden (Teil 1) (Dies ist eine Abschrift, in der die Rechtschreibung aktualisiert wurde. Sie ist daher im strengen Sinne nicht zitierfähig!) Titelblatt: Beschreibung eines gelungenen Versuches blinde Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit zu bilden von Johann Wilhelm Klein Direktor des k. k. Blinden-Institutes in Wien 4. Auflage mit einem doppelten Anhange. Wien, 1822 bei dem Verfasser im k. k. Blinden-Institut /// Vorrede Die im Jahr 1805 in der ersten Auflage erschienene Beschreibung eines gelungenen Versuches, blinde Kinder zur bürgerlichen Brauchbarkeit zu bilden, enthält die erste Probe meiner Unternehmung zur Erziehung und Unterweisung blinder Kinder. Die der gegenwärtigen neuen Auflage dieser kleinen Schrift angehängte Nachricht von der Erziehungs- und Bildungsanstalt für blinde Kinder in Wien, liefert den deutlichsten Beweis von dem glücklichen Fortgange, welchen die Sache durch die Teilnahme der hohen Staatsverwaltung und des wohltätigen Publikum gehabt hat. In einem weiteren Anhang: Das Haus der Blinden, oder Vorschlag zu einer Versorgungs- und Beschäftigungsanstalt für Blinde, wünsche ich alle Menschenfreunde auf eine Einrichtung aufmerksam zu machen, welche ich von jeher zum Besten dieser Unglücklichen für unentbehrlich gehalten habe, und ohne welche die Erziehungs- und Bildungsanstalt ihren Zweck niemals vollkommen erreichen kann. Der segenreiche Erfolg meines bisherigen Bestrebens, den armen Blinden ihr Schicksal zu erleichtern, lässt mich mit Zuversicht hoffen, auch noch die Errichtung eines solchen angemessenen, bleibenden Aufenthaltsortes für die erwachsenen Blinden, wodurch die für diese unsere unglücklichen Mitbrüder erforderlichen Anstalten erst vollständig werden, zu erleben, und die Erfüllung dieses sehnlichen Wunsches werde ich als die schönste Belohnung von der gütigen Vorsehung betrachten. Unter Allen, welche körperliche Fehler haben, erscheinen die Blinden als die Unglücklichsten und Hilfsbedürftigsten. Des edelsten Sinnes beraubt, welcher unentbehrlich ist, die gewöhnlichen Geschäfte zu treiben und selben nachzugehen, fühlen solche Blinde, denen es nicht an Lebensmitteln gebricht, wenigstens das Unangenehme der Geschäftlosigkeit und der Langeweile, die unvermöglichen Blinden aber betrachtet man gewöhnlich als geborne Bettler, wovon jeder noch eine ihm zum Führer dienende Person der Arbeit entziehet. Gleichwohl hat es in ältern und neuern Zeiten unter den Blinden hervorstechende Talente gegeben, welche den Beobachter aufmerksam machen mussten, und dahin leiten konnten, die aus der Natur des Übels selbst entstehende innere Sammlung, den Mangel an Zerstreuung, und die durch stärkere Übung entstehende größere Schärfe der übrigen Sinne, zur Verminderung des Übels und zur Bildung für bürgerliche Brauchbarkeit zu benützen. Diese Betrachtungen, erzeugten in mir den Wunsch, auf diesem Wege Etwas zum allgemeinen Besten beizutragen, und aufgemuntert durch die Teilnahme, welche das Publikum gleich bei dem ersten Antrage wegen einem Blinden- Institute gezeigt hat, wagte ich es, einen werktätigen Versuch zu machen, von dessen glücklichem Erfolge ich hier Rechenschaft geben will. Im Mai 1804 habe ich einen damals 9-jährigen Knaben zu mir genommen, welcher das Unglück hatte, als Kind von 3 Jahren durch die Blattern blind zu werden, so dass beide Augen völlig ausgeronnen sind, mithin an Wiedererlangung des Gesichtes nicht mehr zu denken war. Dieser Knabe, Jacob Braun, der Sohn eines Zimmermeisters in Bruck an der Leitha, verriet von der ersten Jugend an viel Wissbegierde und leichte Fassungskraft, deswegen wurde mir derselbe zu Ausführung meines Versuches, blinde Kinder bürgerlich brauchbar zu machen, von einigen Menschenfreunden empfohlen. Anfänglich hatte ich einige Mühe, seine Neigung zur Untätigkeit, welche sich mit Blindheit so leicht verbindet, zu überwinden, denn er konnte stundenlang auf einem Flecke sitzen, ohne sich kaum zu rühren. Später als diese Untätigkeit, legte er einen gewissen Grad von Eigensinn, und ein steifes Beharren auf vorgefassten Meinungen und angenommenen Gewohnheiten ab, wobei ich aber auch vieles, wenigstens was körperliche Gegenstände betrifft, auf Rechnung seines Übels schrieb, da ein Blinder weniger Mittel hat, falsche Ideen zu berichtigen und neue zu erhalten, mithin das einmal gefasste desto fester hält. Den größten Ersatz für den abgängigen Gesichtssinn hoffte ich von einem desto feineren Gefühle; aber in dieser Rücksicht ist mein Wunsch erst später erfüllt worden. So lange der Knabe in dem väterlichen Hause war, beschäftigte er sich aus Wissbegierde und aus Mangel an anderer Unterhaltung, mit den ihm zunächst liegenden Gegenständen, diese waren grobes Holzwerk und schwere Zimmerwerkzeuge; dadurch hat er sich an große Formen und an schweres Heben und starkes Angreifen gewöhnt, so dass er eben dadurch noch lange nachher gehindert wurde, ganz feine Sachen durchs Befühlen mit den Händen zu unterscheiden. In Rücksicht des Unterrichtes hatte ich mir einen doppelten Zweck vorgesetzt: Teils wollte ich diesen Knaben neben der moralischen Bildung dahin bringen, dass er durch Erlernung einiger seinem Übel angemessenen mechanischen Arbeiten, seinen künftigen Unterhalt sich selbst erwerben könne; teils wollte ich, wenn seine erwarteten Fähigkeiten sich erproben würden, auch in andern Kenntnissen und Übungen, wenn sie auch, seinen Umständen nach, nicht unmittelbar für ihn gehören, Versuche mit ihm machen, um zu erfahren, wie weit es darin mit blinden Kindern aus höhern Ständen und von bessern Vermögensumständen, zu bringen sehe. Da der Knabe noch gar keinen Unterricht genossen, mithin von allem, was ihm jetzt gelehrt werden sollte, keinen Begriff hatte, so musste ich neben dem Eigentümlichen, welches der Unterricht seiner Blindheit wegen forderte, überall bei den ersten und einfachsten Ideen und Handgriffen anfangen und das folgende mehr Zusammengesetzte so an einander reihen, dass er das Ganze nach und nach unter seinen Händen gleichsam von selbst entstehen fühlte. So oft ich von diesem Hauptgrundsatze alles Unterrichtes abwich, oder Wenn ich seiner Lebhaftigkeit erlaubte, von einer frühern Idee oder Handgriff zu spätern überzugehen, ehe er das Vorhergegangene durch gehörige Übung sich eigen gemacht hatte, erfolgte eine Verwirrung der Ideen oder verkehrte Handgriffe, deren Berichtigung nachher bei seiner obgedachten Beharrlichkeit auf dem Wege, den er bei einer Sache einmal gegangen, desto schwerer wurde. Zuerst gab ich ihm verschiedene Figuren, nach Regelmäßigkeit und Größe absteigend verschieden, in die Hände, um ihm so viel möglich klare Begriffe von körperlichen Gegenständen zu verschaffen. Von ganz großen Dingen, Häusern, Schiffen, half ich durch Modelle, und bei andern, zum Beispiel: Bäumen, großen Tieren, durch Vergleichung mit kleinern und Beschreibung des Unterschiedes. $$$ Feste und Feiern %%% Freunde gestern - heute - morgen Freunde zu haben, ist das Wertvollste im Leben! Und so durfte das BBI seinen Freundeskreis am 19. Februar 2003 erweitern und in einer würdevollen Feier Herrn Obstlt. Baumgartner, den neuen Kommandanten des Jägerregimentes Wien, in die "Großfamilie BBI" aufnehmen. Nach einer Festfanfare, geblasen von Mitgliedern der Gardemusik, begrüßten wir Obstlt. Baumgartner auf unsere Weise - die Wittelsbacher Spatzen sangen ein Willkommenslied. Nach der Begrüßung der Ehrengäste folgte ein kurzer Rückblick über die Patenschaft durch unseren "alten Freund", Herrn Vzlt. Benedek. Keiner wäre dafür geeigneter gewesen als er - ist er doch ein Mann der ersten Stunde in der schon über 20-jährigen Patenschaft! Wie viele treue BBInfo-Leser wissen, fand im Juni 2002 im Stadtschulrat für Wien die Vernissage "die kunst nichts zu sehen und andere kunstwerke" statt. Frau Mag. Hannemann fasste in kurzen Worten den tieferen Sinn des Bilderverkaufs zusammen und informierte darüber, dass alle Bilder verkauft wurden und der Reinerlös bereits dem Bundesheer zum Ankauf von Heizöl für die Blindenschule Peja/Kosovo überwiesen werden konnte. Alle gemalten Bilder unserer Schüler waren hervorragend gelungen - vier lagen uns besonders am Herzen - doch wer sollte sie bezahlen?? Damals reagierte Herr Vzlt. Benedek spontan und sagte uns den Ankauf durch das Jägerregiment Wien zu. Und heute kam der große Augenblick: Nach Segnung der Bilder durch die hohe Geistlichkeit, Herrn Militärsuperintendent Mag. Sagrausky und Herrn Militärdekan Dr. Fahrner, wurden die Bilder von den Künstlern an Herrn Obstlt. Baumgartner übergeben, der diese der prov. Leiterin überreichte. Und dann wurden ALLE Künstler auf die Bühne gebeten, leisteten sie doch für die Blindenschule Kosovo Großartiges! Abgerundet wurde die Willkommensfeier durch eine Lesung von Kammersänger Heinz Holecek und einige schwungvolle Beiträge unserer Schülerinnen und Schüler. Im Anschluss an die Feier in der Aula wurden Herr Obstlt. Baumgartner und die Beziksvorsteherstellvertreterin des 13. Bezirks, Frau Dorothea Drlik, von der prov. Leiterin durch das Haus geführt und lernten in der 2./3. Volksschulklasse die Grundzüge des Sehgeschädigtenunterrichts kennen. Währenddessen machten sich die Gäste auf den Weg in den Speisesaal, wo ein gemütliches Beisammensein stattfand, zu dem auch unsere Schülerinnen und Schüler, die die Feier umrahmten, geladen waren. Unser ehemaliger Schüler Michael Hoffmann untermalte dieses Beisammensein mit seiner Musik. Ich betone immer wieder, dass jede Art von Unterstützung wichtig ist und mache keinen Unterschied zwischen materieller und ideeller Unterstützung. Die materielle Unterstützung erfuhren wir durch den Ankauf der Bilder. An diesem Abend erhielten wir aber auch noch ideelle Unterstützung: Frau Mag. Hannemann suchte für den folgenden Tag verzweifelt nach Begleitpersonen für ihre Klasse auf dem Eislaufplatz (ihre Begleitpersonen waren erkrankt). Spontan sprach Herr Obstlt. Baumgartner eine Dienstfreistellung für drei seiner Jungmänner in diesem Zeitraum aus - und so war der Vormittag auf dem Eislaufplatz für unsere 2./3. Volksschulklasse gerettet! Susanne Alteneder prov. Leiterin %%% "Freundschaft - gestern - heute - morgen" Am 19. Februar 2003 fand die Amtseinführung des Kommandanten des Jägerregimentes Wien, Obstlt. Franz Baumgartner, im Hause des Pateninstitutes - Bundes-Blindenerziehungsinstitut (BBI), 1020 Wien, Wittelsbachstraße 5 - mit dem das JgR Wien seit 1980 enge partnerschaftliche Beziehungen pflegt, statt. Im Zuge des Festaktes (Motto: "Freunde, gestern - heute - morgen" wurden die vom JgR W bei der in den Räumlichkeiten des Wiener Stadtschulrates stattgefundenen Vernissage "die kunst nichts zu sehen und andere kunstwerke" erstandenen Bilder, die von Schülerinnen und Schülern des Institutes gemalt und für karitative Zwecke (Blindenschule in Peja, Kosovo) zum Kauf angeboten wurden, dem BBI überreicht. Aus: Der Soldat Nr. 5, 2003 $$$ Der Spezialbeitrag %%% Das Unterrichtsfach Orientierung und Mobilität (O+M) stellt sich vor (Teil 3) In den Teilen 1 (BBInfo 1/2002) und 2 (BBInfo 4/2002) wurden Körperschema, Begriffsbildung, Motorik, Körperschutz, sehende Begleitung, Langstocktraining, Förderung der Wahrnehmung und Erlernen von Umweltmustern besprochen. Im dritten und letzten Teil möchte ich auf den Unterricht in O+M mit sehbehinderten Schülerinnen und Schülern eingehen, das Thema Kommunikation und öffentliche Verkehrsmittel behandeln. Sehbehinderte Schülerinnen und Schüler verfügen noch über einen verwertbaren Sehrest, d. h. sie können noch lesen oder den Sehrest für die Orientierung nutzen. Sehen besteht aus dem Scharfsehen, dem "Visus"; er ist wichtig zum Lesen und um Dinge in der Umgebung zu erkennen; das Gesichtsfeld ist wichtig für die Orientierung, Bewegung wird damit wahrgenommen und nicht scharf gesehen; es funktioniert auch während des Scharfsehens. Die Schülerinnen und Schüler leiden an Augenkrankheiten die sowohl den "Visus" als auch das "Gesichtsfeld" unterschiedlich beeinträchtigen. Es gibt einige allgemeine Hilfen, die für alle sehgeschädigten Schülerinnen und Schüler gültig sind: Kontrast, Beleuchtung und Farbe. Kontrast: Welcher Kontrast für welchen Schüler gut zu sehen ist, muss individuell ausprobiert werden. Eine allgemeine Hilfe ist, Türen, Türrahmen, vorspringende Ecken und Kanten, Treppengeländer, Stufen und Lichtschalter kontrastreich zu gestalten, des weiteren Pläne, Spiele und den Arbeitsplatz. Dazu kann Farbe, Tesaband und ähnliches verwendet werden. Beleuchtung: Lichtquellen sollten nicht streuen, sondern punktgenau zum Einsatz kommen, nicht von vorne, sondern von schräg hinten strahlen. Farbe: hilft bestimmte Gegenstände hervorzuheben - Firmenlogo, Gestalten - und kann als Leitsystem dienen (zB Feuerlöscher sind rot, Farbleitsystem der Wiener U-Bahnlinien, Billaschriftzug ist rot-gelb). Für sehbehinderte Schülerinnen und Schüler gibt es einige Hilfsmittel, die im Unterricht vorgestellt und ausprobiert werden können. 1. Monoculare sind einrohrige Ferngläser, um zB Straßennamen, Haus- nummern, Geschäftsnamen, Piktogramme und Hinweisschilder im U- Bahnbereich zu lesen. 2. Kantenfiltergläser nehmen die Blendung und verstärken die Kontraste; es gibt sie in den Tönungen braun, rot-orange, blau und grau. Sie können im Gebäude, bei der PC-Arbeit und im Freien verwendet werden. Sowohl Monoculare als auch Kantenfiltergläser werden vom Augenarzt verschrieben, beim Optiker besorgt und die Krankenkasse zahlt einen Teil dazu. Die "Nachtblindheit" ist die Folge mancher Augenkrankheiten, d. h. in der Dämmerung und Dunkelheit werden nur alle beleuchteten Gegenstände gesehen (Autoscheinwerfer, Straßenbeleuchtung, beleuchtete Schaufenster). Diese Schülerinnen und Schüler erhalten ein Dunkeltraining, d. h. es wird geübt, bekannte und fremde Wege mit dem Sehrest zu bewältigen. Diese Schülerinnen und Schüler brauchen unbedingt einen Langstock, da sie Treppen, Gehsteigkanten und Hindernisse nicht mehr sehen können. Oft möchten die Schülerinnen und Schüler nicht mit dem Langstock gehen, da sie sich nicht kennzeichnen möchten. Sie leben in der Welt der Sehenden und in der Welt der Blinden, doch in beide gehören sie nicht ganz. Diese Situation bedingt oft eine ganz spezielle psychische Gesamtverfassung. /// Kommunikation: Es ist sehr wichtig, dass blinde/sehbehinderte Menschen mit anderen Menschen in Kontakt treten. Trotz aller gelernten Techniken gibt es immer wieder Situationen, in denen Hilfe von "außen" benötigt wird. Die Schülerinnen und Schüler haben oft große Scheu mit fremden Menschen zu reden. Im Rollenspiel werden die verschiedenen Situationen geübt: Angemessen um Rat und Unterstützung bitten Dank zum Ausdruck bringen Bestellungen und Wünsche äußern Bus- bzw. Straßenbahnnummern an Doppelhaltestellen erfragen Im Geschäft an der Kasse angemessen kommunizieren Schroffe Äußerungen und Mitleidsäußerungen verarbeiten können Unerwünschte Kontakte beenden können /// Öffentliche Verkehrsmittel: Das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel ist ein wichtiger Schritt in die Unabhängigkeit. Zunächst gibt es theoretische Informationen über Bus, Straßenbahn, S-Bahn, U-Bahn und Zug. Mit welcher Energie fahren die verschiedenen Verkehrsmittel, wie sieht eine Haltestelle aus (Fahrtrichtungsanzeige, Nummer des Verkehrsmittels, Name der Haltestelle, Fahrplan, eventuell Wartehäuschen), Ein- und Aussteigen mit dem Langstock, Anordnung der Sitzplätze, der gekennzeichneten Behindertensitzplätze, Begriffe in, gegen und quer zur Fahrtrichtung. Welche Sicherheitseinrichtungen gibt es im Verkehrsmittel, auf dem U- Bahnsteig (Notbremse, Türnottaste, Gegensprechanlage, Feuerlöscher) Das Kennenlernen des Verkehrsmittels findet an einer Endstation statt, um die Ruhe und Zeit zum Erkunden zu haben. Bei U-, S-Bahn und Zug den Mittel- und Seitenbahnsteig kennenlernen; taktile Leitsysteme auf dem Bahnsteig benutzen können; Bescheid wissen über verschiedene Tarife, Schwarzfahren und Entwerten. Falls jemand neugierig geworden ist und mehr wissen möchte, lade ich Sie ein beim Unterricht zuzuschauen. (Absprache nötig, Mo, Mi, Do Nachmittag) Ute Ettl Fachkraft für Orientierung und Mobilität $$$ Ehemalige Schülerinnen und Schüler %%% Mein größter Lohn Es freut mich immer sehr, wenn meine ehemaligen Schülerinnen und Schüler ein Klassentreffen organisieren und mich dazu einladen. Ich sehe, dass meine Arbeit hier an der Schule Sinn hat. Als ehemaliger Klassenvorstand ist es schön zu sehen wie das Leben, das nicht immer leicht ist, gemeistert wird. Prof. Felicitas Dornstauner-Eckmann $$$ Ein Hörbuch und zwei Geschichten %%% Hörbuch - Neuerscheinung /// Ein Autor stellt sich vor: Name: Franz Rudolf Müller Beruf: Schriftsteller Spezialgebiet: Gestaltung von Hörbüchern Lesen Sie im Folgenden einige Auszüge aus dem im Juni 2003 erscheinenden satirischen Science-Fiction-Hörbuch (weitere Folgen geplant): Millennium 3000, die Abenteuer des Archibald Sinagel (unter Anderem auch im BBI zu beziehen) /// Folge 1 (auf Doppel-CD): Die Schwarzen Flecken des 20. Jahrhunderts oder Arbeitslosenrate 0,0000001 PROMILLE. Ein Zeitgenosse des 30. Jahrhunderts hebt das gesamte Gesellschafts- gefüge aus den Angeln.... Da unsere Geschichte im Millenniumjahr 2999 beginnt, folgen sie mir vorerst in Politik, Medizin und Technik durch die Jahrhunderte und beginnen wir mit dem Jahr 2020. In jener Zeit hörte die EU auf zu existieren. An ihre Stelle trat die WU, die WELTUNION, deren erster Präsident Bill Gates von MICRA-SOFT, später MICRA-KROFT, war. Bei einem Interview meinte er damals: Hab ich früher Milliarden von Menschen durch meine Software manipuliert, so fühle ich mich heute in der Lage, deren Schicksal in die Hand zu nehmen! Gates wurde aber schon nach drei Jahren von dem damals greisen ehemaligen Austro-Kanadier Frank Stronach - dieser es geschickt verstand, sein hohes Alter mittels ERBMANIPULATOR zu kaschieren - abgelöst: Wo Gates aufhört, fange ich erst an! So sein Kommentar, kurz und Zweckmäßig. Die Weltunion: Jene Organisation, die es zu Wege brachte, sämtliche Länder unseres Planeten wirtschaftlich zu vereinigen. - Nun ja, beinahe! Denn die Schwierigkeiten kamen da mal wieder von den arabischen Ländern. Dann waren da noch die russischen Partisanenkämpfe gegen Deutschland. Und der greise Melosewitch zündelte mal wieder, nach seiner Haftentlassung, so um 2020, über dem Kosovo seine Hölzchen. Doch wohl nur in greiser, geistiger Umnachtung. Die arabischen Länder hatte man damals sehr schnell im Griff, benötigte man ihr Rohöl nur bis 2033. Zumindest war bis dahin der Großteil der mobilen Weltbevölkerung auf Alternativantriebe umgestiegen. Die Russen dirigierte man in ihr Getto zurück und Melosewitch erstickte man im Keim.......... ......Etwas später entwickelte man die sogenannte MOLEKULAR- ADAPTIONSTECHNIK. Somit war es möglich, ähnlich dem KLONEN, aber wesentlich effizienter und schneller, jedes beliebige Organ - Haut, Knochen, wie auch Gelenke -, ohne dass es einer Operation bedurfte, zu Duplizieren ....... Knochenbrüche heilten so in einigen Minuten, ein neues Organ benötigte etwa eine Stunde und wenn einem mal ein Bein oder ein Arm, aus welchen Gründen auch immer, abhanden kam, konnte dies schon mal einige Tage in Anspruch nehmen: Chef, mir hats ein Bein abgetrennt, doch in einer Woche bin ich wieder fit. Zur Zeit wächst gerade eine zarte Wade aus meiner Hüfte! Solcherart Sprüche konnte man damals noch von diversen Krankenstand- Feiern hören. Leider ließen sich mit dieser Technik auch komplette Menschen nachzüchten, sei es eine Kopie seiner Traumfrau oder sich selbst einfach vervielfältigen. Letzteres wurde jedoch 2090 verboten........... ........Die Technik wurde stets verbessert, verfeinert und verformt. Bis es schließlich gelang - wir schreiben inzwischen das Jahr 2416 - einen QUANTEN - SINGULARITÄTS-DRIMMER zu entwickeln. Diese Erfindung ermöglichte es, ein künstliches Wurmloch, in Verbindung eines schwarzen Loches, zu öffnen und dieses stabil zu halten. So wurde es zum Ersten Mal möglich, nicht nur unsere Nachbargalaxien, sondern jeden Winkel im Universum zu erforschen. 10.000.000 Lichtjahre und mehr konnte man so ohne Zeitverlust mühelos überwinden. Dieser historische Schritt, der im Jahre 2417 stattfand, brachte uns nicht nur Lorbeeren, sondern auch die Bekanntschaft der RANKONIER, einer friedfertigen Rasse, deren Planet ca. 16 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist, ein ............ ......Archibald Sinagel war nicht gerade ein Held seiner Zeit. Er war auch nicht das Gegenteil. Er war ein typischer Bürger der vereinigten Planeten. Nun ja, nicht ganz. Er war nicht wie die meisten seiner Zeitgenossen verehelicht, sondern ein sogenannter Samenspender. Das heißt: Seine Genetik reifte im Reagenzglas und wurde später in kleiner Dosis unters Volk, besser gesagt, an die Frau gebracht. Sozusagen wurde der bewohnte Teil der Galaxie bereits von kleinen Sinageln unterwandert. Auch sein Job raste auf einer verantwortlichen Schiene. Jener Schiene, die ihn täglich mit seinem Raumgleiter, der Kreisky, in die nächste Galaxie und wieder zurück brachte. Zwar verlangte der normale Ablauf dies nicht täglich, doch in Zeiten wie diesen, so kurz vor dem MILLENNIUM, hatte er noch allerhand zu tun. - Sinagel war ein aktives Mitglied des PYROMANISCHEN IMPERIUMS, das für die Erzeugung und Auslieferung von Feuerwerkskörpern für die gesamten vereinigten Planeten und darüber hinaus zuständig zeichnete. jeder Bewohner, sei dieser auch auf dem kleinsten Zwergplaneten Zuhause, wollte es, besonders zu einem Anlass wie diesem, da hatte sich auch im dreißigsten Jahrhundert nichts geändert, leuchten sehen und krachen hören. Da konnte es schon mal vorkommen, dass er über seine üblichen Monatsstunden hinaus kam. Wenigstens sollte in ein paar Monaten der Normalablauf wieder hergestellt und das Herumrasen durch Wurmlöcher beendet sein. Förmlich durch Zeit und Raum katapultiert zu werden und das noch mehrmals am Tag, konnte sich schon auf die Psyche niederschlagen. Aber nicht auf Sinagels gefestigten Geist und schon gar nicht auf seinen durchtrainierten Körper. Sinagel wirkte mit seinen 59 Jahren wie 35, fühlte sich wie 27 und bei der hiesigen Damenwelt deutlich darunter. Natürlich gab es im dreißigsten Jahrhundert noch Sex. Sex war neben den Alternativ-Fortpflanzungsmethoden - genetische Züchtung, Klonen, Zellenvervielfältigung usw. - nach wie vor die angenehmste Art seine Erbsubstanzen weiterzugeben. Diese Methode zog auch, wenngleich nicht nur für die Fortpflanzung, Sinagel vor. So war es ihm auch gänzlich egal, ob das Objekt seiner Begierde real oder eine Kreation seines Bordcomputers war. Insofern gab es keine Unterschiede mehr. ....Neben den kleinen sinnlichen Freuden, denen sich Sinagel von Zeit zu Zeit hingab, galt Sinagels Interesse der Geschichte. Der Geschichte des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Oder vielmehr das, was in jener Zeit die schwarzen Flecken, so nannte man die Hinterlassenschaft dieser Zeit, hinterließ. Doch an Audio und Bildmaterial vor der Mitte des 21. Jahrhunderts ranzukommen, war beinahe verbotenes Terrain. Genauer gesagt war es verbotenes Terrain. Man kann sich ganz gut vorstellen, dass eine hundertprozentig funktionierende Gesellschaft diesen Zeitabschnitt der Geschichte mied, wie die seit Jahrhunderten nicht mehr existierende Pest........... Die näheren Umstände wollen wir hier nicht verraten, doch Sinagel kam zu seinen sehnlichst gewünschten Daten, an die er besser niemals herangekommen wäre........ .......Das Programm, beginnendes 21. Jahrhundert, bitte fortfahren! Und schon saß Sinagel nicht mehr in seinem Raumgleiter, sondern in einem Bierlokal des 21. Jahrhunderts. Die virtuelle Wirklichkeit wurde förmlich über die tatsächliche Realität gestülpt und nahm zur gleichen Zeit den selben Raum ein. Computer, erbitte um Erklärung! - Sie befinden sich in einem Bierlokal des Jahres 2039. Das war es, was Sinagel hören wollte. Sich irgendwo am Anfang des 21. Jahrhunderts befinden und mitkriegen, was die Leute so redeten. Nein, mitkriegen war zu wenig. Sinagel musste dabei sein, miterleben, mitfühlen, Erfahrungen sammeln. Erfahrungen sammeln aus einer Zeit, in der die Worte schwarze Löcher oder schwarze Flecken noch andere Bedeutung hatten. Was darf ich ihnen bringen? Frug ein schmieriger, verschwitzter Kellner, der aus dem Trubel auf Sinagel zusteuerte. Auch die Musikbox spielte unaufhörlich und etwas überlaut irgendwelche, für Sinagel unbekannte Musik. Wie nennen sie das, was hier soviel Krach macht? Diese weltfremde Frage merkte der Kellner und stellte sich taub. Sagten sie ein Bier, Fremder? Sinagel bejahte zögernd und der Kellner brachte ihm einige Augenblicke später ein lauwarmes Bier, das er aber nicht zu reklamieren wagte. Er tat einen Schluck aus dem Glas, als sich auch schon ein junger, ungepflegter Mann unaufgefordert zu ihm gesellte. Darf man? Lallte der Fremde fragend. Hier spielt sich jeden Abend das Selbe, nämlich eine große Scheiße, ab! Als Howks noch da war, war alles viel anders! "War Howks ein Politiker?" Warf Sinagel vorsichtig in das Gespräch ein. "Du lebst wohl hinterm Mond, wie? Du bist ja noch blöder wie die Anderen hier!" Beim Aufstehen hielt er sich an Sinagels Schultern fest und verschwand, was Sinagel erleichterte, aus seinem Blickfeld. Howks, wer war wohl dieser Howks, den hier scheinbar alle verehrten. Konnte er jene schwarze Flecken hinterlassende Schlüsselfigur sein? Sinagel nahm sein Bier, verließ den Tisch und ging zielstrebig in Richtung des übervölkerten Tresen, an dem lautstark verschiedene Stehdrinker durcheinander lallten. Wer war eigentlich dieser Howks? Diese Frage hätte er lieber nicht stellen sollen. Denn mit einem Male verstummte es und ein fettiger Mann, 2 Köpfe höher gewachsen als Sinagel, eingepackt in Lederkleidung, wendete sich zu ihm, umschlang mit seinem fleischigen Arm seine Schulter und sah ihm einige Sekunden ins erschrockene Auge. "Bist du dir überhaupt bewusst über wen du hier sprichst?" Begann er leise, aber direkt. "Du könntest Howks nicht einmal das Wasser mit einer Leiter reichen!" So etwas saß. Doch Sinagel schlüpfte geschickt durch seinen Arm hindurch und verschwand in der Menge. "He und was ist mit dem Bier?" Wollte der Kellner seine Gage. Aber Sinagel war schneller und deaktivierte das Programm. Wieder in seinem Raumgleiter, grübelte Sinagel über das Geschehene nach. Keinesfalls wollte er so etwas noch mal erleben. Zumindest nicht ohne Vorbereitung. Doch ein Gedanke wollte ihm dabei nicht aus dem Kopf: Wer war dieser Howks?...................... %%% Alles über meine Geschichten Mein Name ist Andrea und ich gehe in die OK 1. Ich bin bereits fast 19 Jahre alt und zu meinen Hobbys gehört außer der Musik auch das Schreiben von Gedichten, Geschichten und Büchern. Als ich zwölf war, habe ich mit primitiven Geschichten über meine ehemalige Lieblingsband, die Kelly Family, begonnen und habe mich in die Mitglieder versetzt. Dann kamen die ersten Liebesgeschichten, wo ich als Prinzessin, armes Mädchen, Sängerin und junge Dame aller Nationen auftrat und ein gewisser Sänger der Kellys spielte immer die Hauptrolle. Mit fünfzehn, als ich mich für die Oldies zu interessieren begann, veränderte sich auch mein Stil. Ich begann mich mit nicht mehr so kindischen Problemen zu befassen, sondern versuchte in eine Liebesgeschichte immer etwas Unerwartetes hinein zu schreiben. Das ist mir bis heute geblieben, meine Geschichten haben nicht so oft ein Happyend, sie enden meistens entweder mit dem Tod des Helden oder mit einem anderen Verlust. Ich schreibe nicht so gerne über die Mädchen, die Hauptrolle bekommt meistens ein Junge. Die in der letzten Zeit geschriebenen oder zumindest noch geplanten Geschichten waren meinem großen Idol gewidmet, das ich hier nicht nennen möchte. Genau so ist es auch bei den Gedichten, Anfangs waren es nur naive Reime über Liebe und Hass, aber im Laufe der Zeit, wo ich das Leben näher erkannte, versuchte ich meinen Gedichten mehr Gefühl und tiefere Gedanken zu geben. So entstanden zB: "A bloody rose", "You!", "Kissing through (my tears)" und "My little angel". Viele meiner Gedichte sind in tschechisch, das meine Muttersprache ist, geschrieben, einige schrieb ich in englisch und in deutsch habe ich nur einige Übersetzungen tschechischer Lieder. Ich habe schon ein Paar berühmte Liedertexte übersetzt: "The Wind Of Change" von den Scorpions, "Love Is All Around" von den Troggs (oder auch Wet Wet Wet), "The Rose" von Bete Middler und einige Lieder der alten Musikgruppen der Sechziger und Siebziger. Nochmals zu meinen Geschichten. Viele sind schon geschrieben, manche plane ich noch. Ich versuche mich an den Stil meiner tschechischen Lieblingsautorin zu halten und meine Eltern haben mir sogar geraten zu versuchen, ihre Bücher zu übersetzen, aber das ist mir wirklich zu schwer, weil von meiner Sprache ins Deutsche zu übersetzten, ist gar nicht so leicht! Ich möchte hier einige meiner Geschichten, die bereits geschrieben sind, aufzählen: The Band On The Run 1-4 (1999-2000) The Legend Of Xanadu (2000) Kroatisches Blut 1-2 (2000-2001) - noch nicht ganz fertig Die Jungs von der Reeperbahn 1-2 (2000-2003) - bin gerade bei Teil 2. Warte doch, Ilja! - erst noch geplant Dalmatinische Tränen (2002) - nicht fertig Wenn ein Mann weint (2001) /// aus: Die Jungs von der Reeperbahn Und hier will ich einen kleinen Teil aus meinem Buch herausschreiben. Das Buch hat schon einen ersten Teil und es heißt "Die Jungs von der Reeperbahn". Auf den ersten Blick klingt der Titel vielleicht ein wenig komisch, aber es handelt sich unter anderem um eine wahre und feste Freundschaft, Liebe, jedoch auch um einen großen Betrug, Handel mit Drogen und Alkohol, Tapferkeit, Hass und um eine unverzeihliche Falschheit der getäuschten Freunde... ... Sobald Edi hinter sich eine Bewegung spürte, zuckte er und rannte der Gruppe entgegen wie ein wilder Tiger. "Mach die Tür zu!", schrie Teri Jürgen zu, "und bleib stehen, vor dir hält er an!" Jürgen machte es, er knallte die Tür zu und drückte sich an sie. Teri schaffte es das Fenster zu schließen und dort zu bleiben, der Rest teilte sich geschwind im Zimmer auf. So blieb Edi mitten im Kreis stehen und konnte nicht hin und zurück. Der erschrockene Gesichtsausdruck war verschwunden, Edis Gesicht verzog sich, seine Lippen presste er fest zusammen, die Augen funkelten böse. Mit langsamen Schritten kam er auf Jürgen zu. Er blieb zwei Schritte vor ihm stehen, streckte die Hand aus und mit befehlender Stimme sagte er: "Gib her"! "Und was?", fragte Jürgen. Edi lächelte gemein: "Gib es her und hör auf zu quatschen! Du hast mich wieder vergessen! Gib es auf der Stelle her oder du kannst was erleben!" Er machte einen Schritt nach vorne: "Hör mal, mach keinen Heiligen aus dir! Entweder gibst du mir jetzt mein Moff oder du wirst sehen!" "Moff?", flüsterte Teri Bobby zu. Sie tauschten ihre Blicke und Bobby nickte. "Aber ich... ich habe es nicht", piepste Jürgen erschrocken. Zur Seite gehen durfte er nicht, das war ihm klar. Er stand von Angesicht zu Angesicht einem Jungen gegenüber, bei dem niemand wusste, was er anstellen würde. "Aha, du hast also nicht?", schrie Edi mit grünem Gesicht, "Sieh mal an! Du hattest immer. Auf einmal hast du keine Lust, was, du Feigling? Wenn du es mir nicht gibst, sage ich ihnen alles und dann kannst du dich auf etwas gefasst machen!" Jürgen hatte panische Angst, er konnte sich gar nicht bewegen. Niemand hatte eine Ahnung, was Edi machte. Das sah man bald, wahrscheinlich hatte er schon genug: "Also du gibst es nicht her? Okay, aber dann werde ich es aus dir herausschlagen!", und seine Hand hob sich gefährlich. Jürgen schaffte es in letzter Sekunde aus dem Weg zu gehen, Edis Hand fiel auf die Tür. Der Schmerz unterstützte nur seinen Zorn. Er schrie wie ein Löwe und seine Augen wurden ganz gelb. Jürgen zitterte. Er durfte nicht wegspringen, das war gegen die Regeln. Jetzt zählte nur eins; lieber zu sterben als die Gang zu enttäuschen. "Lass deine schmutzigen Finger von ihm!", rief Teri, "Wehe dir, wenn du ihn anrührst!" Edis Hand war ganz nah bei Jürgens Gesicht. Auf einmal zog er sie wieder zurück, seine Beine begannen zu zittern, die Kräfte verließen ihn langsam. Grinsend schaute er dem erschrockenen Jürgen in die Augen und zischte: "Du Fiesling du! Erstens nutzt er mich aus und dann lässt er mich...aber sie werden dich schon kriegen...!" Edis Stimme wurde leiser, er wackelte und rutschte zu Boden. Jürgen atmete kurz auf. Sein Gesicht war schneeweiß und verzogen... Andrea Jordan Orientierungsklasse %%% Abspann Ein leichter Wind schlug ihm entgegen, als er hinaustrat. Hinaus in eine klare, in eine wunderbare Nacht. Silbrig leuchteten die Sterne am Firmament, versonnen blickte er hoch. Die Welt wandelt sich. Bald beginnt der Frühling. Er steckte sich eine Zigarette an und nahm einen genüsslichen Zug. Wie viele Dinge gab es da draußen, für die es sich zu leben lohnt. Seine Gesichtszüge gaben einen fraglichen Blick wieder. Die Realität ist ein Gewässer. Ein Gewässer mit Krokodilen und Goldfischen, mit Strudeln und behaglichen, ruhigen Wasserflächen, übersät mit Seerosen, mit Strömungen, die dich erfassen und zu unbekannten Gestaden bringen können. Wellen und Wind oder stehend in der Flaute. Kurz huschte ein Lächeln über seine Lippen in Anbetracht dieser Metapher. Er setzte sich und dachte wehmütig an die Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die er oft verfluchte, verfluchte sie mit all ihren Erinnerungen. Er warf die Zigarette über das Geländer und griff nach einem kompakten, in Leder eingebundenen Buch. Darauffolgend fischte er noch einen Schreiber hervor und schlug das Buch auf. Der Vollmond hatte den Himmel erobert und schien, warf sein blasses Licht auf das Dach, auf ihn und sein Buch. Sein Buch, auf dessen Einband B. T. stand. Darunter, etwas kleiner: S.D.V.I - Sozial, demokratisch, vereint, interessiert. Vier Tugenden (oder Zustände) von denen er nicht genau wusste, ob sie ihm jemals beschieden waren. Das Buch der Tugenden (B. T. ). Seit wann führte er dieses Werk schon? Das Buch der Tugenden. Dafür hatte er immer gelebt. Dies waren seine Gebote, war seine Ideologie. Es machte ihm nichts, dass sein Buch der Tugenden in den letzten zwei Jahren zu einer Art Tagebuch mutierte. Es verkörperte dieselben Ideale, Ideale, denen er keineswegs immer nachkam, es jedoch zumindest immer versuchte, so gut es ging. Sei wie es sei. Er machte den Schreiber scharf, blätterte und überflog die in krakeliger Handschrift geschriebenen Zeilen. Bei einigen Wörtern bedurfte es wahrer Dechiffrierleistungen um jene zu entziffern, doch er war versiert im Lesen seiner Handschrift. (Das war nicht immer so.) 34. Juli (also 3. August) Die Menschen sehen mich als einen hoffnungslosen Individualisten. Jemanden, der hilfesuchend die Hand ausstreckt und dabei nicht begreift, dass es schon längst zu spät ist. Heute ist es heiß. Ich mag keine Freibäder. Sie sind voll mit präpubertären Teenies. Ein intoleranter Haufen soziologischer Abfall. Sei nicht du selbst. Sei so wie sie dich haben wollen. Die Luft scheint zu flimmern und der blassblaue Himmel droht davonzusegeln wie ein Heißluftballon, angetrieben durch die brütendheiße Luft. Ich verabscheue Freibäder. Erfrischen Sie sich in unserem Pfuhl aus Chlor, Ausdünstungen, Ausscheidungen und .... Wasser. Ich hasse Freibäder. Er las diesen Absatz nochmals durch und konnte in ihm keine Tugenden erkennen. Dies bekräftigte sein Vorhaben. 107. Mai (also 15. August) Schleich dich, Vollidiot. Das kratzt mich nicht. Schleich dich, Vollidiot. Ich bin nicht sensibel. Schleich dich, Vollidiot. Nun, ja ... Schleich dich Vollidiot. "Lasst ihn, er ist doch ganz in Ordnung." Spinnst du. Schleicht euch ihr Vollidioten. Ich sah diese Clique nie wieder. SDVI - sozial, demokratisch, vereint, interessiert? ... Schleich dich, Vollidiot. Er hatte sich schon immer mehr mit Außenseitern, Freaks und Eigenbrötlern besser verstanden. Dies sind die Leute, die man als wahre Freunde bezeichnen kann. Keine Intrigen, weg von den Spießern. Warum zählen alte Ideale in dieser chaotischen Welt nichts mehr. Noch bevor er diese Gedanken vollendete zündete er sich eine weitere Zigarette an und blätterte weiter. 278. März (also 3. Dezember) Möge man mich als hoffnungslosen Pessimisten oder Schwarzseher degradieren. Aber es ist schwer, ein Leben zu leben, welches hin und her gerissen wird. Wunderbare Sachen offenbarten sich mir in Form von Büchern, Computerspielen, Japanischen Zeichentricks, Wanderungen, sozialen Kontakten ... Doch die Schattenseite ... Ich habe neulich ein kleines blindes Mädchen gesehen. So jung, so lebensfroh, so glücklich so .... bedrückend. Die Welt wandelt sich, doch ihre bleibt immer dunkel. Es brach mir das Herz. Der Augenblick rankt sich um den Zufall. All die Liebe, die Hoffnung, Aufrichtigkeit, Toleranz und Hilfsbereitschaft liegen unter Stahlbeton begraben. Alle 2 Sekunden wird Regenwald in der Größe eines Fußballfeldes abgeholzt. Ich gehe, von meinen eigenen Assoziationen schockiert. Solche Leute wollen kein Mitleid. Sie wollen Hilfe. Ausgeraucht, fliiiiiiieeeg. Er schnippte den Stummel über die Brüstung. Würde man all das Getreide, welches als Futtermittel für Rinder, Schweine, Geflügel etc. missbraucht wird, nutzen, so gäbe es keinen Hunger auf dieser Welt. Doch die erste Welt braucht ihren Rindsbraten und Schinkenfleckerl. Die leichte Brise wurde zu regelrechten Böen, die wild in den Seiten des Buches blätterten. Nachdem sie abflauten, war die Seite mit dem Eintrag des 1. Oktober zu sehen. Gedankenverloren fing er an zu lesen. 1. Oktober Hier ein Gedicht von einem unbekannten Autor: Abspann Es war das Heute, das gestern an morgen erinnerte und nachträglich jeden Augenblick nur verschlimmerte. Mühelos sich die Gedanken der Erinnerung meldeten. Die Zufriedenheit alleine erfüllte das Leben so selten. Einsamkeit begleitete von Anfang an den Lebensweg. Schatten gegen Licht war Spiel auf dem Daseinssteg. Die Seele ertrank langsam im eigenen Spott und Hohn, denn ihre unüberwindbaren Probleme kannte sie schon. Jedes gesagte Wort stellte sich stumm vor dem andern. Stets wusste die Ruhe der Angst still weiter zu wandern. So rasend schnell wie all die hellen Stunden verflossen, blieb jedes Kapitel der inneren Not damit verschlossen. Ein so aufgestauter Hort angesammelter Empfindungen verlor schnell den Sinn für Liebe und Lebensbindungen. Emotionen täuschten den Verstand; er ließ sich narren. Keinerlei Erkennen mehr, wo Seelenverwandte waren. * Daher bestand die Sucht des Herzens wie ein Fluchen, nie zu finden, sondern immer unaufhörlich zu suchen. Die Herbstzeit des Lebens zog nun verschwiegen ein nicht nur die Natur weiß, wann endgültig Ende wird sein. Mehr stand auf dieser Seite nicht. Doch diese Zeilen erinnerten ihn. Sein Werk braucht einen Abspann. Also nahm er den Schreiber und fing an: 83. Januar (also 24. März) Der Abspann Es ist immer das gleiche. Wenn man glaubt, etwas wirklich perfekt zu beherrschen, so folgt kurz darauf die Ernüchterung die sagt: Komm zurück. Du gehörst in den Durchschnitt. Als ich versuchte, eine Bibel der Neuzeit zu verfassen, mein Buch der Tugenden, so spendete mir dieses Vorhaben Trost und Geborgenheit. Papier ist geduldig und nie beleidigt. Es fasst nie etwas falsch auf und schmiedet keine Intrigen. Ich dachte, dass es etwas bewegen wird. Dass es gut sein wird. Die unaufhaltsame Ernüchterung hat mich langsam eingeholt und jetzt muss ich mir eingestehen: Es ist Schund, das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht. Die gemeinsamen Abende mit Freunden waren nicht vereint. Wir traten demokratisches Denken mit Füßen und interessierten uns nur für Drogen, Sexpartys und Machtkämpfe. Wir hatten eine Ordnung. Doch es war eine Hackordnung. Ich war nicht ich selbst. Eigentlich war ich das noch nie. Wer bin ich? Ein Spinner? Ein Freak? Ich habe umsonst gelebt. Da draußen gibt es sicherlich viele, die sich missverstanden und beengt fühlen. Man erkennt sie nicht, denn die wenigsten sind wirklich sie selbst. Letzten Endes habe ich mich dazu durchgerungen, noch zwei Buchstaben an SDVI anzuhängen. Resultat: SDTVIOI. Sozial - die Stütze der Schwächeren, demokratisch - die Stimme der Gemeinschaft, tolerant - Bereitschaft zu akzeptieren, vereint - Bildung dieser Gemeinschaft, interessiert - offen für Neues und Fremdes, original - das Gefühl, einfach "unmaskiert" durchs Leben gehen zu können, Integration - keine Außenseiter, Agieren als Gruppe ... Er hielt inne. Nachdenkliche Züge dominierten seinen Gesichtsausdruck. Mit zitternder Hand schrieb er über einige Buchstaben der Anfangsbuchstaben Nummern: 2 5 1 4 3 S D T V I O I IDIOT Logisch. Wer so krankhaft idealistisch denkt ist ein Idiot. Ein Vollidiot!!! Er brach mit entgleister Verzweiflung den Schreiber entzwei und nahm sein Buch, sein Buch der Tugenden, riss Seite um Seite heraus und warf sie über die Brüstung. Eine Wolke hatte sich vor den Mond geschoben und der Wind zog und zerrte an seiner Kleidung. "Nie wieder Freibäder", dachte er. Ein psychotisches Lächeln schmiegte sich um seine Lippen. Nach dem Abspann ist meistens Ende und das Leben gibt keine Zugabe. Er erklomm die Brüstung und sprang. Sprang seinen Tugenden entgegen. Und der Wind sang weiter sein Lied, während die Sterne den Wolken wichen. Manuel Lakatos Orientierungsklasse $$$ Freizeit und Unterhaltung %%% Vorweihnachtliche Kutschenfahrt Am Dienstag, 17. 12. 2002, machten Schülerinnen und Schüler des Internats eine vorweihnachtliche Kutschenfahrt durch den verschneiten Prater. Firma Reinprecht vom Prater kam mit einem Wagen für 30 Personen, gezogen von zwei Bierkutscherpferden. Ausgerüstet mit Decken, Thermophor, eingehüllt in dicke Anoraks, mit Hauben bis zur Nasenspitze und Schals trotzten wir der winterlichen Kälte. Die Abenddämmerung senkte sich über Wien. In der sternenklaren Nacht leuchtete der Mond in seiner ganzen Pracht. Die Kutschenfahrt führte uns über die Hauptallee in Richtung "Lusthaus". Wir amüsierten uns köstlich. Plötzlich ertönte ein Wolfsgeheul. Mira, der Schäferhund von Maria Rambergers Tochter, erkannte uns und lief ein Stück des Weges neben uns her. Während der Kutschenfahrt stoppte der Kutscher öfters die Fahrt und ließ abwechselnd Schüler vorne am Kutschbock sitzen. Es konnten Fragen bezüglich der Pferde, ihrer Haltung und Pflege gestellt werden. Es wurde uns erklärt, dass die Firma Reinprecht 30 Pferde besitze, die ca. drei Monate im Einsatz sind und die übrige Zeit des Jahres auf der Weide in Laxenburg verbringen. Der Kutscher lud uns ein, wann immer wir wollten, die Stallungen zu besuchen. Die Betreuer versorgten uns während der Fahrt mit stärkenden Lebkuchen. Nach ca. 2 Stunden Fahrt durch den Prater kamen wir wieder beim BBI an, durchfroren, aber zufrieden. Und dann wurden wir mit heißem Punsch wieder innerlich aufgewärmt. Das abschließende gemütliche Zusammensein stimmte uns auf das Weihnachtsfest ein. Angelika Gruber Carina Lobnig Therese Leitner-Schweighofer %%% Unser Hausball Am 24. Januar fand im Bundes-Blindenerziehungsinstitut der alljährliche Hausball statt, bei dem es heuer mit über 200 Besuchern wahrscheinlich einen Rekord gab. Dieses Jahr stand der Ball ganz unter dem Zeichen der Liebe, daher auch das Ballmotto "Liebesgeschichten und Heiratssachen". Es steckte viel Arbeit in der Vorbereitung und auch während des Balls fielen viele Tätigkeiten an. Schon die Decke der Eingangshalle grüßte mit Herzen aus Seidenpapier, in mühevoller Kleinarbeit von unseren Schülern gefertigt. Die reich dekorierte Aula strahlte dem Besucher warme, rote Farben entgegen, ließ den Winter für einige Stunden warm werden und weckte die ersten Frühlingsgefühle. Ein Café im ersten Stock - am Piano der ehemalige Schüler Arthur Viehböck - sorgte für das leibliche Wohl unserer Gäste. Ohne der guten Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schülern, Erziehern und Lehrern wäre dies nie zustande gekommen. Dafür ein herzliches Dankeschön! Im selben Stock war auch unsere "Herzerlbar", die sich besonderen Andrangs erfreute und köstliche Cocktails bereit hielt. Ein Stockwerk tiefer wartete die Sektbar mit allerlei Shortdrinks und Schaumwein auf die durstigen Besucher. Und wem es nicht behagte, sich zur Bar zu bemühen, der blieb einfach sitzen und wartete auf einen unserer Kellner, die voll und ganz darum bemüht waren, unseren Gästen jeden Wunsch zu erfüllen. Den nötigen Schwung erhielt unser Hausball durch Michael Hoffmann, der fantastische Lieder sang. Bei der Tombola waren tolle Preise zu gewinnen (Dank an die Spender) und damit auch der Humor nicht zu kurz kam, wurde sogar eine Herzblattshow inszeniert, welche so manches Lächeln entlockte. Der Ball zog sich bis in die frühen Morgenstunden und die Stimmung war heiter und ausgelassen. Wir hoffen, dass der Hausball im nächsten Jahr wieder so ein Erfolg wird und würden uns freuen, auch Sie dort begrüßen zu dürfen. Canan Uzunkaya, 2. HAS %%% "Herzblatt" zum Nachlesen Moderatorin Sabine nach der Begrüßung des Publikums: Ich stelle die drei Damen vor, die auf ihren Kandidaten warten: Susanne ist Leiterin eines großen Unternehmens. Anneliese ist ebenfalls in leitender Position im Sozialbereich tätig. Erika ist Haushaltsmanagerin. Sabine: Unser Kandidat ist Erich. Er ist in der Jugendarbeit tätig. Erich, nun deine Fragen. Erich: Ich liege krank im Bett. Wie würdest du mich verwöhnen, Kandidatin 1, 2 und 3? Susanne: Ich bringe dir eine Wärmeflasche. Anneliese: Ich zieh mir ein kesses Krankenschwesternkleid an und versorge dich. Erika: Ich lasse mich von dir anstecken, schlüpfe zu dir ins Bett und wir kurieren uns zu zweit aus. Erich: Ich bin ein Morgenmuffel und schlafe gerne lange. Wie bringst du mich munter, Kandidatin 2, 3 und 1? Anneliese: Ich bringe dir ein Frühstück mit frischem Gebäck ans Bett. Erika: Ich schalte den Hochseegang in unserem Wasserbett ein und dann werden wir gemeinsam Wellenreiten. Susanne: Ich küsse dich wach. Erich: Ich bin ein leidenschaftlicher Nichttänzer. Wie schaffst du es trotzdem, mich aufs Parkett zu bringen, Kandidatin 3, 1 und 2? Erika: Ich flirte ungeniert mit deinem Chef und blinzle kokett zu dir hinüber. Susanne: Der DJ legt unseren Lieblingssong auf. Anneliese: Ich spendiere dir einige Cocktails in der Herzerlbar und anschließend ziehst du mich aufs Tanzparkett. Sabine Zusammenfassung: Nun, Erich, entscheidest du dich für Kandidatin 1, die Wärmeflasche mit dem frischen Gebäck, die den DJ becirct oder Kandidatin 2, die im Krankenschwesternkleid auf Hochseegang schaltet und in der Herzerlbar Cocktails schlürft oder Kandidatin 3, die sich mit dir beim Wachküssen auskuriert, bevor sie mit deinem Chef flirtet? Erich: Kandidatin 1! Sabine: Ich stelle nun die männlichen Teilnehmer vor: Für Rupert ist das Seelenleben von Menschen sehr wichtig. Hubert hat sich seit einiger Zeit beruflich verändert und übt seine Tätigkeit nun zu Hause aus. Erwin ist im Sozialbereich engagiert. Sabine: Die Kandidatin ist Ute, die sich in ihrem Beruf viel mit Bewegung beschäftigt. Ute: Mein kleiner Dackel Jimmy ist mein ein und alles. Wie schaffst du es meine Nummer 1 zu werden, Kandidat 1, 2 und 3? Rupert: Ich glaube nicht, dass er besser küsst als ich. Hubert: Ich blicke dich noch treuherziger an. Mit mir kannst du in der Früh kuscheln und musst nicht Gassi gehen. Erwin: Mich kannst du auch in den Supermarkt mitnehmen. Ute: Ich bin so schlampig. Wie bringst du Ordnung in mein Leben, Kandidat 2, 3 und 1? Hubert: Bleib weiterhin schlampig. Ich bezahle dir eine hübsche Putzfrau. Ich gebe dir leichtgeschürzt Nachhilfe beim Putzen. Erwin: Ich lasse dir einen Antichaosdrink beim Erwin mixen. Rupert: Hoffentlich beraubst du mich so meiner Sinne, dass dich meine Unordnung nicht mehr stört. Ute: Du kommst immer zu spät. Wie erklärst du mir das, Kandidat 3, 1 und 2? Erwin: Blumen sagen mehr als tausend Worte. Rupert: Ich hab den ganzen Tag an dich gedacht und deshalb bin ich mit der Arbeit nicht zeitgerecht fertig geworden. Hubert: Im Büro werde ich immer von meiner Kollegin aufgehalten. Sabine Zusammenfassung: So, Ute, wählst du als deine Nummer 1 Kandidat 1, der hoffentlich besser als dein Dackel küsst und sich an deine Unordnung wohl gewöhnen könnte, wenn er nur endlich vom Büro heimkehrte oder Kandidat 2, der als Putzfrau verkleidet Gassi geht, aber mit seiner Arbeit nie zeitgerecht fertig wird oder Kandidat 3, mit dem du im Supermarkt einen Antichaosdrink erwirbst und der Blumen für sich sprechen lässt? Ute: Kandidat 2! Sabine: Die beiden Paare bekommen nun auf Kosten des Herzblatt-Teams ein Glas Sekt, dann fahren sie - nicht mit dem Herzblatthubschrauber, sondern mit dem Herzblatt-Aufzug - in den siebenten Himmel. Auf der Dachterrasse werden sie bei einem Feuerwerk und zu Walzerklängen über Wien bei Nacht schauen. Dann dürfen sie sich bei leiser Musik im Wasserbett entspannen. Damit alles mit rechten Dingen zugeht, geben wir ihnen einen echten Standesbeamten mit. Nach der Rückkehr macht der Standesbeamte, Herr Baldinger, die Zusammenfassung: Erich, du musst darauf schauen, dass Susanne ihr Laster nicht weiter ausbaut! Hubert, pass auf, dass dir Ute nicht über den Kopf wächst! Für Susanne wurde nahezu ein Traum wahr. Man muss nämlich wissen, dass man vom Dach des BBI einen großartigen Blick über Wien hat, besonders bei Nacht, wenn das beleuchtete Wien die Szene für Besonderes bietet. Die Crew des Herzblattaufzuges hatte den Besuch auf der Terrasse bis ins Detail vorbereitet, selbst der Brandschutzexperte und die Pressefotografin fehlten nicht! Und so war es ein wahrhaftes Vergnügen für Susanne, nach dem Feuerwerk und einem Glas Sekt mit Erich den Donauwalzer auf dem Dach des BBI zu tanzen. Auch Hubert und Ute waren begeistert. Der anschließende Besuch des Wasserbettes bescherte offensichtlich Ute und Susanne größeres Vergnügen als Erich und Hubert, die pausenlos über die Wellenbewegungen meckerten. Die Pressefotografin hielt den Aufenthalt fest, der Standesbeamte beobachtete genauestens, um anschließend dem Publikum des Hausballs seine Zusammenfassung des Ausflugs geben zu können. Ein aufrichtiges Danke dem sensiblen und umsichtigen Betreuerteam des Herzblattausflugs von Susanne!! %%% .........und dann landeten wir in Salzburg Vor mehr als einem Jahr wurde ich immer wieder von den Chorsängern gefragt, wann es denn endlich wieder ein Chorwochenende geben wird. Ich versprach den Schülern, dass ein solches im Herbst 2002 in Graz stattfinden wird. Leider klappte es dann wegen meiner vielen anderen Termine nicht, außerdem hatte ich eine Übersiedlung in den Ferien hinter mir und so musste das Chorwochenende auf das Frühjahr 2003 verschoben werden. Mittlerweile hatte ich schon meine Kolleginnen Luise und Inge für dieses Unternehmen gewinnen können, immer noch in der Annahme, dass die Fahrt nach Graz gehen würde. Aber leichter gesagt als getan. Zunächst dachte ich, dass wir im Internat des Odilieninstitutes nächtigen könnten, aber schon die Kontaktaufnahme zeigte sich sehr schwierig, über Wochen kommunizierten nur Anrufbeantworter miteinander. Das Jugendgästehaus in Graz war für unseren geplanten Termin - 21. - 23. 03. 03 - auch schon ausgebucht. So telefonierte ich dann einige Vormittage mit sämtlichen Jugendherbergen sowie Jugendgästehäusern im Umkreis bis zu 400 km und landete nach etlichen Absagen schlussendlich in der Stadt Salzburg. Glück im Unglück, denn jetzt konnte auch noch kulturelles Rahmenprogramm miteingeplant werden. Ebenso oft in der telefonischen Warteschlange zum Salzburger Landestheater, hatte ich dann eine sehr bemühte Dame am anderen Ende in der Leitung. Mit ihrer Hilfe bekamen wir genügend um 50% reduzierte Karten für die Operette "DAS LAND DES LÄCHELNS" von Franz Lehar. Da wir beim letzten Chorauftritt (Abschiedsfeier von Herrn Dir. Harnischfeger in der Österreichischen Blindenwohlfahrt) großzügig von 2 Spendern bedacht wurden, konnte ich von diesem Geld die Karten der Schüler bezahlen. Im nächsten Anlauf führte ich dann den Kauf der Zugkarten sowie die Platzreservierung durch. Ein Teil der Schüler sollte mit dem Zug fahren, der andere mit dem Bus inkl. Angelika. Zwischendurch telefonierte ich mit Koll. Luise, sie befand sich gerade auf Kur und ich informierte sie immer über den neuesten Stand der Dinge. Vieles musste noch bedacht und geplant werden, besonders wichtig war eine Krankenschwester für Angelika. Da wegen Personalproblemen eine Schwester nicht mitfahren konnte, bat ich Frau Gruber, Angelikas Mutter, uns zu begleiten und so konnte Angelika mit dabei sein und ihre große Vorfreude stieg ins Unermessliche. Endlich war es dann so weit. Sogar der liebe Gott war uns mit dem Wetter gut gesinnt. Nach einer lustigen Anreise in Begleitung von Koll. Inge und Helferin Anna kamen wir gut im Jugendgästehaus an. Die Busfahrer kamen etwas später. Ein von allen mit Spannung erwartetes Chorwochenende konnte beginnen.......... Leider verging die Zeit wie im Flug, wir kamen gar nicht so viel zum Singen wie geplant, weil wir einfach viel Schönes erleben durften, herrliches Wetter, Stadtspaziergang, Ausflug in ein duftendes Seifengeschäft, Landestheaterbesuch, Salzburg bei Nacht, Besuch der Festung....... Sonntag Vormittag war dann dem Singen gewidmet, 3 Stunden mit voller Begeisterung waren wir bei der Sache. Alle wollten noch länger singen, einfach länger dort bleiben, nach dem Motto, das Chorwochenende könnte eine Woche dauern. Dies alles war aber nur möglich, weil wir ein gutes Team waren. Danke an Luise, Inge, Helferin Anna, Zivildiener Valentin und Marianne (Angelikas Mutter). Danke aber auch an meine Sänger, die mit voller Begeisterung bei der Sache waren. Edith Völk Sozialpädagogin %%% 4. Chorwochenende - diesmal in der Mozartstadt Salzburg Edith Völk, unsere Chorleiterin, hatte heuer Großes vor: In der Festspielstadt Salzburg sollten die letzten "Einstudierungen" für kommende Chorauftritte stattfinden. Und so buchte sie für die 19 musikbegeisterten Jugendlichen und Erwachsenen mitten im Zentrum der Landeshauptstadt das Jugendgästehaus. Eine Gruppe reiste mit der Westbahn an, die andere Gruppe fuhr mit dem Internatsbus. Sehr schnell gewöhnten sich unsere Jugendlichen an die neuen Örtlichkeiten. Die Zimmer waren ja ziemlich eng und mit Stockbetten ausgestattet. Und obwohl nur eine schmale, wackelige "Hendltreppe" in das obere Bett führte, wollte Michael partout oben schlafen. Der Aufstieg glich jedes Mal der Besteigung der Eiger Nordwand und erforderte seinen ganzen Körpereinsatz. Die Duschräume und Toilettanlagen waren oft weiter entfernt, aber schon bald hatte jeder seinen Plan abgespeichert, die Mobilität war gesichert. Beim Mittagessen kam uns die Küche entgegen, das Selbstservice wurde teilweise aufgehoben. Tomi und Dragan genossen aber die Freiheit der Selbstbedienung, sie standen in der Schlange und das nicht nur einmal, das reichliche Angebot verlockte beide und scheinbar war der Hunger groß. Angelika war mit ihrem Rollstuhl barrierefrei unterwegs, der Liftschlüssel und Rampen ermöglichten ihr überall Zutritt. Aus medizinischen Gründen wurde sie von ihrer Mutter begleitet. Frau Gruber, eine diplomierte Krankenschwester, hatte während der Vorstellung im Landestheater einen unerwarteten Einsatz, als sie einem Besucher nach einem Schwächeanfall Erste Hilfe leistete. Von Anfang an war sie aber auch für alle anderen von der Gruppe da und ein wertvoller Teil in unserem Team. 13 Burschen und Mädchen und sechs Betreuer bildeten das Team, das unschlagbar schien: Der Zusammenhalt und das gegenseitige Helfen war groß, besonders auch die Rücksichtnahme auf Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Musik verbindet, das verspürten bald alle. Die Chorleiterin hatte ein Extrazimmer für die gesamte Zeit zur Verfügung, das sie absperren konnte und das unterschied sich gar nicht mehr von einem Musikzimmer in ihrer Musikschule: Gitarre, Keyboard, Trommel, Chormappen, kopierte Texte und einen CD-Player hatte sie mitgebracht. Diese Professionalität ist nicht verwunderlich, schließlich leitet Edith Völk in Prinzersdorf nahe St. Pölten die Musikschule. Dort ist sie verantwortlich für 240 Schülerinnen und 14 Lehrer. Nebenbei unterrichtet sie auch dort. Insgesamt sechs Stunden auf zwei Tage verteilt verbrachten die Sänger im "Musikzimmer". Edith erarbeitete auch die Operette "Das Land des Lächelns" von Franz Lehar. Sie hatte die Karten für die Vorstellung im Salzburger Landestheater von Wien aus bestellt. Schon bald waren die Melodien vertraut. Der Inhalt sprach auch alle an: Ein chinesischer Prinz verliebt sich in Wien in ein Wiener Mädl, das folgt ihm nach China. Gustl, ein Verehrer, muss das betrübt hinnehmen. Als die Wienerin merkt, dass die fernöstlichen Gebräuche ihre Liebe zu dem Prinzen erschüttern - sie will nicht vier Nebenfrauen akzeptieren - verlässt sie den Prinzen und fährt nach Europa zurück. Der traurige Prinz bleibt zurück. Das wunderschöne Landestheater beeindruckte alle sehr und überraschenderweise war der chinesische Prinz auch ein "echter" Chinese. Nach drei Stunden Vorstellung sangen wir bereits bei der Garderobe die bekannten Lieder wie "Meine Liebe, deine Liebe, die sind alle gleich....!" usw. und beim schnellen Heimweg durch die Getreidegasse war unsere Fröhlichkeit nicht zu bremsen. Edith sang am Kapitelplatz mit Angelika ein Duett und wir alle stimmten ein und hatten andere Ohrwürmer bereit. Neben dem Musikalischen kam auch das Kulturelle nicht zu kurz. So besuchten wir natürlich den Dom, gedachten der Jedermann- aufführung, fuhren mit der Standseilbahn auf die Festung - übrigens die größte Anlage aus dem 11. Jahrhundert in Mitteleuropa - und marschierten dann zu Fuß in die Stadt zurück. Sehr eindrucksvoll konnten unsere Schüler die vielen Ebenen, Tore und Burggräben der Festungsanlage "begehen". Natürlich war auch Zeit, Mozartkugeln zu kaufen oder die berühmten Laugenbrezeln vom Kapitelplatz zu verkosten. Dort hatten am Samstag die Sanitäter vom Bundesheer eine Versorgungsstation für ein Lazarett aufgebaut. Sofort wurden unsere Jugendlichen eingeladen, ABC- Schutzanzüge und Atemmasken anzugreifen oder zu probieren, Puppen mit Defibrillatoren und Infusionsflaschen anzugreifen und den Erklärungen der Soldaten zu lauschen, die einen riesigen Wagen mit einer Warmwasserbereitungsanlage vorstellten. Julia wurde von einem Kärntner Offizier erkannt (so klein ist die Welt) und begrüßt, wir konnten den sehr auskunftsfreudigen Soldaten auch von unseren jahrzehntelangen Freundschaften mit den Wiener Soldaten berichten. Die Sanitäter ließen uns auch nicht die aktuelle politische Lage vergessen. Immer wieder war auch das Kriegsgeschehen Gegenstand von Diskussionen und Fragen der Jugendlichen. Im Jugendgästehaus waren auch viele Menschen von Green Peace, die Schilder malten und sich auf den Friedensmarsch in Salzburg vorbereiteten. Michael hatte an diesem Tag noch einen besonderen Genuss: zuerst startete ein Soldat nur für ihn einen Haflinger Baujahr 1976 an, das Motorengeräusch des Oldies entzückte den Autofreak Michael. Aber dann kam noch eine Steigerung: Zivildiener Valentin entdeckte auf einem Parkplatz einen Porsche, der glänzte und funkelte. Ich sagte Michael, er dürfe die Radkappen angreifen. Schnell pirschte er sich mit seinen Händen zum Kühlgitter hoch und in diesem Moment kam der Autobesitzer zum Wagen. Er war sehr beeindruckt von Michis Wissbegierde und lud ihn zu einer Probefahrt rund um den Parkplatz ein. Der Besitzer, ein älterer Herr, hatte das Gefährt erst einen Tag, das edle Stück kostete 110.000 Euro und hat über 300 PS. Vorher startete er noch den Motor kräftig durch, zwei riesige Auspuffröhren "röhrten". Besonders Tomi, Dragan aber auch Valentin beneideten Michi, der sein Glück kaum fassen konnte. Am Sonntag saßen wir noch in der Sonne vorm Jugendgästehaus, das Wetter war ja die ganze Zeit wunderschön, kein Wunder, wenn "Engerl" reisen. Zufrieden und glücklich fuhren wir wieder Richtung Wien: Angelika, Julia, Kerstin, Karin, Daniela, Ursula, Milena, Ornella, Armin, Markus, Michael, Tomi und Dragan und die Betreuer Valentin, Anna, Inge, Marianne, Luise unter der Gesamtleitung von Edith Völk Luise Chaloupsky Sozialpädagogin $$$ Einladungen %%% Musikalische Reise durch Lateinamerika mit Mallarauco Freitag, 11. 4. 2003 20:00 Uhr Louis Braille-Haus, 1140 Wien, Hägelingasse 4-6 Informationen und Kartenvorverkauf im Louis Braille-Haus Tel: 98189/165 "Mallarauco" eine Gruppe der etwas anderen Art Am 11. 4. 2003 wird im Louis Braille-Haus eine österreichisch-chilenische Gruppe gastieren. Sie nennt sich "Mallarauco". Ich spiele in dieser Gruppe indianische Panflöte und indianische Flöte (Quena). Da ich seit mehr als 20 Jahren Mitglied des ÖBSV bin, liegt mir dieser Auftritt im Louis Braille-Haus besonders am Herzen und ich möchte Ihnen daher die Gruppe "Mallarauco" vorstellen. Die Mitglieder der Gruppe sind sowohl Österreicher als auch Chilenen und wir arbeiten immer wieder mit Musikern aus anderen Ländern Lateinamerikas zusammen. Uns allen liegt lateinamerikanische Musik verschiedenster Richtungen besonders am Herzen. Wir pflegen sowohl traditionelle indianische Musik aus der Andenregion als auch die von verschiedensten europäischen und amerikanischen Einflüssen geprägte Musik der chilenischen Bauern. Darüber hinaus interpretieren wir auch afroamerikanische und afrocubanische Musik, die sich durch besondere Rhythmen auszeichnet. Unser großes soziales Engagement, das in der aktiven und finanziellen Unterstützung von Sozialprojekten in Österreich und Chile seinen Ausdruck findet, lässt uns auch immer wieder Lieder aus dem lateinamerikanischen Widerstand gegen Faschismus und die Benachteiligung der Farbigen in unsere Programme aufnehmen. Die Gruppe "Mallarauco" wurde vor ca. 6 Jahren gegründet, ausgehend von dem Wunsch eine Integrationsmöglichkeit zwischen Österreichern und Chilenen zu bieten und gegenseitiges Verständnis sowie einen intensiven Kulturaustausch - wenn auch im kleinsten Rahmen - zu ermöglichen. Dieser Plan ist meiner Meinung nach voll aufgegangen. Aber es fand auch Integration in anderen Richtungen statt. Die Mitglieder der Gruppe gehören mehreren Generationen an! Unser jüngstes Mitglied ist 13 Jahre alt, unser ältestes über 60 und auch ich mit meiner Behinderung wurde völlig ohne Probleme und "Getue" in die Gruppe aufgenommen und akzeptiert. Falls Sie neugierig geworden sind, uns kennen lernen wollen und sich dabei von der Vielfalt der Rhythmen und der Ausdruckskraft lateinamerikanischer Musik überzeugen wollen, besuchen Sie unser Konzert am 11. 4. 2003 im Louis Braille-Haus. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Im Anschluss an das Konzert besteht die Möglichkeit die original lateinamerikanischen Instrumente (Indianerflöte, Panflöte, Charango, Diple usw.) aus der Nähe zu betrachten und anzugreifen. Veronika Mayer %%% Sonntag, 4. Mai 2003: Frühling im Belvedere Anlässlich des "Printemps de Musées", einer Initiative der französischen Musées Nationaux, lädt die Österreichische Galerie Belvedere zu einem Frühlingsfest unter dem Motto "Mysterien und Entdeckungen" - ein Fest für Kinder und Erwachsene im Barockschloss und in der Gartenanlage des Unteren Belvedere mit Besucherservice für blinde und gehörlose Menschen. Kunstbetrachtungen Kurzführungen vor ausgewählten Werken geben Einblicke in mythologische Szenen und historische Begebenheiten und thematisieren anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums die Eröffnung der Modernen Galerie im Unteren Belvedere am 2. Mai 1903. 10:00 bis 15:00, zu jeder vollen Stunde * Tast- und Riech-Führungen Dialogorientierte Führungen unter Verwendung "begreifbarer" Materialien laden zum besseren Verständnis der verschiedenen Maltechniken innerhalb des Schlosses ein. 11:00, 13:00, 15:00 Gebärdensprache-Führungen Mit * gekennzeichnete Führungen werden in Gebärdensprache simultan übersetzt. 10:15, 12:00, 13:30 Mysterien des Mittelalters ... Dr. Arthur Saliger, Kustos des Museums mittelalterlicher Kunst deutet die künstlerische Umsetzung so mancher Wunder mittelalterlicher Heiliger und ist Drachen und Dämonen auf der Spur 10:15 * Auf den Spuren Prinz Eugens... Univ.Doz. Dr. Werner Kitlitschka weiß Geheimnisse hinter Mauern und Bildern in der barocken Schlossanlage, dem ehemalige sommerlichen Wohnschloss Prinz Eugens zu entdecken 14:30 Verschlungene Wege, verborgene Symbole Ing. Willibald Ludwig, Bundesgärten Wien-Innsbruck berichtet im Rahmen eines Gartenrundganges über seine Tätigkeit in der historischen Gartenanlage, neueste Erkenntnisse und Entdeckungen. 11:30 Entdeckungen unter der Oberfläche Elisabeth Foissner, Restaurierabteilung der Österreichischen Galerie Belvedere erzählt aus der Restaurierwerkstätte der Österreichischen Galerie Belvedere und liefert Hinweise zu überraschenden Entdeckungen und gängigen Materialien ihrer Arbeit 13:30 * Tanz in den Frühling Den blumenbekränzten Abschluss bildet eine Tanzvorführung der Tanzwerkstatt Wien mit musikalischer Begleitung des Egon-Wellesz-Quartetts im Garten des Unteren Belvedere. Anschließend sind alle Museumsgäste herzlich zum Mittanzen eingeladen 16:00 EXLUSIV FÜR MITGLIEDER DER FREUNDE DER ÖSTERREICHISCHEN GALERIE BELVEDERE An den Wassern der Weisheit Dr. Michael Krapf, Leiter der Barocksammlung der Österreichischen Galerie Belvedere spricht über den Providentiabrunnen von G.R. Donner sowie zu bevorstehenden Restaurierarbeiten im Unteren Belvedere. KINDERPROGRAMM Flora, Faun & Company 11:30: Spielerisch gestalteter Schlossrundgang mit Werner Kitlitschka 10:00 bis 16:00 Uhr: Durchgehendes Programm ohne fixe Beginnzeiten. Kinderführungen in verschiedenen Stationen im Mittelalter- und Barockmuseum zu den Themen "Frühling", "Geheimnisse" und "Entdeckungen" mit vielen kreativen Arbeiten Wer versteckt sich wo? Und können Bilder duften? Paradiesische Gärten voller Blüten, Gräser und Ornamente locken uns durch ihren Duft an. Merkwürdige Gestalten bevölkern das Schloss. Welches Geheimnis steckt hinter dem kleinen Drachen? Ein Kunst-Entdeckungsspiel inmitten von Rittern, Göttern und Jahreszeiten. Für Kunstfreunde von 5 bis 12 Jahren. Veranstaltungsort: Unteres Belvedere, Rennweg 6 und 6a, 1030 Wien Veranstaltungsbeitrag: Euro 5,-- Materialbeitrag für Kinder Euro 3,-- Anmeldung für alle Veranstaltungen erforderlich! ANMELDUNG UND INFORMATION T/F: ++43/1/79557-134 Das Fest findet bei jedem Wetter statt! Taste 0-20 Schauen auf einen begrenzten Ort Überlegungen dazu von Gertrude Moser-Wagner Ein Kunstprojekt hat im öffentlichen und sozialen Raum nicht seinen natürlichen Ort. Der öffentliche Raum gehört nicht der Kunst, er gehört der Stadtverwaltung, den Hausbesitzern, den Großunternehmen, den Autos. Die Menschen, die ihn bewohnen, verlernen nach und nach ihn zu schätzen, wahrzunehmen, rückzugewinnen. Kunst ist per se ein Forschungsvorhaben. Sie dient sowohl sich selbst, wie auch der Gesellschaft einer Zeit, die sie spiegelt. Künstlerinnen und Künstler haben Stellvertreterfunktion. Kunst ist, in meinen Augen, ein Katalysator, ihre wichtigste Funktion ist die Wiedererweckung der Wahrnehmung. Darum muss sie auch subversiv und kritisch sein gegenüber allzu affirmativen Tendenzen, gegen das Vergessen und gegen das Überhäufen ankämpfen und der Schnelligkeit die Aufmerksamkeit entgegensetzen. Dass wir hier, in der Oberen Praterstraße, zwischen Schwedenbrücke und Aspernbrückengasse ein Kunstprojekt entwickeln konnten, hat, meiner Beobachtung nach, drei Vorbedingungen: 1) Der zweite Bezirk ist in starker städtebaulicher Bewegung, Stichworte: Prater, U-Bahnbau, Nordbahnhof und, hier im Grätzl, Uniqa. 2) Die Praterstraße hat eine bemerkenswerte Historie, sie hieß im 19. Jahrhundert Jägerzeile, war der Kaffeehaus- und Theaterboulevard Wiens. (Nestroy, Strauss u.a. und später Schnitzler, Alfred Adler) Aber es wurde ihr andererseits auch eine schmerzliche Lücke geschlagen mit Vertreibung und Deportation der jüdischen Menschen. 3) Die Identität der Praterstraße ist im Wandel begriffen, soll sie eine Geschäftsstraße sein oder, darüber hinaus, eine historische, kulturelle Straße. Wie stellt man diese Identität her, kann sie von außen erzeugt werden? Die beiden verdienstvollen Herren, der Bezirksvorsteher Gerhard Kubik und der Obmann des Vereins der Kaufleute, KR Gerhard Bauer, sind dazu die Ansprechpersonen. Sie bemühen sich schon lange um diese Straße. Das Kunstprojekt TASTE 0-20 schaut auf einen "begrenzten" Ort, um genauer schauen zu können. Das Projekt will das Potenzial der Oberen Praterstraße heben und diese gefundenen Schätze kommunizierbar machen. Wir behaupten und haben herausgefunden: das ist keine öde Zone, wo Verkehrsberuhigung ein Geschäftesterben auslöste, sondern ein lebendiger Organismus. Um dieses zu zeigen, lassen Sie mich eine Analogie aus der Medizin wählen, aus dem Bereich der Medizin, die ganzheitlich vorgeht. Wir setzen Akupunkturnadeln mit Bedacht an bestimmte Stellen und lassen diese vorerst wirken. Diese ersten Akupunkturpunkte sind 6 Orte: Ein Frisiersalon Ein Import-/Export-Handel Ein (Ex)-Jugoslawischer Klub Eine Buchhandlung/ein Literatursalon Ein Blindeninstitut/ein Künstleratelier Ein Shiatsu-Studio Sechs längerfristige Projekte also, auf der Basis Kommunikation und Partizipation "Märzenbrecher", wollen Ihnen März/April nahe bringen Ihre Resultate münden in das "Mitte Mai Fest" Die Phase 2 - Hier wird der Blick von außen, von einer Prager Performergruppe, auf das Straßenstück geworfen, gleichzeitig gibt es Workshops mit Kindern und Hofgespräche zum Thema. Und in der dritten Phase, Anfang bis Mitte Juni, gibt es Klangkunst, bildende Kunst, Medienkunst zu erleben ("Tuning Juni"). Während der gesamten Zeit sind zwei Universitäten beteiligt, nämlich die Universität für angewandte Kunst (über das Seminar Kunst im sozialen Raum) und die Webster University über Internships (Assistenzen) und im Juni durch ein eigenes Projekt, das in St Louis, USA, von hier aus vorbereitet wird. Wir haben vor Ort viele niedergelassene KünstlerInnen entdeckt, eine zusätzliche Motivation zur Zusammenarbeit innerhalb der Kollegenschaft. Auch bemühten wir uns, das Team (für PR, Technik) hier zu finden. Ohne die zahlreichen Sponsoren aus Kultur und Wirtschaft und auch unsere mitbeteiligten Privatpersonen, seien es Raumgeber, Gerätesponsoren, Geldsponsoren, Webspacesponsoren hätten wir das Projekt nicht so engagiert starten können. Ihnen sei Dank! /// blind taste Ein Projekt von Carla Degenhardt/April 2003 Blinde Menschen gehen die Praterstraße ab. Sie erzählen, wie sie sich im Raum orientieren. An ihrem Körper wird eine Kamera befestigt. Dieses Projekt schärft die Sinne für das, was außerhalb des Sichtbaren sich ereignet und es erhöht den Stellenwert und Sichtwert von Blinden in der Gesellschaft. "blind taste" kommt durch die Zusammenarbeit mit dem Blindeninstitut im 2. Bezirk und insbesondere die Mitwirkung von Eva Papst und Erich Schmid zustande. blind taste Installation, ab Freitag, 16. Mai 2003 Atelier Schossmann / pr 15 im Atelier Schossmann, Keller, Praterstraße 15, Eröffnung: 16. Mai, 16 Uhr Impressum Dieses Informationsblatt wird vom Bundes-Blindenerziehungsinstitut herausgegeben. Im Sinne des Mediengesetzes für die Herausgabe verantwortlich ist die provisorische Leiterin, Prof. Susanne Alteneder. Für den Inhalt verantwortlich ist jeder einzelne Verfasser. Die geäußerten Meinungen müssen sich nicht mit dem Standpunkt der Redaktion decken. Verantwortlicher Redakteur ist Prof. Erich Schmid. Alle in 1020 Wien, Wittelsbachstraße 5