BBInfo 3-4/2011 Titelblatt: "Batman in Vienna" Informationsblatt des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes Inhalt: LIEBE LESERINNEN UND LESER! BBI INTERN Personelles Richtigstellung Verabschiedung von OSR Winkler 29.6.2011, von Angela Brychta (Oberstufe, Realgymnasium) ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Hearing on Inclusive Education in Brüssel Batman in Vienna Programm 14.–18.11.2011 Vienna.at Kurier Echolokalisation – eine besondere Art der Wahrnehmung der Umgebung Spende für die Blinden ERLEBEN – BEGREIFEN Bericht über den 2-tägigen Wandertag Hand fühlt Stein Hauptbahnhof Wien – mehr als ein Bahnhof Umwelteinrichtungen einer Großstadt 2. HS in Alerheim Gemeinsamer Elternvormittag der Gruppe 8 und N8 PROJEKTE Nepalhilfe Sammelaktionen im BBI Althandysammlung Tonerkartuschen und Tintenpatronen FREIZEIT UND UNTERHALTUNG Tandemtour Wien-Bratislava Gruppe 6 Lignano – Österreich - Eine Ferienaktion des Elternvereins Dusan feiert Geburtstag Teesdorf - Ein Erlebnis welches das Herz eines Sehbehinderten oder Blinden höher schlagen lässt Mit dem Diktiergerät durch das Jahr Gospelkonzert Riesenradfahrt und Weihnachtsmarktbesuch Besuch im Haus der Musik Krampusparty auf der Gruppe 8 und N8 SPORT UND SPIEL Erstes Blindenfußballmatch in Österreich Besuch aus Kenia beim Lauftreff Österreichische Torball-Staatsmeisterschaft in Wien - Sensationeller erster Staatsmeistertitel für das VSC-Damenteam EHEMALIGE SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER Andrea Piribauer Homepage e-Mail FUNDGRUBE Geschmack ist Vertrauenssache Blinde und sehbehinderte Menschen - Erste Bank und Sparkassen machen Geldgeschäfte spür- und hörbar Wiener Linien - Informations- und Notfallnummern speziell für sehbehinderte und blinde Fahrgäste Bildbeschreibungen AUTOREN Dritter Preis beim Gedichte-Wettbewerb für Friedrich Kieteubl e-Mail Prof. i. R. Friedrich Kieteubl Wer braucht schon einen Weihnachtsbaum? In Arbeit HUMOR Auch solche Mails gibt es Liebe Leserinnen und Leser! In Riesenschritten eilt das Jahr dem Ende zu, halten wir kurz an und schauen wir, was in den vergangenen Wochen im BBI los war. Wandertage, Exkursionen, Lehrausgänge, Veranstaltungen verschiedenster Art – all dies bereichert den Unterricht und ist in unserer Schulqualität fest verankert. Für das Leben miteinander hat sich das Instrument der monatlichen Abteilungsleitersitzung als große Hilfe erwiesen. Für die Transparenz und den Informationsfluss wurde mit Beginn des Schuljahres im internen Netz eine „Tagesinfo“ eingeführt, in der Krankenstände der Mitarbeiter/innen, der Schüler/innen, Lehrausgänge, Veranstaltungen, Besuche und Abwesenheiten nachzulesen sind. Ein gemeinsamer Betriebsausflug am 30. September – heuer zur niederösterreichischen Landesausstellung in die Kulturfabrik Hainburg mit anschließendem Heurigenbesuch - ließ wieder Raum für vertiefende Gespräche. Unsere gemeinsame Weihnachtsfeier am 25. November, die im Grunde genommen in der festlich gestalteten Aula für alle Mitarbeiter/innen eine Einstimmung auf den beginnenden Advent war, gab Zeit, einander besser kennen zu lernen. Unseren wunderschönen Christbaum schmückten in diesem Jahr die Mitarbeiter/innen des Verwaltungspersonals in Rot und Gold. Das Weihnachtskonzert am 1. Dezember gestalteten Frau Völk, unsere Chorleiterin, und Frau Heidrich, Dirigentin des Orchesters „Viva la musica“, gemeinsam. Seit September gibt Frau Heidrich ehrenamtlich einigen Kindern des BBI Geigenunterricht. Und diese „Geigensternchen“ hatten bereits in diesem Konzert ihren ersten Auftritt! Danke, liebe Frau Heidrich! Als Konzertmeister spielte auch diesmal Herr Schagerl, Wiener Philharmoniker. Sein „Winter“ aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ war ein besonderer Ohrenschmaus. Freuen wir uns heute schon auf den „Karneval der Tiere“ im Frühsommer! Von 10. bis 12. November fand in Innsbruck die alle drei Jahre bundesweit organisierte Tagung für Blinden- und Sehbehindertenpädagoginnen und –pädagogen statt. Zum Thema „Brücken - Übergänge – Ziele im Leben von Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit“ oder „Bridge over troubled water“ fanden sehr interessante Vorträge und Workshops statt. Der Nachmittag in der Innsbrucker Schule war ein äußerst herzlicher, meine Hochachtung gilt dem kleinen Team unter der Leitung von Frau Direktor Oppel, das von der musikalischen Begrüßung bis zur Bewirtung in den Workshoppausen alles perfekt und in Eigenregie vorbereitet hatte! Schon am 7. November begann in Innsbruck das erste Modul der neuen bundesweiten Blindenlehrer/innen-Ausbildung. Vom BBI haben Frau Doris Friedl, Klassenlehrerin der S 3, und Herr Nikolaus Keplinger, Lehrer in der 2./3. ASO, gestartet. Pädagogisch herausragend war sicherlich die Woche mit Daniel Kish, dem „Fledermausmann“ aus Kalifornien. Aufmerksame Eltern, Familie Dr. Georgiev und Familie Reingruber, die über Daniel in verschiedenen Medien gehört hatten, nahmen mit ihm bereits im Frühling Kontakt auf. Im Herbst nahmen sie uns mit ins Boot und dann ging’s Schlag auf Schlag… Unter der Teamleitung von Frau Mag. Hannemann in Zusammenarbeit mit der Lazarus-Hilfe und Herrn Dr. Georgiev wurde ein dicht gefülltes Programm für Kinder, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen, Frühförder/innen,… entwickelt. Zum Glück fiel der unterrichtsfreie „Leopolditag“ in diese Woche, sodass alle Pädagoginnen und Pädagogen des BBI an der Fortbildung teilnehmen konnten. Juan Ruiz, einem blinden Schüler und mittlerweile „Fledermaus-Kollegen“ von Daniel Kish fiel eine Fortbildung in Slowenien aus, und so stand er uns als zweiter Trainer – gratis – eine Woche zur Verfügung. Es würde den Rahmen sprengen, im Detail über Klick-Sonar oder Echolokalisation zu berichten. Geben Sie einfach „Daniel Kish“ in Google ein oder schauen Sie auf YouTube! Nachdem Daniel zum ersten Mal in Österreich war, war das Medienecho sensationell. Wir mussten Pressetermine vergeben, ein Italiener drehte sogar eine Dokumentation über „Batman in Wien“. Daniel begann seinen Vortrag am 15. 11. mit ungefähr diesen Worten: „Warum bin ich hier? Weil ich klicke! Warum klicke ich? Weil ich aus dem Klicken eine Botschaft mache, eine Botschaft von Freiheit, von Freiheit für Blinde!“ In diesen einfachen Worten liegt das, was wir ALLE wollen: FREIHEIT und die größtmögliche Selbstständigkeit für Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung. Die Gruppe der Workshopteilnehmer/innen aus dem BBI wird nun das gesamte Filmmaterial und die gewonnenen Eindrücke verarbeiten und im März in den pädagogischen Konferenzen präsentieren. Lehrer/innen und Sozialpädagoginnen probieren mit den Schüler/innen Klick-Sonar bereits aus. Es steht uns eine spannende Zeit bevor, denn auch wir sind täglich aufs Neue über die Fortschritte in der Erkundung der Welt durch die Kinder überrascht. Ein weiterer Schritt in der blindenpädagogischen Entwicklung ist gesetzt! Daniel Kish wird 2012 für zwei Wochen zu uns kommen, um seine Arbeit mit mehreren unserer Kinder fortzusetzen. Die organisatorischen Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren… Liebe Leserinnen, liebe Leser, ich freue mich, wenn Sie uns auch im Jahr 2012 begleiten! Susanne Alteneder Direktorin BBI intern Personelles Wie jedes Jahr brachte das neue Schuljahr enormen personellen Wechsel mit sich. Besonders schwierig war es heuer, eine Lehrerin/einen Lehrer für die S1A-Klasse zu finden. Buchstäblich in letzter Sekunde übernahm Frau Mag. Heiss, die die Kinder bereits aus der Nachmittagsbetreuung kannte, die jungen Herren als Klassenlehrerin. Die Stellen der Nachmittagsbetreuung in der S1A konnten durch Frau Mag. Christine Bock und Frau Mag. Judith Thaller nachbesetzt werden. Anfang Oktober ging Frau Alice Menschhorn, Klassenlehrerin der S2, in Krankenstand, der Ende Oktober nahtlos in Frühkarenz überging. Während des laufenden Schuljahres eine Pädagogin für Kinder mit ganz besonderen Bedürfnissen zu finden, ist nahezu ein aussichtsloses Unterfangen. Mit Supplierungen und vor allem durch den umsichtigen Einsatz der speziellen Hilfskraft in dieser Klasse, Frau Elisabeth Plattner, konnte die Arbeit mit den Kindern weitergeführt werden. An dieser Stelle ein herzliches DANKE an Frau Plattner! Ab 9. Jänner 2012 wird Frau Ilona Blaha, die seit September in einer unserer Basalen Klassen als Karenzvertretung unterrichtet, die S2 als Klassenlehrerin übernehmen. Neu ins Team der Basalen Förderklassen kommt Frau Mag. Brigitta Wimmer. Frau Susanne Kornmüller, Lehrerin der 2. BFK, ist dieses Jahr in Bildungskarenz und wird von Frau Mag. Judith Jung-Holzreither vertreten. Nachdem die Basalen Förderklassen aus der Baumgartner Höhe ausziehen mussten, nahmen wir für voraussichtlich zwei Schuljahre eine Klasse bei uns auf. Kein leichtes Unterfangen – sind doch die räumlichen Gegebenheiten im 3. Stock absolut nicht ideal. Aus verwaltungstechnischer Sicht zählen sowohl die Kinder als auch die Lehrerin zum Land Wien. Nichtsdestotrotz freuen wir uns über die Zusammenarbeit mit Frau Mag. Iris Reigl als Lehrerin und Frau Mag. Lydia Mayr-Gattei als Fachbetreuerin der Wiener Sozialdienste. Beide Damen wurden sehr herzlich in die „BBI-Familie“ aufgenommen. Zwei unserer Sozialpädagoginnen sind im Hafen der Ehe gelandet: Frau Carina Fischelmayer heiratete im Sommer und heißt nun Kickinger. Aufmerksame BBInfo-Leser/innen werden sicherlich über Alexandertechnik Bescheid wissen und damit den Namen Tom Cook in Verbindung bringen. Herr Cook begeistert seit Jahren nicht nur unsere Schüler/innen, er gewann auch das Herz von Frau Eva Krall. Herr Cook und Frau Krall schlossen im November den Bund der Ehe, Eva heißt nun Krall-Cook. Frau Mag. Bscherer ist seit November zusätzliche Lehrerin in der 2. Volksschulklasse, Bettina Fidler und Gerti Wiskocil sind dieses Schuljahr im Sabbatical, einige junge Erzieher/innen haben sich persönlich verändert und das BBI verlassen. Somit dürfen wir in diesem Schuljahr neben den bereits erwähnten Damen der Nachmittagsbetreuung in der S1A Frau Simone Truzla, Herrn Fabian Danzl, Herrn Ralf Rosskopf und Herrn Mag. Karl Wagner im Team begrüßen. Die Stunden in Rechnungswesen in unserer HAS, die unser pensionierter Kollege aus dem Schulzentrum Ungargasse, Herr Prof. Mag. Harald Dorr, unterrichtete, übernahm Prof. Mag. Ernestine Gartner. Frau Prof. Gartner hat aus dem SZU schon Erfahrungen im Unterricht mit blinden und sehbehinderten jungen Menschen mitgebracht. Ihre liebenswerte Persönlichkeit und ihr Engagement für Jugendliche haben sie neben ihrer fachlichen Kompetenz im vergangenen Schuljahr zum „Teacher of the year“ ausgezeichnet! Vielleicht haben Sie im Kurier darüber gelesen? Auch im Verwaltungspersonal haben Mitarbeiterinnen das BBI verlassen, neue Teammitglieder kamen dazu: Frau Milica Stevanovic wechselte als Reinigungskraft in die HAK 13, Frau Marietta Salimovic übernahm den Planposten. Frau Elfriede Brandl ist seit Oktober in der HIB als Köchin tätig, Herr Andreas Bähring ist unser erster männlicher Koch! Nachdem unsere 1. Köchin, Frau Hilde Jell, aufgrund ihrer Krankheiten seit vielen Monaten im Krankenstand ist, haben wir Frau Doris Motal als „Leihgabe“ erhalten. Endlich ist unser Küchenteam (fast) vollständig, sodass unser lange gehegter Wunsch nach zwei Menülinien in Erfüllung gegangen ist. Neues Schuljahr, neue Zivis: Stephan Carrion-Carrera und Clemens Winkler, zwei äußerst engagierte junge Männer, haben sich bestens eingelebt und verstärken unser Team in Schule und Internat. Hannah Rothenauer arbeitet in einem freiwilligen sozialen Jahr als Langzeitpraktikantin in der 2. VS und im Internat mit. In ihrer Flexibilität ist sie allerdings überall einsetzbar und hilft zurzeit in der S2 mit. Danke, Hannah! Ferhat Sahin steht als EDV-Praktikant 480 Stunden Herrn Rohlfing zur Seite. Auch er arbeitet verlässlich und gewissenhaft. Dragana Grahovac, ehemalige Schülerin des Lehrgangs für Telekommunikation, hat noch keinen Arbeitsplatz gefunden und absolviert daher ein Langzeitpraktikum in der Vermittlungszentrale des Hauses. Außerdem unterstützt sie die Portiere und so sind diese zeitweise als Vertretung für zwei Hausarbeiter, die im Langzeitkrankenstand sind, einsetzbar. Erst seit wenigen Jahren in Pension, verstarb im Juli plötzlich und unerwartet unser ehemaliger Oberschulwart, Herr Karl Grad. Karl Grad war Schüler des BBI, arbeitete als Masseur und kam als Hausarbeiter ans BBI zurück. Keiner kannte unser Haus bis in den letzten Winkel und die Gartenanlage so gut wie er! Einige Mitarbeiter/innen begleiteten Herrn Grad zur letzten Ruhestätte. Susanne Alteneder Direktorin Richtigstellung Von: 'Gabriele Frisch' Gesendet: Dienstag, 26. Juli 2011 10:58 An: 'Papst Eva' Cc: SchmidToAON Erich Betreff: AW: Nachlese Hallo, liebe Frau Papst, habe heute schon zu meiner Überraschung die BBInfo 1-2/2011 in der Post gehabt. Vielen Dank! Da sind wieder viele interessante Meldungen gesammelt. Der Artikel samt Foto über den Info-Tag aus den Sichtweisen ist jetzt doch nicht drin, wie ich gesehen habe, dafür aber ein Bizeps-Bericht! Und etwas ist mir aufgefallen: Nach dem Brief von Herlinde Derflinger steht etwas über das neue Gerät für ihre Blindenschule in Nicaragua. Dort ist zu lesen, es sei vom Blindenverband Wien gestiftet worden. Das stimmt allerdings nicht, das stand fälschlicherweise in den Vöcklabrucker Nachrichten. Wir haben dieses Gerät gespendet. Diese Tatsache wurde dann später auch richtig gestellt. Allerdings hält sich leider immer noch dieses Gerücht ... Schade! Ich wollte das nur richtig stellen, falls wieder einmal etwas darüber geschrieben wird. Mit herzlichen Grüßen, Gabi Frisch Verabschiedung von OSR Winkler 29.6.2011, von Angela Brychta (Oberstufe, Realgymnasium) Am 27.Juni 2011 fanden sich die drei anwesenden Chöre und eine Vielzahl von Mitarbeitern, angeführt von unserem Präsidenten Senator Nettig, im Salon ein, um OSR Winkler nach 34 Dienstjahren feierlich in den Ruhestand zu verabschieden. Nach „Hebe Deine Augen auf“ überreichte Direktor Blauensteiner nach Dankesworten für OSR Winklers langjährige ambitionierte Tätigkeit diesem eine Urkunde des Stadtschulrates für Wien. Dem Dank schloss sich Präsident Nettig an, der eine gravierte Uhr überreichte. Es folgte die Überreichung eines Geschenks durch die ihn sehr schätzenden Kolleginnen und Kollegen für seine 34-jährige Tätigkeit. Zum Abschluss gab es noch ein paar „Gstanzln“, eines selbst von Herrn Wirth gedichtet. Mit Orangensaft stießen alle Kinder mit dem Pensionisten “in spe” an. Kollege Winkler ist nicht nur in historischen oder baulichen Kenntnissen des Hauses der Wiener Sängerknaben ein Schatz an Wissen und eine Institution. Unbestritten ist vor allem auch die warmherzige Weise mit der er in kirchenpolitisch schwierigen Zeiten den Schülerinnen und Schülern der Unter- und Oberstufe jene wichtigen Grundsäulen des katholischen Glaubens nicht nur vermittelt sondern auch vorlebt. Inhalt der ersten Religionsstunde mit OSR Winkler und Grundlage für eine lebendige Glaubensgemeinschaft “Kirche”: “Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, am größten jedoch unter ihnen ist die Liebe.” (Paulus, 1 Kor 13,13) Webseite der Wiener Sängerknaben Öffentlichkeitsarbeit Hearing on Inclusive Education in Brüssel Eine Chance für Jugendliche mit Behinderung, ihre Bedürfnisse mitzuteilen und auf Herausforderungen aufmerksam zu machen Vom 5. bis 7. November 2011 fand in Brüssel ein Hearing on Inclusive Education statt. Junge Menschen aus ganz Europa mit und ohne Behinderung wurden dazu eingeladen. Sie sollten in einer Diskussion erläutern, * was inklusive Ausbildung ist * wie diese in ihrem Land durchgeführt wird und * was die Vorteile und Herausforderungen inklusiver Ausbildung sind. Bereits im Mai wurde ich gefragt, ob ich Interesse hätte, Österreich bei diesem Ereignis zu vertreten. Da ich sehr an anderen Ländern interessiert bin und meine Erfahrungen gerne mit anderen teile, sagte ich zu. Im Voraus wurden uns von der European Agency, dem Organisator des Hearings, Fragen zugesandt, auf die wir uns vorbereiten sollten. Da ich meine Schulzeit am BBI, also an einer Spezialschule, verbrachte, legte ich zwar meine Standpunkte dar, interviewte aber außerdem einige Schülerinnen des BBI, die unter anderem auch inklusiv beschult wurden und fasste ihre Aussagen ebenfalls zusammen. Bei einer Besprechung im Unterrichtsministerium am 22. September 2011 bekamen wir weitere Informationen über unsere Aufgaben im Hearing. Außerdem trafen wir zum ersten Mal die anderen Mitglieder der österreichischen Delegation. Außer Frau Stanetty und mir sollten noch Philipp Steinberger, Thomas Kroyer und Frau Mag. Czajka aus der Ungargasse nach Brüssel mitfahren. Am 5. November um 9:40 Uhr ging unser Flug. Wir kamen zu Mittag in unserem Hotel an. Da es für diesen Tag noch kein offizielles Programm gab, beschlossen wir, uns die Innenstadt von Brüssel anzuschauen. Wir besuchten den Grand Place und erhielten von Frau Mag. Czajka Informationen über die Gebäude, die sich dort befanden (zB das Rathaus). Und weiter ging es zu Manneken Piss. Leider konnte ich die Figur nicht angreifen, weil sie eingezäunt war. Also zeigte mir Frau Stanetty einige der Nachbildungen, die es überall zu kaufen gab. Unser nächstes Ziel war eine Comic-Zeichnung von Lucky Luke an einer Hauswand. Frau Stanetty und Frau Mag. Czajka bemühten sich, mir jedes Detail der Zeichnung zu beschreiben, damit ich mir eine möglichst gute Vorstellung davon machen konnte – mit Erfolg! Am Abend besuchten wir noch das Atomium, das zwar zu dieser Zeit nicht mehr geöffnet hatte, aber sehr schön beleuchtet war. Ein Modell erinnert mich auch heute noch an diesen Abend. Ein Spaziergang durch Le Village rundete den ersten Tag ab. Am nächsten Tag wurde das Hearing offiziell eröffnet. Danach wurden die 88 TeilnehmerInnen in sieben Arbeitsgruppen aufgeteilt. Jede dieser Gruppen bestand aus ca. 12 bis 14 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern und zwei Moderatoren. In meiner Arbeitsgruppe waren dies Amanda Watkins und Gitte Madsen. Miss Watkins leitete die Diskussion und Miss Madsen protokollierte die wichtigsten Aussagen. Die Arbeitssprache war Englisch. Für mich war die Diskussion sehr interessant, weil ich viel über die Integration in anderen Ländern erfahren konnte. Das Einzige, was ich schade fand, war, dass wir nur zwei Stunden Zeit hatten und viele Bereiche, die mich auch sehr interessiert hätten, nicht mehr besprochen werden konnten. Nach der Mittagspause begann der zweite Teil unserer Arbeit. Wir bereiteten eine kleine Präsentation vor, die wir im Europäischen Parlament vortragen sollten. Dabei waren uns die von Miss Madsen protokollierten Aussagen eine große Hilfe. An diesem Nachmittag hat mir besonders gut gefallen, dass sich jeder auf seine Art eingebracht hatte. Jeder konnte Vorschläge machen, die anschließend diskutiert und verbessert wurden. Niemand wurde ausgeschlossen. Dies spiegelte sich auch bei der Aufteilung wider, jeder sollte zumindest einen Satz im Parlament sagen. Um 16 Uhr endete unser Arbeitstag und wir machten uns wieder auf den Weg, um Brüssel zu erkunden. Wir besichtigten den Teil der Altstadt, in dem sich in den sehr engen Gässchen ein Restaurant neben dem anderen befand. Fast überall wurden Meeresfrüchte angeboten und es war im Freien gedeckt. Ich durfte verschiedene Muscheln und Schnecken, die zum Verkauf angeboten wurden, in die Hand nehmen und genau betrachten. Weiters besichtigten wir die Kathedrale und die Statue von Don Quixote. Letztere konnte ich leider nicht angreifen, weil sie auf einer Säule stand. Um 19 Uhr gab es ein weiteres großes Ereignis – das Gala-Dinner. Hauptzweck war, mit anderen Jugendlichen in einem sehr eleganten Rahmen Kontakte knüpfen zu können. Nach dem Essen gab es die Möglichkeit zu moderner Musik zu tanzen und fast alle Jugendlichen nützten dieses Angebot. Der nächste Tag ... der Höhepunkt des Hearings ... die Vorträge im Europäischen Parlament. Zuerst gab es einige Ansprachen der Organisatoren, dann folgten die Präsentationen der Vocational Education Gruppen, danach die der Secondary Education Gruppen. Das Hearing endete mit weiteren Ansprachen der Organisatoren und einiger Mitglieder der Europäischen Kommission. Die Präsentationen haben mir sehr gut gefallen, weil jede einzelne wichtige Aussagen über inklusive Ausbildung enthielt. Was aber für mich am ungewöhnlichsten war: Jeder konnte in seiner Muttersprache sprechen und alle Reden wurden in sämtliche Sprachen übersetzt. Nach den letzten Ansprachen endete das Hearing offiziell. Nach einem Mittagsbuffet im Europaparlament wurden wir zum Hotel und später zum Flughafen gebracht. Für mich war das Hearing on Inclusive Education eine große Bereicherung. Ich konnte viele Erfahrungen sammeln, die ich sonst nie hätte machen können. Ich bin froh, dass jungen Menschen mit besonderen Bedürfnissen diese Gelegenheit geboten wurde, ihre Erfahrungen auf diese Weise zu teilen. Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die mir dieses Hearing ermöglicht haben. Es war für mich eine Ehre, Österreich repräsentieren zu dürfen! Barbara Geher 3. HAS Batman in Vienna Programm 14.–18.11.2011 Information: Herr Daniel Kish wird von seinem Kollegen Herrn Juan Ruiz begleitet. beide Herren kommen am 13.11. in Wien an und wohnen im Haus (Dachgeschoß) Montag 9:00-12:00 - Arbeit mit Familie Georgiev und Familie Reingruber - Herr Harnischfeger Bibliothek Montag 14:00–14:45 - Gespräch mit Frau Direktor Alteneder, Frau Mag. Hannemann und Herrn Prof. Schmid - kleines Lehrerzimmer Montag 14:45–15:30 - Arbeit mit blind students assistants - (Gonca Ulucan, Barbara Geher) - kleines Lehrerzimmer Montag 15:30–18:00 - Gespräch mit Frau Mayer, Frau Olsson (Frühförderung), Frau Leitner-Farkas, Frau Tas (Kindergarten), Frau Schoch, Herrn Hubalek (S-Bereich) und zwei Vertreterinnen der Basalen Förderklassen - kleines Lehrerzimmer Dienstag 9:00–12:00 - Vortrag in der Aula, zugänglich für alle (wird übersetzt) - Aula Dienstag 14:00–17:00 - Arbeit mit Familie Georgiev und Familie Reingruber - Herr Harnischfeger – Bibliothek - Pressetermine im Laufe des Tages (genauer Zeitpunkt noch nicht fixiert) Mittwoch 8:30–12:00 - Workshop I geschlossene Gruppe (Mobilitätstrainer aus den Bundesländern, Frühförderung, LPF, Internat, Sport, …) - Konferenzzimmer Mittwoch 13:30–18:00 – Workshop II Donnerstag 8:30–12:00 - Workshop III Donnerstag 13:30–18:00 - Workshop IV Freitag 9:00–12:00 - Arbeit mit Familie Georgiev und Familie Reingruber, Herr Harnischfeger – Bibliothek Freitag ab 14:00 - Pressetermine nach Absprache Vienna.at Der “Fledermausmann” Daniel Kish kommt nach Wien Damit die Kinder ein Gefühl für die Echolokalisation bekommen, wird anfangs mit Glasscheiben trainiert. - © WAFTB Daniel Kish sieht mit den Ohren. Der Kalifornier, berühmt für seine Echolokalisation, die Blinden weltweit neue Wege der Mobilität und mehr Lebensqualität erschloss, kommt von 13. bis 19. November nach Wien und unterrichtet auch zwei Wiener Mädchen. Mountain-Biken, Bergwandern, Klettern… als Blinder? Bei Daniel Kish, Spitzname Batman (Fledermausmann), sieht das alles so leicht aus. Als Zweijähriger verlor der 46-jährige sein Augenlicht. Trotzdem lebt Kish ein Leben voll Selbstständigkeit und Mobilität. Seine wichtigsten Werkzeuge: Seine eigene Zunge und seine Ohren. Daniel Kish nutzt “Fledermaustechnik” Wie eine Fledermaus, daher sein Spitzname, sieht Daniel Kish mit den Ohren. Permanent sendet seine Zunge Schnalzgeräusche (Klick-Sonar) aus. Das Echo, das jeder Gegenstand zurückwirft, wandelt Kish im Kopf in ein dreidimensionales Bild seiner Umgebung um. Wer in der Technik geübt ist, kann auf mehrere Meter Entfernung unterscheiden ob ein Geländewagen oder eine Limousine vor einem steht. ”Es ist wie Gips in eine Form zu gießen”, sagt Daniel Kish, “das Echo nimmt die Form der Umgebung an.” Kish Erfinder der Echolokalisation Kishs Art zu sehen, ist als Echolokalisation bekannt geworden: “Manche Leute denken, ich sei eine Art Wunderkind”, scherzt Kish, “aber was wir tun, erfordert keine besondere Gabe. Das kann jeder lernen. Am wichtigsten ist dabei, dass man Selbstvertrauen gewinnt und hinausgeht in die Welt.” Kish stolpert lieber ab und zu trotz Stock und Schnalzerei, als sich von einem Blindenhund oder einem Menschen abhängig zu machen. In den 1990iger Jahren studierte er Entwicklungspsychologie und Sonderpädagogik und wurde der erste blinde Mobilitätstrainer der USA. 2000 gründete Kish die gemeinnützige Stiftung “World Access For The Blind“, die seither 500 Schüler in 18 Ländern ausbildete. “Wir wollen nicht anders behandelt werden als der Rest der Welt. Drei Viertel meiner Arbeit dreht sich darum, die Abhängigkeit von Familie und Freunden abzubauen.” vienna.at, 8. November 2011 16:38; Akt.: 8.11.2011 16:39 Kurier Dan Kish, der Mann, der mit seinen Ohren sehen kann, zieht in dieser Woche auch sehende Österreicher voll in seinen Bann. Da Bätmän bin i! Dan Kish demonstriert in einer Wiener Blindenschule, wie man ohne Augen sieht. Als wäre er hier viele Jahre lang zur Schule gegangen, bewegt sich der Kalifornier Dan Kish durch die Aula des Bundesblindenerziehungsinstituts am Rande des Wiener Praters. Dabei ist der Fledermausmann, wie ihn seine Schüler auch rufen, von Kindheit an blind! Er war noch nicht einmal ein Jahr alt, da hat ein Netzhaut-Tumor sein Augenlicht ausgelöscht. Ab und zu ist das leise Schnalzen seiner Zunge zu hören. "Aufgrund des Echos kann ich mich überall sofort orientieren", erklärt der 45-jährige Entwicklungspsychologe aus Los Angeles. Wie eine Fledermaus oder ein Delfin wandelt sein Hirn akustische Signale ständig in 3-D-Bilder um. Natürlich sieht er die Hindernisse vor sich nicht. Aber er kann sie hören. "Es ist, als würde man Gips in eine Form gießen", erklärt Kish beim Blind Date mit dem KURIER. "Das Echo nimmt die Form der Umgebung an." Beigebracht hat er sich das selbst. Und das ist auch die zentrale Botschaft auf seiner Vortragstour quer durch Europa. Seine Eltern wären keine Universitätsprofessoren gewesen. Seine Mutter hatte bei seiner Geburt gerade die High School abgeschlossen, sein Vater arbeitete als Automechaniker in Montebello, einem östlichen Vorort von L. A. "Doch beide haben mir von Anfang an unglaublich viel Freiheit gelassen." Mit sechs Jahren wollte er - wie alle anderen Gleichaltrigen - Radfahren lernen, also hat ihm sein Vater ein Kinderrad gekauft. Und dann fegte der blinde Bub bald besser durch die Wohnstraßen von Montebello als die Polizei erlaubte. Heute kann er ohne Angst ein Mountain Bike manövrieren, und zwar nicht nur im Wiener Prater, sondern nachweislich auch in kalifornischen Canyons. Dort hat er vor Videokameras demonstrativ auch steile Wände erklommen. Fragt man ihn, was er dabei erlebt hat, zitiert Kish den amerikanischen Traum: "Die große Freiheit." In Wien bekommt er von der großen Freiheit derzeit wenig mit. Denn etliche Sonder- und Heilpädagogen sehen in ihm eine Art Heilsbringer. Dementsprechend groß ist auch das G'riss um den mobilen Fledermausmann bei seiner ersten Österreich-Visite. Bis Samstag stehen auch noch Workshops mit blinden Kindern und Erwachsenen auf seinem Programm. Die sind auch schon lange hoffnungslos ausgebucht. "Mein Vater wollte immer, dass ich mit 18 von zu Hause ausziehen kann und - so wie er - Steuern bezahle." Sein Vater ist eine wichtige Argumentationshilfe, wenn es darum geht, auch die Eltern von blinden Kindern davon zu überzeugen, dass "mehr Bewegungsfreiheit mehr Lebensqualität bedeutet". Blindes Vertrauen Allzu strengen Theoretikern, die seiner Ansicht nach für zu viel Vorsicht bei der Erziehung blinder Kinder plädieren, antwortet Daniel Kish mit seinem sanften Zungenschnalzen: "Ich kann mich selbst auf fremden Flughäfen frei bewegen, schwimme dort wie ein Fisch im Wasser." Sagt es, und radelt für den KURIER-Fotografen ein paar Runden im Schulhof. Seine Erklärung dafür: "Weil ich nie überbehütet war, weil ich von Kind auf gelernt habe, mit meiner Freiheit verantwortungsvoll umzugehen." Hoffnung: Auch für 318.000 Österreicher Dunkelziffer In Österreich sind 318.000 Menschen als blind bzw. sehbehindert registriert. Die Dunkelziffer dürfte aber laut einer Sprecherin des Blinden- und Sehbehindertenverbands deutlich höher sein. Licht ins Dunkel Dan Kish hat bisher mehr als 500 blinde Menschen in seiner von ihm entwickelten Technik des Echo-ortens unterrichtet. Je früher er damit beginnen kann - umso besser für seine Schützlinge. Lichtgestalt Inzwischen lehren auch einige Schüler nach der Kish-Methode. Die Lichtgestalt unter den Blinden entwickelt derzeit eine eigene Hörbrille (sendet feinere Ultraschall-Töne aus als die menschliche Zunge) und ein Blindenstock-Training. Letztes Update am 15.11.2011, 18:08 Echolokalisation – eine besondere Art der Wahrnehmung der Umgebung "If you guys can see with your eyes, we can see with our ears." Mit den Ohren sehen? Völlig unmöglich werden Sie jetzt denken. – Ich anfangs auch, bis ich Daniel Kish und Juan Ruiz, zwei blinde Mobilitätstrainer aus den USA, traf. Blind und Mobilitätstrainer? Schon wieder ein Ding der Unmöglichkeit! Nein, denn sie zeigten uns, dass sie sich in einer unbekannten Umgebung sehr gut zurechtfinden können. Der Grund: Echolokalisation. Diese ermöglicht es einem Blinden, die Gegenstände in seiner Umgebung zu hören. Aber wie funktioniert das? Zuerst muss man ein Geräusch machen. Es empfiehlt sich ein Zungenschnalzen – je schärfer, desto besser. Daniel Kish und Juan Ruiz nennen dieses Geräusch den „Klick“. Das Geräusch entfernt sich vom Körper, bis es auf die Oberfläche eines Gegenstandes trifft. Es wird zurückreflektiert und trifft wieder auf das Ohr. Jeder Gegenstand klingt anders, manche Oberflächen schlucken einen großen Teil des Geräuschs, andere nur einen kleinen – das ist nur eines von vielen Merkmalen. Geübte Ohren können aus den Reflexionen Schlüsse über die Umgebung ziehen. Daniel Kish entdeckte diese Art der Wahrnehmung der Umgebung schon als Kleinkind. Er wollte genau die gleichen Dinge tun wie andere Kinder in seinem Alter, er wollte frei sein wie sie. Also trainierte und perfektionierte er seine Fähigkeit. Er wurde der erste blinde Mobilitätstrainer der USA. Heute bereist er die ganze Welt, um möglichst vielen blinden Kindern Echolokalisation beizubringen. Vom 13. bis 19. November 2011 besuchte er das BBI. Am 15. November erklärte er ungefähr 150 Leuten in einem Vortrag die Grundsätze der Echolokalisation. Für mich war das sehr interessant, denn ich erfuhr, dass ich selbst Echolokalisation bereits in der Vergangenheit benutzte, obwohl ich nie wirklich darüber nachgedacht hatte. Ich benutzte die passive Echolokalisation. Das heißt: Immer, wenn ich mich bewegte, machte ich Geräusche. Diese wurden von meiner Umgebung reflektiert. So konnte ich zum Beispiel eine Öffnung in der Wand oder eine Ecke hören. Das Ziel von Daniel Kish und Juan Ruiz war es aber, Gonca Ulucan und mir die aktive Echolokalisation zu lehren. Dies sollte in den nächsten beiden Tagen geschehen. Am Mittwoch und Donnerstag nahmen wir an einem Workshop teil, bei dem Mobilitätstrainer aus ganz Österreich und andere Lehrer, Sozialpädagogen und einige andere Personen anwesend waren. Wir sollten Daniel Kish und Juan Ruiz bei verschiedenen Übungen assistieren. Wir fingen mit dem richtigen „Klick“ an. Je schärfer der Klick, desto deutlicher ist das Echo. Danach versuchten wir, einen Teller durch das Klicken zu hören. Die nächste Übung war viel schwieriger. Juan Ruiz bedeckte einen Teller mit Stoff und ließ einen zweiten so wie er war. Wir mussten erkennen, welchen Teller er gerade hielt. Der Stoff absorbierte einen Teil des Schalls. Für mich war der Unterschied noch nicht hörbar, aber mit einiger Übung werde ich auch diese Herausforderung schaffen. Unser nächstes Ziel war es, von einer bestimmten Stelle des Raumes in eine andere zu finden und dabei Hindernissen auszuweichen, aber trotzdem nicht vom Weg abzukommen. Diese Übung war für mich leicht, da ich die Hindernisse und Wände des Raumes sehr gut hören konnte. Meine größte Schwierigkeit war es, Hindernisse zu hören, die kleiner waren als ich. Das zeigte sich, als wir unsere nächsten Übungen im Garten machten. Wir mussten eine Böschung von einer Betonstiege unterscheiden. Feste Dinge hören sich anders an als Gras und Büsche. Damit endete unser erster Workshop. Voller Spannung wartete ich auf den zweiten am nächsten Tag. Wir begannen wieder mit den Übungen, bei denen man einen Teller erklicken musste. Danach begaben wir uns auf die Jesuitenwiese und ich musste mit Hilfe des Klicks Bäume finden und mir ihre Position merken. Diese Übung stellte eine gewisse Herausforderung dar, war aber schaffbar. Bei der nächsten Übung musste ich zwei Stangen hören, die nebeneinander standen, und mich dazwischen stellen, ohne eine davon zu berühren. Am Nachmittag versuchte ich, meine neuen Erfahrungen in einer völlig unbekannten und unübersichtlichen Straßen- und U-Bahnstation zu erproben. Wir begaben uns zum Schottentor und versuchten, die U2 zu finden. Da wir alle die Station nicht kannten, musste ich mehrere Personen ansprechen und sie nach dem Weg fragen. Das war auch eine ganz neue Erfahrung. Verblüfft hat mich dabei, dass die Menschen ihrer Umwelt sehr wenig Beachtung schenken. Um mich bemerkbar zu machen, musste ich ihnen fast in den Weg springen. Den Abschluss dieses Workshops bildete eine Nachbesprechung, bei der wir unsere in den letzten Tagen gemachten Erfahrungen teilen konnten. Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die mir diese lehrreichen Tage ermöglicht haben. Daniel Kish und Juan Ruiz zeigten mir einen Weg, viele Informationen über meine Umgebung zu bekommen, ohne zu sehen. Barbara Geher 3. HAS Spende für die Blinden UNTERSTÜTZUNG / Seit Maria Halbwidl plötzlich erblindete, wird sie im Alltag und in der Ausbildung vom BBI betreut. Anneliese Höllersberger (links) und Susanne Alteneder (rechts) vom Bundes-Blindenerziehungsinstitut in Wien freuten sich sehr über die großzügige Spende von 954,20 Euro, die ihnen Maria (2. Von links) und Theresia Halbwidl übergaben. SCHÖNGRABERN, WIEN / Seit beinahe neun Jahren kann Maria Halbwidl nicht mehr sehen. Sie erblindete im Teenager-Alter aufgrund einer akuten diabetischen Erkrankung. Nun muss Maria Halbwidl einen weiteren Schicksalsschlag verkraften: den Tod ihres Vaters Matthias Halbwidl. Es war der Wunsch des Vaters von neun Kindern, dass im Rahmen der Bestattungszeremonie von Kranzspenden und dergleichen abgesehen wird und stattdessen Geld für das Bundes-Blindenerziehungsinstitut (BBI) in Wien, wo Maria seit mittlerweile acht Jahren zur Schule geht, zu spenden. Familie Halbwidl aus Schöngrabern ist mit dem Institut in guter Freundschaft verbunden. Sie setzt viel daran, ihre Tochter wo immer möglich zu fördern, ihr alle Perspektiven und Wünsche zu ermöglichen sowie in den für Behinderte schwierigen Arbeitsmarkt zu integrieren. Die nicht sehende Maria ist mit Freude am Computer am Werk, der mit spezieller Software für Blinde ausgestattet ist. Damit ist sie oft sogar schneller und fehlerfreier unterwegs - auch im Internet - als jemand, der sehen kann. In Begleitung von ihrer Mutter Theresia Halbwidl übergab Maria die Geldspende von 954,20 Euro, die beim Begräbnis ihres Vaters zusammengekommen war, dem BBI. Niederösterreichische Nachrichten Erleben – begreifen Bericht über den 2-tägigen Wandertag Am Montag, dem 26.09.2011, um 8:00 Uhr trafen wir alle (die Schüler von der Telefonie und 3 Schüler von der 1. HAS) beim Portier ein. Eine Gruppe fuhr mit dem Schulbus, die andere Gruppe mit dem Zug nach Unterberg (Niederösterreich, Industrieviertel). Als wir dort ankamen, erwartete uns schon Herr Reinelt mit seinem kleinen Sohn. Zuerst besichtigten wir eine Höhle Namens Miraluck. Der Weg dorthin war sehr steil und wir mussten viele Hindernisse überwinden. Um ca. 11:30 Uhr machten wir uns auf den Weg vom Tal in Richtung der Berghütte, die ungefähr 1200 Meter hoch liegt. Es war ein sehr steiler und sehr schöner Aufstieg und wir machten sehr oft Pausen. Wir gingen über Straßen und durch Wälder. Ungefähr um 15:30 Uhr kamen wir zur Unterkunft, wo wir übernachteten. Nach unserer Ankunft schauten wir uns alles in der Hütte an. Es gab einen Raum zum Essen, Waschräume und WCs. Im ersten Stock gab es Zimmer mit je zwei Betten. Im zweiten Stock war ein Matratzenlager, wo wir untergebracht waren. Die Burschen, Herr Keplinger, Herr Reinelt und Herr Weingartner schliefen in einem und die Mädchen daneben im anderen Raum. Dann ging es weiter zum Gipfel des Berges. Das Wetter war traumhaft und vom Gipfelkreuz hatte man eine herrliche Aussicht. Um 18:00 Uhr gab es Abendessen. Das Essen war ausgezeichnet und der Wirt war sehr nett, denn er verrechnete uns einen ermäßigten Preis. Nach dem Abendessen bereiteten wir uns auf das Lagerfeuer vor. Der Wirt hatte für uns schon sehr viel Holz vorbereitet. Denise spielte für uns auf der Gitarre und die anderen wärmten sich am Lagerfeuer. Um 22:00 Uhr gingen wir leise in die Zimmer, wo sich die Matratzenlager befanden. Frau Andre-Schellner, Nurhan und Denise konnten lange nicht einschlafen, da die Jungs nebenan sehr laut geredet und gelacht haben. Am nächsten Morgen um 8:00 Uhr standen wir auf und gingen frühstücken. Zum Frühstück gab es Tee, Kakao oder Kaffee, zum Essen Butterbrot und Marmelade. Nachher gingen wir noch einmal rauf ins Lager und packten unsere Sachen für den Abstieg zusammen. Um ca. 10:00 Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung Tal. Zuerst gab es einen etwas flacheren Weg, aber das letzte Stückchen marschierten wir durch einen Wald mit sehr vielen und hohen Steinen. Über sie drüberzusteigen war nicht immer ganz einfach. Wohlbehalten, gesund und etwas müde kamen wir gegen Mittag im BBI an. Es war ein super Wandertag und herzlichen Dank an Herrn Weingartner für die tolle Organisation. Denise, Mario, Nurhan Lehrgang für Telekommunikation Einige persönliche Meinungen zum Wandertag: Denise: Mir hat der zweitägige Wandertag sehr gut gefallen. Sie fragen sich wieso? Weil einige meiner Freunde (hoffe auch umgekehrt) dabei waren und wir sehr viel Spaß hatten. Ich hoffe, es wird bald wieder so einen schönen Wandertag geben. Mario: Es war ein schöner Wandertag, besonders weil einige meiner besten Freunde dabei waren. Beim nächsten Wandertag sollten aber keine so steilen Abhänge dabei sein. Nurhan: Es war anstrengend, aber auch sehr schön. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich wünsche mir noch einmal so einen Wandertag. Sani: Der Wandertag war sehr lustig und abenteuerlich. Ich würde mich freuen, wenn wir das noch einmal machen könnten. Nicu: Der Wandertag war lustig und die Lehrer nett und hilfsbereit. Hand fühlt Stein Die Faszination, die von Steinen ausgehen kann, wurde Schülern des Bundes-Blindeninstituts bei einem Besuch des Steinwerks der Firma Pfaffinger intensiv vermittelt. Nach einer launigen Einführung in die Welt der Steine, deren Entstehung, Struktur und Vielfalt durch den Firmenchef C.F. Pfaffinger persönlich, ging es tätig ans Werk. Verschiedene Materialien und Werkzeuge konnten ausgiebig ausprobiert und erforscht werden. Selber in einer Handwerksausbildung zum Korb- und Möbelflechter und schwer sehbehindert oder blind, fühlten die Jugendlichen, dass Stein nicht Stein ist und die Bearbeitung unterschiedlich und variantenreich ist. Mit der Überzeugung, nach der Korbflechterlehre eine Steinmetzlehre beginnen zu wollen und mit vielen, neuen Erkenntnissen schieden sie, sich herzlichst bedankend, aus dem Steinwerk Pfaffinger. Prof. Mag. Dr. Otto Jähnl Dipl. Päd. Martin Dobernig Hauptbahnhof Wien – mehr als ein Bahnhof Am Freitag, dem 14.10.2011, fuhren die PTS, die Tele und die 1. HAS mit den Begleitpersonen Frau Andre-Schellner, Herr Prof. Keplinger, Herr Weingartner und unser ehemaliger Religionslehrer, jetzt Pensionist, Herr Winkler zur Baustelle Hauptbahnhof Wien. Wir fuhren mit der Straßenbahnlinie 1 zur Haltestelle Schwedenplatz, von dort weiter mit der U1 zur Haltestelle Keplerplatz. Im „bahnorama“ empfing uns eine sehr nette Führerin. Sie entführte uns in die Geschichte des Bahnhofes. Erster Bahnhof: 1841 vor den Toren Wiens, zweiter vergrößerter Bahnhof: 1874 und der dritte wurde 1956 gebaut. Dieser wurde 2009 abgerissen, um Platz für den Hauptbahnhof zu machen. Die Baustelle ist so groß wie der achte Bezirk (Josefstadt). Der neue Hauptbahnhof soll Arbeitsplätze, schnellere Zugverbindungen, mehr Reisekomfort, optimale Anbindungen an U-Bahn, Schnellbahn, Straßenbahn und Busse schaffen. Der Bahnhof soll ein Platz zum Wohlfühlen werden, der rund um die Uhr geöffnet ist. Auf dem ÖBB-Grund werden zusätzlich noch Wohnhäuser, Parks, Schulen und vieles mehr errichtet. In den Wohnhäusern sollten alle Arten von Personen leben (arme, reiche, alte und junge Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund, …). Die ersten Züge sollten ab Dezember 2012 durch den Bahnhof fahren. Ab dem Jahre 2015 sollten der ganze Bahnhof und das neue Stadtviertel fertig sein. Nach der Führung begaben wir uns Richtung Bahnhofsturm. Dieser ist der größte begehbare Holzturm Europas (66,7 Meter). Auf diesen fuhren wir mit einem Aufzug in ca. 40 Meter Höhe hinauf. Auf dem Turm genossen wir einen eiskalten, wunderschönen Ausblick über Wien und die Großbaustelle. Anschließend durften wir uns im Café bahnorama bei Kaffee, Schokolade oder Tee aufwärmen, bevor es wieder zurück in die Schule ging. Es war auf jeden Fall ein eindrucksvolles Erlebnis. Gemeinschaftsarbeit PTS Umwelteinrichtungen einer Großstadt Am 8.11.2011 fuhren die PTS, die Tele und die 1. HAS mit den Begleitpersonen Frau Prof. Andre-Schellner, Herrn Weingartner und Herrn Prof. Keplinger mit einem Bus, der von der Gemeinde Wien zur Verfügung gestellt wurde, quer durch die Stadt (in den 22. Bezirk). Vom Bus aus erklärte uns ein Führer der MA 48, was mit den Abfällen der Stadt Wien passiert. Dabei schauten wir uns die Deponie Rautenweg und die Simmeringer Kläranlage an. Der Führer berichtete uns Folgendes: Es gibt: Restmüll, Biomüll, Kunststoffmüll, Altpapier, Metall, Buntglas, Weißglas, Sondermüll. Müll wird getrennt. Biomüll wird kompostiert. Öle gehören zum Sondermüll, deshalb müssen sie EXTRA gesammelt werden. Es gibt 3l Behälter, in denen die Familien das Öl sammeln können und bei einer Sammelstelle abgeben können. Ungefähr die Hälfte des Mülles wird wiederverwertet (recycled). Ein Mensch produziert im Jahr ungefähr 600 kg Müll. Man soll nur die menschlichen Abfälle ins Klo werfen. Was passiert, wenn man doch etwas anderes ins Klo wirft? Öl legt sich zB an den Kanalrändern an, Strümpfe ziehen sich meterweit und können sich verhängen … Was fließt alles in die Kläranlage? Regenwasser, Badewasser, Klowasser, Abwaschwasser, Chlorwasser (Schwimmbad) ... Weil Österreich so viel Wasser hat, spülen wir sogar literweise Trinkwasser alleine für die menschlichen Abfälle weg. Das Wasser wird durch ein Kanalnetz in die Kläranlage geleitet. Das Wasser fließt durch verschiedene Becken: 1. Becken – die gröberen Abfälle werden herausgefiltert und verbrannt 2. Becken (Sandbecken) – die kleineren Abfälle werden herausgefiltert (feiner Kies, Sand, eventuell der große braune menschliche Abfall …) 3. Becken – der restliche Abfall wird mit Hilfe von Bakterien zersetzt Das Wasser wird in etwa 20 Stunden gereinigt und fließt in den Donaukanal. Es hat 96% Trinkwasserqualität. Insgesamt erhielten wir einen guten Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten wie Müll behandelt wird. Barbara Graf, Sarah Krammer PTS 2. HS in Alerheim Alle fieberten schon darauf hin. Und jetzt war es so weit. Wir saßen im Bus auf der Autobahn nach Alerheim. Dort sollten wir, das sind Daniela, David, Kais, Sila, Vicky und ich, den Kindern aus der Volksschule zeigen, wie Blinde arbeiten. Deshalb gingen wir auch jeden Tag um 07:30 Uhr mit unseren Gastkindern, die, als wir ankamen, schon lange auf uns gewartet hatten, zur Schule. Jedes Kind wohnte bei einer anderen Gastfamilie. Manche wohnten bei der gleichen Gastfamilie wie letztes Jahr, manche waren bei einer Anderen untergebracht. Die meisten Gastfamilien haben ein Kind, das in die Volksschule in Alerheim geht. Manche dieser Kinder haben auch größere Geschwister, die mittlerweile eine andere Schule besuchen. Alle von unserer Gruppe fanden, dass die Ausflüge am besten waren. Wir durften nämlich bei einer Stadtführung von Nördlingen dabei sein und die Harburg besichtigen. Wir sahen auch eine Biogasanlage mit vielen Stieren. Der Mittwoch stand jeder Gastfamilie zur freien Verfügung. Einige gingen schwimmen, andere machten einen Spaziergang und manche blieben einfach zu Hause und machten sich einen schönen Tag. Auf der Heimfahrt waren sich alle einig, dass die vergangenen 5 Tage sehr, sehr schön waren. Angelika Angerer 2. HS Gemeinsamer Elternvormittag der Gruppe 8 und N8 Am Mittwoch, dem 7. Dezember 2011, haben wir die Eltern zu einem gemeinsamen Elternvormittag mit unserer Trainerin für lebenspraktische Fertigkeiten, Heidelinde Daniel, auf die Gruppe 8 eingeladen. Als gemütlichen Einstieg begannen wir mit einer Kaffee- und Kuchenjause unter der Augenbinde bzw. Simulationsbrille. Die anfängliche Skepsis war bald verflogen und es entstand eine entspannte Atmosphäre. Von dieser Selbsterfahrung leiteten wir zu unserem Jahresthema „Eigenständigkeit in der Körperpflege“ über. Es ging vorrangig um die Bereiche Zähne putzen, Duschen, Kleidung wechseln, WC-Training und auch Hände und Gesicht waschen. Bei dieser Runde wurde sehr offen miteinander gesprochen. Lebenspraktische Fertigkeiten sollen sowohl zu Hause, als auch im Blindeninstitut einheitlich umgesetzt werden. Heidelinde Daniel konnte uns dazu wertvolle Tipps mit auf den Weg geben. Zum Abschluss hatte jedes Kind für seine Eltern eine Nachricht geschrieben. Mit unserer Unterstützung konnten die Eltern trotz Brailleschrift bzw. Simulationsbrille diese Nachrichten lesen – eine kleine spannende Übung. Es hat allen gut gefallen und wir haben durchwegs positives Feedback erhalten. Daher möchten wir auch im nächsten Semester einen Elternvormittag dieser Art gestalten. Daniela Punz und Fabian Danzl Projekte Nepalhilfe Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Freunde! Meine Frau und ich haben im Frühjahr eine sehr interessante Reise nach Nepal unternommen. Da wir beide im Bundes-Blindeninstitut in Wien als Sozialpädagogen tätig sind, interessiert es uns, wie in anderen Ländern mit sehbehinderten und blinden Menschen umgegangen wird. Unter anderem hatten wir in Kathmandu, der Hauptstadt von Nepal, die Möglichkeit eine Schule, an der sehbehinderte und blinde Kinder unterrichtet werden, zu besuchen. Wir waren angenehm überrascht von der freundlichen und unkomplizierten Art mit der die Kinder betreut und unterrichtet werden. Das Lachen der Kinder und der unerschrockene Umgang mit uns Besuchern aus Europa waren sehr nett. Leider ist uns aber auch aufgefallen, dass für die 14 Kinder nur eine Blindenschreibmaschine (Perkins Brailler) zur Verfügung steht und zu wenig Blindendruckpapier vorhanden ist. Von einem Computer mit Braillezeile haben sie zwar schon gehört, aber noch nie einen gesehen. Es gibt auch keine Spiele, die für Blinde oder Sehbehinderte adaptiert sind. Nach Gesprächen mit den Lehrerinnen, der Direktorin und unserer blinden Vermittlerin haben wir uns entschlossen, unsere langjährige Erfahrung in der Ausbildung von sehbehinderten und blinden Kindern und Jugendlichen, dieser Schule zur Verfügung zu stellen. Wir werden Spiele zum Nachbau nach Nepal senden und versuchen Geld für Lernmaterialien aufzutreiben. Weiters haben wir erfahren, dass es zurzeit acht blinde Kinder in weit entfernten Regionen (einige Tagesmärsche entfernt) gibt, die gerne die Schule besuchen würden, aber die Eltern die Internatskosten von € 33,00 pro Monat nicht aufbringen können. Zu den betreffenden Kindern haben wir von der Schule Informationsmaterial zur Verfügung gestellt bekommen, das wir an mögliche Sponsoren weitergeben dürfen. Bedenken Sie: Erst durch den Schulbesuch wird es für diese Mädchen und Burschen einmal möglich sein, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Und nun die große Bitte an Euch: wer kann einem Kind, das weit weg von Kathmandu wohnt, einen Internatsplatz sponsern oder wer möchte einen Beitrag für Arbeitsmaterialien und Spiele leisten? Das gespendete Geld wird an den eingetragenen Verein BLICKKONTAKT (www.blickkontakt.or.at) mit dem Vermerk „NEPALHILFE“ eingezahlt und von dort weitergeleitet. In Kathmandu kennen wir eine sehr vertrauenswürdige junge Dame, die sich persönlich um die zweckgebundene Verwendung der Gelder kümmern wird. Sie selbst wurde von einem Österreicher aus tiefster Armut befreit. Wir können uns gut vorstellen, dass es dazu noch viele Fragen gibt, die wir gerne persönlich, am Telefon oder per Mail beantworten. Vielen Dank für Ihr Interesse! Margareta und Erwin Blumreisinger blumerwin(at)hotmail.com Handy: 0043-660-3436607 Sie können dieses Mail gerne an andere Personen und Firmen weiterleiten! Spendenkonto: Kontobezeichnung: BLICKKONTAKT/NEPALHILFE Konto. Nr.: 30680950001 BLZ: 47050 (IMMO-BANK AG) BIC: vohgatw1xxx IBAN: AT514705030680950001 Sammelaktionen im BBI Althandysammlung Seit einigen Jahren werden im BBI Althandys und Zubehör gesammelt. Bisher konnten wir 3 Kartons an "Mobile Collect" zur umweltfreundlichen Entsorgung weiterleiten. Für jedes gesammelte Handy haben wir einen Betrag von € 1,50 für ein Projekt erhalten. "Mobile Collect" unterstützt immer vier Projekte. Wir können das Geld an eines dieser Projekte weiterleiten. Zuletzt haben wir die Ausbildung eines Blindenführhundes unterstützt. Wir sammeln natürlich weiter! Die Sammelstation im BBI ist die Orientierungsklasse und Ansprechperson ist Herr Mag. Freiler. Tonerkartuschen und Tintenpatronen Von: machmit@recycling4smile.at [mailto:machmit@recycling4smile.at] Gesendet: Montag, 14. November 2011 08:52 An: machmit@recycling4smile.at Betreff: Kostenlos – aber nicht umsonst! Spenden ist ganz einfach! Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schule, liebe Lehrer, Eltern und Schüler! ROTE NASEN Clowndoctors haben es sich zur Aufgabe gemacht, kranken und schwerstkranken Kindern ein Lachen ans Krankenbett zu bringen. recycling4smile ist ein Projekt, welches ökologische und soziale Verantwortung bestens miteinander verbindet. Sie können durch die Sammlung von leeren Tonerkartuschen und Tintenpatronen in der Schule die Arbeit der Clowns fördern und gleichzeitig einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die leer geschriebenen Kartuschen und Patronen werden von der Embatex AG im Recyclingverfahren wiederbefüllt oder umweltgerecht entsorgt. Die Embatex AG ist ein nach ISO 14001, ISO 9001 und EMAS zertifiziertes Unternehmen und zur Rücknahme von Abfällen unter der Abfallsammlernummer GLN 9008390023815 berechtigt. Pro recycelbarer Kartusche/Patrone wird € 1,-- im Namen der Schule an ROTE NASEN Clowndoctors gespendet. Ihr aktueller Spendenbetrag kann jederzeit über unsere Homepage www.recycling4smile.at abgerufen werden. Ihre Teilnahme ist völlig kostenfrei! Wie funktioniert’s? 1. Bestellen Sie die gratis Sammelbox! (01 548 2527 oder unter www.recycling4smile.at) 2. Platzieren Sie diese Sammelbox (H: 65cm T: 35cm B: 42cm) an einer gut sichtbaren Stelle in der Schule. Informieren Sie alle Lehrer/Eltern/SchülerInnen über dieses Projekt. 3. Geben Sie alle anfallenden Tonerkartuschen und Tintenpatronen in die Box. 4. Wenn die Sammelbox voll ist, rufen Sie die Gratis Hotline an. 5. Wir holen die Box ab, bei Bedarf stellen wir Ihnen wieder einen Leerkarton zur Verfügung Über 800 Schulen österreichweit beteiligen sich bereits an diesem Projekt! Motivieren Sie mit uns auch in Ihrer Schule die Lehrer, SchülerInnen und Eltern an dieser Sammelaktion teilzunehmen und bringen gemeinsam mit uns Lachen in Krankenhäuser! Mit freundlichen Grüßen, Andrea Svetnik Projektleitung Rote Nasen Recyclingprogramm Embatex AG Satellitenstraße 1 9560 Feldkirchen Tel.Nr.: 01-548-2527 Fax.Nr.: 04276-5710-150 E-Mail: machmit(at)recycling4smile.at Homepage: http://www.recycling4smile.at [Im BBI steht die Sammelbox in der Eingangshalle] Freizeit und Unterhaltung Tandemtour Wien-Bratislava Gruppe 6 Am Mittwoch, dem 22. Juni, um 8:30 Uhr starteten wir - Patrick, Sani, Eric, Michael (Praktikant), Maria und Andrea - unsere Tandemtour nach Bratislava. Es sollte ein wunderschöner Sommertag werden. In der Früh, als wir weg fuhren, war die Temperatur noch erträglich. Im Laufe der Zeit wurde es brütend heiß und die letzten Kilometer der Tour hatten wir Gegenwind. Nach ca. 4 Stunden kamen wir in Bratislava an. Die Hinfahrt war sehr schweißtreibend und aufregend. In Hainburg gönnten wir uns eine Pause an der Donau. In Bratislava angekommen, machten wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant (unsere Bäuche knurrten und so war der Teller sehr groß, doch der Inhalt viel zu wenig). Als wir mit dem Speisen fertig waren, machten wir uns auf die lange Suche nach dem Bahnhof. Während wir den Bahnhof suchten, konnten wir die Stadt erkunden. Schließlich fanden wir den Bahnhof und fuhren nach Wien zurück. In Wien angekommen, luden wir die Tandems aus und radelten zur Schule zurück. Zum Schluss verabschiedeten wir uns bei unseren Pilotfahrern und fuhren nach Hause. Es war schon ein echt cooler Tag. Patrick Bitzinger und Sani Ibrahimovic Lignano – Österreich - Eine Ferienaktion des Elternvereins Auch in diesem Jahr war es möglich dank großzügiger Unterstützung das Projekt Lignano-Österreich fortzusetzen. Einer Gruppe von 5 blinden Schülerinnen und Schülern des Bundes-Blindenerziehungsinstitutes (Barbara, Gonca, Barbara, Sani und Patrick) wurde dadurch ein lehrreicher und ereignisvoller Aufenthalt geboten. Das Betreuungsteam setzte sich – so wie im letzten Jahr - aus den Kolleginnen Chaloupsky (Sondersozialpädagogin), Plutsch (dipl. Sportlehrerin) und Himmer (Blinden- und Sehbehindertenlehrerin) zusammen. Auf dem Programm standen unter anderem der Ausbau von lebenspraktischen Fertigkeiten (Führung eines Kassabuches sowie eines Tagebuches, Festigung von Esstechniken, eigenständiges Packen usw.), Kennenlernen anderer kultureller Umfelder sowie Erprobung neuer sportlicher Aktivitäten wie zB das Fahren mit dem Bananenboot. Da unsere Jugendlichen sehr kulturinteressiert sind, führte uns dieses Jahr ein Ausflug nach Venedig. Informationen über die Stadt und deren Sehenswürdigkeiten, die wir zuvor in der Schule erarbeitet hatten, konnten die Schülerinnen und Schüler mit all ihren verfügbaren Sinnen erleben. Der Bummel durch die engen und verwinkelten Gassen und Brücken der Stadt erforderte ein hohes Maß an Konzentration. Die Gondelfahrt am Abschluss des Ausfluges war ein besonderes Erlebnis für alle. Ein Besuch von Minimundus ermöglichte den Jugendlichen die große Welt im Kleinen zu ertasten. Die haptische Erfahrung ist essentiell für unsere Schüler, denn das gesprochene Wort ersetzt niemals das persönliche Erfahren und Erleben! Einige Eindrücke unserer Projekttage finden Sie in der Folge. 03.07.2011 Pünktlich um fünf Uhr früh ging unsere Reise nach Lignano los. Während der Fahrt erhielten wir einen kleinen Italienischkurs. Nach drei Stunden machten wir eine Frühstückspause. Dort lud uns Frau Himmer auf ein Getränk ein. Gestärkt ging es weiter, und nach einer Weile in den ersten und einzigen Stau. Beim Einchecken merkten wir sofort, dass die Italiener sehr genaue Menschen sind. Nach einem guten Mittagessen ging es an den Strand. Für viele von uns war es das erste Mal am Meer. Wir waren mit Spielen im Meer und Sonnenbaden so beschäftigt, dass wir nicht merkten, wie sich unser erster Nachmittag dem Ende zuneigte. Nach dem Abendessen rundete ein Spaziergang zum Campingplatz diesen Tag ab. 04.07.2011 Da nur am Montag in Lignano Markttag ist, begaben wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück dorthin. Die Shoppinglust entflammte in uns. Gemeinsam mit einer Begleitperson stürzten wir uns mitten in die Menge der Marktbesucher. Merkwürdig war für uns, dass sehr viele Urlauber aus Österreich und Deutschland hier unterwegs waren. Am Nachmittag entspannten wir uns wieder am Strand und ließen uns von einer Masseurin massieren. Der Abend verging mit einem Spaziergang durch Lignano. Dieser führte uns auch auf das Flachdach eines großen Hotels, von dem wir eine gute Aussicht auf den Strand hatten. 05.07.2011 Heute wurden wir von einem Gewitter aufgeweckt. Nichts wurde es mit unserem Vorhaben, in der Früh laufen zu gehen. Stattdessen wanderten wir am Vormittag zu einer Trafik, wo wir Postkarten kauften. Auch ein kleiner Umweg zu einem Supermarkt, wo wir uns Luftmatratzen besorgten, war uns nicht zu weit. Am Nachmittag gab es die Gelegenheit, diese gleich auszuprobieren. Dabei hatten wir viel Spaß. Nach dem Abendessen spazierten wir zu einem Rikschaverleih. Eigentlich wollten wir mit den Rikschas gemeinsam zum Hafen fahren, doch leider trennten sich unsere Wege. Wir trafen uns erst wieder, als wir zum Rikschaverleih zurückkehrten. 06.07.2011 Heute begann unser Tag am Strand. Da wir gemeinsam sehr viel Spaß hatten, verging der Vormittag viel zu schnell. Doch der schönste Teil des Tages stand uns noch bevor. Um 14 Uhr ging es ab nach Venedig. Nach einer einstündigen Fahrt mit dem Schulbus wechselten wir das Transportmittel. Wir stiegen in ein Vaporetto, ein öffentliches Verkehrsmittel in Venedig, um. Diese Fahrt führte uns über den Markusplatz zum Canale Grande. Kurz nachdem wir die Rialtobrücke hinter uns gelassen hatten, stiegen wir aus und erkundeten zu Fuß die auf Wasser erbaute Stadt. Viele kleine Souvenirläden verlockten uns zu so manchem Kauf. Ein besonderes Erlebnis war es auch, die Rialtobrücke zu überqueren. Schließlich erreichten wir zum zweiten Mal den Markusplatz und konnten uns, auf Löwenstatuen sitzend, von unseren Betreuern fotografieren lassen. Auch die berühmte Gondelfahrt ließen wir nicht aus. Für 30 Minuten wurden uns die Sehenswürdigkeiten Venedigs von unseren Betreuern beschrieben. Zum Abschluss durften eine Pizza und ein Eis nicht fehlen. Dank unserer Betreuer konnten wir das Flair dieser wunderschönen Stadt sehr genießen. 07.07.2011 Der heutige Tag begann für uns sehr entspannend. Wir verbrachten den Vormittag am Strand, wo wir nach Muscheln suchten. Am Nachmittag hatten unsere Betreuerinnen eine Überraschung für uns parat. Zuerst mussten wir einen Kilometer bis zum öffentlichen Strand wandern, doch dann kam die Belohnung. Wir durften mit einer mit Luft gefüllten Banane fahren. Wir wurden von einem Motorboot gezogen und flitzten über die Wellen. Einmal machte das Boot eine starke Kurve und wir landeten alle im Wasser. Ein tolles Erlebnis! Am Abend machten wir Lignano unsicher. Wir gingen auf Shoppingtour und konnten noch einige Souvenirs erwerben. 08.07.2011 Nach einem kurzen Aufenthalt am Strand machten wir uns auf den Weg ins lustige Rutschenland. Da wir nur eine Stunde Zeit hatten, mussten wir uns beeilen, so viele Rutschen wie möglich auszuprobieren. Natürlich durfte ein Wettrutschen nicht fehlen. Als wir die steilste Rutsche hinunterrutschen wollten, ertönte ein Pfiff und unsere Zeit war abgelaufen. Schweren Herzens verließen wir daraufhin das Rutschenland. Nach dem Mittagessen begaben wir uns mit dem Schiff auf die Muschelinsel. Vorher genehmigten wir uns aber noch ein Eis im Fischerdorf Marano. Da die Wellen am Strand der Muschelinsel sehr stark waren, erschwerte sich unsere Muschelsuche, aber wir waren dennoch erfolgreich. Wieder im Hafen angekommen, besuchten wir einen Supermarkt. Der Abend verging mit gemeinsamen Spielen. 09.07.2011 Heute wartete eine Menge Arbeit auf uns. Wir mussten die Muscheln, die wir auf der Muschelinsel gesammelt hatten, waschen und auf Zeitungspapier zum Trocknen auflegen. Aber auch das Vergnügen kam nicht zu kurz. Wir besuchten nämlich am Nachmittag zum zweiten Mal das Rutschenland. Die steilste Rutsche, die wir am Vortag nicht ausprobieren konnten, nahmen wir uns gleich als erste vor. Anschließend hatten wir auf den anderen Rutschen Spaß. Danach gingen wir wieder zum Strand. Den größten Teil des Abends verbrachten wir damit, unsere Koffer für die Weiterreise nach Kärnten zu packen. 10.07.2011 An diesem Morgen wurden wir unsanft von den bereits um diese Zeit abreisenden Urlaubern aus dem Schlaf gerissen. Trotzdem mussten wir uns beim Packen der letzten Sachen beeilen. Am Strand angekommen, wollten wir sofort ins Wasser, um ein letztes Mal das Meer zu genießen. Doch unsere Betreuerinnen hatten eine letzte Überraschung. Wir sollten zu zweit Parasailing versuchen. Mit einem Motorboot gelangten wir aufs offene Meer zum Parasailing-Boot. Hinter diesem Boot befand sich ein Schirm, der durch den Fahrtwind aufgeblasen wurde. Der Auftrieb war so groß, dass zwei Personen, die daran mit einem Gurt befestigt waren, hinaufgezogen wurden. Das Parasailing hat uns sehr gefallen. Nach einer Pizza fuhren wir nach Kärnten. Dort erkundeten wir unser neues Hotel, eine Tour durch das Gelände beendete diesen Tag. 11.07.2011 Unser erster Tag in Kärnten! Wir begannen ihn mit einem guten österreichischen Frühstück. Danach machten wir uns gut gelaunt, aber schweigsam auf den Weg nach Minimundus. Dort angekommen, wurde uns ein Führer zugeteilt. Für uns bestand die Möglichkeit, die meisten Sehenswürdigkeiten anzugreifen. Darüber waren wir sehr froh. Am besten gefielen uns der Tower of London, der Peters- und der Markusdom. Nach drei Stunden freuten wir uns alle auf eine Abkühlung im Strandbad vom Wörthersee. Dort machten wir sogar einen Wettbewerb, wer die meisten Vorwärtsrollen im Wasser schlagen konnte. Danach ruhten wir uns aus und gingen ins Restaurant essen. Wir wollten eigentlich noch mit dem Tretboot fahren, doch der Regen kam uns in die Quere. Also brachen wir mit dem Bus wieder zu unserem Quartier auf. 12.07.2011 Heute stand uns eine Wanderung auf die Petzen bevor. Anfangs war es nicht sicher, ob wir diesen Ausflug machen konnten, weil es sehr neblig war. Aber bei der Seilbahnstation wurde uns mitgeteilt, dass das Wetter am Berg sehr schön sei. Also fuhren wir mit der Seilbahn und tatsächlich war es auf dem Berg sehr schön. Oben angekommen, teilten wir uns in zwei Gruppen und wanderten die Petzen hinauf. Es war anstrengend, aber sehr schön. Wir überquerten sogar die Staatsgrenze nach Slowenien. Einige Stunden später trafen wir uns in einer Hütte. Nach einer kleinen Stärkung ging es wieder ins Tal. Bei unserem Quartier gab es einen Segway-Verleih und uns bot sich die Gelegenheit, dieses ungewöhnliche Fahrzeug auszuprobieren. Das Gleichgewicht zu halten fiel uns allen schwer. Aber nach kurzer Zeit hatten wir das Segway unter unsere Kontrolle gebracht. Einige von uns wollten es sich sogar kaufen, aber als sie den Preis hörten, änderten sie schlagartig ihre Meinung. Jetzt war auch unser letzter Tag in Kärnten vorbei. Den Abschluss bildete das Vorlesen der Berichte. Dabei gab es viel zu lachen und wir konnten den Urlaub noch einmal erleben. 13.07.2011 Heute ging es zurück nach Wien. Um 10 Uhr fuhren wir los. Alle freuten sich schon auf ihre Familien, fanden es aber sehr schade, dass diese ereignisreichen Tage nun zu Ende waren. Wir haben viel gelernt und eine sehr schöne Zeit zusammen verbracht! Barbara Geher, Barbara Graf, Gonca Ulucan, Beatrix Himmer Dusan feiert Geburtstag Dusan wurde in den Sommerferien 12 Jahre alt. Nun gehört er schon zu den Großen, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn er wechselte in diesem Schuljahr auf eine Internats-Hort-Gruppe zu wirklich großen Burschen. Und natürlich ließ er es sich nicht nehmen, seine neue Gruppe den alten Hortkollegen sowie seinen Mitschülern bei einer großen Geburtstagsparty zu zeigen. Es wurde gesungen, Kuchen gegessen, Saft oder Kakao getrunken … und natürlich Dusans neue Internats-Hort-Gruppe begutachtet. Christina Weinkopf S-Pädagogin der Gruppe 2 Teesdorf - Ein Erlebnis welches das Herz eines Sehbehinderten oder Blinden höher schlagen lässt Es war sehr unerwartet, als ich ein Mail von Natascha, die eine der Organisatoren der Jugendgruppe des ÖBSV ist, bekam. Sie schrieb mir, dass es am 13.10.2011 ein Autofahren für Sehbehinderte und Blinde gibt. Ich setzte mich mit der Vorsitzenden der Organisation Hilfsgemeinschaft in Verbindung. Nach einigen Telefonaten und Mailverkehr war es dann soweit. Mein großer Tag war gekommen. Zuerst musste ich, weil ich kein Mitglied bin, 20 Euro bezahlen, aber dann haben sie mich als Mitglied aufgenommen und so musste ich nur noch 10 Euro bezahlen. Ich fuhr mit dem Taxi um 07:15 Uhr in die Jägerstraße, wo der Verband seinen Sitz hat. Pünktlich fuhren wir um 08:00 Uhr ab. Unser Ziel war Teesdorf. Dort befindet sich der ÖAMTC mit einem Verkehrsübungsplatz und einem Sicherheitstraining. Dort angekommen, setzten wir uns in einen Wintergarten, wo wir die Fahrlehrer kennenlernen konnten. Manche fuhren zum ersten Mal mit, andere waren schon mehrere Male dabei. Es gab 2 Autos zur Auswahl, eines mit Automatik und eines mit manueller Schaltung. Es war ein schönes Erlebnis, auch wenn es hin und wieder leicht regnete. Wir waren 20 Sehbehinderte und ungefähr 5 Begleitpersonen. Ich fuhr mit einem Auto mit Schaltung. Obwohl ich schon ein paar Mal gefahren bin, ist es jedes Mal ein kleines Problem, die Kupplung langsam los zu lassen, aber ich schaffte es. Zuerst fuhren wir eine Runde auf einem Hof, wo wir das Auto kennen lernten. Wie lenkt es sich, wie stark muss ich bremsen oder Gas geben? Aber dann fuhr ich mit einem ÖAMTC-Fahrer los auf die Strecke. Wir nahmen uns die Schnee- und Eisfahrbahn vor, die mit Schmierseife hergestellt wurde. Eine Vollbremsung ohne ABS wäre nicht so toll, man verliert die Kontrolle und würde man sich auf der Straße befinden, donnert man in das nächste Auto. Aber dort war es ein großer Platz, wo dies simuliert wurde. Ich hatte ABS und fuhr weiter. Man hörte bei der Vollbremsung und beim Wegfahren das Durchdrehen der Räder. Zu Mittag um 12:00 fuhren wir zurück nach Wien. In der Jägerstraße rief ich ein Taxi, das mich ins BBI brachte. Das war ein sehr schöner, erlebnisreicher Tag. Ich möchte mich ganz herzlich bei jenen Personen bedanken, die mir diesen Ausflug in der Schulzeit ermöglicht haben! Mario Manseder Korb- und Möbelflechterei Mit dem Diktiergerät durch das Jahr Vor einiger Zeit haben wir, die Gruppe 1, uns ein Diktiergerät von den AUA-Engerln gewünscht und (oh Freude!) doch auch glatt eines bekommen. Das ist schon etwas Feines! Es ist uns seitdem immer ein sehr treuer Aufnahmebegleiter durch das Jahr und auf unseren Wegen. Am Ende bekommen dann alle Gruppenmitglieder Cds geschenkt, die uns an die gemeinsamen Erlebnisse, die unterschiedlichen Tage, Feste, Monate, Stimmungen, erinnern - da kommt unglaublich viel zusammen: Fahrten mit dem Zug nach Kärnten oder Tulln, mit den Wiener Linien, die lebenspraktischen Dinge des Alltags, Geburtstage, ein Burgtheater-, Christkindlmarkt-, Restaurant-, Prater-, Kranken- oder Konzertbesuch, Tanzstunden, das Beisammensein beim Adventkranz, das Öffnen des Adventkalenders, Hausübungen, Geschichten, Gedichte und Gesang, der Hausball, ein lustiges Flüssigkeitsstandanzeigerkonzert, Spiele, der Tag der offenen Tür, Tiergartenbesuche, Partys, Sportveranstaltungen (laufen, eislaufen, rodeln ..), Rezepte zum Kochen oder Backen, eine Fiakerfahrt... Ein Jahr voll von lieben, lustigen, nachdenklichen Worten, spannenden sowie interessanten Gesprächen, Geräuschen - die ansonsten vielleicht in Vergessenheit geraten würden. Wir können das nur weiter empfehlen, denn es hält schon ein großes Stück Erinnerung von unserem gemeinsamen Leben fest und macht obendrein noch recht Spaß! Gruppe 1 Gospelkonzert Am Sonntag, dem 23. Oktober, besuchten Nurhan Özdemir, Kristian Paunovic und ich das Gospelkonzert in der VHS in der Längenfeldgasse. Uns begleiteten Sozialpädagoginnen Carina Kickinger, Christina Weinkopf und eine Praktikantin. Der Eintritt von € 12,00 kam dem Verein Contrast (Frühförderung für Blinde und Sehbehinderte) zugute. Es fanden sich viele Mitglieder der Frühförderung ein. Es trat ein Gospelchor mit ca. 70 Sängerinnen und Sängern auf, welche in zwei Halbzeiten ihre Lieder darboten, wie zB „Ain't no mountain high enough“, „Amen“, „Oh happy day“ etc. Es hat uns sehr gefreut, dass wir mitsingen, mittanzen und mitklatschen durften. Auch nach dem Konzert war eine super Stimmung spürbar. Uns hat die Darbietung sehr gut gefallen, wir hoffen auf weitere Konzerte dieser Art. Corinna Schamberger Riesenradfahrt und Weihnachtsmarktbesuch Zu Schulbeginn überreichte uns die Familie Czarits Gutscheine für eine Riesenradfahrt. Schnell war uns allen klar: Wir wollen bei Nacht mit dem Riesenrad fahren, damit wir die Lichter über der Stadt bewundern können. Am 24.11.2011 war es dann soweit. Wir marschierten um 17:00 Uhr los um das „Lichtspektakel“ der Stadt Wien zu bewundern. Zwar dauerte die Fahrt mit dem Riesenrad nicht annähernd so lange, wie wir das erwartet haben, aber wir konnten genug von den Lichtern wahrnehmen. Sogar den Christkindlmarkt am Rathausplatz sahen wir vom Riesenrad aus. Nach der Fahrt mit dem Riesenrad ging es noch auf den Weihnachtsmarkt am Karlsplatz. Wir stärkten uns mit Crepes und heißer Schokolade, bestaunten einige Standln, kauften Weihnachtsgeschenke, ehe es um 21:00 Uhr wieder in die Schule zurückging. Besonders möchten wir uns bei der Familie Czarits für die Riesenradgutscheine bedanken. Sie haben uns damit eine große Freude bereitet. Mario Grillmeier, Mario Manseder, Markus Czarits Christina Weinkopf und Praktikantin Lisa-Marie Michalitsch Gruppe 2 Besuch im Haus der Musik Schon länger hatten wir einen Besuch im Haus der Musik geplant. Es war nicht unser erster Besuch dort, denn dieses Klangmuseum ist immer wieder ein Erlebnis. Am 28.11.2011 war es dann endlich soweit. Wir fuhren ins Haus der Musik, in perfekter Besetzung – 4 Schüler und 4 Begleiter. Dusan, Lisa, Milena und Stephanie stürmten natürlich sofort in den 2. Stock, der dem Thema Klang und Schall gewidmet ist. Es gab viel auszuprobieren und zu hören. Vor allem vom Pränatalraum waren alle sehr angetan. Und aus dem Klangraum mit verschiedenen alltäglichen Geräuschen war vor allem Dusan nicht wegzubekommen. Im 3. Stock hielten wir uns dann sehr lange auf. Der Grund dafür war ein Dirigentenpult, von dem aus die Wiener Philharmoniker dirigiert werden konnten. Dirigierte man gut, erntete man Lob von den Musikern. Allerdings kam es auch vor, dass man Lieder zu schnell bzw. zu langsam dirigierte, dann schimpften die Musiker nach einiger Zeit. Alle Schüler und auch die Begleiter (Sabrina, Hannah, Praktikantin Lisa-Marie und Christina) probierten so ziemlich alle Stücke aus, die es zu dirigieren gab. Das war ein Riesenspaß! Die Zeit verging viel zu schnell im Klangmuseum und so mussten wir nach drei Stunden wieder in die Schule zurück. Es war aber sicherlich nicht unser letzter Besuch im Haus der Musik. Christina und Sabrina S-Pädagoginnen der Gruppe 2 und N2 Krampusparty auf der Gruppe 8 und N8 Als allererstes am 5. Dezember, dem Tag an dem man sich vor den Krampussen in Acht nehmen sollte, haben wir gemeinsam Germteigkrampusse gebacken. Die Burschen auf der Gruppe 8 sind schon etwas zu groß um auf den Nikolaus zu warten und daher haben wir für sie eine coole Krampusparty organisiert. Zwei Weihnachtslieder beim Adventkranz und das Öffnen des Adventkalenders gehören zu einer Feier rund um die Weihnachtszeit trotzdem dazu, egal in welchem Alter man ist. Eine kurze Aufklärung über den Ursprung vom Krampus schaffte Klarheit bei den Jungs, die sich doch noch nicht ganz sicher waren, was sie von den Mythen rund um den Krampus halten sollten. Bei einer Runde „Stille Post“ wurde den Burschen verraten, dass wir einen lieben Krampus zu uns eingeladen haben. Dieser tauchte auch tatsächlich mit einer hässlichen Krampusmaske und einer langen Rute auf. Die Buben ließen sich aber nicht erschrecken und erkannten gleich, dass hinter der Krampusmaske nur der Erzieher Fabian stecken konnte. Danach durften sich natürlich alle Kinder selbst einmal als Krampus verkleiden und mit ihrer Rute beim Topf schlagen den leckeren Schokokrampus suchen. Anschließend folgte die Jause mit leckeren Naschsachen, die Zoran extra für diesen Anlass mitgebracht hatte. Die Party hat allen gut gefallen und war natürlich viel zu schnell vorüber. Daniela Punz Sport und Spiel Erstes Blindenfußballmatch in Österreich Nach den langen Vorbereitungen, konnte unser Team es kaum erwarten, gegen eine Mannschaft zu spielen. Flötzersteig United, eine Hobbymannschaft, war unser Gegner. Es gab keinen besseren Austragungsort für dieses Spiel als den Funcourt im BBI, in dem wir auch trainieren. Am 12.05.2011 war es soweit, an diesem Tag hieß es: Vienna-Hot-Eyes gegen Flötzersteig United. Es war ein sonniger Tag. Unser Team war sehr aufgeregt, aber wir freuten uns schon auf das Fußballspiel. Wir, die Vienna-Hot-Eyes, traten mit folgenden Spielern an: Mustafa, Mario, Yasin, Peter, Emre, Paulin, Pascal und Christoph. Das Match fand nach den offiziellen Regeln statt, das heißt, es gab zwei Spielhälften zu je 25 Minuten. Wer sich dem ballführenden Spieler nähert, muss "Voy" rufen. Der Tormann darf sehen, muss allerdings in seinem Strafraum bleiben. Nun konnte das Spiel beginnen, es verirrten sich ein paar Fans in unser kleines Stadion. Flötzersteig United hatte Anstoß, unser Team machte von Anfang an Druck, so gelang es uns viele Torchancen heraus zu arbeiten. Wie zu erwarten, fiel das erste Tor für die Vienna-Hot-Eyes. Gleich darauf fiel das zweite Tor für unser Team. Nach dem dritten Tor, ebenfalls für unsere Mannschaft, kam Flötzersteig United besser ins Spiel. Das Gastteam bekam den ersten Freistoß zugesprochen, aber der Torwart hielt ihn mit einer Glanzparade. Daraufhin der Konter, jedoch hielt auch der Tormann von Flötzersteig United glänzend. Nach dem ersten Freistoß für das Heimteam stand es vier zu null. Das Gastteam bekam einen weiteren Freistoß, nur die Stange konnte das erste Tor verhindern. Der darauf folgende Konter brachte wegen des sehr stark auftretenden Torwartes keinen weiteren Treffer ein. Unser junger Spieler Pascal betrat den Rasen, um die Verteidigung zu stärken. Unserem Team gelang es, weitere Torchancen heraus zu spielen. Dafür wurden wir mit dem fünften Tor belohnt. Der Schiedsrichter pfiff die erste Hälfte ab. Zur Pause stand es fünf zu null für die Vienna-Hot-Eyes. Die zweite Hälfte begann und Flötzersteig United kam wie ausgewechselt ins Spiel zurück. Dem Heimteam gelang jedoch sein sechstes Tor. Das Gastteam wurde immer spielbestimmender, aber unser Torhüter konnte alle Bälle halten. Der Schiedsrichter pfiff und das war das vierte Foul von Vienna-Hot-Eyes. Nach dem vierten Foul wird jeder Freistoß von acht Metern geschossen. Doch den Schuss konnte unser Tormann ebenfalls neutralisieren. Flötzersteig United gelang der Ehrentreffer, so stand es sechs zu eins. So endete das erste österreichische Blindenfußballmatch auch. Unser Team bedankt sich bei den Spielern von Flötzersteig United, bei den Schiedsrichtern Martin und Can und beim Kameramann Johannes. Das Spiel ist unter dem folgenden Link auf „YouTube“ zu sehen: Link: http://www.youtube.com/watch?v=G7IKIylcrF0 Peter Tichy Handelsschule Besuch aus Kenia beim Lauftreff Seit einigen Jahren nimmt unsere Laufgruppe am Vienna Night-run, einer Sportveranstaltung zu Gunsten der Hilfsorganisation „Licht für die Welt“, teil. Spezielle Gäste des diesjährigen Laufes waren der blinde Marathonläufer und zweifache Olympiasieger (Paralympische Spiele in Sydney und Athen) Henry Wanyoike und sein Begleiter Joseph Kibunja. Henry ist im Alter von 20 Jahren erblindet. Nach seiner Umschulung in einem Reha-Zentrum verfolgte er seine eigentliche Leidenschaft, den Laufsport. Am 4. Oktober besuchten uns die beiden Herrn beim Lauftraining. Einige Mitglieder der Laufgruppe hatten die Möglichkeit mit den Beiden zu laufen. Sie gaben uns Einblick in ihre Trainingsmethoden und Lauftechniken. Anschließend gab es noch die Gelegenheit für eine ausführliche Gesprächsrunde. Unsere Schüler stellten viele Fragen. Von: Wie gestaltet sich der Alltag für einen blinden Menschen in Kenia? Über: Was ist seine Lieblingsspeise? Bis: Wie viele Dialekte werden in Kenia gesprochen? Zum Abschluss durften wir noch die beiden Goldmedaillen bewundern. Laufgruppe Doris Pühringer Österreichische Torball-Staatsmeisterschaft in Wien - Sensationeller erster Staatsmeistertitel für das VSC-Damenteam Nur eine Woche nach dem nicht erwarteten Sieg des VSC-Sitzfußballteams bei der Österreichischen Meisterschaft in Mauerbach gab es in Strebersdorf den nächsten großen Erfolg für den VSC: Die Damenmannschaft schaffte nach einem dritten Platz nach den Vorrundenspielen, aber mit zwei Siegen im Semifinale und Finale die RIESENSENSATION schlechthin. Der Grazer VSC wurde im Halbfinale mit 5:4 niedergerungen und damit stand unser tolles Damenteam nach dem Vorjahr wieder im Finale. Dort trafen sie auf den VBSC, den regierenden Europacupsieger. Dieses Spiel war spannender als jeder Krimi. Nach der Führung des VSC konnten sich die Vorarlberger Damen immer mit einem Tor Vorsprung behaupten. Aber unsere Ladies behielten Nerven aus Stahl: Noch in der regulären Spielzeit der zweiten Hälfte gelang ihnen der Ausgleich zum 4:4. Dieses Ergebnis hielt bis zum Schlusspfiff. Also Verlängerung mit Golden Goal-Regelung. Als Emine Cam einen Freiwurf nicht verwandeln konnte, war zu befürchten, dass die Moral weg sein könnte. Aber getäuscht: Zwei Schüsse auf beiden Seiten ohne zählbaren Erfolg: Dann legte Emine Cam wieder alle Kraft in einen Wurf und dieser sprang über die Beine einer Vorarlbergerin in Abwehrposition ins TOOOOOOOOOR - unbeschreiblicher Jubel bei den Spielerinnen, bei Trainerin Doro Plutsch und den VSC-FunktionärInnen, aber auch bei einem Großteil der Zuschauer, handelt es sich doch sozusagen um Heimsieg. Unser Staatsmeisterinnenquartett bestand aus: Emine Cam, Sibel Cam, Nerma Omerovic und Kerstin Wrba. HERZLICHE GRATULATION! Der Titelgewinn berechtigt unser Team natürlich auch zur Teilnahme am nächstjährigen Europacup! Aus dem Internet Ehemalige Schülerinnen und Schüler Andrea Piribauer Homepage Mein Name ist Andrea P., 1963 geboren und ich möchte hier aus meinem Leben berichten. Warum ich gerade diesen Titel für meine Seite gewählt habe, ist sehr leicht erklärt: Ich kam gesund zur Welt, verlor mit knapp 7 Jahren mein Augenlicht, lebte 15 Jahre im Dunkeln und darf mich seit 1985 eines Sehvermögens von 4% im Zentrum erfreuen … Wenn ich nun in meinem Leben zurückblicke, so möchte ich eigentlich NICHTS an Erfahrungen missen. Es kommt so oft darauf an, wie man sich selbst verhält und was man daraus macht. Ich bin sehr stolz, dass ich die Punktschrift erlernen durfte, wenn ich sie auch nicht fließend lesen kann. Prof. Strampelli erklärte mir 1982, dass es für mein Augenimplantat keine Lebensgarantie gibt und viel von meinem Lebenswandel abhängt. Für die Mitmenschen ist meine Sehbehinderung nicht gerade leicht zu verstehen. Auf der einen Seite gehe ich mit einer Armschleife oder dem weißen Stock und dann sitze ich wieder im Zug und lese Bücher. Mein Augenimplantat ermöglicht mir nur ein punktuelles Sehen im Zentrum. Ich genieße jeden Tag - an dem ich sehen darf - in vollen Zügen. Jedoch habe ich ebenso die Gewissheit, dass ich auch ohne Augenlicht mein Leben meistern werde! e-Mail Von: Andrea Piribauer Gesendet: Freitag, 7. Oktober 2011 05:49 An: Anneliese Hoellersberger; Susanne Alteneder; Wilhelm Elisabeth; Erwin Messerer Büro Betreff: großes Dankeschön Liebe Susanne, liebe Anneliese, sehr geehrte Frau Wilhelm, lieber Erwin, heute ist es an der Zeit, für das große Entgegenkommen und die Hilfestellung meiner (unserer) nächtlichen Aktion vom 14. September herzlichst Danke zu sagen. Ihr/Sie haben meinen Schützenfreunden Daniela Nicolussi und Patrick Moor eine spontane Unterkunftsmöglichkeit geboten und dafür nicht einmal eine Bezahlung angenommen. Das heurige Jahr stand für mich nicht unter einem besonderen Stern. Der Höhepunkt in "Schreckenssituationen" war wohl besagter 14. Sept. später Abend. Ich nahm (wollte) an der EM in Nitra teilnehmen, doch mein "blindes Reserveauge" war da ganz anderer Meinung. Man kann die genauen Umstände von ärztlicher Seite nicht nennen, doch ist dieses Auge nach 2 Tagen starker Schmerzen von einer Sekunde auf die andere buchstäblich geplatzt. Es wurde am nächsten Tag operativ entfernt. Jetzt bin ich seit Mittwoch wieder arbeiten und bemühe mich, diese Ereignisse so bald wie möglich zu vergessen. Nächste Woche möchte ich mein Schießtraining wieder aufnehmen und freue mich auf meinen normalen Alltag. Ihr/Sie können diesen Bericht auf meiner Homepage www.nellys-weg.com nachlesen. Ihr/Sie könnt diese Schilderung auch gerne bei euch veröffentlichen. Man ist im Leben vor vielen Ereignissen einfach nicht gefeit. Nochmals herzlichen Dank für die große Unterstützung und herzliche Grüße Andrea Piribauer Fundgrube Geschmack ist Vertrauenssache Einzigartiges Kochbuch „Trust in Taste - Kochbuch für Blinde und Sehende“ von Sternekoch Michael Hoffmann erscheint im Herbst 2011 im Münchner Justina-Verlag / Erstes im Buchhandel erhältliches Kochbuch, das Blinde und Sehende gleichwertig nutzen können München, 28. Juli 2011 In Deutschland gibt es über eine Million blinde und sehbehinderte Menschen. An sie und ihre Familien, Freunde und Kollegen wendet sich das einzigartige Kochbuch-Projekt „Trust in Taste – Kochbuch für Blinde und Sehende“, das der vom Magazin Feinschmecker zum Koch des Jahres 2010 gewählte Michael Hoffmann im Herbst 2011 im Münchner Justina-Verlag veröffentlicht. In enger Zusammenarbeit mit Betroffenen hat sich der Berliner Sternekoch Michael Hoffmann auf ein kulinarisches Abenteuer eingelassen. Er geht mit seinem Wissen zurück an die Basis und entwickelt Rezepte, die blinden und sehenden Feinschmeckern eine neue Genusswelt offenbaren – für Blinde und Sehende gleichermaßen ein kulinarisches Ereignis. Kochen ist für Blinde eine Herausforderung Wie stellt man fest, ob das Fleisch gar ist? Wie bereitet man Fisch so zu, dass er saftig und doch durch ist? Und wie würzt man das Essen, wenn man nicht sieht, wie viel Salz man nimmt? Was für die meisten Menschen eine alltägliche Selbstverständlichkeit ist, ist für blinde Menschen eine echte Herausforderung. Sie müssen sich auf ihre anderen, stark entwickelten Sinne verlassen: Fühlt sich das Obst knackig an, riecht das Fleisch frisch, passen diese Gewürze eigentlich geschmacklich zu Fisch, hört sich das Öl in der Pfanne an, als ob es schon heiß wäre? Mit ein wenig Übung und Gespür gelingt es, die nichtvisuellen Sinne so zu schärfen, dass die von Michael Hoffmann entworfenen Rezepte gemeinsam nachgekocht und genossen werden können – ob blind oder sehend. „Trust in Taste“ ist ein Gesamtkunstwerk Neue Wege mussten auch in der Gestaltung und Produktion des großformatigen Buchs gegangen werden. Die Rezepte sind für den sehenden Leser in Schwarzschrift abgedruckt und in Blindenkurzschrift auf die Food-Fotografien der jeweiligen Rezepte geprägt. Für die Blindenschrift war es notwendig, sämtliche Buchseiten zu zellophanieren, damit das Papier durch den Prägevorgang nicht aufbricht und die Brailleschrift auch nach mehrmaligem Gebrauch des Buchs erhalten bleibt. Neben der sensitiven Darstellung der Gerichte unterstützt ein Hörbuch – eingesprochen von den Schauspielern Viktoria Brahms, Ralf Bauer und Hans-Jürgen Stockerl - mit eigens komponierten Koch-Musikstücken und den gelesenen Rezepten, die Sinnlichkeit des erlebten Kochens. „Trust in Taste – Kochbuch für Blinde und Sehende“ erscheint im jungen Münchner Justina-Verlag von Justina Hoegerl (www.justina-verlag.de), der sich auf hochwertige Kochbücher rund um besondere Ernährungsthemen spezialisiert hat. Zitate: Michael Hoffmann: „Die Vor- und Zubereitung von Speisen wird viel stärker von unseren Sinnesorganen bestimmt, als der Sehende ahnt. Als Koch setze ich alle Sinnesorgane ein, um einen kulinarischen Höchstwert zu erreichen. Natürlich ist es für Sehende verhältnismäßig einfach, Produkte auszuwählen und zuzubereiten. Ich glaube aber einen Weg gefunden zu haben bzw. eine Art Schablone, die das Kochen auch für Blinde vereinfacht und zugänglicher macht. Die Konzentration auf das Wesentliche hilft dabei ungemein, seine Sinne richtig einzusetzen. Man kann es fühlen und riechen, ob ein Gemüse frisch ist oder nicht, ebenso kann man hören, wie weit der Braten im Ofen ist und man kann schmecken, ob ein Gewürz fehlt. Dieses Buch soll eine Inspirationsquelle für Blinde und Sehende sein, um die Sinne anzuregen.“ Justina Hoegerl: „Alleine die Entstehung des Buches war ein faszinierendes Erlebnis. Ich erinnere mich gerne an das erste gemeinsame Kochen von Michael Hoffmann mit Manuela und Hans – beide blind. Ich war kurz rausgegangen und als ich wieder hereinkam, fand ich mich in meiner eigenen Küche nicht mehr zurecht. Das Licht war ausgeschaltet und im Dunkeln wurde Gemüse geschnipselt, Fleisch geschnitten und Zwiebeln geschält. Ich hörte nur das Besteckgeklapper und versuchte, mich an den Stimmen zu orientieren. Zuerst fühlte ich mich recht beklommen, aber dann, als ich mich langsam an das Dunkel gewöhnt hatte, tastete ich mich vorsichtig bis zum Herd vor und ließ mich auf das Ungewohnte ein. Das Ergebnis dieses Einlassens sind ein kulinarisch und menschlich beeindruckender Abend und ein einzigartiges Kochbuch. Mein Dank gebührt Michael Hoffmann und allen Menschen, die sich an diesem Projekt beteiligt haben. Gewidmet ist das Buch Manuela und Hans.“ Daten & Fakten: Format 24x30 Umfang 264 Seiten, über 164 Fotografien Alle Seiten zellophaniert und abwaschbar Alle Inhalte in Schwarzschrift und in Blindenkurzschrift Verdeckte Wire-O-Bindung 11/8 Zoll Alle Inhalte auf CD im MP3-Format mit Koch-Musikstücken ISBN 978-3-9812602-4-3 LC-Code 15093 Geb. Ladenpreis Euro 125 inkl. 7% MwSt. Mehr Informationen über den Verlag: www.justina-verlag.de Presseanfragen gerne an: Dirk Loesch LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH Lindwurmstr. 124 D-80337 München Telefon: +49-(0)89-720187-0 Fax: +49-(0)89-720187-20 E-Mail: d.loesch(at)lhlk.de Blinde und sehbehinderte Menschen - Erste Bank und Sparkassen machen Geldgeschäfte spür- und hörbar 13.09.2011 Kennzeichnung von Bankkarten mit Blindenschrift Bankkarten können kostenlos bestellt oder umgetauscht werden Ab 15. September 2011 bieten die Erste Bank und Sparkassen spezielle Bankomatkarten für Kunden mit beeinträchtigter Sehkraft an. Die Karten wurden zusammen mit dem Österreichischen Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) gestaltet, Experten der ÖBSV-Landesgruppe Wien, NÖ und Burgenland brachten ihr Know-How bei der Konzeption mit ein. Zur Identifizierung der Bankomatkarte werden an der unteren rechten Ecke die Buchstaben „EBS“ in Blindenschrift (Brailleschrift) aufgedruckt. Diese Kennung steht für „Erste Bank und Sparkassen“. Die Prägung auf der Karte vereinfacht somit das Erkennen der Bankomatkarte unter anderen Plastikkarten. Auch die Anwendung der Karte bei Bankomaten, Selbstbedienungsgeräten und Zahlungsterminals wird vereinfacht, da die Buchstaben „EBS“ in Brailleschrift als Orientierung für die Steckrichtung dienen. Diese Bankkarten können kostenlos in den Filialen der Erste Bank und Sparkasse bestellt werden und bereits bestehende Karten können ebenfalls kostenlos bis Oktober 2011 umgetauscht werden. Für die Neuerung auf der Bank-Card entstehen dem Karteninhaber keine Mehrkosten. Insgesamt gibt es mehr als 318.000 Menschen mit einer Beeinträchtigung des Sehvermögens, die nicht mittels Operationen, Brillen oder Kontaktlinsen behoben werden können. Da viele der Beeinträchtigungen altersbedingt sind, wird durch die alternde Bevölkerung Österreichs der Bedarf an Hilfestellungen in den nächsten Jahren steigen. „Verständliche und für jedermann zugängliche Finanzprodukte sind ein Grundsatz unserer Bank“, so Peter Bosek, Vorstand für Privat und Firmenkunden der Erste Bank „somit bedeutet das auch, die Produkte und Dienstleistungen barrierefrei anzubieten.“ Mit dieser Karte sollen für visuell beeinträchtigte Menschen die Geldgeschäfte, das bargeldlose Zahlen und die Geldbehebung problemloser gestaltet werden. Auf die Bankomatkarte für Menschen mit beeinträchtigter Sehkraft folgen noch weitere Schritte um Barrierefreiheit gewährleisten und uneingeschränkten Service bei Finanzdienstleistungen bieten zu können, wie zum Beispiel die Adaption der SB-Geräte. Die Erste Bank und Sparkassen beginnen mit der Installation von auditiven Anleitungen die via Kopfhörer zu hören sind bei allen Indoor SB-Geräten der Erste Bank und Sparkasse. Die Pilotierung startet im Oktober 2011 in Wien und soll bis Ende 2011 bei allen SB-Geräten vorhanden sein. Die wesentlichen Leistungen der BankCard für Sehbehinderte: „EBS“-Prägung für Erkennung und Benutzung der Bankomatkarte Weltweit bargeldlos bezahlen und Bargeld beheben durch die Maestro-Funktion SB-Service in den Filialen und Foyers der Erste Bank und Sparkassen sowie bei OMV-Tankstellen mit VIVA-Shop in Österreich 24h Notfallservice für Anfragen und Kartensperre bei Verlust oder Diebstahl im s Service Center unter Tel. 05 0100 + 20100 Die inkludierte Airbag-Kartenversicherung schützt bei leichter Fahrlässigkeit im Falle von Verlust oder Diebstahl der Karte vor finanziellen Schäden durch missbräuchliche Verwendung. Auf Wunsch (z.B. zum Schutz vor Missbrauch durch Unbefugte) können die Limits der BankCard so eingeschränkt werden, dass keine weltweite Geldbehebungs- und Zahlungsfunktionen mehr möglich sind – die Karte kann so als Kundenausweis für Geldgeschäfte und an SB-Geräten in den Filialen der Erste Bank und Sparkassen verwendet werden. Weitere Informationen Kontakt & Service Pressehotline +43(0)50100-19608 Wiener Linien - Informations- und Notfallnummern speziell für sehbehinderte und blinde Fahrgäste Neben den schon bisher von den Wiener Linien für die allgemeine Nutzung bekannt gegebenen Telefonnummern für den Kundendienst: Tel.: (01)7909-100 und den U-Bahn-Notruf: Tel.: (01)7909-111 steht ab sofort auch eine Notfallnummer für den Oberflächenverkehr, ausschließlich für sehbehinderte und blinde Fahrgäste für jene Zeiten, die außerhalb der Erreichbarkeit des Kundentelefons liegen, zur Verfügung. Diese Nummer wurde dankenswerterweise von den Wiener Linien auf Anregung des Verkehrsgremiums der Sehbehinderten- und Blindenorganisationen der Ostregion eingerichtet. Im folgenden Informationen zu den einzelnen Telefonnummern: Info-Nummer des Kundendienstes der Wiener Linien: Tel.: (01)7909-100 Unter dieser Nummer erfahren Sie alles über den öffentlichen Verkehr in und rund um Wien. Montag bis Freitag (werktags): 6:00 bis 22:00 Uhr Samstag, Sonntag und Feiertag: 8:30 bis 16:30 Uhr Wiener Linien Auskunft, Wünsche, Anregungen und Beschwerden, Ihre persönliche Fahrtroute, Kilometerauskunft. U-Bahnnotruf: Tel. (01)7909-111 Bei gefährlichen Ereignissen in den U-Bahn-Stationen und auf den U-Bahn-Bahnsteigen steht den Fahrgästen der U-Bahnnotruf Tel. (01)7909-111 zur Verfügung. Diese Nummer ist kein Geheimnis, sie ist bei allen Stationseingängen ersichtlich. Bitte diese Nummer aber wirklich nur als Notfallnummer und nicht für allgemeine Auskünfte zu benutzen. Für allgemeine Anfragen steht der Kundendienst unter der bekannten Durchwahl gerne mit Rat und Tat zur Seite. Die Notrufnummer kann z.B. auch dann verwendet werden, wenn ein Blindenstock versehentlich in den Gleiskörper fällt (Tel. Auskunft Herr Zimmermann). Notfallnummer für den Oberflächenverkehr (Bim und Bus, außerhalb der Erreichbarkeit des Kundendienst-Telefons der Wiener Linien): Tel.: (01)7909-112 Wenn es bei Bus oder Bim zu unvorhergesehenen Ereignissen kommt, steht blinden und schwer sehbehinderten Menschen die Tel-Nr. (01)7909-112 zur Verfügung. Diese Verbindung führt direkt in die Oberflächen-Leitzentrale und ist als Service exklusiv für blinde und sehbehinderte Fahrgäste gedacht. Originaltext von Christian Zimmermann, Wiener Linien Kundendienst-Team: Ich ersuche daher so weit als möglich um "diskrete" Weitergabe an alle jene Menschen, die durch das Verkehrsgremium Ost und seine Mitgliedsverbände vertreten werden. Ende Zitat. Aus dem Internet Bildbeschreibungen "Bilder für die Blinden" (http://bildbeschreibungen.wordpress.com) ist ein neuer Blog, an den Blinde per E-Mail Fotos schicken können, die ihnen die Autoren des Blogs dann beschreiben. Entstanden ist dieser ganz praktische Service aus einem Projekt des Berliner Fotografen Karsten Hein, in dem er sich mit dem Thema "Fotografie und Wahrnehmung" befasst. Auch Blinde leben in einer Welt voller Bilder. Wir möchten den Kreis der Menschen erweitern, an die sie sich wenden können, wenn sie wissen wollen, was auf diesen Bildern zu sehen ist. Wenn Sie blind sind, laden wir Sie ein, uns Fotos zu schicken, die wir für Sie beschreiben sollen. Sie können uns das Bild einfach per E-Mail schicken: bildbeschreibungen(at)googlemail.com Dazu bitte jeweils eine kurze Mitteilung, warum Sie das betreffende Foto beschrieben haben möchten oder wie Sie dazu gekommen sind usw. Wenn Sie sehend sind und wenn Sie gern Bildbeschreibungen verfassen, laden wir Sie ein, bei uns mitzumachen. Melden Sie sich bei uns! Über die Kommentarfunktion können die Blinden dann Rückfragen stellen, um mit den Autoren der Bildbeschreibungen einen Dialog zu beginnen. Oder sie können eventuell über ihre Wahrnehmung der jeweiligen Situation berichten, in der das Bild entstanden ist. Oder sie erzählen vielleicht, was jemand anderes ihnen über das Bild gesagt hat. So erfahren wir etwas darüber, was an einem Bild wichtig und interessant ist. Der Dialog ist uns sehr wichtig. So reifen die Bildbeschreibungen sozusagen nach und wir ahnen langsam, dass die unmittelbare Gewissheit der Selbstverständlichkeit, die ein Foto einem sehenden Betrachter gibt, trügerisch ist. (Aus dem Internet) Sendung über Labyrinthe auf Okto.TV Der Text von der Homepage: http://okto.tv/wiegehtdas/7899/20111122 Sendung vom 22.11.2011 Labyrinthexpertin Ilse Seifried erzählt vom Unterschied zwischen Irrgärten und Labyrinthen und der Hochblüte dieser über 5000 Jahre alten historischen Struktur in den barocken Gärten, wo sie als Erlebnisorte des Lustwandels, der Fest und der Freude genutzt wurden. Zu Wort kommen aber auch Lehrer und Lehrerinnen, die über ihre Erfolge und Erfahrungen beim pädagogischen Einsatz von Labyrinthen zum Beispiel in der Arbeit mit sehbehinderten und blinden Menschen erzählen. Autoren Dritter Preis beim Gedichte-Wettbewerb für Friedrich Kieteubl e-Mail Von: Melos Merulae Gesendet: Dienstag, 19. Juli 2011 11:35 An: Friedrich (Website) Betreff: 3. Preis beim großen Lyrikwettbewerb der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte :-) Es freut mich, mitteilen zu können, dass ich beim großen XIV. Gedichtwettbewerb 2011 der BIBLIOTHEK DEUTSCHSPRACHIGER GEDICHTE den 3. Preis gewonnen habe - Details hier (Um das Gedicht und nähere Infos zu lesen, einfach dort auf den Namen klicken)! Liebe Grüße Fritz Prof. i. R. Friedrich Kieteubl Sie singen – hörst du sie? Sie singen, singen wieder… „Sag, von wem sprichst du?“ – „Pssst! Hör!“, erwiderte sie und drückte ihm sanft aber mit Nachdruck ihren Zeigefinger auf seine Lippen. Vertraut knackte und knisterte es. Mit einem leisen Zischen fraßen sich hungrig Feuerzungen durch die Rinde hochkant aufgeschichteter Birkenscheite. Und an den beiden kleinen Fensterkreuzen rüttelte bereits der Herbstwind. „Hörst du sie?“ flüsterte sie nun noch eindringlicher. Angespannt runzelte er die Stirn. Seine Augen hatte er geschlossen, um sich besser konzentrieren zu können. Und plötzlich war ihm, als raunten die Flammen, nachdem der Luftsog im Kamin sie prasselnd in die Höhe gerissen hatte: „Sie singen ihr Lied!“ Ungläubig schlug er die Augen auf. Sein Blick verfing sich im strahlend klaren Leuchten des Oktoberhimmels, der sich in den Pupillen seines Gegenübers in fragender Tiefe verlor: „Hörst du sie?“… Neugierig geworden? Mit diesen Worten beginnt eine Geschichte, die ich vielleicht einmal weitererzählen möchte. Angesiedelt zwischen Traum und Wirklichkeit wird sie einen Stoff aufgreifen, der, so scheint es, im Lauf der Zeiten über die Gebühr besungen worden war. Ein längst verklungenes Lied also – so könnte man meinen… Die Hauptrolle spielt ein überaus anmutiger, rein weißer Gast aus dem hohen Norden – der Singschwan (Cygnus cygnus). Mit rund 12 kg Körpergewicht, einer Körperlänge von bis zu 150 cm und einer Flügelspannweite von knapp zwei Metern (das Weibchen ist von kleinerer Statur) ist er der ausdauerndste Langstreckenflieger seiner Gattung. Dabei legt er in einem Stück bis zu 1500 km zurück. Er verlässt im Oktober seine Brutgebiete auf Island, in Skandinavien und in Sibirien um in Mitteleuropa zu überwintern. Vom Höckerschwan ist er durch seinen nicht geschwungenen, geraden Hals und den ansonsten schwarzen, an der Basis gelben Schnabel leicht zu unterscheiden (der des Höckerschwans ist orangerot). Der Flügelschlag des Singschwans ist im Gegensatz zum metallischen Rauschen des Höckerschwans beinahe lautlos. Den Mythos der Singschwäne begründete ihr Gesang. Besonders wenn sie in großen Gruppen zusammenstehen und aus hochgereckten Hälsen ihr vielstimmiges, kehliges und nasales Posaunen die Stille einer von Nebel durchfluteten Landschaft durchdringt, öffnen sich für den Zuhörer die Tore zu einer anderen Welt. Bereits in der Antike wurde der Schwan wegen seines Gesanges metaphorisch dem Dichter gleichgesetzt (siehe den griechischen Mythos um den ligurischen König Kyknos). Und so spricht man auch heute noch vom „Schwanengesang“ als von dem letzten Werk (nicht nur) vor dem physischen Abgang eines Musikers, Dichters oder einer anderen Persönlichkeit. Damit bin ich wieder bei meiner Eingangserzählung, besser gesagt, bei deren Beginn. Die komprimierte Variante, das „Gedicht“ dazu, habe ich schon geschrieben, in Sonettform. Und offensichtlich ist es mir doch gelungen, diesem Thema noch andere Aspekte abzuringen, denn wie sonst ist es zu erklären, dass mein Sonett „Schwanengesang“ beim diesjährigen großen Lyrikpreis der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte den dritten Platz unter tausenden Mitbewerbern als bester österreichischer Beitrag errungen hat. Das Gedicht ist in der Lyrik-Anthologie „Ausgewählte Werke XIV“ und auf der Hörbuch-Anthologie gesprochen vom Schauspieler Mark Kuhn im Herbst dieses Jahres erschienen. Die Hörbuch-Fassung ist auch auf der Website www.gedichtebibliothek.de unter der Rubrik Preisträger 2011 abrufbar (Lautsprechersymbol unter dem Gedicht am Ende der Seite anklicken). Neben der vielschichtigen inhaltlichen und formalen Auseinandersetzung mit dieser Thematik war es die klangliche Herausforderung, die allein schon in der Gedichtform „Sonett“ begründet ist. Der Gesang musste zu spüren sein. Aber überzeugen Sie sich selbst: Schwanengesang in memoriam Helmut Gabler Sie singen – hörst du sie? – sie singen, singen wieder ihr Lied, das Lied, ihr stilles Lied, Gesang, sie singen, sie singen es, still singen sie es, weiß erklingen die Lieder, ihre Lieder, ihre stillen Lieder, sie schwingen – spürst du sie? – ihr Schwung. Im Auf und Nieder berühren sie das Wasser streichen ihre Schwingen, sie schwingen, schwingen auf und nieder, höher bringen, befreien, steigen, gleiten, sie, gelöste Glieder in weißer Perlenkette – siehst du sie? Sie ziehen, ihr Ruf, sie ruft, ihr stilles Rufen, weiße Bilder an blauer Wand, ihr Lied, ihr stilles Lied, im Fliehen, die Stille, sie, die weiße Stille, stillt und milder, viel milder streift sie Fesseln ab, still weiß, als spieen sie Bläue, sie – verwaist verweht ihr Erdgefieder … © Friedrich (Kieteubl) Das Gedicht können Sie auch neben vielen weiteren Gedichten von mir auch auf meiner Dichter-Website www.melosmerulae.at nachlesen. Außerdem würde es mich freuen, Sie am Samstag, den 3. März 2012 um 19:30 Uhr im Theater im Prückel am Stubenring (Station U3) in Wien I zu „Wort & Klang – Mäandern gleich“, einem lyrisch-musikalischen Abend mit meinem Künstler-Kollegen Erhard Schagerer begrüßen zu dürfen. Geboten wird Flamenco- und spanische klassische Gitarrenmusik vom Feinsten sowie eine besondere Auswahl meiner Sonette (nähere Infos finden Sie zu gegebener Zeit auf meiner Website). Wer braucht schon einen Weihnachtsbaum? Mit 16 empfand ich den mit Glaskugeln, Goldglocken und Engelshaar geschmückten Weihnachtsbaum als eher peinlich und war daher fest entschlossen, diesem sentimentalen Getue etwas entgegen zu setzen. Die Fenster des Waggons der Schmalspurbahn waren so stark angelaufen, dass man die tief verschneite Landschaft draußen nur ahnen konnte. Es hatte etliche Grade unter Null und der Zug war wie immer gnadenlos überheizt. Meine Kehrseite fühlte sich an wie auf einem Bratrost und ich rutschte unruhig hin und her. Mein Vater, der mich für die Weihnachtsferien aus dem Internat abgeholt hatte, wischte mit dem Ärmel seines abgetragenen Sakkos über die beschlagene Scheibe, um nach draußen zu sehen. Daher kamen also die Schmutzspuren an den Ärmeln, über die sich meine Mutter regelmäßig ärgerte, dachte ich und musste grinsen. "Wir sind gleich da", sagte er und holte den Koffer aus dem Gepäcknetz. Als wir hintereinander den schmalen ausgeschaufelten Weg zur Straße entlang stapften, wünschte ich mir sehnlichst, dass die Weihnachtsfeiertage schon vorbei wären. Mir ging seit letztem Jahr das sentimentale Getue auf die Nerven, vor allem der mit allerlei Kitsch behängte Tannenbaum. "Kinderkram", hatte ich gelangweilt abgewinkt, als mich meine Mutter gefragt hatte, in welcher Farbe sie heuer den Baum schmücken sollte. Und dann war mir in meiner typisch schnippischen Art noch herausgerutscht: "Wozu der Aufwand, hier gibt es doch kein Kind mehr." Mit meinen 16 Jahren fühlte ich mich jedenfalls erwachsener als meine Eltern mich einschätzten. Ich versuchte mein leises Unbehagen, das nach meiner Bemerkung und der darauf folgenden Stille gefolgt war, zu ignorieren. Mir war klar, dass das Schmücken des Weihnachtsbaums für meine Eltern weit mehr bedeutete als das Festhalten an einer lieb gewordenen Tradition. Sie sehnten sich vermutlich nach dem Glanz zurück, den der Lichterbaum früher in meine Kinderaugen gezaubert hatte, auch wenn meine Augen schon immer zu schwach waren, um die Pracht in vollem Ausmaß wahrzunehmen. Aber sie begriffen eben nicht, dass ich kein Kind mehr war - oder zumindest keines mehr sein wollte. Das leise Unbehagen stellte sich auch jetzt wieder ein, als wir zu Hause ankamen und mein Vater den schweren Koffer vor der Garderobe abgestellt hatte. Ich flüchtete daher rasch in "mein Reich", das aus zwei Räumen in der Mansarde unseres Hauses bestand. Nach dem Tod meiner Großmutter hatte ich sie mit meinen Postern und allerlei Zierrat versehen, meine Plattensammlung aufgebaut und die kleine Wohnung in Besitz genommen, die nun mein ganzer Stolz war. Ich begann auszupacken, und als ich die Tür zu dem kleinen Schlafzimmer öffnete, blieb ich wie angewurzelt stehen. Vor dem Fenster stand auf einem Tisch mit weißer Tischdecke ein kleiner Tannenbaum - ungeschmückt und ganz so, wie er aus dem Wald gekommen war. Der harzige Duft erfüllte den kleinen Raum mit Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit. Die schweren Schritte meines Vaters auf der knarrenden Holztreppe wurden von dem leiseren Geräusch der Hausschuhe meiner Mutter begleitet und gleich darauf standen beide in der Tür zu meinem Schlafzimmer. "Du kannst den Baum so schmücken, wie er dir am besten gefällt", sagte meine Mutter und fügte hinzu, "und wenn du ihn nicht hier haben willst, dann tragen wir ihn eben wieder hinunter." "Aber das ist der kühlste Raum im Haus", fügte mein Vater in der Hoffnung hinzu, ich sei logischen Argumenten zugänglich. Sie hatten es einfach nicht begriffen, dass ich gar keinen Baum wollte - weder hier oben noch unten im Wohnzimmer meiner Eltern. Aber stimmte das überhaupt? Ich steckte meine Nase tief in die Äste. "Der riecht aber herrlich", sagte ich zögernd, teils um die Verlegenheit zu überbrücken, teils aber auch erstaunt darüber, wie angenehm und anheimelnd dieser Duft war. "Am liebsten würde ich ihn so lassen", sagte ich schließlich. "Wenn du meinst", war alles, was meine Mutter sagte, und mein Vater schwieg. Mein letzter Blick, als ich abends vor dem Schlafengehen das Licht ausschaltete, fiel auf den Baum. Konnte man eine Tanne einfach so ungeschmückt stehen lassen? Gar kein Baum, das ging an, aber wenn er schon mal da war... Am nächsten Vormittag - der Baum wurde mit keinem Wort mehr erwähnt - versuchte ich mir immer wieder vorzustellen, wie Weihnachten dieses Jahr wohl ablaufen würde: Im Wohnzimmer meiner Eltern und ohne Baum? In meinem kleinen Zimmer mit einem ungeschmückten und - anders konnte man es nicht sagen - nackt wirkenden Bäumchen? "Ich gehe Geschenke einpacken", verkündete ich nach dem am Heiligen Abend immer kargen Mittagessen, und verschwand nach oben. Unschlüssig stand ich vor der Tanne, strich über die weichen Nadeln, und langsam reifte mein Entschluss: Ich würde den Baum selbst schmücken - mit möglichst wenig Kitsch, versteht sich. Ich stieg also auf den Dachboden und inspizierte die vielen Kartons mit dem Glasschmuck: Glitzernde Kugeln, beschneite Tannenzapfen, Glocken und Sterne in allen Farben und Größen. Du meine Güte, genau das wollte ich ja nicht. Unschlüssig hockte ich da in der eisigen Kälte und überlegte. Schließlich packte ich den ganzen Schmuck wieder weg. Sie passten ohnehin nicht auf einen so kleinen Baum. Beim weiteren Stöbern fielen mir in einem einfachen braunen Karton, der meine Neugierde geweckt hatte, Nüsse in die Hände, die mein Vater vor vielen Jahren eigenhändig mit Goldfarbe überzogen hatte. Die hatte ich ganz vergessen gehabt. Ich legte den Karton beiseite und beschloss, ihn mit nach unten zu nehmen. Aber das reichte nicht. Mir fiel die Christbaumspitze ein und ich begann danach zu suchen. Zweifelnd hielt ich das filigrane Gebilde aus hauchdünnem Glas in Rot und Gold in den Händen: Eine so dicke und lange Spitze für einen so kleinen Baum! Lächerlich! Aber irgendetwas ... Und dann entdeckte ich den von meiner Mutter ebenfalls vor vielen Jahren selbst gebastelten großen Stern aus Alufolie in Gold und Rot. Keine Ahnung, wie ich den befestigen würde, aber ich packte ihn zu den Nüssen. Aus frühester Kindheit tauchte plötzlich eine Erinnerung auf: Wir hatten doch Sterne und bunte Kugeln aus Alu gebastelt, bevor sich meine Eltern Christbaumschmuck überhaupt leisten konnten. Meine Mutter arbeitete in einer Aluminiumfabrik und bekam immer ein Weihnachtspaket mit Geschenkpapier, bunten Alufolien und ... wo war bloß das Einwickelpapier mit Fransen? Ungeduldig begann ich nach den simplen Dekorationen meiner frühen Kindertage zu suchen. In den hübschen Kartons mit Klarsichtfolie würde ich sie sicher nicht finden. In den verstaubten und halb verbeulten unscheinbaren Schachteln schon eher. Es dauerte eine ganze Weile, aber endlich wurde ich doch fündig und begann meine Beute über die Leiter nach unten zu tragen und in meinem Zimmer zu stapeln. Kerzen! Zögernd sah ich die Packungen an, die aus dem letzten Jahr übrig geblieben waren. Vor vielen Jahren hatte einmal ein Ast zu glimmen begonnen und ziemlichen Schrecken verursacht. Außerdem würde ich einen beginnenden Glimmbrand erst bemerken, wenn es danach roch. Wer nicht gut sehen kann, sollte mit Feuer vorsichtig sein. Ich legte die Kerzen wieder zurück. Nein, wenn der Baum schon in meinem Zimmer stand, wo er definitiv bleiben würde, dann wollte ich ihn auch während der Ferien jeden Abend beleuchten. Dafür kam aber nur eine elektrische Beleuchtung in Frage. Meines Wissens existierten aber nur zwei Lichterketten: Eine, die aussah wie von Raureif bedeckte Zapfen, die jedoch so gut wie kein Licht durchließen, und eine weitere Kette von kleinen bunten Lichtern, die mein Vater dieses Jahr in meinem Wohnzimmer montiert hatte. Kurz entschlossen begann ich die Lichterkette zu demontieren - ein schwieriges Unterfangen, wie sich herausstellte. Dabei bemerkte ich, dass mein Vater zur besseren Befestigung etliche Mauerhaken in die Wand geschlagen hatte. Das würde meine Mutter sicher nicht freuen. Also hängte ich kurz entschlossen ein paar Alusterne und -kugeln auf die Haken. So würde diese Radikalmethode wenigstens erst nach den Feiertagen bemerkt werden. Die Montage der Lichterkette stellte sich als weit schwieriger heraus als angenommen - und die Lichter reichten nicht einmal für das kleine Bäumchen. Na gut, dann eben nur vorne Lichter. Schließlich hingen die Nüsse und die bunten Alusterne am Baum und den großen Stern hatte ich mit einem Wollfaden an der bemerkenswert geraden Spitze des Bäumchens befestigt. Jetzt war noch das Einwickelpapier übrig. Woher sollte ich unbemerkt Pralinen oder etwas ähnlich Passendes herbekommen, ohne dass meine Eltern es merkten? Ich schlich vorsichtig die Treppe hinunter und huschte an der Tür zur elterlichen Wohnung vorbei, aus der Licht drang. Das erinnerte mich daran, dass ich mich beeilen musste, denn es dämmerte bereits. Ich durchwühlte die Speisekammer und stieß auf eine weiße Pappschachtel mit Rumpastillen - das geheime "Lager" meines Vaters, wie ich vermutete, denn der Karton war offen und längst nicht mehr voll. Kurz entschlossen stibitzte ich etwa 20 Stück, legte sie in die mitgebrachte Tasse und flitzte so leise wie möglich wieder die Treppe hinauf. Mein Vater würde den Diebstahl hoffentlich erst nach der Bescherung bemerken. Hektisch machte ich mich daran, die geistigen Süßigkeiten einzuwickeln, die Enden mit den Fransen zu verdrehen, mit einem weißen Wollfaden zu versehen und an den Baum zu hängen. Als ich endlich fertig war, wusste ich nicht recht, was jetzt tun. Ich zog mich um und erschien so lässig wie möglich in der Wohnküche, wo es bereits herrlich nach dem Abendessen duftete, das am Heiligen Abend immer vergleichsweise üppig ausfiel. Meine Eltern machten es mir leicht. "Feiern wir bei dir oder im Wohnzimmer", wollte meine Mutter beiläufig wissen, als sie den Tisch abräumte. "Oben", sagte ich nur und ging fröhlich voran, während Spannung und Vorfreude jegliche pubertäre Auflehnung hinwegschwemmten, um einer wohligen inneren Wärme Platz zu machen. Eva Papst In Arbeit Das Technische Museum Wien ist seit langem um einen barrierefreien Zugang zu seinen Ausstellungen bemüht und hat vielen Menschen mit besonderen Bedürfnissen den Museumsbesuch ermöglicht. Die Integration blinder und sehbehinderter Menschen fand bisher vor allem durch spezielle Führungen statt. Für die Ausstellung In Arbeit hat das TMW in Kooperation mit der Firma ArteConTacto und dem VRVis Forschungsinstitut tastbare Materialien entwickelt, um die Inhalte der Schau für alle Publikumsschichten greifbar zu machen. Insbesondere blinde und sehbehinderte Menschen sollen dazu motiviert werden, die Ausstellung zu erkunden, sei es auf eigene Faust oder in Begleitung. Die Materialien werden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundes-Blindenerziehungsinstitut in Wien und den Blindenvereinigungen entwickelt und mehrmals getestet, bevor sie zur Anwendung kommen. Sie sind so aufeinander abgestimmt, dass sie alle Phasen des Ausstellungsbesuchs abdecken: Auf der Webseite des Museums werden im speziell blindengerechten DAISY-Format erstellte Wegbeschreibungen zum Museum angeboten. Bei der Museumsinformation erhält der sehbehinderte Besucher eine Mappe mit Tastdiagrammen auf Papier (etwa dem Paradies) und Erklärungen in gut lesbarer Schrift sowie in Brailleschrift, außerdem einen MP3-Player mit einer speziellen Audioführung (inklusive Beschreibungen der Wege zu Toiletten etc). Am Eingang zur Ausstellung befindet sich ein etwa tischgroßes Modell, welches die räumliche Situation anschaulich macht, vor allem die Größenverhältnisse zwischen dem Schmelztiegel, dem Paradies und den Stationen. Von diesem Modell aus führt ein Navigationssystem zu ausgewählten Objekten. Einige davon sind direkt zum Angreifen bestimmt, andere in tastbaren Reliefs zugänglich. Diese Form der multisensoriellen Wahrnehmung ist nicht nur für blinde Menschen vorteilhaft, vielmehr kommt sie allen Besuchern zugute. Nach der Rückgabe der Mappe wird eine kurze Befragung durchgeführt, deren Ergebnisse wiederum in die fortwährende Weiterentwicklung der Methodik einfließen. Moritz Neumüller Humor Auch solche Mails gibt es Von: … Gesendet: Freitag, 28. Oktober 2011 13:15 An: Office Betreff: berufspraktische Tage Anlagen: bewerbungsschreiben.docx; Anmeldeformular.doc; Projektbeschreibung.doc; Lebenslauf.docx Sehr geehrte Damen und Herren, Mein Name ist ... An unserer Schule gibt es ein Projekt vom 30.01.2012-01.02.2012, das "berufspraktische Tage" genannt wird. Ich würde diese 3 Tage gerne in Ihrem Spital verbringen. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Impressum Dieses Informationsblatt wird vom Bundes-Blindenerziehungsinstitut herausgegeben. Im Sinne des Mediengesetzes für die Herausgabe verantwortlich ist die Direktorin, Prof. Susanne Alteneder. Für den Inhalt verantwortlich ist jeder einzelne Verfasser. Die geäußerten Meinungen müssen sich nicht mit dem Standpunkt der Redaktion decken. Verantwortlicher Redakteur ist Prof. Erich Schmid. Alle in 1020 Wien, Wittelsbachstraße 5 76