200 Jahre Blindenbildung im deutschen Sprachraum 1804 - 2004 Geschichtlicher Überblick 13. Mai 1804 Begründung des Blindenbildungswesens im deutschen Sprachraum durch Johann Wilhelm Klein 1805 1. öffentliche Prüfung: Demonstration der Bildbarkeit blinder Menschen 1808 "Allerhöchste Entschließung" - Privatanstalt auf Kosten des Staates 1816 "Allerhöchste Entschließung" - kaiserlich-königliches Blindenerziehungsinstitut 1819 J. W. Klein, Lehrbuch zum Unterrichte Blinder 1873 1. Blindenlehrerkongress der Welt in Wien 1876 Einführung der Braille'schen Punktschrift Jahrhundertwende Beginn der Frühbetreuung und Früherziehung unter Dir. Alexander Mell 1904 Besuch des Kaisers anlässlich der 100-Jahr-Feier 1911 Eröffnung des "Museums des Blindenwesens" 1949 Aufnahme des Instituts in den Verband der Unterrichtseinrichtungen des Bundes ab 1945 Einführung von Berufsbildungslehrgängen: Telefonie, Stenotypie 1967 1. Klasse für mehrfachbehinderte blinde Kinder 1974/75 Einbeziehung in die Gratis-Schulbuchaktion 1986 Einrichtung der Lehrmittelzentrale zur Betreuung integrativ beschulter sehgeschädigter Schülerinnen und Schüler ab 1997 Basale Förderklassen, Ausbildung zum Heilmasseur und zum Gewerblichen Masseur 2000 Umwandlung des Stenotypistenlehrgangs in die dreijährige Handelsschule Jacob Braun, ein blinder Bub, wurde von Johann Wilhelm Klein ab 13. Mai 1804 in seiner Privatwohnung 1030 Wien, Landstraße 34, un- terrichtet. Dieser Tag gilt als die Geburtsstunde der Blinden- bildung im deutschen Sprachraum und speziell des heutigen Bundes-Blindenerziehungsinstitutes in Wien. Nach ca. einem Jahr Hausunterricht wurde der erste beschulte Blinde Österreichs vor einem großen Publikum einer Prüfung unterzogen. Das Ergebnis war für J. W. Klein und Jacob Braun großartig. Die Schulbehörde war begeistert. J. W. Klein durfte nun weitere "Zöglinge" aufnehmen. Seine Lebensaufgabe war von nun an die Sorge um die Blinden, ihre Schulbildung, Erziehung und Berufsvorbereitung. 1825 gründete J. W. Klein den "Verein zur Versorgung und Beschäftigung erwachsener Blinder, vornehmlich der austretenden Zöglinge des Blinden-Instituts" (heute: Österreichische Blindenwohlfahrt).