Im September 2004 konnte das Projekt Hilfe zur Selbsthilfe weitere 14 Tage lang fortgesetzt werden.
Referenten:
Dr. Hildegard Gruber (Augenärztin)
Fr. Claudia Lutterschmidt (Orthoptistin)
Tätigkeiten:
Es wurden in dieser Woche 48 Schülerinnen und Schüler der Blindenschule Peja, sowie 55 sehgeschädigte Personen von Peja und Umgebung untersucht. Unter den 48 Schülerinnen und Schülern sind 17 Schülerinnen und Schüler sehbehindert, das heißt sie verfügen noch über ein Restsehvermögen, das sie entweder für den Erwerb der Schrift oder für ihre Orientierung in ihrer unmittelbaren Umgebung einsetzen können.
Am Nachmittag fanden für das Lehrerkollegium Seminare statt, in denen sie in die Grundkenntnisse der Augenheilkunde, der Visusbestimmung, sowie in die Interpretation der erhobenen Befunde eingeführt wurden. Diese Lehrerseminare waren gut besucht und wurden für die fachliche Weiterbildung intensiv genutzt.
An einem Nachmittag waren auch drei Augenärzte von Peja anwesend.
Die lokalen und landesweiten Medien (Radio und Fernsehen) berichteten in einigen Sendungen über diese Woche.
Referenten:
Mag. Eva Hannemann (Lehrerin)
Fr. Hilde Mayer (Sozialpädagogin, Frühbetreuerin, Motopädagogin)
Tätigkeiten:
Die Unterrichtsbeobachtungen erwiesen sich als sehr hilfreich für die Einschätzung, wie die Schülerinnen und Schüler mit ihrem vorhandenen Restsehvermögen umgehen, ob sie dieses zielgerichtet einsetzen können, ... Dabei wurden auch Differenzen zwischen dem gemessenen Visus (Befund der Augenärztin) und dem tatsächlich eingesetzten Sehvermögen offenkundig.
Daraus resultierten pädagogische Maßnahmen:
Änderung des Sitzplatzes, Beachtung des Lichteinfalls, Hefte mit Lineaturen, dickere Stifte in kräftigen Farben, Anwendung von Schrägpulten, ... –, die nach Möglichkeit sofort eingeleitet und getestet wurden.
Am Nachmittag fanden die Seminare statt, die sehr gut besucht waren. Es nahmen fast alle Kolleginnen und Kollegen daran teil. Es wurden alle Befunde der Schülerinnen und Schüler besprochen und pädagogische Maßnahmen zu Verbesserung des Unterrichts überlegt.
Die Erfahrungen in den Selbsterfahrungsübungen führten zu angeregten Diskussionen
über Grundsatzüberlegungen für den Unterricht sehgeschädigter Schülerinnen und Schüler.
In dieser Woche konnten für die Schülerinnen und Schüler 100 verschiedene Stifte, die auch durchgetestet wurden, angekauft werden. Weiters wurden zwei Lichtboxen und 10 Schrägpulte angefertigt.
Im Dezember wurden 14 Kisten mit Winterbekleidung, Unterrichtsmaterial und Lupen in den Kosovo an die Blindenschule geschickt. Den Transport übernahm das österreichische Bundesheer.
Von allen Beteiligten wurde der Wunsch nach Fortsetzung der Unterstützung deutlich ausgesprochen.