Louis BrailleLouis Braille 1809 - 1852

 

1819 kam der zehnjährige Louis Braille, der als Dreijähriger durch einen Unfall erblindete, in das Pariser Blindeninstitut zur Ausbildung. Noch als Schüler erfuhr Louis Braille von den Bemühungen des Artilleriehauptmanns Charles Barbier, eine "Nachtschrift" zu erfinden, die militärisch verwertbar, ohne Licht geschrieben und gelesen werden konnte. Diese tastbare 12-Punkte-Schrift faszinierte Louis Braille. Er reduzierte sie auf 6 Punkte und legte erst sechzehnjährig 1825 sein Ergebnis vor. Sechs Punkte, in zwei vertikalen Dreier-Kolonnen nebeneinander, ermöglichen 63 Kombinationen. Je nach Punktzahl und Anordnung kann Buchstabe, Ziffer und Satzzeichen dargestellt werden. Alle Wissensbereiche, von Physik, Chemie über Mathematik bis zur Musik, sind mit der 6 Punkteschrift möglich. Klein lehnte wie viele andere frühe Blindenpädagogen die Einführung einer eigenen Blindenschrift ab. Die Schrift darf die Blinden nicht von den Sehenden trennen war seine Meinung. Er versuchte die "sehende Schrift" für Blinde mit allen Mitteln durchzusetzen. (Füllfeder von Carl Ludwig Müller, Stacheltypenapparat von J. W. Klein) Anlässlich des Blindenlehrerkongresses 1873 in Wien setzte sich die Braillsche Sechs - Punkte - Schrift endgültig als Blindenschrift durch. Heute ist die Braille - Schrift aus der Schul- und Berufsausbildung des Blinden nicht mehr wegzudenken.

12 Punkt Schreibtafel 1819

 

für die von Charles Barbier erfundene Punktschrift

 

 

 

 

 

 

Braillsche Sechs- Punkte- Schrift 1829

in einem Buch veröffentlicht