Eines Tages erzählte uns unsere Lehrerin, Frau Mag. Hannemann, von
einer Ende des Schuljahres 03/04 geplanten Projektwoche. Diese wollten wir
mit hochbegabten Kindern der Volksschule Pfeilgasse gemeinsam gestalten. Es
sollte in dieser Woche um Literatur gehen. Wir planten Geschichten zu schreiben,
in denen ein oder mehrere Waschbären die Hauptfiguren sind. Zum besseren
Kennen lernen von Lebensweise, Ernährung und Verhalten der Waschbären
machten wir einen Lehrausgang in das Naturhistorische Museum. Anschließend
hatten wir viele Informationen zu unserem Thema gesammelt.
In der vorletzten Schulwoche fand die gemeinsame Literaturwoche statt. Wir
lernten die Schüler der Volksschule Pfeilgasse kennen und stellten ihnen
die Blindenschrift vor. Danach versammelten sich alle Kinder, die am Projekt
teilnehmen sollten, im Festsaal des Bundes-Blindenerziehungsinstituts. Dort
wurden wir mit Christine Rettl, der Kinderbuchautorin, und Winfried Oppgenorth,
dem Buchillustrator, bekannt gemacht. Frau Rettl las uns aus einem ihrer Kinderbücher
vor und machte einige Vorschläge für gute Geschichtenanfänge.
Dann begann die eigentliche Textarbeit: Wir schrieben eigene Geschichten und
korrigierten sie auch gleich. Frau Rettl bearbeitete mit uns die Geschichten.
Wer wollte konnte bei Herrn Oppgenorth Bilder zu seiner Geschichte zeichnen.
Da wir mit unserer Arbeit zügig vorankamen, halfen wir den Kindern aus
der Pfeilgasse. Wir tippten ihre Geschichten in den Computer. Jeden Tag gab
es eine gemeinsame Freizeitaktivität: Einmal gingen wir tanzen, einmal
bewältigten wir im Turnsaal einen Blindenparcours, einmal gingen wir
auf die Jesuitenwiese, einmal verbrachten wir 2 Stunden im hauseigenen Schwimmbad
und zum Abschluss bekamen wir eine Pizza. Das alles hat uns sehr viel Spaß
gemacht!
In dieser Woche entstanden sehr viele spannende und lustige Geschichten. Auch
die Zeichnungen waren gut gelungen. Daraus entstand das Buch „Waschbärenstarke
Geschichten von Kindern für Kinder“. Dieses Buch wurde in Schwarzschrift
und in Braille gedruckt. Für unser Braillebuch entwickelten wir für
unsere Geschichten passende Tastbilder. Nach einigen Tests waren wir mit den
Tastkopien zufrieden. Das Braillebuch wurde in der hauseigenen Druckerei hergestellt.
Am Donnerstag, 10. 3. 2005 fand die Präsentation unseres Buches um 16.00
Uhr im Festsaal des Naturhistorischen Museums statt. Es kamen viele Ehrengäste.
Anschließend gab es ein Büfett. Auch die Bücher konnten gekauft
werden. Wir haben uns sehr über diesen feierlichen Abschluss unseres
Projekts gefreut.
Barbara, Gerhard, Daniel, Sami (1.HS)